Euthanasie begann 1905 durch Psychiater

31.01.2011 / Politisches Buch / Seite 15Inhalt

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Massenmord in Anstalten
Ernst Klee hat seine Studien zur »Euthanasie« im Faschismus fortgesetzt
Von Jürgen Tremper

Schaubild einer Naziausstellung über »Bevölkerungsabstieg«
Das 1983 erstmals publizierte Buch »›Euthanasie‹ im NS-Staat. Die ›Vernichtung lebensunwerten Lebens‹« von Ernst Klee rückte nach immer neuen Auflagen zu einem Standardwerk auf. Seither hat der Autor rastlos in in- und ausländischen Archivbeständen weitergearbeitet, eine Fülle bislang unveröffentlichter Dokumente und Materialien entdeckt sowie ausgewertet. Kürzlich hat Klee ein komplett überarbeitetes und zugleich von 502 auf 736 Seiten erweitertes Werk mit dem neuen Titel »›Euthanasie‹ im Dritten Reich« vorgelegt. Er erzählt die grausige Geschichte in zwölf Teilen, untergliedert in 85 Kapitel. Der versierte Autor reißt den Schein vom oberflächlichen Begriff »Euthanasie« und deckt Dimensionen, Strukturen, Verlauf und Folgen des Massenmordes an Kranken und Behinderten auf. Klee schildert Greueltaten an Juden und KZ-Häftlingen, die in Anstalten lebten. Die Methode des Schreibers, den alten Text zu straffen und neue Befunde einzuarbeiten, überzeugt.
Neue Fakten
Das Buch beeindruckt durch seinen Neuigkeitswert. So beweist Klee auf der Basis neuer Dokumente, daß Gaswagen nicht erst im August 1941, sondern bereits seit Herbst 1939 flächendeckend zum systematischen Krankenmord eingesetzt wurden. Die Leser erfahren des weiteren Fakten und Zusammenhänge der psychiatrischen »Entsorgung« von SS-Leuten, die nach ihren Massenmord-Erlebnissen »durchgedreht« waren. Sie wurden aus der SS entlassen, zu Geisteskranken erklärt, der Psychiatrie überstellt und danach, wie alle anderen Kranken, getötet. Als eine weitere Tätergruppe wird die Wehrmacht plausibel geschildert. Sie übergab ohne Skrupel kranke Soldaten den Mördern in der Psychiatrie. Neu ist auch die Darstellung der ersten Massaker an Kranken durch SS-Kommandos im Osten. Es waren Massenmorde im Auftrag von Gesundheitsverwaltungen. Der Leser erfährt von neuen Erkenntnissen zum Verbleib von »Euthanasie«spezialisten, die in die Vernichtungslager Belzec, Sobibor und Treblinka gewechselt hatten. Erstmalig skizziert ein Kapitel die Strafverfolgung in der DDR. Erweitert wurde der Abschnitt über Behinderte sowie über den Mißbrauch behinderter Kinder zu angeblich wissenschaftlichen Zwecken. Ausführlicher schildert der Autor die Morde mittels Hunger und Medikamenten nach dem vorgeblichen »Euthanasie«stopp im August 1941. Im Überblick wird klar, in welchen Anstalten die Sterberaten besonders hoch waren. Durchgehend hat Klee hat alle früher anonymisierten Täternamen dechiffriert, zugleich aber den Opfern, wo es möglich war, ihre Namen wiedergegeben. 108 Krankenmörder sind namentlich genannt. Kurzbiografien der Täter und ihrer Helfershelfer komplettieren das neue Buch.

Am Anfang seiner Analyse beschreibt Klee die geistigen Grundlagen der Verbrechen gegen die Menschlichkeit, etwa auf dem Weg vom Sozialdarwinismus zur Naziideologie. Es war kein Zufall, daß ausgerechnet in Deutschland am 22. Juni 1905 die erste rassenhygienische Gesellschaft in der Welt gegründet wurde. Kurz und knapp schildert der Autor die Ausmaße und Formen der Vernichtung »lebensunwerten Lebens«. Er weist nach, daß im Ersten Weltkrieg zirka fünfzig Prozent der Psychiatriepatienten – unter elenden Bedingungen weggeschlossen – verhungerten. Klee legt geistige Ursprünge offen, wie sie Jahrzehnte vor dem faschistischen Morden in das Denken eingeträufelt wurden.
So bereitete Alfred Erich Hoche, Direktor der Universitätsnervenklinik Freiburg, mit seinen Begriffen und Thesen das massenhafte Töten vor. Eines der infamsten Werke über psychisch Kranke verfaßte der Caritas-Wissenschaftler Joseph Meyer, übrigens mit bischöflicher Druckerlaubnis. Selbst Pastor Fritz von Bodelschwingh, Leiter der weltberühmten Diakonie-Einrichtung Bethel, erklärte 1929 seine »tiefe Ehrerbietung« vor der Forschung zur Rassenhygiene.
Infernalisches Bild
Klee ordnet seine Kapitelthemen fundiert mit überzeugenden Quellen und gediegen kommentiert in die historischen Fakten und Zusammenhänge ein. Seine detaillierte Aufdeckung der Planung, Organisation und Durchführung der Massenmorde enthüllt zugleich, welch unheilvolles Netzwerk Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Medizin, Pädagogen, Caritas- wie auch Behindertenverbände, teilweise auch Kirchen, im »Dritten Reich« geknüpft haben.
In dieser dichten Abhandlung entsteht ein infernalisches Bild perverser Massenmorde an Kranken durch Erschießen, Vergasen und Spritzen.
Die Leser erfahren ungeheuerliche Tatbestände.
Nur zwei Beispiele. Die Justiz leistete keinen Widerstand.
Die Kirchen beschränkten sich auf Proteste auf dem Dienstweg.
So macht das Buch klar, jeder Genozid beginnt mit der Übertragung von Eigenschaften auf eine bestimmte Menschengruppe. Klee beschreibt, welche Mechanismen das Morden ermöglichen, nachdem die Opfer zuvor ausgesondert und diffamiert wurden.

