Ein Indigo-Erwachsener in der Geld-Welt

Waldesruh

Mein „Steckbriefreport“ einer „Psychiatriekarriere“
Ich könnte in einer Nussschale eingesperrt sein
und mich trotzdem für den König eines
unermesslichen Gebietes halten
Shakespeare, Hamlet

Gut und Böse
Die Einwohnende Herrlichkeit umfasst alle Welten, alle
Kreaturen, Gut und Böse. Und sie ist die wahre Einheit:
Wie kann sie denn die Gegensätze des Guten und Bösen
in sich tragen? Aber in Wahrheit ist da kein Gegensatz,
denn das Böse ist der Thronsitz des Guten
Baal Sschem Tow

Onanie des Schicksals oder die ewige Baustelle „Leben“
Meine Probleme und Konzepte verschieben mich immer wieder ins Unendliche …………….
Tausendgrün

Was mich in die Psychiatrie und in die Forensik, geführt hat, meine Erfahrungen dort und in der darauf anschließenden, noch andauernden Langzeitbeurlaubung vom Maßregelvollzug im Dauerwohnheim

Vorab eine kurze Erklärung was das Wort Forensik eigentlich bedeutet:

Das Wort Forensik ist ein juristischer Begriff und bedeutet wörtlich übersetzt „gerichtlich“. Es handelt sich dabei um eine psychiatrische Klinik zur Sicherung (Verhinderung von weiteren Straftaten zum Schutz der Bevölkerung) und Besserung (Therapie, Behandlung der psychischen Erkrankung). Die dort untergebrachten Patienten sind aufgrund einer Straftat, die sie im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen haben, dort untergebracht und haben sich rechtlich einer Therapie mit den oben genannten Zielen zu unterziehen.
Nach dem Psychologen und Psychiater C.G. Jung bedeutet der Zustand der Schuldunfähigkeit, dass es sich hierbei um eine Straftat handelt, die als unbewusste Verhaltensweise aus dem Affekt heraus geschah.
Das Konzept der Klinik ist es hierbei, nach den Worten eines Krankenpflegers den Patienten mit seinen Fehlern und Schwächen und seiner Erkrankung zu akzeptieren, seine Straftat jedoch nicht für folgerichtig, unvermeidbar oder gar gut zu heißen. Das vorrangige Ziel der Therapie sei es, dass der Patient mit den in der Therapie erkannten und bearbeiteten Defiziten, die instrumentaler Natur, oder im Sozialverhalten liegen könnten, befähigt werde ein straffreies Leben zu führen, die Regeln der Gesellschaft zu akzeptieren und einzuhalten und sich so wieder in diese zu integrieren.
Die Qualität des Funktionierens und der Entwicklung einer Gesellschaft bemisst sich dabei meiner Ansicht nach immer in dem Umgang mit dem Spannungsfeld zwischen den Traditionen der älteren Generation und den Innovationen der jüngeren.
So hatte ich in meinem bisherigen Leben, besonders in meiner Studienzeit in Frankreich gegen, in meinen Augen, sozialpolitische Missstände, wie kollegialen Bürokratismus, ein elitäres Bildungssystem, die Zerstörung der Natur und damit des eigenen Lebensraumes, im speziellen gegen die Atomtests im Muroa Atoll, sowie den Sicherheitswahn, verbunden mit einem strukturellen Gewaltmonopol der Staaten der westlichen Welt, demonstriert.
Die bürgerliche Gesellschaft unserer Zeit weist einen gewaltigen Zwiespalt auf: Einerseits hat sie mit ihrer technischen Entwicklung eine scheinbar fast vollständige Beherrschung der Natur erreicht und damit weitgehend ihr Ziel: Die bestmögliche Erfüllung aller Wünsche und Träume für eine größtmögliche Anzahl von Menschen und deren Beteiligung an dieser Entwicklung. Andererseits erlebt das einzelne Individuum eine große Ohnmacht gegenüber den Geschöpfen die er selbst erschaffen hat und die seine Zeit und sein Handeln bestimmen und denen gegenüber er
sich zunehmend als Opfer empfindet. Mein permanentes Erleiden dieses Ohnmachtgefühls etwa im Getriebe der voll technisierten Bürokratie löste in mir eine große Wut über diese meine Ohnmacht aus und ich erkannte mich als Mitverursacher zumindest Mittragender der Versklavung des Menschen in einer voll technisierten, automatisierten Welt, die auf entpersönlichten, rein funktionalen Abläufen beruhte. Erst später wurde mir bewusst, dass dieses Erleben zu meiner Zerstörung eines Computers in der Institution des C.R.O.U.S dem Studentenwerk in Amiens, Frankreich geführt hatte. Heute sehe ich als einen von mehrere katharsischen Impulsdurchbrüchen, die immer wieder Auslöser für meine Unterbringung in dem restriktiven Rahmen von Psychiatrie waren. Aus der Wut über dieses Ohnmachtsgefühl gegenüber einer Maschine, die für mich zwischen meinem Gegenüber und mir stand und damit eine begegnende Kommunikation weitgehendst unmöglich machte, zerstörte ich diesen Computer im Affekt. Die zu dem Zeitpunkt dort Anwesenden standen erstmal eine ganze Weile wie versteinert da, bevor die Mitarbeiter die Polizei verständigten, die mich dann in die Psychiatrie brachten. Um auf diese für mich und viele andere oft als sehr bedrückend und ärmlich erlebte Situation aufmerksam zu machen, demonstrierte ich des Weiteren aus dem Mut der Verzweiflung heraus in einer recht unadäquaten Art und Weise, indem ich mich im Rathaus von Amiens und im Eingangsraum des Fernsehsenders France 3 nackt auszog und in der Uni , in der ich studierte, während einer Prüfung mein Examen zerriss. Vor dem Prozesstermin, bei dem ich wegen des Vorfalls im Rathaus wegen Exhibitionismuns angeklagt worden war, informierte ich die französischen Presse über die Beweggründe meiner Aktion und meinen Prozesstermin. Mitauslöser für mein Verhalten im Rathaus waren die französischen Atomtests im Muroa Atoll gewesen, die mich sehr betroffen gemacht hatten und gegen die ich im Rathaus und über die Pressemedien versucht hatte lauthals zu demonstrieren. Meine Absicht war, einen Schauprozess zu veranstalten, um damit an die Öffentlichkeit zu kommen. Die Presse reagierte jedoch überhaupt nicht darauf, geschweige denn, dass sie zu der Verhandlung erschienen wäre. Ich hatte ebenfalls Strafantrag gegen Jacques Chirac gestellt beim Cour d`Apell in Paris mit der Anklage der Verletzung des Völkerrechts durch die Atomtests des französischen Staates im Muroa Atoll. Doch auch hier gab es nicht die geringste Reaktion. Bei der Verhandlung wurde die Anklage wegen Exhibitionismus fallengelassen und der Richter sagte wörtlich zu mir, dass wenn ich jetzt noch ein Wort gegen die Politik von Jacques Chirac sagen würde, sie mich endgültig wegsperren würde. Daraufhin schloss ich ganz leise die Tür. Das Resultat war, dass ich wieder in die Psychiatrie eingewiesen wurde, in die ich mich zuvor schon aufgrund meiner Depressionen freiwillig begeben hatte. Allerdings wurde ich jetzt im Rathaus bevorzugt behandelt und konnte immer gleich mit dem Leiter des Amtes dort sprechen und bekam einen Contrat de solidarite in einer Gärtnerei angeboten, einer Art ABM Maßnahme, die vom Staat subventioniert war und in der ich etwa 200 Francs mehr verdienen konnte, als ich bei der französischen Sozialhilfe (R.M.I) bekam, und ich dafür halbtags etwa 20 Stunden die Woche arbeiten musste. Doch bei dieser Arbeit in einer Stadtgärtnerei stand ich die meiste Zeit nur nutzlos herum, musste die abgeschnittenen Blätter von geschnittenen Hecken etwa zusammenfegen und verfiel wieder in tiefe Verzweiflung, mit großer innerer Unruhe und Leere und ging in der Mittagspause immer bei meinem buddhistischen Freund Houcine vorbei, um in meiner Verlorenheit bei ihm Halt zu suchen.
Hinzu kam die große Diskrepanz zwischen meine künstlerischen Ideen, Träumen und Projekten, die ich als meine für mich notwendige Arbeit erachtete und aus der ich mein Selbstvertrauen, meine Identität versuchte zu schaffen und schöpfte einerseits und der für mich grausamen Realität, den fehlenden existentiellen Grundlagen andererseits. Da ich mit meiner künstlerischen Arbeit kaum Beachtung und Anerkennung, geschweige den Förderung oder gar Geld bekam, war ich zeitweise immer wieder sehr verzweifelt und niedergeschlagen und rannte von einem Psychiater zum anderen und hatte immer wieder Psychiatrieaufenthalte. Auch anderweitig fand ich aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit in Amiens und meiner labilen psychischen Verfassung keine Beschäftigung, um meinen Lebensunterhalt befriedigend zu verdienen. Ich versuchte etwa mich als Übersetzer selbstständig zu machen. Da ich jedoch kein staatliches Diplom hatte bekam ich nicht genügend Aufträge und die Kosten für meine Sozialversicherung überstiegen bei weitem die Einnahmen.
