Leider keine Horrershow, sondern Realität

Leipziger Internet Zeitung

Ein kleines bisschen Horrorshow: Leipziger Anti-Psychiatrie-Ausstellung schlägt sich selbst und ein wenig Scientology ist auch dabei
Matthias Weidemann
04.07.2010
Tod statt Hilfe – Ausstellung in der Leipziger City: Schwarz-Weißes Horrorkabinet?

Foto: Matthias Weidemann
Es ist für alle komplexen Themen typisch, dass sie weder schwarz noch weiß dargestellt werden können. Ihnen eigen sind Grauzonen in vermeintlich unendlich vielen Schattierungen. Eines dieser komplexen und schwer überschaubaren Themen stellt die Psychiatrie dar.

Und es liegt in der Natur dieser so weit verzweigten komplexen Felder, wie es eben die Psychiatrie ist, dass sie, ob nun begründet oder nicht, viele Angriffsflächen bieten. Diese nicht wegzuleugnende Schwäche macht sich auch die „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.“ (KVPM) zunutze. Bester Beweis dafür ist die am Brühl bis zum heutigen Sonntag laufende Ausstellung „Psychiatrie – Tod statt Hilfe“. Dass die KVPM einst 1969 aus der Scientology Sekte entstand und dass die zurzeit laufende Ausstellung auch aus Mitteln dieser Sekte finanziert wird, daraus macht der Ausstellungsverantwortliche und Vorstand der KVPM, Bernd Trepping kein Geheimnis.

Der bekennende Scientologe sieht sich und seinen Verein, dem er seit 20 Jahren angehört, als Kämpfer gegen Willkür, Missbrauch an geistig erkrankten Menschen und der damit verbundenen missbräuchlichen Medikation sowie der Gewalt in der Psychiatrie: „Wissen Sie, ich bin ja froh, dass man überhaupt von Seiten der Medien mit mir spricht. Wir sind vorwiegend damit beschäftigt Missbrauch und Gewalt in der Psychiatrie nachzuweisen und zu dokumentieren. Folge ist, dass wir dahingehend eines der umfangreichsten Archive besitzen.“

Dokumente aus diesem Archiv, multimedial präsentiert, sind in der Ausstellung in Leipzig zu sehen. Man kann es so objektiv sehen, wie es eben die journalistische Pflicht gebietet, aber man kommt nicht umhin, sich ein bisschen wie Leonardo di Caprio in „Shutter Island“ zu fühlen. Der sieht sich dort als Detektiv Daniels hin und her gerissen zwischen Alpträumen, Halluzinationen und Wirklichkeit, so dass er bald nicht mehr zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden weiß. Wie mag es einem unvorbereiteten Besucher gehen, der sich dieser an Reizüberflutungen in Form von brutalen, grausamen und erschütternden Bildern und Filmen aus der Welt der Psychiatrie wirklich nicht armen Ausstellung ausgesetzt sieht?

Vermutlich geht es ihm wie dem Journalisten, der diesen Beitrag schreibt und sich diese Präsentation des Schreckens – wie anders sollte man es wohl nennen – angesehen hat: Man wird von audiovisuellen Attacken, Horrorbildern und einseitigen Kommentaren gegen die Praxis der Psychiatrie während ihrer auch so schon zwiespältigen und auch in seriösen Fachkreisen nicht unumstrittenen Geschichte quasi erschlagen. Die in plakativen und in videoschnittartigen Sequenzen gezeigten Filmbeiträge haben schon viel von Propaganda, ja von Demagogie an sich. Dabei wäre das gar nicht nötig, bietet doch die Geschichte der Psychiatrie wirklich genug Angriffspunkte. Auch ohne den Dampfhammer auszupacken, wie es die KVMP hier macht. Und genau dies ist der große Fehler des gesamten Ansatzes.
(Igelin: Da die Presse und auch Psychiatrie-ERfahrene -Vereine schweigen über die Tatsachen und/oder nur in Trilogie also im Zusammenwirken mit den Psychiatern agieren – sind diese Tatsachen-Austellungen notwendig.
Ich gehe mal davon aus, dass ein Bericht über das Innenleben in den KZ der Nazi-Zeit ebenso schockierend gewesen wären, wären diese damals veröffentlicht worden.
Für unbedarfte Menschen müssen diese Tatsachen schockieren –
und ich verweise auch darauf, dass Geschlossene Türen in den Psychiatrien und Isolationshaft und Geheimniskrämerei durch die Täter diese Tatsachen bestätigen. )

