Archiv 2012

Archiv der Igelin.Blog-Einträge: Januar bis Juli 2012 mit 1.228 Beiträgen zur Volksaufklärung – Sowie ganz unten einige neue Beiträge bis einschließlich den 26.01.2013

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Die menschenverachtende Ideologie der Psychiatrie:

Mehr unter:

https://www.youtube.com/channel/UCY_TWrs2LMxK1I3K5mgyecg

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Es ist erschreckend und widerlich dass Microsoft jetzt meine Skype Gespräche abhören darf

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von Igelin @ 2012-07-26 – 17:36:49

MICHAEL ELLERHAUSEN BND Artikel – Überwacher überwachen – 0 47 0 снегоходсайтwordpress

Freitag abend wurde auf Slate eine sehr verstörende Meldung veröffentlicht, die aufgrund Ihres Veröffentlichungszeitpunktes kaum Beachtung fand. In dieser legt der Autor, – Ryan Gallagher – dar, wie Microsoft (MSFT) scheinbar einige raffinierte und fast unbemerkbare Veränderungen am beliebten Rufserviceanbieter Skype durchgeführt hat, der das Abhören jeder Ihrer Anrufe ermöglicht. Forbes Mitarbeiter Anthony Wing Kosner hatte die Veränderungen bereits am 18. Juli in einem frühren Post kritisiert.

Gerüchten zufolge hätte Microsoft die Änderungen entweder aufgrund von oder in Erwartung von Druck durch diverse Regierungsinsitutionen durchgeführt.

Schockiert? Ich war’s auf jedenfall.

Einer der Gründe für Skype’s schnellen Aufstieg war, dass viele Nutzer glaubten dass die luxemburgischen Gründer sich bemüht hatten, den Rufservice besonders sicher und verschlüsselt anzulegen.

Im Mai 2011 jedoch, kündigte Microsoft an Skype für 8,5 Millarden Dollar zu kaufen, und dass Skype eine eigene Abteilung bei dem Software-Riesen darstellen sollte. Von Anfang an wunderten sich sehr viele, wie Microsoft diese hohen Summen für den Kauf eines Rufservices rechtfertigen konnte, der die meisten Nutzer gar nichts kostet und die Nutzer weitesgehend kostenlos miteinander telefonieren lässt. Microsoft ließ verlauten, dass man an Skype’s weltweiter Führungsposition im Voice-over-IP interessiert sei und dass man sicher sei, dass man den Service neben den anderen beliebten Softwareprodukten verkaufen könne.

Bemerkenswert ist, dass Microsoft bereits 2007 seine letzte große Multi-Millarden-Dollar Errungenschaft für 6.2 Millarden Dollar abschreiben musste, nachdem sie 2007 6.3 Millarden Dollar für aQuantive gezahlt hatten. Da ist es schwer sich nicht zu fragen, ob sie mit Skype nicht den selben Fehler machen. Doch wir werden sehen….

Wie Gallagher betont, wurde “im Juni [2011], ein Patent für die legale “Abhörtechnologie” an Microsoft vergeben, die mit VOIP Services wie Skype zusammen benutzt werden kann, um “unauffällig Kommunikation zu kopieren, die während des Gespräches übermittelt wurde”.

Gallagher versuchte sich letzte Woche mehrmals bestätigen zu lassen, dass Microsoft Skype-Strategien und Technologien verändert, um den Zugriff auf die gesamte Kommunikation zu ermöglichen. Er bekam keine Antwort, was stark darauf hindeutet, dass sie durchaus dazu in der Lage sind. Es ist auch wichtig anzumerken, dass Skype / Microsoft den Vorwurf, dass die Änderung ihrer Struktur in diesem Frühjahr nichts mit Überwachung zu tun hatte und leugneten, so der Slate Artikel.
Und warum ist das nun so wichtig?

Die meisten Skype-Nutzern denken immer noch, dass ihre Skype-Kommunikation privat ist – noch privater als auch ihre normalen Telefongespräche.

Sollte sich das mit der Akquisition von Microsoft geändert haben, so wurde es den Nutzern nicht offen mitgeteilt. Es ist unklar, warum, aber vermutlich befürchtet Microsoft, dass Skype’s kometenhaftes Wachstum gehemmt würde, wenn mehr Menschen von dieser Datenschutz-Umstellung, die hinter ihrem Rücken gemacht wurde, wüssten.

Seit dem Kauf von Microsoft wurde es dem Facebook (FB) Nutzer gegenüber als zusätzliches Kommunikations-Tool innerhalb der Facebook-Plattform promotet. Dennoch kennen viele neue Skype-User diese Möglichkeit wiederum noch nicht.

Es ist nicht schon schlimm genug, dass die großen Web-Unternehmen versuchen, jeden Tastenanschlag den wir machen, jede Website die wir besuchen, und jedes Bild auf das wir mit der Maus streifen zu verfolgen – über Facebook und Konsorten. Sie wollen nun auch schändlich rund um Apple’s (AAPL) angegebene Datenschutzrichtlinien gehen und verfolgen unsere geographische Lage – dank Google (GOOG). Jetzt wollen sie jede unserer Äußerungen und SMS über Skype verfolgen.