Die Ignoranz von Verlagen und Theatern gegenüber meiner für mich so bitter notwendigen künstlerischen Arbeit war implizit zu dem Beweggründen, aus denen ich sie betrieb und der tägliche Hürdenlauf eines Bittstellers zur Bestreitung meines sowieso sehr ärmlichen Lebensunterhalts vermittelte mir den schlimmen Eindruck, der Staat verlange ihn zwar von mir für den reibungslosen Ablauf von formalen Gesichtspunkten zur Erhaltung einer rigiden, starren staatlichen Ordnung, aus der dann eben das resultieren sollte, was er für seine großartige Verfassung (Liberte, Egalite, Fraternite) und Souveränität hielt, für dessen Schutz dem Staate jedes Mittel Recht zu sein schien, die aber in Wahrheit nur Selbstzweck einer kleinen, sehr mächtigen und finanzkräftigen Elite war, die nicht wie die wahrhaftigen Eliten, wie Lech Walesa, Nelson Mandela etc auch über hohe soziale Kompetenzen verfügten, sondern nur getragen wurden durch die Verwaltung, Maßregelung, Unterdrückung und letztendlich Ausbeutung des „einfachen“ Bürgers und Arbeiters, der eben einfach nicht dazugehört, sondern immer wieder fatalistisch scheiternder, weil ungenügender Erfüllungsgehilfe zu verbleiben hat. All dies vermittelte mir das schlimme Gefühl nicht wirklich gebraucht, sondern nur benutzt zu werden, kaum als eine autonome Identität gesehen zu werden und gar nicht als Person wertgeschätzt zu werden. Eliten der Presse, der Bildung, der staatlichen Vertreter, der Etablierten in der Kunstszene entzogen mir das Recht der persönlichen Ausdehnung in der Welt, das Anrecht auf den Anspruch der Erfahrung und der Verwirklichung meiner selbst in ihr.
All dies löste einen großen Abscheu und einen großen Ekel bei mir aus, und ich fand meinen Platz bei den „erfolglosen“, mittellosen Künstlern, den Gescheiterten, den Verrückten, den so genannten psychisch Kranken und Behinderten und machte mich so frei von dem heuchlerischen, verlogenen Traum von einem bequemen, schönem Leben mit Wochendhäuschen und jährlichem Urlaub als angesehener Künstler, denn dafür hätte ich den sehr hohen, teuflischen Preis bezahlt, mein inneres Feuer auszulöschen und alles wofür ich mein Leben lang kämpfen wollte und immer weiter kämpfen will (heute nur mit anderen Mitteln) zu verraten.
Meine künstlerischen Projekte in Frankreich und in der französischen Schweiz ließen sich alle nicht verwirklichen. Es fehlte an Interesse, vor allem jedoch an Geld, da etwa die Aufführung eines Theaterstückes ein vorherige Buchveröffentlichung zur Vermarktung bedingt und bei einem in der breiten Öffentlichkeit noch unbekanntem Autor ein hohes kommerzielles Risiko darstellt.
Über Weihnachten war ich bei meinem Onkel und geriet dort in tiefen Schwermut, verbunden mit Existenzangst, Hilflosigkeit, Panikattacken und teilweiser räumlicher Orientierungslosigkeit. Da mein Onkel auch nicht wusste, wie er mir anders helfen könne ( er schickte mich zum Laubfegen zum Wirt seiner Stammkneipe,“ Arbeit ist das beste Mittel gegen Depressionen) landete ich wieder einmal „Zuhause“ in der Psychiatrie, diesmal für lange Zeit in der psychiatrischen Akutklinik einer Anstalt. Dort bekam ich erstmal jede Menge Psychopharmaka mit starken Nebenwirkungen, die meine Gefühle noch dumpfer machten und wohl auch mein Denken, welches zuvor assoziativ stark gelockert war“ stark einschränkte. Da ich mir meiner selbst jedoch bewusst bleiben wollte, d.h auf der Suche nach meiner Wahrheit war und es mir nicht darum ging nur noch versorgt und in Watte gepackt zu werden, lehnte ich die Medikamentation immer öfter ab, welches in jeglicher Form sanktioniert wurde. Ich bekam dort immer mehr den Eindruck meine tatsächlichen Probleme dort nicht lösen zu können, sondern eher noch mehr aufgeladen zu bekommen, indem versucht wurde durch, für mich „Scheinaktivitäten“, „Beschäftigung“ von ihnen abzulenken und mich als psychisch Kranken zu determinieren und zu verwalten, der nicht mal wirklich „so“ krank sein durfte.
Man schickte mich in die so genannte Arbeitstherapie in der ich sehr einfache, langweilig, monotone Arbeiten, wie das Eintüten von Schrauben (den ganzen Tag bis zehn zählen), verrichten musste, die mir nicht die geringste Befriedigung gaben, trotz des großen Plakats das im Arbeitsraum hing mit den Gründen, warum einem die Arbeit dort gut täte. Freude fand ich am Malen in der so genannten Beschäftigungstherapie, auch wenn die Zeit dort für mich immer viel zu kurz war. Des Weiteren machte ich mehrere so genannte medizinische Belastungserprobungen, etwa in einer Gärtnerei im Zierpflanzenbau , Tonarbeiten in einer Keramikwerkstatt und in der Warenanahme einer christlichen Buchhandlung. Die dortigen Arbeiten gefielen mir im großen und ganzen besser als die in der Arbeitstherapie, jedoch ergab sich aus ihnen keine tragbare Perspektive für mich und wurden auch nicht bezahlt. Sie kosteten meines Wissen viel mehr Geld, als dass ich dort den Eindruck hätte bekommen können dort tatsächlich gebracht zu werden und dass meine Arbeit für den Arbeitgeber auch eine wirtschaftlichen Wert darstelle.
In der Klinik, in der ich während all dieser Arbeiten verblieb, litt ich am meisten an der Bevormundung und bei „Systemsprengern“ wie mir die totalitäre Reglementierung und Sanktionierung immer nach dem Muster: „Tust du dies bekommst du vielleicht jenes, tust du es nicht bekommst du es nicht und dir blüht das und das“
In der Zeit als ich angefangen hatte aus meiner Depression allmählich herauszukommen, traute ich mir wieder ein stückweit die Verwirklichung eigener Wünsche und Vorstellungen zu, in punkto wohnen und arbeiten, mit denen ich wieder mehr Eigenverantwortung für mich übernehmen wollte, was mir ein viel besser Gefühl zu mir selbst gab, auch wenn es noch viel mit Ängsten und Zweifeln verbunden war. Von Seiten der Ärzte und Pfleger wurde mir jedoch immer wieder gesagt, sie könnten mir das noch nicht zutrauen, wie z.B mir selbst eine Wohngemeinschaft zu suchen, oder mit einem Freund zu gründen. Ich könnte mich ja überfordern und wieder psychotisch werden. Als sie sich dann nach meinem ständigen Drängen doch dazu bereiterklärten, setzten sie mich jedoch mit einem zeitlich so kurzfristigem Rahmen, dermaßen unter Druck, nach dem Motto „dann sehen sie alleine zu wie sie zurecht kommen, doch in spätestens drei Wochen müsse sie hier raus sein“, dass diese Sache sich so für mich nicht mehr umsetzen ließ und ich wieder ein Stück an mir resignierte und zur weiteren Verunsicherung bei mir führte.
Nach etwa eineinhalb bis zwei Jahren bot man mir ein kleines Zimmer im betreuten Wohnen an, bei dem ein Haus als Gemeinschaftsraum und Anlaufstelle angeschlossen war. Auch Freizeitaktivitäten wurden dort angeboten. Da das Zimmer sehr klein war und ich in Frankreich eine Wohnung gehabt hatte und entsprechend viele Sachen, hauptsächlich Bücher, konnte ich mich nicht gleich dazu entschließen. Doch nach einiger Zeit willigte ich schließlich ein. Daraufhin fanden über ein halbes Jahr lang regelmäßig Gespräche mit einem der Mitarbeiter von dieser betreuten Wohnen Einrichtung und dem Oberarzt statt, der mich auch regelmäßig in der Klinik besuchte, denn das Zimmer war inzwischen schon vergeben und ich stand auf der Warteliste. Letztendlich wurde widerrum zu meiner großen Enttäuschung die Sache abgeblasen. Schließlich legte man mir nahe in ein Haus Namens „Waldesruhe“ zu gehen, in einen Kotten im Wald gelegen, der ganz in der Nähe der Klinik lag, da sie ansonsten nicht wüssten, wo ich noch hin könne. In diesem Haus wohnten zum Großteil Senioren und ein kleiner Teil schwerst- psychisch kranker, jüngerer Menschen. Das Haus war streng christlich ausgerichtet und es gab Vollversorgung, wobei man in der Regel zu den Mahlzeiten erscheinen musste. Nach dem ich das Haus und seine Bewohner ein paar mal zum gemeinsamen Kaffeetrinken besucht hatte, widerstrebte mir der Gedanke dort einzuziehen immer mehr, weil ich den Eindruck habe man wolle mich auf ein endgültiges Abstellgleis stellen. Zudem hatte sich meine Situation wesentlich erschwert, da ich in der Klinik eine Körperverletzung an einer Krankenschwester begangen hatte und jetzt als forensischer Patient auf Bewährung sicherlich nur sehr schwer vermittelbar war. Ich hatte immerhin eine Krankenschwester am Hals gewürgt und erst von ihr abgelassen als Mitarbeiter der Klinik dazwischen gegangen waren. Das Delikt, bei dem das Opfer einen schweren Schock erlitten hatte und anschließend die Arbeitsstelle wechselte und in eine Gerontoeinrichtung ging, war aus einem Gefühl der Ohnmacht und Verzweiflung passiert, im Zuge eines Wutanfalls, da man mir mal wieder verweigerte hatte meinen Ausgang zu nehmen, also die Möglichkeit die Klinik für ein paar Stunden zu verlassen. Zudem hatten sich viele andere Dinge angestaut, die ich nicht verarbeiten konnte. Zum Beispiel hatte sich eine Liebesbeziehung zu einer Mitpatientin entwickelt, die noch verheiratet war und erwog sich von ihrem Mann zu trennen. Wir mussten unsere Beziehung gegenüber dem Personal ständig rechtfertigen und ihr wurde nahe gelegt sich doch von mir zu trennen. Sie wurde vor mir gewarnt, worauf sie mit massiven Protest und weinen reagierte. Auseinanderbringen konnte sie uns zwar so nicht, doch konnte wir unter diesen Umständen ( sie litt unter Angstzuständen) auch keine gemeinsame, tragfähige Perspektive entwickeln, die unterstützt worden wäre und uns aus der Klink hätte führen können.