Er kommt ohne das entscheidende Spiel von These und Anti-These aus. Synthese und echter Erkenntnisgewinn sind hier unerreichbar fern.
(Igelin: Hier geht es doch nicht um eine Diskussion über These und Anti-These ! Trotz schockierende Bilddokumentation verweigert der Journalist die Kenntnisnahme dieser Mitteilungen – warum ?! Weil nicht sein darf, was nicht sein soll ?! – ein seltsamer Journalismus )

Bilder von sabbernden, mit Elektroschocks gequälten Patienten, von Epileptikern, die von grobschlächtig aussehenden Pflegern gebändigt werden, von Irrenanstalten, die aussehen, als ob sie den kranken Träumen eines Horrorautors entsprungen wären, prägen die Ausstellung.
„Und immer wieder der Griff in die Trickkiste der scheinbar authentischen Dokumentation, welche sich rasch als Effekthascherei entpuppt“.
(Igelin: Es wäre Zeit, dass dieser Journalist mal selbst in die Psychiatrie kommt und am eigenen Leib die psychiatrische Praxis erlebt – es geht eben nichts über persönliche Erfahrungen)

Hinzu kommt eine Flut von Daten und Statistiken von Patienten, die mit Psychopharmaka vollgestopft werden, Beispiele von durch die Psychiatrie krank gemachten Menschen.

Man bewegt sich bewußt auf einer Ebene, die unvorstellbaren Gräueltaten darstellen soll. Was soll man angesichts solcher Bilder nach Besichtigung der Ausstellung anders sagen, als dass die Psychiatrie grausam ist, Menschen mit Drogen vollpumpt und sie ihres Willens beraubt?

Und genau das ist das Problem dieser Exposition des Grauens: Sie versucht angestrengt, Menschen davon zu überzeugen, dass schon der Psychiater um die Ecke ein ganz persönlicher Feind sein kann, der das eigene Kind mit bewusstseinsverändernden Drogen vollstopft oder die demente Tante in die nächste Klinik einweist. Wo sie dann merkwürdigen, nicht nachvollziehbaren Therapien und bizarren Foltermethoden ausgesetzt wird, um sie wieder „normal“ zu machen, damit sie wieder in die Gesellschaft passt.

(Igelin: Vielleicht könnte die Doktorarbeit von Charlotte Jurk „Der niedergeschlagene Mensch, Geschichte und gesellschaftliche Bedeutung einer Diagnose“ den Autor dieses Artikels besser überzeugen und aus seiner selbstgewählten Ignoranz und blinden Arrotanz heraushelfen als dieser schockierenden Tatsachen-Berichte ? Auch ich hatte diese Lektüre nötig um zu verstehen, wie pervers Psychiater ticken . . . )

Ob es dann noch wichtig ist, dass Besucher nach Besichtigung der Ausstellung vielleicht doch noch den Schritt rüber zur ebenfalls existenten Scientology-Ausstellung wagen, erscheint da fast nebensächlich.

Dabei sei es mal dahingestellt, ob es stimmt, was Bernd Trepping sagt: „Ich habe noch nie erlebt, dass jemand, der unsere Ausstellung besucht hinterher zu Scientology gewechselt wäre. Das ist auch nicht unser Ziel. Wir wollen wirklich nur über den Missbrauch innerhalb der Psychiatrie aufklären. Über grausame Therapien wie zum Beispiel Elektroschocks berichten und darüber, dass Psychiatrie wirklich töten kann.“ Dieser Ansicht war eine vor dem Ausstellungsort am Brühl demonstrierende Gruppe aus Berlin allerdings nicht.

Gegendemonstranten und 1.500 Besucher hat die Ausstellung bereits angelockt
Foto: Matthias Weidemann

Die maskierten Demonstranten versuchten Besucher von dem Besuch der Ausstellung abzuhalten, warnten vor der Verbindung der KVMP zu Scientology und deren Umtrieben.
Eine Polizeistreife, von den Ausstellungsmachern angefordert, ließ die Demonstranten in angemessener Entfernung gewähren, die weiter per Megaphon und maskiert gegen KVMP und Scientology demonstrierten. Dabei wurden Sie von Seiten der Ausstellungsmacher fleißig gefilmt, was nicht unbedingt für die Souveränität der Veranstalter, jedoch das Misstrauen der maskierten Demonstranten bestätigt.
(Igelin: Wer waren diese anonymen Demonstranten ? Warum mussten sie sich maskieren ? Waren sie bezahlte Unruhestifter ? Bezahlt von der Pharmalobby? dem erklärten Gegner der Ausstellung ? – das ist doch logisch . . . und zeigt nur, wie mutig und überzeugt diese ehrenamtlichen Mitarbeiter des KVPM sind)
KVMP-Vorstand und Scientologe Bernd Trepping freute sich währenddessen über den seiner Ansicht nach regen Besucherandrang:

„Bis zum Samstag haben wir 1500 Besucher gezählt. Bis Sonntag glauben wir die 2000 zu erreichen. Das ist schon sehr viel gegenüber bisherigen Ausstellungen.“

Mehr zum Thema:

Im Schatten des Weltkongresses: Sucht Scientology wieder eine Bühne in Leipzig?
„Psychiater etablieren sich als ein Terrorsymbol“, „sie kidnappen …
Und dass, obwohl man sich von den Medien falsch dargestellt sieht. So stellt Bernd Trepping gegenüber L-IZ die Entstehung der Ausstellung an diesem Ort aus seiner Sicht dar. Der Vermieter der Ausstellungsräume Klaus Dieter Schwarz sei durchaus über Sinn, Zweck und Hintergrund der Ausstellung, und somit auch über Scientology, im Vorfeld umfassend informiert worden: „Wir informieren alle Vermieter komplett vorab über uns und die Hintergründe. Was zum Beispiel in der BILD-Zeitung stand, dass Herr Schwarz ahnungslos den Mietvertrag unterschrieben hätte, stimmt nicht. Das habe ich auch der BILD-Zeitung gesagt. Aber das hat da niemanden wirklich interessiert.“

Was man jedoch vorher nicht gesagt hat, ist, dass einen in der Ausstellung sicher authentische Dokumentationen aus der Geschichte und Entwicklung der Psychiatrie erwarten. Aber wie es eben mit Ausstellungen so ist: Es kommt darauf an, wie man sie zusammenstellt und ob man allen Seiten Berücksichtigung gewährt.
(Igelin: ich habe noch nirgens gelesen, dass Psychiater die Sicht der Patienten akzeptieren oder auch nur zur Kenntnis nehmen – weder ihren Willen, noch ihr Leiden noch die zerstörende Wirkung ihrer Behandlungen und auch nicht den Tod ihrer behandelten Patienten – einzig auf Veröffentlichung ihrer Machenschaften re-agieren sie. Das Böse wirkt besser im dunkeln, hinter verschlossenen Türen und im Geheimen.)
Das ist bei „Psychiatrie – Tod statt Hilfe“ eindeutig nicht der Fall.
(Igelin: und bei diesem berichterstattenden Journalisten ganz sicher nicht !)

Bernd Trepping, Scientologe und Vorsitzender der „Kommission für Verstöße der Psychiatrie gegen Menschenrechte e.V.“ (KVPM)

Hier wird sich schlicht und einfach nicht einmal im Grundansatz die Mühe gemacht, das Feld der Psychiatrie von allen Seiten zu beleuchten.
Wer sich objektive Aufklärung zum Thema erhofft, ist hier fehl am Platz. Denn dazu gehören alle an einen Tisch, und an diesem befinden sich nur die Gegner. (Psychiater verweigern grundsätzlich und immer einen offenen Meinungsaustausch – sie ordnen an, verordnen, diagnostizieren, schikanieren, diskriminieren, verunglimpfen, verleugnen und lügen – legt der Geschädigte den Finger auf ihr Tun und stellt sie zur Rede, verschwinden sie. )

Ob diese nun Scientology angehören, deren Beweggründe auch dem unaufgeklärtesten Zeitgenossen inzwischen klar sein dürften, das sei einmal dahin gestellt. Die eindeutige und in vielen Teilen sehr monoton und oft schockierend daherkommende Anti-Psychiatrie-Schau wird niemanden, der es gewohnt ist, sich mehrere Meinungen anzuhören, wirklich überzeugen können.
(Igelin: Marketing und Werbung der Psychiater, der Pharmalobby ist in jeder Zeitung und Fernsehen zu hören und zu lesen – daran gibt es keinen Mangel. Die Verführungskünste zu Krankheit oder zu Kunden der PsychoDrogenDealer zu werden sind perfektioniert bis ins Dedail)

Für jüngere Zuschauer ist sie natürlich ebenfalls nicht geeignet. Für Freunde von Verschwörungstheorien schon eher.