Ich weiß nicht, ob Apple oder einige andere kleinere Unternehmen versuchen werden, Skype die Führung in der VoIP-Telefonie abzunehmen, aber es scheint mir, dass es eine große Chance für kleine und große Web-/ Mobilfunk-Unternehmen gibt zu zeigen, wer der wahre Hüter der Privatsphäre der Nutzer ist. Ich wette darauf, dass ein großer Anteil der Nutzer sich für diesen entscheiden würde, wenn er wirklich und auf ehrliche Art und Weise die Wahl hätte, anstatt dass die Wahlmöglichkeit vor ihm verborgen bleibt.

Dieses „Durchs-Hintertürchen-Ändern“ von Regeln durch Microsoft ist wirklich erschreckend – und widerlich.

Übernommen wurde der Artikel von:
Originaltext (englisch): forbes.com von Eric Jackson
Übersetzt von Sandra Richter

Brutaler Fehlgriff: Wenn die Polizei danebenlangt

von Igelin @ 2012-07-26 – 17:32:06

http://www.ndr.de/regional/sek133.html

von Alexandra Ringling

Sie kommen nachts, früh morgens, bei Anbruch der Dämmerung: Mit Maschinenpistolen im Anschlag stürmen sie Grundstücke, Wohnhäuser und Bürogebäude: Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei, die nur in besonderen Gefährdungssituationen losgeschickt werden – eigentlich.

Denn immer wieder gibt es auch in Norddeutschland Fälle, in denen das SEK bei völlig unbescholtenen Bürgern die Wohnung stürmt.

Wenn das SEK danebenliegt

Immer wieder kommt es vor, dass Sondereinsatzkommandos die Wohnungen unbescholtener Bürger stürmen – mit Maschinenpistolen im Anschlag.

Mit Waffe auf Kind gezielt

So zum Beispiel bei Andreas Worm, einem Bauleiter aus Wedemark: Lautlos pirschen sich die Fahnder Richtung Hauseingang und erschießen bereits auf dem Weg den Hütehund Carlos. Der Familienvater erinnert sich: „Wir hörten Stimmen aus einem Hubschrauber und im gleichen Moment fielen auch schon zwei Schüsse – ich dachte, ich bin im falschen Film.“ Seine Ehefrau muss zusehen, wie ihr Mann auf den Boden geworfen und gefesselt wird. Was sich dann abspielt, lässt Worm noch heute den Atem stocken: „Einer hielt mich fest und einer stand dann dort in der Zimmertür meines Sohnes und zielte mit dem Gewehr aufs Kinderbett. Ich rief: ‚Bitte, bitte zielen Sie nicht auf mein Kind!‘ Doch der schrie nur: ‚Alter, halt dein Maul, sonst trete ich dir die Zähne ein.'“

Hält das Vorgehen der Beamten für gerechtfertigt: Irene Silinger, Oberstaatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft Hannover.
Die zuständigen Ermittlungsbehörden begründen den SEK-Einsatz so: „Uns lag ein Zeugenhinweis vor, wonach der Beschuldigte im Besitz illegaler Waffen sein sollte“, sagt Irene Silinger von der Staatsanwaltschaft Hannover. In Wirklichkeit handelte es sich allerdings lediglich um Dekowaffen, eine Sammelleidenschaft von Andreas Worm – Feuerzeuge in Pistolenform, originalgetreue, aber ungefährliche Spielzeug-Nachbauten, die ihm an jenem Morgen zum Verhängnis wurden.
Falsches Grundstück durchsucht

Auch im mecklenburgischen Grevesmühlen gerät ein Ehepaar völlig schuldlos ins Visier der Ermittler: Acht schwerbewaffnete SEK-Beamte stürmen mit gezogenen Waffen in ihr Autohaus. Inhaber Thomas Oldenburg berichtet von Todesangst: „Da kam einer von diesen schwarz Vermummten zu mir und forderte mich auf, unseren Rottweiler festzumachen. Ich ging dann vorweg, der Vermummte immer hinter mir mit Maschinenpistole im Anschlag. Auf dem Weg zum Hof hab ich gedacht, wenn der Hund dir jetzt wegläuft, dann knallen die dich ab.“ Seine Frau kann bis heute nicht über die Ereignisse sprechen – ohne, dass sie anfängt zu weinen.