In der nächsten Zeit fanden etliche Besuche zum Kaffeetrinken im Haus „Waldesruh“ statt, die von einer Psychologin begleitet wurden. Ich sah mich dazu gedrängt dort einzuziehen, in ein Haus, indem ich mir überhaupt nicht vorstellen konnte zu leben, sah ich mich doch dort auf ein völliges Abstellgleis geschoben. Zunehmend geriet ich in eine Stimmung völliger Perspektivlosigkeit und Verzweiflung und erlebte alles um mich herum als sehr morbide und hatte Selbstmordgedanken. Dies dauerte etwa ein halbes Jahr , bis ich dann im Mitsommer 1996 ein ernsthaften Selbstmordversuch außerhalb der Klinik mit Diazephan Tabletten, die ich mir im „Punkerpavillon“, dem damaligen Drogenumschlagplatz von Bielefeld besorgt hatte. Zuvor hatte ich mir noch Koks gespritzt, da mir an diesem Tag sowieso alles egal war und ich mich nur noch auf meinen baldigen Tod freute, der von meinem Leben nichts mehr wissen würde, für immer. Ich legte mich auf eine Parkbank im Rochus Park der Ravebsberger Spinnerei und nahm die vierzig Diazephan ein, die ich mir gekauft hatte,- und es passierte zu meiner großen Enttäuschung gar nichts. Enttäuscht und niedergeschlagen trottete ich zur Klinik Gilead 4 zurück. Am nächsten Morgen soll ich dort eine Ärztin angegriffen haben, im Dienstzimmer gewürgt haben, einen Vorfall bei dem ich bis heute eine völlige Amnesie habe. Nach späteren Berichten der Mitarbeiter soll ich sie im Dienstzimmer massiv gewürgt haben und sie seien sofort dazwischen gegangen. Ich konnte dies im nachhinein kaum glauben, denn es handelte sich für mich um eine sehr liebreizende, junge Ärztin, die mir recht symphatisch war.
Nach diesem Vorfall wurde ich etwa ein Vierteljahr auf das Bett im Beobachtungszimmer direkt neben dem Dienstzimmer fixiert, d.h mit Gurten festgeschnallt. Links von mir war ein Durchsichtsfenster ins Dienstzimmer, durch das man mich zwar sehen konnte, wenn der Rollo nicht heruntergelassen worden war, jedoch sie mich kaum hören konnte, wenn ich ein Bedürfnis hatte, so dass ich dann laut rufen musste bis jemand kam. Weibliche Mitarbeiter durften überhaupt nicht mehr zu mir rein, worunter ich immens litt. Zeitweilig wurde ich zum Essen an den Handgelenken losgeschnallt, oder ganz losgeschnallt für den Gang zur Toilette. Alle paar Stunden konnte ich mit einem Mitarbeiter mal eine Zigarette rauchen. Ansonsten konnte ich die erste Zeit absolut NICHTS tun. Selbst der Oberarzt soll zu Kollegen gesagt haben, dies sei eine menschenunwürdige Behandlung, sei aber vom Gericht so angeordnet und er habe deshalb nicht die Möglichkeit anders mit mir zu verfahren. Nach einigen Wochen kam ein Richter vorbei und ich wurde vor die Wahl gestellt gegen die gerichtliche Entscheidung in die Forensik gehen zu müssen in Revision zu gehen und damit auf nicht absehbare Zeit in der Fixierung verbleiben zu müssen, oder keine Revision einzulegen und solange zu warten bis ich in die Forensik nach käme. Ich entschied mich notgedrungen für letzteres.
Nach einiger Wartezeit in der Fixierung konnte ich dann einmal in der Woche mit einem Mitarbeiter für eine halbe Stunde spazieren gehen, oder Tischtennis spielen und jeden Tag wurde ich für eine Stunde losgeschnallt und konnte mich auf dem kleinem Zimmer eingesperrt „frei“ bewegen.
Schließlich holte mich ein vergitterter J.V.A-Bulli mit vergitterten, milchigen Scheiben mit kleinem Sichtstreifen und eingebautem Metallkäfig und fuhr mich durchs Niemandsland in die Forensik. Da war sie also nun, die Bastion der Sicherheit gegen die Ängste der Bevölkerung. Ein großes mit einem uraltem Baumbestand und Grünflächen angelegtes Gelände, von hohen Metallzäunen, oder hohen Mauern abgegrenzt, auf denen ein großer abgerundeter Kunststoffbogen gesetzt war, vor jedem Hauseingang ein Schleusengitterkäfig.
Nach einem kurzen Anamnesegespräch mit zwei Psychiatern, indem sie mir sofort wieder eine starke Psychopharmakamedikation verordnen wollten, die ich vehement ablehnte, galt ich sofort wieder bei dem einäugigen leitenden Arzt Herr Dr. W, der mich anstierte, als müsste er von einer Kakerlake die scheußliche Farbe wegkriegen, als renitent aggressiv. Ich kam auf die so genannte Diagnosestation in das Haus 15. Dort wurde ich nach der Bestandsaufnahme und Einlagerung meiner persönlichen Sachen, sofort in eine fensterlose Zelle gesteckt, deren Heizung samt Licht in einem Kunststoffkasten an der Decke war. Verschlossen war die Zelle durch eine massiven Eisentür mit einer Klappe in der Mitte, als Durchreiche für das Essen und die Medikamente. Außerdem war die Zelle mit einer Schelle, für den „Notfall“ versehen. Nach dem Essen auf der Zelle und nach der Abgabe des Essgeschirrs, durfte ich eine Zigarette rauchen. Ansonsten sah niemand nach einem und auch wenn ich schellte, dauerte es zehn Minuten oder länger bis jemand kam und Zeit etwa für ein Gespräch hatten der Pfleger dann auch meist kaum. Das Inventar der Zelle bestand aus einer harten, dünnen Matratze, die auf dem Boden lag, sowie aus einem weißen Plastikstuhl und einem weißen Plastiktisch, wie man sie zum Campen verwendet, sowie einer Nische in die eine Toilette aus Metall eingebaut war und ein kleines Waschbecken. Die Toilette war durch einen Glasbaustein von außen nicht einsichtig. Ich beschäftigte mich viel mit lesen und schrieb meine Gedanken und Eindrücke in eine Art Tagebuch. Hierbei wurde ich mir dem großen Druck und der hohen Belastung unter der ich stand nur noch bewusster, lebte ich doch derzeit in völliger Ungewissheit in Bezug auf mein weiteres Leben, hatte den Eindruck dies liege kaum noch in meiner Hand und versuchte mich darauf einzustellen, was natürlich letztendlich unmöglich war, auf unbegrenzt Zeit in der Forensik, ja schon in dieser Zelle verbleiben zu müssen. Von Seiten der Pfleger gab man mir zu verstehen ich müsse das selber wissen wie ich hier weiterkäme, was für ein schlimmes Vergehen ich begangen hätte und es läge jetzt alles an mir.
Eine Pflegerin fragte mich, ob ich in der Ärztin bzw. Krankenschwester, die ich angegriffen hatte meine Mutter gesehen hätte. Ich verneinte dies kategorisch.
Infolge der Überanstrengung meines Gemüts muss ich in der Zelle auf dem Stuhl sitzend ohnmächtig geworden sein, jedenfalls fand ich mich eines Vormittags auf der Erde, neben dem Tisch liegend. Ärzte und Pfleger standen um mich herum und waren gleich der Ansicht ich habe mir etwas antun wollen, woraufhin sie Tisch und Stuhl, sowie alle meine persönlichen Sachen (Bücher und Schreibutensilien) aus der Zelle herausnahmen und mich in ein Leinenhemd steckten unter dem ich völlig nackt war. Ich hatte starke Rückenschmerzen und konnte mich vor Schmerzen nicht gerade halten, geschweige denn mit dem Rücken auf der harten Matratze liegen. So war ich dazu verdammt mich in dem Leinenhemd den ganzen Tag und die halbe Nacht durch die kleine Zelle zu schleppen. Durch die Einnahme des Throxals und unter dem enormen Stress dem mein Gemüt durch die Isolation unterlag, wurde ich wieder psychotisch und mischte mit Zigarettenaschen und Wasser schwarze Farbe an und malte Adornosätze an die Wand und kam mir als großer bedeutender Künstler dabei vor: „Die Magie der Kunst ist von der Lüge befreit die Wahrheit zu sein.“
Ansonsten fühlte ich mich sehr einsam und völlig verloren, sah öfter Leute an meiner Zelle vorbeikommen, auch wohl Patienten, mit denen ich versuchte in Kontakt zu kommen, die mich jedoch kaum beachteten. Nebenan von meiner Zelle war ein junger sehr hyperaktiver Mann eingesperrt, der ständig irgendetwas wollte und gegen die Gittertür hämmerte und schrie. Er wurde großteils vom Pflegepersonal völlig ignoriert, von Zeit zu Zeit ermahnt, er solle Ruhe geben, da er ansonsten wieder fixiert würde, was desöfteren auch geschah, wenn es dem Pflegepersonal mit ihm zu bunt wurde. Daher wurde mir klar, dass ich an einem Ort, in einer Situation war, in der ich alles Leiden still und vor allem ohne jeglichen Widerstand auf mich nehmen musste, um überhaupt eine Chance zu bekommen aus dieser Zelle vielleicht je wieder herauszukommen.