Das Ungeheuerliche: »Die fast vollständige Ermordung psychisch kranker und behinderter Menschen ist ein weltweit einmaliges Verbrechen. Gleichwohl blieben Professoren, die Kranke in die Gaskammern selektiert hatten, auf ihren Lehrstühlen. Die Opfer … sind dagegen bis heute gesetzlich nicht als NS-Verfolgte anerkannt. Eine Schande«, wie der Autor dieser akribischen Studie feststellt. Zu Recht.

Ernst Klee: »Euthanasie« im Dritten Reich. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 2010, 736 Seiten, 16,95 Euro

Über igelin

Das Foto ist nicht die Wordpress Blog-Schreiberin, sondern ihr gefolterter, misshandelter, vergifteter, verleumdeter und mit 28 Jahren in der psychiatrischer Forensik Mühlhausen / Thüringen am 27.02.2011 ermordeter Sohn Holger Zierd. Ein hochintelligenter junger Mann auf der Suche nach seinem Selbst. Beruf: Forstwirt, Verantwortlich für die Inhalte dieser Blogs: https://igelin.wordpress.com https://gesundbleibenblog.wordpress.com/ Einträge werden geschrieben und/oder ausgewählt von Rosel Zierd, Mutter des in der Forensik Mühlhausen / Thüringen Gefolterten, bei der Zwangsmedikatierung Schulterknochen gesplittert, trotzdem weiter gespritzt bis zum Tod. Verhungert, abgemagert bis auf Haut und Knochen, vergiftet in jeder Körperzelle - am 27.2.2011 ermordeten Gefangenen und Patienten Holger Zierd. Das Ökumensiche Hainich Klinikum ist Eigentum der christlichen evangelischen und katholischen Kirche . Holger fand nirgends Gehör - die ärztlichen ökonomischen Gesichtspunkte sind wichtiger als Gesetze und Menschenrecht oder Menschenwürde. Ich habe meinen Sohn an seinem 29. Geburtstag beerdigt. In die Psychiatrie wurde er eingeliefert ohne einem Menschen Schaden angetan zu haben und ohne einem Menschen auch nur ein böses Wort gesagt zu haben. Verurteilt von Psychiatern seit er die Schwelle der Psychiatrischen Klinik überschritten hatte. Da die Staatsanwaltschaft Thüringens die Ermittlung sowohl wegen Körperverletzung als auch wegen Mord und Beihilfe zum Mord nicht durchführt weil die Täter zuvor eine psychiatrische Diagnose erfunden haben, schreibe ich hier im Internet die Anklage gegen die Täter und hoffe, dass ich anderen Menschen Informationen vermitteln kann, die wir erst in 6 Jahren suchen und finden mussten. Möge Gott uns helfen. Mit der Angabe meiner vollständigen Adresse erkläre ich mich voll verantwortlich für die von mir geschriebenen und veröffentlichten Erfahrungen und Meinungen - sowie Erkenntnisse und für die Auswahl der Links und kopierten Artikel. Rosel Zierd (Mutter von Holger Zierd) Sorghofstraße 10 36433 Bad Salzungen Telefon: 03695 - 66 54 17 Handy. 0176 - 64 19 02 72 Internet: http://kabale.se Email: info@kabale.se Ich hoffe, dass meine Einträge für die Täter und Nicht-Denker unbequem sind und sie mit der Veröffentlichung nicht einverstanden sind. Für den Fall, dass diese mir meinen Sohn lebendig und gesund und munter zurück geben, wie er vor der psychiatrischen Misshandlung gewesen ist, dann werde ich meine Meinung revidieren und meine Veröffentlichungen löschen.
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