Später stellt sich heraus: Die Nachbarn des Autohändlers waren in Verdacht geraten, Hehlerei im großen Stil zu betreiben. Die Polizisten vor Ort entschieden sich spontan, auch das Nachbargrundstück zu durchsuchen. „Ich habe natürlich gefragt, auf welche Rechtsgrundlage sich das bezieht“, sagt Thomas Oldenburg, „aber dann wurde mir immer wieder gesagt, es sei Gefahr im Verzuge.“ Nach der Aktion stellt er Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch und Nötigung. Doch die zuständige Staatsanwaltschaft Schwerin stellt die Ermittlungen ein. Denn die Polizeiführung habe nicht „vorsätzlich fehlerhaft entschieden, sondern nach bestem Wissen und Gewissen“. Hausfriedensbruch oder Nötigung hätten daher „nicht vorgelegen.“
Schwammige Definitionen von „Gefahr“

Spricht lediglich über allgemeine Einsatzvorgaben, sieht aber keinen Handlungsbedarf: Frank Federau, Sprecher des Landeskriminalamts in Niedersachsen.

Das SEK wird eingesetzt, wenn ein geplanter Einsatz zu gefährlich für die normale Polizei erscheint. Mit der exakten Definition von „zu gefährlich“ hält man sich allerdings äußerst bedeckt. Frank Federau vom Landeskriminalamt Niedersachsen gibt lediglich allgemeine Einsatzkriterien zu Protokoll: „Besondere Gefährdungssituationen sind eben, wenn es die Information gibt, dass dort scharfe Waffen vorhanden sind, dass möglicherweise Sprengstoff in der Wohnung ist, möglicherweise sehr aggressive Gewalttäter dort vor Ort sind und möglicherweise auch gefährlich aggressive Hunde.“
Allerdings gibt es allein in Niedersachsen in den letzten sechs Monaten bereits drei SEK-Einsätze, die im Landtag in Hannover Fragen aufwerfen: „Ich habe große Sorge, dass ein Denunziantentum um sich greift“, warnt Meta Janssen-Kucz von Bündnis 90/Die Grünen. Ihre Befürchtung ist, dass „es lediglich einen anonymen Hinweis gibt und dass dann unter dem Vorwand ‚Gefahr im Verzug‘ das SEK zum Einsatz kommt. Deshalb ist es mir so wichtig, dass wir klare Kriterien haben, die für jedermann nachvollziehbar sind“, so die Abgeordnete. Denn schlampige Ermittlungen und „Gefahr im Verzug“ als einziges Kriterium können fatale Folgen für die Betroffenen haben.

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Martina Pflock, Friedrichroda/Thüringen

von Igelin @ 2012-07-26 – 17:16:06

http://www.seelenkrieger.org/?p=2689
(deutsch)

http://rense.com/general81/baph.htm
(englisch – wichtig)

http://www.weimar1919.de/Index_Dat/index/pflock_unfall.html
(Vorsicht – Maulwurf der BRD-Regim GmbH)

http://www.weimar1919.de/Index_Dat/index/kuratorium.html
(Vorsicht – Maulwurf der BRD-Regim GmbH)

https://derhonigmannsagt.wordpress.com/tag/martina-pflock/

http://www.webnews.de/416022/menschenrechtsverletzungen-in-der-brd-teil-1

http://www.grauezone.de/usb/Generalstaatsanwalt_Jena_Internet.htm
(Vorsicht – Maulwurf der BRD-Regim GmbH)

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Martina Pflock
Video der Demo in Emmerdingen

von Igelin @ 2012-07-26 – 12:37:42

http://www.youtube.com/watch?v=hNIfzDisJbo

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Demo in Emmerdingen

Tierschützer stellen fest, dass den Tieren dort Psychopharmaka gegen Angstzustände verabreicht worden sind

von Igelin @ 2012-07-26 – 11:47:34

Abendzeitung München
Tiergarten Nürnberg
Skandal im Zoo: Delfine unter Drogen
dpa, vom 25.07.2012 14:09 Uhr

„Wie auf einer Intensivstation“: Ein Delfin im Nürnberger Tiergarten. Foto: David Ebener, dpa

Tierschützer stellen fest, dass den Tieren dort Psychopharmaka gegen Angstzustände verabreicht worden sind

NÜRNBERG Nach Akteneinsicht im Delfinarium des Tiergarten Nürnberg sind Biologen des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) geschockt: Die Delfine würden regelmäßig mit Psychopharmaka und Antibiotikum behandelt. Die Medikamentenliste sei lang und weise über 20 Medikamente aus.

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38 Nürnberger Delfine hätten seit Bestehen des Delfinariums im Jahr 1971 den Tod gefunden. WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller sagt: „Die tiermedizinischen Unterlagen des Nürnberger Delfinariums lesen sich wie der Bericht einer Intensivstation.“

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte die Stadt Nürnberg verurteilt, die Akten offen zu legen, nachdem Tierschützer dies jahrelang vergeblich gefordert hatten. Die Delfin-Akten würden eine regelmäßige Verabreichung von Diazepam ausweisen, einem verschreibungspflichtigen Psychomarmaka gegen Angst- und Spannungszustände, das nur in geringer Einzeldosis und wegen seines Suchtpotentials nicht fortlaufend verabreicht werden dürfe, so das WDSF.