Nach etwa einer weiteren Woche, ich hatte ein exaktes Zeitgefühl weitgehend verloren, wurde ich in einen anderen Raum, eine sogenannte „Box“, wie sie die Patienten nannten, verlegt. Von außen leuchtete in roter LCD- Anzeige über der Tür, hinter der sich noch eine Eisengittertür verbarg, eine digitale Temperaturanzeige. „Artgerechte Haltung, wie im Zoo“, dachte ich erschrocken. Der Raum hatte ein verschlossenes und vergittertes Fenster, wie alle Räume der Häuser in denen Patienten lebten. Die Heizung war diesmal nicht an der Decke angebracht, sondern an der Fensterwand, umgeben von einer Kunststoffverkleidung. Selbst bedienen konnte ich sie also auch hier nicht. Ansonsten war der Raum ebenso eingerichtet wie der vorherige. Ein halbes Dutzend Leute, bestehend aus dem Stationsleiter, Sozialarbeiter, Psychologe und leitendem Arzt, wohl ein Psychiater, stürmen einmal in der Woche in den kleinen Raum zur Visite. Der Arzt verschrieb mir dreimal täglich Throxal, da ich schlecht schlafen konnte und ich solle alle drei Wochen eine Depotspritze des hochpotenten Neuroleptika Fluanzol bekommen. Ich befand mich jetzt auf einer der von den so genannten „Seiten“, d.h zwei durch eine Glastür voneinander getrennte Abteilungen der Station. Jede Abteilung bestand aus einem langen Flur, indem die einzelnen abgesperrten Zimmer wie das meine lagen und einen durch eine Glastür abgeschlossenen Teil mit Mehrbettzimmern der Patienten, einem Speise,- und Aufenthaltsraum, sowie einem Fernseh,- und gleichzeitig Raucherraum. In diesem Bereich, der so genannten „Gemeinschaft“ konnten sich die Patienten frei bewegen.
Den Jahrtausendwechsel verbrachte ich alleine auf meinem Zimmer, gebannt auf ein grandioses Feuerwerk wartend, welches auch eintraf mit großen bunten Lichtteppichen am Himmel. Laut auch den den Eintragungen in meinem Tagebuch sollte in dieser Nacht etwas mit mir passieren was meine Einstellung zum Leben grundlegend veränderte: „Ich habe Freudentränen weinend und im Innersten völlig erfüllte unermessliche Freude verspürt; das Paradies gesehen. Am nächsten Morgen erzählte ich davon noch ganz im Freudentaumel davon meinen Mitpatienten, die mich natürlich wieder für psychotisch hielten und der Pfleger sagte mir es habe kein grandioses Feuerwerk auf dem Gelände der Forensik gegeben. Nach dem Träumen mit offenen Augen und Phasen großer Hektik und Angst um mein Leben in der Zeit vor diesem Erlebnis, finde ich in mir jetzt dieses Wochenende die Ruhe zum Lesen.
Nach einiger Zeit durfte ich in der Gemeinschaft die Mahlzeiten einnehmen (mit Plastikbesteck das jeder Patient bekam und welches ich immer in meinem Fach im Speiseraum verschloss) und stundenweise durfte ich dann auch unter der Aufsicht eines Pflegers in dieser Gemeinschaft verbringen. Ich lernte also meine Mitpatienten kennen, wobei ich Anfangs große Ängste hatte, was das wohl für „gefährliche- böse“ Menschen wären und wie sie mich aufnehmen würden. Darunter war ein Mann, etwa um die vierzig mit einem Bart, der so lang war, dass er ihm bis auf den Bauch reichte und er beim Löffeln der Suppe mit einer Hand seinen Bart festhalten musste. Er war sehr ruhig und friedliebend mit einem gütigem Gesichtsausdruck und seinen klaren mich durchdringenden Augen sah er für mich aus wie eine Art Magier. Er hörte viel Walkman und träumte davon sich in Japan eine Suzuki zu kaufen und diese dann nach Deutschland zu überführen.
Mir beim Essen gegenüber saß Dieter: Ein stämmiger, kleiner, kräftiger etwas grobschlächtig wirkende Mann um die vierzig, der sehr bestimmt die Missstände in der Forensik sah und kritisierte. Er wollte Gitarre spielen lernen und eine Musikgruppe, eine Band gründen, was aber daran scheiterte, dass dies niemand beaufsichtigen wollte oder konnte, wohl aus Personalmangel. Er war wegen einer Vergewaltigung in die Forensik gekommen und ihm standen die Tränen in den Augen, als ich ihm erzählte, wie ich eine Freundin angegriffen, gewürgt hätte, die nur mit mir gespielt hätte und ständig, teilweise vor meinen Augen mit anderen Männern ins Bett gegangen sei und wie sehr einen gewisse Frauen oft unter Druck setzen könnten, ja es geradezu darauf anlegten einen Mann verrückt zu machen.
Neben meinem Zimmer hörte ich den gerade mal achtzehnjährigen Jan inbrünstig singen. Er hatte aus Jux und Dollerei eine Brandstiftung begangen und war ansonsten ein gewitztes, recht cleveres Kerlchen, dass sich besonders in den Gruppengesprächsrunden, in denen unsere „Seite“ mit einem Psychologen zusammensaß, versuchte hervorzutun. In dieser Gruppe, zu deren Teilnahme jeder Patient verpflichtet war, wurde zu einem bestimmten Thema, etwa „Gewalt“ unter den Patienten diskutiert, sowie zu den internen, persönlichen Probleme der Patienten der Station untereinander unter der Moderation eines Psychologen, oder einer Psychologin. In einer Gruppenstunde stellte ich mich für ein so genanntes „Feedback“ zur Verfügung, wobei jeder Patient sagen sollte, wie er mich erlebe und was er über mich denke. Die Meinungen waren weitgehend negativ und ablehnend, wenn auch sehr unterschiedlich. Zu den einzelnen Äußerungen durfte ich erst ganz am Ende etwas sagen, so dass sich das Ganze für mich als sehr nervend und fruchtlos erwies, da ich mich nicht direkt mit den Leuten in der Situation auseinandersetzten konnte und ich mir die vielen Statements im einzelnen auch nicht vollständig merken konnte, um anschließend gezielt nachfragen zu können.
Einmal nahm ich mir vom Tisch eines Mitpatienten ein Stück Schokolade, mehr aus Jux und Übermut, ohne mir viel dabei zu denken. Ein anderer Mitpatient sah dies und ich gebot ihm grinsend zu schweigen, indem ich den Finger auf den Mund hielt. In der nächsten Gruppenstunde sprach er dies dann an, minutiös beschreibend, was er beobachtet hatte. Anschließend diskutierten alle Mitpatienten der Gruppe ausgedehnt darüber, mich auf das Schärftste verurteilend. Unter anderem entstand die Fragestellung, ob ich ein Kleptomane sei und man sich vor mir in Acht nehmen müsse. Ich war mit meinen Nerven am Ende und lief weinend aus der Gruppe.
Jeden Tag fand eine so genannte „Freistunde“ statt, in der die Patienten für eine Stunde in dem von einer hohen Mauer umgebenen Hof im Kreis herumlaufen durften. Ein wenig Grün, einige Bäume und Bänke, sowie eine Tischtennisplatte befand sich dort, auf der man im Sommer spielen konnte, wenn man einen Schläger und einen Ball auftreiben konnte. Anfangs war ich völlig euphorisch wieder die Sonne auf meinem Gesicht zu spüren und mir den Wind ums Gesicht wehen zu lassen. In den oft sehnsüchtigen Gesprächen mit anderen Patienten, in denen wir uns mitteilten, wie lange man schon hier sei und weswegen und Neuigkeiten von der jeweiligen Station austauschte, wurde das Tempo mit dem man im Kreis ging immer schneller.
Ich erhielt ein Taschengeld von 160.- DM vom Landschaftsverband, welches gerade für Tabak, Kaffe, Waschzeug, ein paar Briefmarken und ab und zu für ein Telefonat reichte. Es wurde einem auf ein internes Patientenkonto der Klinik überwiesen. Ein bis zweimal in der Woche kam ein Verkaufswagen von Edeka, dem Lebensmittelgeschäft im Ort, durch den Flur der Station gefahren. An diesem Verkaufswagen konnte man sich Süßigkeiten, Getränke und Zigaretten kaufen. Des weiteren bestand einmal in der Woche die Möglichkeit eine persönliche Bestellung bei Edeka aufzugeben, die dann am nächsten Tag ausgeliefert wurde.
Bei allem herrschten strengste Sicherheitsvorkehrungen. Die Mahlzeiten mussten wir mit Plastikbesteck einnehmen, für das jeder ein kleines Fach besaß, indem er auch Lebensmittel verstauen konnte. Um ein Messer zu bekommen, etwa zum Schneiden einer Zwiebel musste man im Dienstzimmer nachfragen und es im Dienstzimmer nach Gebrauch sofort wieder abgeben. Über die Ausgabe und Rückgabe wurde im Dienstzimmer genau Buch geführt. Deosprays und Rasierklingen wurden in einem speziellen Schrank eingeschlossen und wurde des morgens auf Anfrage herausgegeben. Nach Gebrauch waren sie sofort wieder abzugeben. Meinen Lap Top mit dem ich so gerne schrieb durfte ich nicht bekommen, ebenso wenig wie meine Schreibmaschine und meine Artpen- Schreibfeder mit der ich so gerne von Hand schrieb, so dass ich alles von Hand schreiben musste bis ich im Handgelenk Krämpfe bekam, denn ich schreib allein auf der Zelle sehr viele Briefe und Tagebuch, um mit meinem inneren immensen Leidensdruck der völligen Isoliertheit und Ungewissheit einer unmöglichen Zukunft und verlorenen Vergangenheit, fertig zu werden. Elektronische Geräte, wie Walkman, Radio, oder Fernseher mussten vor der Aushändigung kostenpflichtig verplombt werden. Das Gerät wurde dabei von einer von der Klinik beauftragten Firma geöffnet und nachgesehen, ob darin nicht etwas Verbotenes, wie etwa Drogen, Alkohol oder Waffen versteckt sei.