(Igelin: Kinder ab 3 Jahre sind bereits Opfer dieser Psychiater und der Pharmalobby – das ist Fakt und das haben diese Psychiater auf ihren Kongresse beschlossen zur Markterweiterung aber nach wie vor sind diese Psychiater und Co den Beweis schuldig über die Existenz ihrer diagnostizierten psychiatrischen Störungen oder Krankheiten ! Es sind und bleiben nur Behauptungen – zum eigenen finanziellen Nutzen.
Wieviel Schiergeld hat dieser Journalist für diesen Artikel bekommen ? Die Pharmalobby ist da nicht kleinlich . . . )

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Über igelin

Das Foto ist nicht die Wordpress Blog-Schreiberin, sondern ihr gefolterter, misshandelter, vergifteter, verleumdeter und mit 28 Jahren in der psychiatrischer Forensik Mühlhausen / Thüringen am 27.02.2011 ermordeter Sohn Holger Zierd. Ein hochintelligenter junger Mann auf der Suche nach seinem Selbst. Beruf: Forstwirt, Verantwortlich für die Inhalte dieser Blogs: https://igelin.wordpress.com http://igelin.blog.de Einträge werden geschrieben und/oder ausgewählt von Rosel Zierd, Mutter des in der Forensik Mühlhausen / Thüringen Gefolterten, bei der Zwangsmedikatierung Schulterknochen gesplittert, trotzdem weiter gespritzt bis zum Tod. Verhungert, abgemagert bis auf Haut und Knochen, vergiftet in jeder Körperzelle - am 27.2.2011 ermordeten Gefangenen und Patienten Holger Zierd. Das Ökumensiche Hainich Klinikum ist Eigentum der christlichen evangelischen und katholischen Kirche . Holger fand nirgends Gehör - die ärztlichen ökonomischen Gesichtspunkte sind wichtiger als Gesetze und Menschenrecht oder Menschenwürde. Ich habe meinen Sohn an seinem 29. Geburtstag beerdigt. In die Psychiatrie wurde er eingeliefert ohne einem Menschen Schaden angetan zu haben und ohne einem Menschen auch nur ein böses Wort gesagt zu haben. Verurteilt von Psychiatern seit er die Schwelle der Psychiatrischen Klinik überschritten hatte. Da die Staatsanwaltschaft Thüringens die Ermittlung sowohl wegen Körperverletzung als auch wegen Mord und Beihilfe zum Mord nicht durchführt weil die Täter zuvor eine psychiatrische Diagnose erfunden haben, schreibe ich hier im Internet die Anklage gegen die Täter und hoffe, dass ich anderen Menschen Informationen vermitteln kann, die wir erst in 6 Jahren suchen und finden mussten. Möge Gott uns helfen. Mit der Angabe meiner vollständigen Adresse erkläre ich mich voll verantwortlich für die von mir geschriebenen und veröffentlichten Erfahrungen und Meinungen - sowie Erkenntnisse und für die Auswahl der Links und kopierten Artikel. Rosel Zierd (Mutter von Holger Zierd) Sorghofstraße 10 36433 Bad Salzungen Telefon: 03695 - 66 54 17 Handy. 0176 - 64 19 02 72 Internet: http://kabale.se Email: info@kabale.se Ich hoffe, dass meine Einträge für die Täter und Nicht-Denker unbequem sind und sie mit der Veröffentlichung nicht einverstanden sind. Für den Fall, dass diese mir meinen Sohn lebendig und gesund und munter zurück geben, wie er vor der psychiatrischen Misshandlung gewesen ist, dann werde ich meine Meinung revidieren und meine Veröffentlichungen löschen.
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Eine Antwort zu Leider keine Horrershow, sondern Realität

  1. Anonymous schreibt:

    Auch ich frage mich warum die Demonstranten Masken trugen. Was haben sie zu verbergen ? Die ehrenamtlichen KVPM Mitarbeiter trugen laut dem o.g. Bericht keine Masken. Also sind diese für mich seriös. Ich selbst habe mich auch in meinem Fall 2009 an die KVPM gewandt und ich bin bis heute kein Mitglied dort und wurde auch bis heute nicht gefragt, ob ich Mitglied werden möchte. Das einzige was dieser KVPM interessiert hat, war die wahre Geschichte über den Verlauf in der Psychiatrie meiner Person. Ich habe sie der KVPM geschildert, weil auch ich will, das sie soviel Material wie möglich zusammentragen können, um den Beweis der Folter in der Psychiatrie antreten zu können. Ich hoffe und wünsche mir, das es noch viele Ausstellungen und Demonstrationen über die Machenschaften der Psychiatrie gibt, damit auch die letzten aufwachen. Denn Tod statt Hilfe kann ich nur bestätigen.

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