Innerhalb von vier Monaten seien beispielsweise dem nierenkranken Delfin Jenny 145 mg Diazepam verabreicht worden. Der Delfin Anke erhielt bei einem Transfer von Holland nach Nürnberg im Frühjahr eine Höchstdosis von 30 mg Diazepam und Antibiotika. Anke muss sich bei diesem Transport stark verletzt haben. In dem Tiergarten-Bericht heißt es: „Anke hat sich beim Fangen hinter dem Blasloch, kaudal (anatomische Richtungsbeschreibung: „zum Schwanze hin“, Anm. d. Red.) an der Finne (blutet am meisten), am rechten Flipper und an der Fluke aufgeschlagen.“

Die vom WDSF eingeschaltete Staatsanwaltschaft soll nun prüfen, ob das Delfinarium geschlossen werden muss. „Hier scheinen alle Entscheidungsträger vom Tiergartendirektor bis hin zur zuständigen Tierärztin versagt zu haben“, sagt Ortmüller.

Kommentare:
JUL
26
07:56 Uhr, geschrieben von Meeresakrobaten
Keine Biologen

Das hier zitierte WDSF (Wal- und Delfinschutz-Forum – nicht zu verwechseln mit der WDCS = Whale and Dolphin Conservation Society) ist eine Einmann-Organisation unter der Leitung des Hagener Steuerberaters Jürgen Ortmüller. Es gibt keine Biologen in dieser Organisation. Ortmüller hat lediglich einer (namenlosen) Biologin die Akten gezeigt. Meiner Meinung nach kann ein nicht auf Meeressäuger spezialisierter Biologe hier wenig Aussagen treffen. Da sind Tiermediziner gefragt, die schon lange mit Zootieren zu tun haben. Durch solche Pressemeldungen wird außerdem kein einziger Delfin geschützt oder gerettet.

JUL
25
23:59 Uhr, geschrieben von Münchener
Drogen???
Alleine die Überschrift ist schon sensationslüstern. Der Inhalt bescheiden und desinformativ. Valium und Antibiotika sind Medikamente und keine Drogen.

JUL
25
18:15 Uhr, geschrieben von Paul
Keine Medikamente mehr?
14 menschliche Einzeldosen für Jenny in vier Monaten sind nicht zu viel und zu beanstanden. Antibiotika und Diazepam für Anke ist auch bei einer Verletzung angebracht. Hier werden wieder Kleinigkeiten aufbeauscht. Die zwei Einmannorganisationen haben damit einmal wieder bewiesen, dass sie keine Ahnung haben

Igelin:
Keine Ahnung haben diese Kommentatoren – sie sind oberflächlich, verantwortungsunfähig, unreif. Wahrscheinlich Menschen, die daran verdienen und zur Pharmalobby gehören. Oder noch schlimmer, naive Doktor-Gläubige und Pillen-Fanatiker.
Delfine sind von ihrem Intelligenzpotential dem Menschen gleichzusetzen wie so viele andere Tiere auch.
Aber: „So lange es Schlachthöfe gibt, wird es Schlachtfelder geben“ ; so lange Tiere in Käfigen und Zoo gehalten werden – so lange wird es Gewalt und Zwang in Kliniken und Gefängnissen geben.
Wieder ist der Grundsatz die Ursache: wer oder was ist mir nützlich und brauchbar und wer oder was nicht!
Wie viel Geld bringen Delfine im Zoo ein?
Wie viel Profit für die Tourismusindustrie der Stadt ?

Es ist zum kotzen
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Delfine unter Psychopharmaka
Bundesverfassungsgericht hat nach intensiver Beratung mit dem Verfassungsschutz das Wählen für verfassungswidrig erklärt

von Igelin @ 2012-07-25 – 20:50:34

Wahlrechtlos
Wiglaf Droste

Der deutsche Wähler kann aufatmen: Er hat Feierabend und muß sich nicht mehr im Ententanz zum Urnengang schleppen. Das Bundesverfassungsgericht hat nach intensiver Beratung mit dem Verfassungsschutz das Wählen für verfassungswidrig erklärt. Grund seien die steigenden Kosten bei gleichzeitig sinkender Beliebtheit, erklärte Verfassungsrichter Andreas Voßkuhle. Das Geld könne sinnvoller verwendet werden, erklärte der Volljurist; der Hamburger Elbphilharmonie fehle viel Geld, und auch in Berlin komme man allein mit Knöllchensammeln und Tourismus nicht mehr über
die Runden.

Die Entscheidung der Karlsruher Richter ist aber auch eine Verbeugung vor dem Wählerwillen; immer mehr Wähler fühlten sich in den letzten Jahren vom Angebot geradezu verhohnepipelt, boykottierten die Wahlen und hatten
anschließend unter dem zu leiden, was einige wenige, aber straff organisierte Lobbywähler in den Wahlkabinen zusammengekreuzt hatten. Ein
Vizekanzler Philipp Rösler sei als Ausdruck des Wählerwillens einfach nicht mehr zu vermitteln, erläuterte Voßkuhle.