Es gab eine Telefonzelle, in der man abends telefonieren konnte. Hierfür musste man sich abends von einem Mitpatienten in eine Telefonliste eintragen lassen. War man dann endlich an der Reihe durfte man mit einer intern- aufladbaren Telefonkarte nicht länger als eine Viertelstunde direkten Kontakt mit der „Außenwelt aufnehmen. Denn ganzen Tag warteten viele Patienten sehnsüchtig darauf endlich mit einem Freund, oder einer Freundin, Verwandten, oder gar den Eltern sprechen zu können, die uns halfen nicht vollständig zu verzweifeln und ein kleines, wenn auch sehr fernes Hoffnungslicht in diesem scheinbar endlosen Tunnel in unseren Herzen entzündeten, welches uns allen half den Tag irgendwie mit der Vorfreude auf das nächste Telefonat durchzustehen.
Eingehende Pakete wurden vom Pflegepersonal geöffnet und nach verbotenen Gegenständen untersucht. Auch sie waren rar gesät, doch ebenfalls Hoffnungslichter.
Die größte Freude und am seltensten war Besuch von „draußen“. Er musste in einem dafür vorgesehenen Besucherraum empfangen werden, im Rahmen der vorgeschrieben Besuchszeiten und unter Anwesenheit eines Krankenpflegers. Den Besuch hatte man einige Tage vorher anzumelden, woraufhin er in eine Besucherliste eingetragen wurde. Vor der Erteilung der Besuchserlaubnis musste der Besucher mit dem behandelnden Arzt sprechen und sich vor Eintritt in den Besucherraum nach verbotenen Gegenständen durchsuchen lassen.
Eine langjährige Freundin aus Dortmund besuchte mich einige Male während der insgesamt dreieinhalb Jahren, die ich in der Forensik bleiben sollte, wobei es sich für mich anfänglich als sehr schwierig und anstrengend erwies mich längere Zeit intensiv mit ihr zu unterhalten. Zum einen war ich durch die Anwesenheit des Krankenpflegers gehemmt aus der Angst heraus er könne alles gehörte pathologischen auswerten und mein Aufenthalt sich dadurch noch mehr verlängern, also ja nichts falsches sagen, was als verrückt gelten könnte, oder mich als gefährlichen Menschen ausweisen könnte. Zum anderen war ich es seit längerer Zeit nicht mehr gewöhnt mich auf jemanden einzulassen zu dem ich Vertrauen haben konnte und meine Ängste und meine Fassaden fallen lassen konnte, denn als ich auf die Station kam, hatte ich anfänglich große Ängste vor meinen Mitpatienten aus dem furchtbaren Bild vom Hörensagen und in den Medien, „was da wohl für Ungeheuer in der Forensik sein mochten.“ So hatte ich jemanden kennen, der in der Psychose seinem Großvater mit einem Schwert den Kopf abgeschlagen hatte etc. Später sollte er ein sehr liebenswerter und guter Freund von mir werden.
Mein Besuch und ich streiften ein paar gemeinsame Erinnerungen aus einer längst weit zurückliegenden und teilweise verlorenen Vergangenheit, sprachen etwas über Literatur und einige Gedichte, die ich in einem anderen Leben mal geschrieben hatte. Das Hauptthema, welches auf alles seinen Schatten warf, war natürlich mein derzeitiger Aufenthalt in der Forensik und deren Lebensbedingungen. Beim zweiten Besuch dann meinte sie dann es ginge mir schon deutlich besser und ich sei psychisch stabiler. Bezeichnenderweise brachte sie mir einige Romane von sich Zuhause mit, die durchgehend die Frage nach der eigenen Identität und der Chance, die darin liegt an einem schweren Schicksal über sich hinauszuwachsen und daran zu reifen ohne daran zu zerbrechen, zum Thema hatten. So las ich dann in meinem Zimmer sehr viel und intensiv den „Stiller“ von Max Frisch, Stefan Zweigs „Marie Antoinette“ und „die Schachnovelle“, Franz Werfels „Die vierzig Tage des Musa Dagh“, „Die Geschwister von Neapel“ und „Das Lied der Bernadette“ und von Hermann Hesse „Gertrud“ und auch das herrliche Buch über die Masuren von Siegfried Lenz „So zärtlich war Suleyken“ und einige Bücher von Milan Kundera unserem gemeinsamen
Lieblingsautor. Die Lektüre und die Empfindungen auf meinem kleinen Zimmer völlig auf mich selbst zurückgeworfen zu sein, führten zu vielen Reflexionen über mein Leben, mein Schicksal und meine Bestimmung, sowie über die Erscheinungen der menschlichen Seele, die ich oftmals anhand von Beobachtungen manchmal auch Visionen und Träumen in eine Kladde mein „Journal de tous le jours“ eintrug. Besonders in den ersten zwei Monaten schrieb ich sehr viele Briefe an Personen aus wichtigen Stationen aus meiner Vergangenheit. Auf etwa 40% meiner Briefe bekam ich eine Antwort. Unter anderem schrieb ich einen Brief an eine einige Jahre ältere, geschiedene Frau und Mutter zweier erwachsener Töchter, die ich in der Allgemeinpsychiatrie kennengelernt hatte und die überzeugte, bekennende Christin war. Sie hatte sich während unseres damaligen Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik in mich verliebt und es hatte sich in dieser Klinik eine recht leidenschaftliche Beziehung zwischen uns entwickelt, in der sie mir aus Wut über meine Depressionen, mein- mich- immer ins Bett- verkriechen einen Eimer Zigarettenasche ins Bett gekippt hatte.
Auf meinem Zimmer schrieb ich ihr mit großen Gefühlen der sehnsüchtigen Liebe und in mich verzehrender Leidenschaft einen pathetischen Liebesbrief, bei dem ich im Eifer des Gefechts die Zigarettenasche in den Mülleimer schnippte, indem sich dann für mich ganz plötzlich ein Schwelbrand mit starker Rauchbildung entwickelte. Der kleine Raum war sehr schnell sehr stark verraucht und das Fenster war verschlossen und ließ sich von mir nicht öffnen. Ich musste die Schelle drücken, die im Dienstzimmer schellte, damit meine Tür geöffnet würde. Zu meinem Glück im Unglück kam ein meist recht gelassen, Pfleger mit dem ich mich recht gut verstand, da er es mit den Vorschriften nicht immer ganz so genau nahm. Natürlich war er zuerst sehr erschrocken und dann sauer über meine Fahrlässigkeit. Nach inständigem Bitten erklärte er sich dann bereit die Tür zu öffnen und den Vorfall nicht weiterzugeben, ansonsten hätte ich mit Sanktionen, wie der Wegnahmen meines Tabaks auf dem Zimmer rechnen müssen. Da er an der offenen Tür stehen bleiben musste, konnte die Tür jedoch nur wenige Minuten offen bleiben, ohne Aufsehen zu erregen.
Mir war ein Bezugsmitarbeiter zugestellt worden auf der Eingangsstation, dem Haus 15, wo diagnostisch gearbeitet wurde mit dem ich über meinen persönlichen Probleme, „meine psychische Erkrankung“ sprechen sollte. Hierbei drehte es sich für mich hauptsächlich über Probleme mit Mitpatienten, meinen mentalen, jeweiligen Zustand und die weitere Planung mit mir in der Klinik in punkto Weiterverlegung in ein weiterführendes Haus.
Es gab zwei Arten der Arbeitstherapie im Haus 15: In der so genannten „Leistungsgruppe“ in der „WMI“= Westfälische Metallindustrie wurde im Akkord gearbeitet. Sie ging von 7.30 Uhr morgens bis 15.30 Uhr Mittags war eine halbstündige Pause, die im Arbeitsbereich stattfand, so dass man seine Butterbrote für die Mittagspause morgens von der Station mitnehmen musste und dann erst abends auf der Station warm essen konnte.
In der so genannten „Krabbelgruppe“ der Arbeitstherapie, in die ich kam, weil ich als nicht so belastbar und leistungsfähig galt, wurde vormittags von 8.00 Uhr bis um 12:00 Uhr gearbeitet und manche arbeiteten, wie ich, des nachmittags noch zwei Stunden. Dort wurden in einem Kellerraum einfache Montagearbeiten ausgeführt und diese dann verpackt. Die Prämie bemaß ich in Pfennigbeträgen pro Stunde und war sogar noch mal nach Leistung abgestuft.
Nach einigen Monaten im Haus 15 wurde ich dann weiterverlegt in das Haus 16, wo hauptsächlich Patienten in „Untersuchungshaft“ waren, die noch auf ihre Gerichtsverhandlung warteten und noch nicht zum 63a verurteilt waren. Dort war ich fast den ganzen Tag auf dem Zimmer eingeschlossen, außer in der einstündigen Freistunde am Tag. Allerdings war das Zimmer mit Fernseher, etwas Mobiliar und Schreibtisch wesentlich wohnlicher als die „Box“ im Haus 15.
Im Haus 16 dann bekam das Telefon wieder eine große Bedeutung für mich, als einzige Möglichkeit neben der Post, direkt Kontakte nach außen hin aufzunehmen und etwa so Freundschaften und Bekanntschaften zu pflegen. Das Telefon befand sich in einer Ecke auf dem Flur außerhalb der Zimmer, so dass ich auch hier einen Pfleger fragen musste und außerdem wurden die Telefonate abgehört von einem Pfleger, der während des Gespräch mit einer Ohrmuschel einem gegenüber saß. Zu meinen Verwandten, die bei meiner Gerichtsverhandlung in Bielefeld gewesen waren hatte ich seitdem schon lange keinen Kontakt mehr gehabt und meine Eltern waren seit langem verstorben. Außer einer manisch-depressiven Freundin in Berlin, die ich aufgrund der äußeren Umstände schon mehr als zehn Jahre nicht mehr gesehen hatte, rief mich niemand regelmäßig an. Ich telefonierte meist mehrmals am Tag mit engen Freunden, insofern es meine Telfonkarte erlaubte, besonders wenn ich dem Gefühl der drückenden Schwermut und Einsamkeit und dem einheitlichen Brei der Tage ( man kann nicht den ganzen Tag Fernsehgucken und Lesen) auf dem Weg über ein Telefonat für kurze Zeit entfliehen konnte. Das Leben „draußen“ ging jedoch weiter, rollte über mich hinweg oder an mir vorbei, während ich hier meinte in der „Nullzeit“ der festen Abläufe zu erstarren.
An einem Morgen wachte ich in meinem Zimmer auf, in meinem kleinen Reich gleichsam Shakespeares Worten in einer Nussschale eingesperrt und mich für den König eines unermesslichen Gebietes halten. Wie immer hatte ich in Unterhose geschlafen ( ich mag keine Pyjamas, da ich mich nicht auch noch im meinem Bett verkleiden will) ,stand auf und schellte, um mich in den Waschraum aussperren zu lassen. Eine Krankenschwester etwa meinen Alters erschien und beschwerte sich darüber, dass ich mich ihr gegenüber derartig zeige. Sie wirkte auf mich sehr erzieherisch, als gelte es einen kleinen, ungehörigen Jungen zu maßregeln. Jedwedes Schamgefühl, welches zwischen einem Mann und einer Frau die sich nicht kennen natürlicherweise besteht, wurde von ihr negiert und ersetzt durch das Ordnungsprinzip institutionalisierter Herrschaft, einer Art des Beamtentums des Gefühls, wobei das Individuum zum immanent notwendigen Objekt dieses Prinzips wird, worunter ich sehr zu leiden hatte, da sich ähnliche Situationen gezwungener Maßen oft wiederholten, gerade im intimsten Bereich: Der eigenen Sexualität.
Allein auf dem Zimmer eingeschlossen umgeben von einer reinen Männerzwangsgemeinschaft war ich widerrum völlig auf mich selbst zurückgeworfen. Als einzige Möglichkeit meine Sexualität auszuleben blieb die Selbstbefriedigung, die Liebe mit und an mir. Das Leiden verursachende, Schwere und Bedrückende beim ansehen der samstäglichen Erotikfilme auf „Vix“, bei denen der Geschlechtsakt, die Genitalien nicht im ganzen Vollzug sichtbar sind, nicht wie in den Pornofilmen, wo man alles sieht und die wegen der Sexualstraftäter verboten waren, lag nicht in dieser schamlosen zur Schaustellung des Liebemachens, sondern vielmehr darin, dass ich als Beobachter widerrum nur unbeteiligt, voyeuristische reagieren konnte, auch aus eigener Phantasie zu schöpfen ist nicht mehr notwendig, da es unmöglich ist selber zu agieren, in Relation zu der Lust, die ich bei einem realen und nicht nur virtuellen Partner empfand, in einer wirklichen Beziehung auslöst. Somit wurde ich wieder einmal anonymes Opfer meiner selbst, den jeder tatsächliche, intime Kontakt zu einer Frau war unmöglich. Zudem hatte es unter der Bettdecke stattzufinden, da jegliches Recht auf Intimsphäre, der Akzeptanz der menschlichen Scham einem genommen war und die Ausübung der Onanie zwar als lästiges Übel geduldet werden musste, um dessen Toleranz gebeten werden musste ( etwa einen derartigen Film auch wenn er spät abends kam und die Nachruhezeit überschritt zu Ende gucken zu dürfen), ein peinigendes Laster also für einen selber darin gesehen werden musste, welches verwaltet wurde. Daraus ergab sich für mich die Erkenntnis, dass sexuelle Erfüllung, die durch echte Beziehung entstehen kann, völlig unmöglich war und ich nach dem Samenerguss wieder mit der gleichen Leere, die dem Höllenlärm des Nichts gleicht, wieder alleine war, in der sich die Gier erneut entwickelte und so fort. Eine Befriedigung im wahrsten, natürlichen Sinne des Wortes blieb unmöglich. Niemand lag einem in den Armen. Harmonie nur mit dem Klang einer Saite war unmöglich. Danach folgte meistens eine weitere schlaflose, traumlose Nacht im Angesicht des Grauens, dass sich all dies am nächsten und unzählbar viele darauf folgende Tage und Abends wiederholen würde, einem Hamster im Laufrad gleich: Nullzeit.
Eines Vormittags kam der abteilungsleitende Arzt in mein Zimmer, der sich gegenüber einem später von mir kennen gelernten Mitpatienten einmal derartig geäußert haben soll, die Patienten seien alle arme, kleine Würstchen. Für ihn war ich der verrückte, kranke Künstler und er schlug einmal mein Buch „Stiller“ von Max Frisch auf, welches ich gerade auf meinem Zimmer las, und las mir begeistert die erste Seite vor. An diesem Tag eröffnete er mir, dass es bald möglich sein werde mich in das weiterführende Haus 32 zu verlegen. Die Vorraussetzung hierfür sei jedoch, dass ich mich bereit erkläre die verordneten Psychopharmaka weiterhin zu nehmen. Zuvor hatte ich mich bereits darüber beklagt, dass die verordneten Medikamente seit einiger Zeit bei mir Erektionsprobleme und ein Ausbleiben des Samenergusses bewirkten. Daraufhin meinte er dann widerrum dies ließe sich nicht vermeiden. Das Wesentliche sei es, dass ich keine Psychose mehr bekäme und aufgrund dessen wieder einem „Realitätsverlust erläge“ und wieder damit verbunden durch einen Verlust der „Impulskontrolle“ wieder straffällig würde. Diesmal sagte ich ihm, dass ich das Medikament nicht nehmen wolle, da es mich impotent ,mache, woraufhin er meine Medikamentation als Bestmögliches, phantastisches, modernstes Heilmittel anpries und mir zu verstehen gab, dass ich mir bei einer Verweigerung jedwedes Fortkommen in der Forensik und die Entlassung aus dem Maßregelvollzug verbaue. So willigte ich schließlich notgedrungen ein. Kurze Zeit später wurde ich in das Haus 32 verlegt.
Dort bekam ich feste Termine in der so genannten Beschäftigungstherapie, Gespräche mit einer Verhaltenstherapeutin und konnte ins Atelier gehen.
In der Beschäftigungstherapie gab es die Möglichkeit unter der Anleitung eines Beschäftigungstherapeuten mit verschiedenen Materialien etwas herzustellen, was Großteils dann verkauft wurde, wobei man das ein oder andere für sich behalten konnte, doch die Materialkosten bezahlen musste, bei aufwendigeren Arbeiten. So gab es Peddigrohr zum Körbe flechten, Holz und Ton, eine Nähmaschine, Seidenmalerei, einen Brennpeter, sowie Papier und Karton. Die Motivation des Therapeuten liege nach dessen Worten darin, die gesunden Anteile des Patienten individuell in Relation zu seinem Krankheitsbild zu fördern. So gelte es für ihn etwa einem Maniker einen streng strukturierten Rahmen zu geben, damit seine Aktivitäten sich nicht überallhin verstreuen und verpuffen, wie es auch mit den vielen Ideen in meinem wahnhaften Erleben während meiner Psychosen passiert ist, in denen sich Traum und Wirklichkeit grenzenlos ineinander übergingen und ich in der Psychiatrie sehr darunter gelitten hatte immer wieder im Bezug auf die Vielzahl meiner Aktivitäten ausgebremst zu werden.
Der Beschäftigungstherapeut erwies sich als sehr streng autoritär und sehr von sich eingenommen, mit dem Bestreben alles zu kontrollieren und nach seinem Ermessen zu lenken, da er alles selbst am Besten wusste.
Nach Ablauf jeder Stunde durften wir die Patienten eine viertelstündige Raucherpause einlegen, in einer kleinen Raucherecke außerhalb des BT- Raums und dabei einen Kaffee trinken. Das Kaffeegeld hierfür wurde anhand einer Strichliste nach einem bestimmten Zeitraum von dem Beschäftigungstherapeuten kassiert. Von den in der BT von uns angefertigten Arbeiten mussten wir immer drei in der gleichen Art und aus dem gleichen Material anfertigen, wobei man eine von den drei Arbeiten behalten durfte und die anderen zum Verkauf freistehen sollten. Die Materialkosten mussten wir bei kostspieligerem Material selber bezahlen.
Da ich hauptsächlich Probleme mit der Ausdauer und Konzentration hatte, legte der Therapeut großen Wert auf Genauigkeit und ordnungsgemäße Ausführung nach seinen Anweisungen, z.B bei Seidenmalereiarbeiten. Bei den Gelegenheiten, wo ich hätte frei arbeiten können, wie etwa bei der Arbeit mit Ton, gelang es mir nicht alleine etwas ansehnliches zustande zu bringen, was mir gefallen hätte, so dass ich auf die Anleitung des Therapeuten angewiesen war, was mich mit meinem chronischen Hang alles selber machen zu wollen zunächst etwas frustrierte. Als dann jedoch unter seiner Anleitung unter meinen Hände eine putzige kleine Tonmaus entstanden war mit langem Schwänzchen war ich doch froh und mit mir zufrieden.