Problematisch sind aber auch »Überhangmandate«, die Politiker bekommen, die sich zu weit aus dem Fenster lehnen; diese Praxis sei zwar gerade im Sommer allgemein üblich, mit der Verfassung aber nicht zu vereinbaren. Probleme
gab es auch mit der »Reststimmenverwertung«; hier hatten die Grünen auf ökologisches Recycling der Wählerstimmen geklagt.

Das Bundesverfassungsgericht hat den deutschen Wählern einen Gefallen getan; sie können sich wieder auf ihre Kernfragen konzentrieren: S oder M, Amok oder Koma, mit Vorhaut oder ohne und Pommes rot, weiß oder weißnicht.
Und damit sind sie ja schon heillos überfordert.

Das deutsche Wahlrecht kennt keine Wahl-BeteiligungsGrenze unter dem eine Wahl nicht mehr gültig ist. Wenn also nur die Beamten und Abgeordneten wählen gehen – ist die Wahl gültig. Und außerdem frage ich mich immer wieder – wer die Leute wohl sind, die CDU und Co wählen . . . Gläubige ?
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Wahlen im Lande deutsch
DGB-Chef für Zwangsanleihen

von Igelin @ 2012-07-25 – 20:28:02

Junge Welt

Berlin. DGB-Chef Michael Sommer hat die Idee einer Einführung von
Zwangsanleihen für Personen mit hohem Vermögen als Beitrag zur Bekämpfung
der Euro-Krise begrüßt.

Sie seien als Lastenausgleich eine vernünftige
Maßnahme«, sagte Sommer der Bild (Mittwochausgabe). Damit seien in
Deutschland nach 1945 gute Erfahrungen gemacht worden. Ȇber diesen Beitrag
der Reichen und Vermögenden könnte man ein Wiederaufbauprogramm für Europa
finanzieren, von dem auch Deutschland extrem profitieren würde«, ergänzte
er. (Reuters/jW)

Igelin: ich bin auch dafür, die Vermögen einzusetzen und in Umlauf zu bringen, die für das Leben der Vermögenden gar nicht gebraucht werden. Letztendlich lohnt damit auch Ausbeutung der Mit-Menschen nicht mehr und die Welt wird menschlicher und soziler.
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DGB-Chef für Zwangsanleihen
So funktionieren „Lehrer “

von Igelin @ 2012-07-25 – 19:51:16

Am 18.7. hatte ich aus der Jungen Welt einen Artikel übernommen mit dem Titel: „humorlose Menschen“ Es geht darin um Raucher, die die Nichtraucher „vergasen“. Der Journalist der Jungen Welt hat diesen Internet-Eintrag aus einem Raucherforum – der ihm aufgrund der extremen Ausdrucksweise aufgefallen war – und mir auch.

Daraus ergab sich ein „interessanter“ Disput mit einem Herrn, der schreibt, er wäre Pädagoge:

—– Original Message —–
From: Rosel Zierd
To: peter.rachow@gmx.net
Sent: Wednesday, July 25, 2012 1:02 PM

Sehr geehrter Herr Rachow,

Heute erhielt ich von Ihnen eine Aufforderung zur Unterlassung von Veröffentlichungen, die ich aus Veröffentlichungen abkopiert habe.
Warumgehen Sie nicht zum Orginal und schreiben die an.
Ich lege keine Wert auf Ihren Eintrag und werde ihn sofort völlig löschen.
Ich denke, dass Sie tatsächlich ihr Denken überdenken sollten und ihre Ausdrucksweise.
Nett, dass Sie der Post das Geld für ein Einschreiben gespendet haben – aber eine Mail oder ein Kommentar hätte es auch getan.
Mit freundlichem Gruß
Rosel Zierd

Sehr geehrte Frau Zierd,

wenn Sie die Abmahnung genau gelesen hätten, hätten sie gesehen, dass die Äußerungen, welche Sie zitieren weder von mir noch von Nutzern meines Forums stammen. Die Zeitung „junge Welt“ hat den entsprechenden Artikel daher auch zurückgezogen und sich entschuldigt:

Was haben Sie an diesem Sachverhalt nicht verstanden?

Des Weiten lege ich Wert auf die Feststellung, dass Sie im Prinzip davon profitiert haben, dass ich ein sehr rücksichtsvoller Mensch bin. Der andere Weg wäre nämlich gewesen, dass ich einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung meiner Interessen beauftrage und Sie dann die Kosten zu tragen hätten. Sie sind nämlich im Rechtssinne ein „Störer“ und daher vollumfänglich schadenersatzpflichtig. Der „Spaß“ hätte Sie bei einem Streitwert normalerweise von 2000,- Euro für eine einfache Abmahnung ca. 180,- Euro gekostet.

Insofern würde ich Ihnen einfach empfehlen, demnächst verstärkt darauf zu achten, wem Sie im Internet auf die Füße treten. Nicht alle Menschen sind so nett wie ich und schreiben erst einmal selbst eine Unterlassungsaufforderung. Die meisten gehen gleich zum Anwalt. Aber da ich gelesen habe, wie Sie unter dem Verlust Ihres Sohnes leiden, habe ich mir gesagt, dass es mitnichten notwendig sei, Ihnen noch mehr Probleme zu bereiten.