Trotzdem fiel es mir weiterhin schwer mich auf eine Arbeit vollständig zu konzentrieren ohne dass ich unruhig geworden wäre und mir gern immer mal wieder zwischendurch eine Zigarette geraucht hätte. Um die Situation und mich selber etwas zu entspannen und mich abzulenken unterhielt ich mich viel mit dem Therapeuten und mit meinen Mitpatienten, denn bei all seiner therapeutischen Eitelkeit hatte er ein recht profundes wissen besonders auf dem naturwissenschaftlichen Gebiet, nervend bei unseren Gesprächen war halt wieder nur, dass er immer recht behalten wollte und unfähig war eigenen Erkenntnisse und eigenes Wissen auch mal zu hinterfragen, geschweige denn es auch mal ganz in Frage zu stellen. Als weitgehend vital und der Sache die Zeit dort für mich gewinnbringend rumzukriegen ( schließlich war es für mich im Maßregelvollzug keine ganz freiwillige Therapiemaßnahme) erwies sich für mich seine uneingeschränkte Offenheit, mal abgesehen von seiner Schweigepflicht gegenüber anderen Patienten oder gar Kollegen, und seine schonungslose Direktheit mir gegenüber, auch wenn sie sehr verletzend sein konnte und mich einmal verzweifelt zum Weinen brachte, was er jedoch nicht bemerkte. Nach etwa einen Dreivierteljahr ging dieser Beschäftigungstherapeut, um eine Ausbildung zum Ergotherapeuten zu absolvieren, um dann mehr Geld zu verdienen und seine Tochter finanziell besser unterstützen zu können. An seine Stelle trat ein Ergotherapeutin Mitte dreißig, die nicht so autoritär und eitel war, so dass wir die Pausenzeiten selbst bestimmen konnten ( natürlich nicht zu häufig) und die weniger die einzelnen Arbeiten der Patienten ständig beaufsichtigte. Die erstellten Arbeiten durfte man jetzt auch durchweg behalten.
Am liebsten ging ich jedoch in die weitgehend „therapiefreie Zone“, das Atelier im Haus 6. Die Leiterin des Ateliers setzte einem in keiner Weise unter einen wie auch immer gearteten Leistungsdruck. So konnte man dort auch mal stundenlang sitzen und rauchen, Kaffee trinken und sich unterhalten, wenn man keine Idee für ein Bild hatte, oder einfach keine Lust zum Malen hatte. Zudem war es einer der wenigen Räume und Gelegenheiten, wo man im offenen Gespräch mit der Leiterin, als auch mit Mitpatienten seine Kritik an der Forensik und auch mal seinen Frust am Maßregelvollzug anbringen konnte. Die Leiterin war sehr einfühlsam, stets um das Wohl und die Förderung ihrer Teilnehmer bemüht und ging auch zu den so genannten Behandlungsplankonferenzen der Patienten, bei denen halbjährig deren weiterer Werdegang besprochen wurde, um bei Problemen unterstützend einzuwirken. Zudem förderte sie die künstlerische Arbeit und die öffentliche Präsenz der dortigen Teilnehmer durch Angebote zur Teilnahme an Ausstellungen und Projekten, um die Arbeiten auch einem öffentlichen Publikum zugängig zu machen und auf diese Weise für mehr Transparenz in der Forensik nach außen zu sorgen und die gesellschaftliche Reintegration der Insassen zu fördern. Mit ihr besprach ich auch meine schriftstellerischen Arbeiten, konnte im Atelier an meinem Lap Top schreiben, den ich auf der Station nicht haben durfte aus „Sicherheitsgründen“ und sie informierte mich über den Schreibaufruf „Gefangenenliteratur“, der erst der eigentliche Anlass für diesen Text gewesen ist. Es lag eine gehörige gesellschaftspolitische Dekadenz darin, dass ich all die Wertschätzung, Anerkennung als Künstler, nach der ich mich außerhalb der Zäune der Forensik so sehr gesehnt hatte ausgerechnet als psychisch, kranker Straftäter in der Forensik bekam, ließ ich doch etwa ein Bild eines Sexualstraftäters mit Tötungsdelikt viel besser verkaufen, als etwa das Bild eines „unauffälligen, harmlosen“ Künstlers.
Mit dem Eintritt in das weiterführende Haus 32 begann für mich auch nach kurzer Zeit die Gesprächstherapie bei einer Verhaltenstherapeutin, die einmal in der Woche in einem Raum auf der Station stattfand.
Zunächst war ich voller Misstrauen dieser Person und Verfahrensweise gegenüber aufgrund meines Eindrucks der nach den ersten Gesprächen bei mir entstanden war. Ich hatte dort die Therapie zu einer institutionalisierten Privatsache gemacht gesehen, in Abspaltung von den direkten existentiell auf mich einwirkenden Erleben der Momente von historisch- soziologischen, politischen, und biographischen-ethnologischen Einflüssen, die auf mich eingewirkt hatten und wirkten. Eben durch den Zwang zur Therapie und Medikamentation ( ansonsten war nicht abzusehen die Einrichtung je wieder verlassen zu können) findet jedoch die Abspaltung des Individuums in Psychiatrie und Forensik von der sozioökonomischen Herrschaftsstruktur „draußen auf dem freien Markt“ statt, die ihre Macht nicht durch strukturelle Gewalt und Zwang wie in der Psychiatrie und Forensik, (ausgeübt durch etwa durch Zwangsmedikamentation, bei Verweigerung durch regressive Maßnahmen und Sanktionen) erhält, sondern indem sie sich selbst identifiziert mit dem Glauben und der Loyalität der Menschen. In Psychiatrie und gipfelnd in der Forensik hingegen ist es genau umgekehrt: Glaube und Loyalität der Insassen werden erst anerkannt, wenn sie sich im Sinne eines technologischen, medizinisch pathologischen Rationalismus als Produkt dieses Katalysators und Regulativs ausweisen. Nimmt ein Patient seine Medikamente nicht, oder nimmt er nicht an den Therapiemaßnahmen teil, ist er unumstößlich „krankheitsuneinsichtig“ nicht „einschätzbar“= unberechenbar und daher weiterhin ein potentieller Straftäter, selbst und fremdgefährdet und daher eine Gefahr für die Allgemeinheit
Doch es erwies sich für mich letztendlich als eine sehr einseitige Ansicht, dass ich zuerst dachte, wie auch Adorno sagt, dass der Einzelne durch die Psychologie enteignet werde, indem sie ihm ihr Glück zuteile, was weiter gedacht bedeuten würde, dass der Wert des Inwendigen nicht selbst errungen scheint, sondern sich nur bemisst an dem Maße der Objektivierung, dessen Produkt sie ist.
Diesen Eindruck hatte ich jedoch bei den Gesprächen mit der Psychologin nicht. Sie ließ auch meine Standpunkt gelten und wir führten anregende Gespräche. Ich kam sogar des Öfteren außerhalb der regulären Gesprächszeiten zu ihr, etwa um ihr ein Gedicht von mir zu zeigen welches ich gerade geschrieben hatte, oder aus der Eintönigkeit des Alltags auf der Station für Momente auszubrechen und ein paar scherzhafte Worte mit ihr zu wechseln. Auch wenn sie über mich Stellungnahmen schrieb, die an das Gericht gingen und auch entscheidend an der Regelung meiner Lockerungsstufen beteiligt war, entwickelte sich doch zwischen uns eine sehr gute Vertrauensbasis, basierend auf der gegenseitigen Wertschätzung und des Respekt dem anderen gegenüber.
Wir sprachen über meine Erlebnissen in meinen Psychosen, über meine Art des Erlebens ebenso wie über philosophische grundsätzliche Fragen des Menschenbildes und den für jeden unterschiedlich wahrgenommene Begriff der Realität. In einer Psychosegruppe entwickelte ich für mich einen Krisenplan mit meine Frühwarnanzeichen bei denen sie bei mir ein wahnhaftes Erleben, eine Psychose entwickeln könnte, um rechtzeitig darauf reagieren zu können. Mir wurde klar, dass es für mich wichtig war, wenn ich ein Problem hatte mit jemandem darüber reden zu können, da es mir half dadurch an das Distanz zu der Problematik zu gewinnen und es meinen Leidensdruck entscheidend half abzubauen. Insofern waren für mich die Gespräche auch und besonders mit der Psychologin sehr hilfreich, mit der ich auch meine alltäglichen Probleme im Leben auf der Station besprechen konnte und die einen ausgleichenden, herzlichen und verständnisvollen Umgang mit mir pflegte. Die Gespräche mit ihren waren mir Hilfe zur Selbsthilfe und es tat mir gut, dass sie als Therapeutin keine feste Struktur anlegte, sondern sie ganz flexibel mit mir umging und Respekt für mich als ganze Person hatte und mir ihre Ansichten nicht etwa aufzwingen wollte. So ging ich des Öfteren auch mal auf ein kleines kurzes Schwätzchen bei ihr vorbei auch wenn wir keinen Termin hatten, etwa um ihr ein Gedicht zu zeigen, welches ich gerade geschrieben hatte. Dabei blieb die Integrität meiner und ihrer Person immer gewahrt.