Dann wollen Sie bitte noch die beigefügte strafbewehrte Unterlassungserklärung unterschreiben und an mich zurücksenden. Erst dann ist die Wiederholungsgefahr ausgeräumt und der Fall für mich erledigt. Sie sollten das übrigens nicht auf die leichte Schulter nehmen. Eine nicht abgegebene strafbewehrte Unterlassungserklärung ist ein Klagegrund und irgendwo hat auch meine Nettigkeit ihre Grenzen. Die Prozesskosten für Sie als unterlegene Partei liegen dann im Bereich von 1000 bis 1500 Euro. Das nur zur Info.

Wie gesagt: Man sollte sich immer vorher überlegen, was man tut.Zur Not müssen Sie sich eben durch einen Rechtsanwalt beraten lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Rachow

Re: Unterlassungsaufforderung

Details ausblenden
VON:
Peter Rachow
AN:
Rosel Zierd
Message markiert 16:31 Mittwoch, 25.Juli 2012
Frau Zierd, auch an Sie ergeht mein Rat, sich umgehend einer kompetenten Fachperson vorzustellen. Sie sind nicht in der Lage die Realtität korrekt zu antizpieren.

Auch wenn es wahrscheinlich vergeblich ist, als Pädagoge habe ich sehr viel Geduld und erkläre es Ihnene gerne noch einmal: Die in der Zeitung „junge Welt“ ausgebrachten Zitate sind weder von mir noch aus meinem Forum.

Aufgabe: Schreiben Sie 100 Mal: „Die Zitate des Artikels aus der „junge Welt“ stammen nicht von Herrn Rachow.“ und legen Sie das auf Ihrer Homepage ab.

Weiterhin: Falls Sie die Unterlassungserklärung nicht abgeben, werde ich am Montag meinen Rechtsanwalt damit beauftragen, gegen Sie auf dem Klageweg vorzugehen. Auch meine Geduld ist endlich.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Rachow

—– Original Message —–
From: Rosel Zierd
To: peter.rachow@gmx.net
Sent: Wednesday, July 25, 2012 1:21 PM
Subject: Unterlassungsaufforderung

Der Orginalartikel stammt aus der Jungen Welt – ich habe ihn nur abkopiert und den Artikel als Anreiz genutzt um über meine Einstellung den Mördern und Folterern meines Sohnes kundzutun.

„Virtuelle Mörder
Wiglaf Droste

Woran erkennt man einen humorlosen Menschen? Daran, daß er immerzu andere
umbringen will. Wer meint, einen Konflikt durch den Tod lösen zu müssen,
hat das Leben nicht begriffen.

Artikel – abkopiert aus der Jungen Welt online

Heute erhielt ich ein Einschreiben von Peter Rachow mit einer Unterlassungsaufforderung, mit der Anschuldigung, ich würde unwahre Tatsachen behaupten.

Nun – ich habe ihn in einer Mail aufgefordert, über sein Denken und seine Ausdrucksweise nachzudenken . . . und vor allem über den Inhalt seiner Veröffentlichungen im Internet – auch in Foren.
Ich habe genau aus diesem Grund die Kommentare nicht sofort freigeschaltet, so dass ich den Inhalt der Kommentare auch unter meiner Verantwortung dem Inhalt und der Grundaussage in meinem blog einordnen kann.

Schriftliche Veröffentlichungen sind eben kein Bier-Tisch-Geschwätz. Und wenn man nicht will, dass sie von den Lesern aufgegriffen werden, sollte man sie als Forum-Manager überprüfen.
Wie gesagt – habe ich den Eintrag nicht mal aus dem Orginal Raucherforum herauskopiert, sondern aus Artikeln der Jungen Welt, wo ein Journalist diese Veröffentlichungen als würdig empfand – dazu zu referieren.

Mit der Löschung des kopierten Textes habe ich dem verantwortungslosen Orginaltexter und seiner Unterlassungsaufforderung Rechnung getragen – und hoffe, dass er sein Spiegelbild akzeptiert und nachdenkt.

Kommentare (5)
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typisch Lehrer
Psychiatrie kann keinen einzigen Fall von Heilung nachweisen in ihrer Geschichte bis zur Gegenwart

von Igelin @ 2012-07-25 – 16:34:21

http://www.youtube.com/watch?v=4MITJJ0LZKo

Ursprung der Psychoanalyse

http://nwo-satanismus.blogspot.com/2009/09/freud-und-die-sitra-achra-die-ande…

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Ursprung Psychiatrie

Profit – immer und nur Profit . . .

von Igelin @ 2012-07-24 – 16:21:03

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28210036.html

Erfundene Krankheiten

Wie die Medizinindustrie Gesunde für krank verkauft

von Sandra Shap
DER SPIEGEL 33/2003

11.08.2003
TITEL
Die Abschaffung der Gesundheit
Systematisch erfinden Pharma-Firmen und Ärzte neue Krankheiten. Darmru-moren, sexuelle Unlust oder Wechseljahre – mit subtilen Marketingtricks wer-den Phänomene des normalen Lebens als krankhaft dargestellt. Die Behandlung von Gesunden sichert das Wachstum der Medizinindustrie.
Anfang des 20. Jahrhunderts begann ein Arzt namens Knock damit, den Menschen die Gesundheit auszutreiben. Der Franzose schuf eine Welt, die nur noch Patienten kannte: „Jeder gesunde Mensch ist ein Kranker, der es noch nicht weiß.“
Knock trat seinen Dienst in einem Bergdorf namens Saint-Maurice an. Die Einwohner waren wohl-auf und gingen nicht zum Arzt. Der verarmte alte Landarzt versuchte seinen Nachfolger zu trösten und sagte: „Sie haben hier die beste Art von Kundschaft überhaupt: Man lässt Sie in Ruhe.“

Doktor Knock war nicht gewillt, sich damit abzufinden.

Doch wie nur sollte der Neuling die vitalen Menschen in seine Praxis locken? Was nur sollte er den Gesunden verschreiben? Listig schmeichelt Knock dem Dorflehrer und bringt ihn dazu, den Ein-wohnern Vorträge über die Gefahren von Kleinstlebewesen zu halten.
Er engagiert den Dorftrommler und lässt ihn ausrufen, der neue Doktor lade alle Bewohner zu einer kostenlosen Konsultation – um die „unheimliche Ausbreitung von Krankheiten aller Art einzudäm-men, die seit einigen Jahren in unserer einstmals so gesunden Region um sich greifen“.
Das Wartezimmer füllt sich. In den Sprechstunden diagnostiziert Knock sonderliche Symptome und bläut den unbedarften Dörflern ein, dass sie seiner ständigen Betreuung bedürfen.
Viele hüten fortan das Bett und nehmen allenfalls noch Wasser zu sich. Am Ende gleicht das Dorf einem einzigen Ho-spital. Es bleiben nur so viele Menschen gesund, wie nötig sind, die Kranken zu pflegen. Der Apo-theker wird ein reicher Mann; ebenso der Wirt, dessen Gasthof als Notlazarett allzeit ausgelastet ist.
Knock blickt abends begeistert auf ein Lichtermeer ringsum: Es sind 250 hell erleuchtete Kranken-stuben, in denen – wie vom Doktor verordnet – 250 Fieberthermometer in die dafür vorgesehenen Körperhöhlen geschoben werden, sobald es zehn schlägt.

Der Dreiakter „Knock oder der Triumph der Medizin“ feierte 1923 in Paris eine rauschende Pre-miere.
In den folgenden vier Jahren wurde das Stück des französischen Schriftstellers Jules Romains 1300-mal aufgeführt, später mehrfach verfilmt, und es wird bis heute an Schulen gezeigt.
Das Theater des Doktor Knock ist nicht totzukriegen – seine bühnenreife Medizin wird im echten Leben fortgeschrieben. Sie handelt davon, wie gesunde Menschen in Patienten verwandelt werden.
An die Stelle des verführerischen Dorfarztes jedoch ist eine ungleich größere Macht getreten, den Menschen die Gesundheit auszutreiben: die moderne Medizin. Ärzteverbände und Pharma-Fir-men, häufig von Patientengruppen unterstützt, predigen eingangs des neuen Jahrhunderts eine Heilkunst, die keine gesunden Menschen mehr kennt.
Um das enorme Wachstum der früheren Jahre beibehalten zu können, muss die Medizinindustrie immer häufiger auch Gesunde medizinisch traktieren. Global operierende Pharma-Konzerne und international vernetzte Ärzteverbände definieren die Gesundheit neu: Natürliche Wechselfälle des Lebens, geringfügig vom Normalen abweichende Eigenschaften oder Verhaltensweisen werden systematisch als krankhaft umgedeutet. Pharmazeutische Unternehmen sponsern die Erfindung ganzer Krankheitsbilder und schaffen ihren Produkten auf diese Weise neue Märkte.
Der Begriff „Sisi-Syndrom“ beispielsweise tauchte 1998 erstmals auf: in einer einseitigen Werbe-anzeige des Unternehmens SmithKline Beecham.
Die betroffenen Patienten sind dem Konzern zufolge depressiv und gegebenenfalls mit Psycho-pharmaka zu behandeln. Allerdings überspielten sie ihre krankhafte Niedergeschlagenheit, indem sie sich als besonders aktiv und lebensbejahend gäben. Das Syndrom werde nach der österreichi-schen Kaiserin Elisabeth („Sisi“) benannt, da sie den Patiententypus wie ein Urbild verkörpere.
Seither hat das Schlagwort die Medien erobert und wird von Psychiatern propagiert: Inzwischen wird die Zahl der am Sisi-Syndrom erkrankten Deutschen bereits auf drei Millionen geschätzt.