Die Station im Haus 32-1 bestand aus zwei langen Fluren ums Eck mit den Zimmern der Mitpatienten, dem Dienstzimmer für das Pflegepersonal und eine großen Speiseraum, der gleichzeitig als Aufenthaltsraum für Nichtraucher genutzt wurde, in dem auch ein Fernseher stand und einem Fernseh und Aufenthaltsraum für Raucher, sowie zwei Küchen. Das Essen bekamen wir von der Großküche auf die Station gebracht. Die beiden Aufenthaltsräume wurden hauptsächlich von den Patienten des abends genutzt. Der Haupttreffpunkt der meisten Patienten war eine kleine Ecke im Flur, um das Patiententelefon herum. Ab acht Uhr abends konnte man dort mittlels einer speziellen Telefonkarte telefonieren, oder angerufen werden. Über einen Pfandbetrag von 5E konnte man diese Karte bestellen und man musste sie über die Hauptverwaltung mit einer bestimmten Nummer immer wieder um einen festen Betrag aufladen, um telefonieren zu können. Da man keine Billiganbieternummern vorwählen konnte bei diesem Anschluss, war das telefonieren tagsüber sehr teuer und man konnte immer nur sehr kurz sprechen. Einrichtungsintern konnte man umsonst telefonieren, was ich sehr hilfreich fand, um etwa mit einem Mitpatienten in einem anderen Haus sprechen, oder etwas mit einem Mitarbeiter in einem anderen Haus zu klären.
Anders als im Haus 16, wo man das Zimmer erst nach dem Schellen und auf Anfrage durch die Sprechanlage auf dem Zimmer verlassen konnte, um zu telefonieren, oder geholt wurde, um einen Anruf entgegenzunehmen und die Gespräche bei den Insassen dort in Untersuchungshaft abgehört wurden, konnte ich im Haus 32 frei über das Telefon verfügen, wenn nicht gerade jemand anderes telefonierte. Außerdem konnte ich mich auf der Station frei bewegen. Die Zimmer waren alle offen, bis auf die Patienten die in der so genannten IBR waren, dem „Intensivbetreuungsraum“ ein Zimmer mit Guckfenster für die Pfleger und mit Temperaturanzeige außen, auf denen sie die meiste Zeit eingesperrt waren, ähnlich wie im Haus 16. Ich kann mir keinen zynischeren Namen für diesen Raum vorstellen. Die Pfleger waren schnell genervt, wenn jemand öfter in diesem Raum schellte und etwas mehr an Betreuung wollte.
Nach Ablauf jedes Jahres fand in der Regel eine Anhörung durch das zuständige Gericht statt. Bei meiner ersten Anhörung musste ich recht lange warten, da Patienten mit Rechtsanwalt bevorzugt wurden. Als ich die drei Richter daraufhin ansprach, meinten sie nur mit maßloser Arroganz ich hätte ja genug Zeit hier. In der Anhörung sagte ich dann, das der Mensch ein soziales Wesen sei und den anderen brauche und das ich mich nicht für gefährlicher als ein Normalbürger hielte und ich aus dem Maßregelvollzug entlassen werden könne. Doch die Richter sahen in meinen Äußerungen eine unnütze und unpassende „Philosophiererei“ über den Menschen und fühlten sich des weiteren in der zuvor erstellten Stellungnahme meiner Therapeutin bestätigt, die besagte, ich könne noch nicht aus dem Maßregelvollzug entlassen werden, da bei höheren Belastungen ein erneutes straffällig werden zu befürchten sei und ich noch mitten im Therapieprozess stünde. Dieses Spiel wiederholte sich in jedem neuen Jahr
Alle drei Jahre fand normalerweise ein Gutachten durch einen externen von der Klinik unabhängigen Gutachter statt. Bei mir wurde dieses Gutachten nach eineinhalb Jahren vorgezogen. Ich musste mehrere Fragebögen ausfüllen, mit Fragen wie: Quälen sie gerne Fliegen usw. Außerdem machte die Gutachterin einen Intelligenztest bei dem ich sehr nervös war, aus Angst schlecht dabei abzuschneiden. Dabei kam ein Intelligenzquotient von 114 heraus. Die Gutachterin befürwortete das Einsetzen von Lockerungen, jedoch noch keine Beurlaubung aus dem Maßregelvollzug, da zu befürchteten sei, das ich unter größeren Belastungen „außerhalb eines geschützten Rahmens“ wieder straffällig werden könnte.
Nachdem ich im Haus 32 das relativ neue und teure Neuroleptika „Risperdal“ zwei Monate lang genommen hatte, machte ich die Erfahrung, dass schon eine relativ geringe Menge des Wirkstoffes mich impotent machte. Diese gravierende Einschränkung und die daraus resultierenden Konsequenzen in der Zukunft,( keine eigenen Kinder zeugen zu können und eine erfüllte Partnerschaft ohne Sexualität?) waren für mich ein massiver Eingriff in meine persönlichen Rechte und für mich nicht akzeptabel. Von seitens des behandelnden Arztes wurden diese Sorgen und das Leiden daran nicht ernst genommen nach dem Motto: “ Sie sollten keine Kinder in die Welt zu setzten mit ihrer Erkrankung und außerdem müssen sie dies Medikament nehmen, da sie sonst wieder eine Psychose bekommen könnten und wieder straffällig werden. Die Nebenwirkung Impotenz müssen sie einfach in Kauf nehmen.
Die Konsequenz die ich aus der Not daraus zog, bedeutete für mich meine Wahrheit mit der Lüge schützen zu müssen, so dass ich das Risperdal etwa ein Dreivierteljahr heimlich immer wieder ausspuckte, während ich schon auf die Reha-Station des Haus 5 verlegt worden war. In dieser Zeit waren meine Therapeutin, der behandelnde Arzt und das Pflegepersonal im wesentlichen mit mir zufrieden. So bekam ich Gruppenausgang und mein Einzelausgang, die höchste Lockerungsstufe vor der Beurlaubung und damit dem Verlassen der Forensik wurde beantragt. Bemängelt wurden bei mir Defizite in der Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer, sowie in der Sauberkeit und Ordnung. Ab und zu sei ich mit ganz anderen Dingen gedanklich beschäftigt und nicht bei dem was ich gerade täte. Zudem hatte ich ab und an Schwierigkeiten einzuschlafen und lag dann mehrere Stunden des nachts wach, in denen ich auch nichts tun konnte, da die Nachtruhe einzuhalten war und ich auch kein Einzelzimmer hatte, also auch nicht etwa mehr lesen konnte.
Was die Punkte Sauberkeit und Ordnung betrifft, so hatte ich dabei die Assoziationen an die Wohnung meiner Mutter nachdem Tod meines Vaters und nach meinem Auszug zwei bis drei Jahre vor ihrem Selbstmord: Die Wohnung war blitzblank geputzt, auf dem Wohnzimmer standen Plastikblumen, die Klassiker standen wohlgeordnet und

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Über igelin

Das Foto ist nicht die Wordpress Blog-Schreiberin, sondern ihr gefolterter, misshandelter, vergifteter, verleumdeter und mit 28 Jahren in der psychiatrischer Forensik Mühlhausen / Thüringen am 27.02.2011 ermordeter Sohn Holger Zierd. Ein hochintelligenter junger Mann auf der Suche nach seinem Selbst. Beruf: Forstwirt, Verantwortlich für die Inhalte dieser Blogs: https://igelin.wordpress.com http://igelin.blog.de Einträge werden geschrieben und/oder ausgewählt von Rosel Zierd, Mutter des in der Forensik Mühlhausen / Thüringen Gefolterten, bei der Zwangsmedikatierung Schulterknochen gesplittert, trotzdem weiter gespritzt bis zum Tod. Verhungert, abgemagert bis auf Haut und Knochen, vergiftet in jeder Körperzelle - am 27.2.2011 ermordeten Gefangenen und Patienten Holger Zierd. Das Ökumensiche Hainich Klinikum ist Eigentum der christlichen evangelischen und katholischen Kirche . Holger fand nirgends Gehör - die ärztlichen ökonomischen Gesichtspunkte sind wichtiger als Gesetze und Menschenrecht oder Menschenwürde. Ich habe meinen Sohn an seinem 29. Geburtstag beerdigt. In die Psychiatrie wurde er eingeliefert ohne einem Menschen Schaden angetan zu haben und ohne einem Menschen auch nur ein böses Wort gesagt zu haben. Verurteilt von Psychiatern seit er die Schwelle der Psychiatrischen Klinik überschritten hatte. Da die Staatsanwaltschaft Thüringens die Ermittlung sowohl wegen Körperverletzung als auch wegen Mord und Beihilfe zum Mord nicht durchführt weil die Täter zuvor eine psychiatrische Diagnose erfunden haben, schreibe ich hier im Internet die Anklage gegen die Täter und hoffe, dass ich anderen Menschen Informationen vermitteln kann, die wir erst in 6 Jahren suchen und finden mussten. Möge Gott uns helfen. Mit der Angabe meiner vollständigen Adresse erkläre ich mich voll verantwortlich für die von mir geschriebenen und veröffentlichten Erfahrungen und Meinungen - sowie Erkenntnisse und für die Auswahl der Links und kopierten Artikel. Rosel Zierd (Mutter von Holger Zierd) Sorghofstraße 10 36433 Bad Salzungen Telefon: 03695 - 66 54 17 Handy. 0176 - 64 19 02 72 Internet: http://kabale.se Email: info@kabale.se Ich hoffe, dass meine Einträge für die Täter und Nicht-Denker unbequem sind und sie mit der Veröffentlichung nicht einverstanden sind. Für den Fall, dass diese mir meinen Sohn lebendig und gesund und munter zurück geben, wie er vor der psychiatrischen Misshandlung gewesen ist, dann werde ich meine Meinung revidieren und meine Veröffentlichungen löschen.
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