Der Psychiater Markus Burgmer, 35, und Kollegen des Uniklinikums Münster entlarvten das Volks-leiden kürzlich als Erfindung der Industrie. Ihre Auswertung der Fachliteratur hat offenbart, dass das Krankheitsbild als „wissenschaftlich nicht begründet“ anzusehen ist.

Die Medienpräsenz des Sisi-Syndroms, darunter ein lanciertes Sachbuch zum Thema, gehe viel-mehr zurück auf Wedopress, eine PR-Firma in Oberursel, die von dem Pillenhersteller beaufragt worden war.

Wedopress selbst rühmt sich heute, für die „Einführung einer ,neuen‘ Depression“ ein „Trommel-feuer“ in den Medien ausgelöst zu haben. Das Fazit der PR-Agentur lautet: „Das Sisi-Syndrom ist etabliert als besondere Ausprägung der Depression, akzeptiert von Medizinern und Patienten.“
Die Firmen Jenapharm und Dr. Kade/ Besins Pharma wiederum versuchen gegenwärtig, eine Krankheit bekannt zu machen, die angeblich Millionen von Männern im besten Alter heimsucht:
das Aging Male Syndrome – die Menopause des Mannes. Die Unternehmen haben Meinungsfor-schungsinstitute, PR-Unternehmen, Werbeagenturen, Medizinprofessoren und Journalisten in Gang gesetzt, um die Wechseljahre des Mannes als ernst zu nehmende und weit verbreitete Erkrankung bekannt zu machen.
Auf Pressekonferenzen wurde „der schleichende Verlust“ der männlichen Hor-monproduktion be-klagt. Anlass für die Kampagne war die Marktreife zweier Hormonpräparate, die seit Frühjahr 2003 in Deutschland zu kriegen sind.
„Es ist schlau und auch ein bisschen gemein, Leute davon zu überzeugen, dass sie etwas haben, von dem sie bisher gar nicht wussten, dass es existiert“, sagt Jacques Leibowitch, Arzt im Krankenhaus Raymond Poincaré nahe Paris.
Die Ausweitung der Diagnosen in den Industriestaaten hat ein groteskes Ausmaß angenommen. Etwa 30 000 verschiedene Seuchen und Syndrome, Störungen und Krankheiten wollen Ärzte beim Homo sapiens ausgemacht haben. Für jede Krankheit gibt es eine Pille – und immer häufiger für jede neue Pille auch eine neue Krankheit. Im Englischen hat das Phänomen schon einen Namen bekommen: „disease mongering“ – das Handeln mit Krankheiten.
Krankheitserfinder verdienen ihr Geld an gesunden Menschen, denen sie einreden, sie wären krank. Ob soziale Phobie, Internet-Sucht, erhöhter Cholesterinspiegel, larvierte Depression, Übergewicht, Menopause, Prä-Hypertonie, Weichteilrheumatismus, Reizdarmsyndrom oder erektile Dysfunktion – medizinische Fachgesellschaften, Patientenverbände und Pharma-Firmen machen in nicht enden wollenden Medienkampagnen die Öffentlichkeit auf Störungen aufmerksam, die angeblich gravie-rend sind und viel zu selten behandelt werden.

Im Ruhrgebiet sind „zwei Drittel der über 45-Jährigen infarktgefährdet“, berichtet die „Ärzte Zei-tung“.

Mehr als drei Millionen Bundesbürger leiden am chronischen Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome), behauptet die in Düsseldorf erscheinende „Medical Press“ – und fügt ver-schämt hinzu: „ohne Gewähr“. Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Aachen geht noch weiter: „Die in Deutschland lebenden Menschen sind alle von einem Vitaminmangel be-trof-fen“, verkündet sie schlicht.

Jeder fünfte Familienvater, sonst immer zuverlässig und geduldig mit den Kindern, erkranke einmal im Leben am soeben entdeckten „Käfig-Tiger-Syndrom“, beteuern der münstersche Professor für Allgemeinmedizin Klaus Wahle und die PR-Firma Medical Consulting Group.

Auf Grund bislang unerkannter, spezifischer Verstimmungen könnten die Papas „sich nicht mehr gut entscheiden, hadern ununterbrochen mit allem und jedem. Wie ein eingesperrter Tiger im Kä-fig“. In solchen Fällen könnten Psychopharmaka und Extrakte aus Johanniskraut „für einen wieder ausgeglichenen Haushalt der Botenstoffe“ im väterlichen Hirn sorgen.

51 Prozent im Volke leiden unter „Refluxsymptomen mit Beeinträchtigung der Lebensqualität“, ver-kündet eine Allgemeinärztin aus dem bayerischen Rödental – sie meint Sodbrennen.

Genau 822 595 Menschen mit Hyperhidrose will die private Kölner Klinik am Ring in Deutschland gezählt ha-ben: Die Betroffenen schwitzen – angeblich so stark, dass sie medizinischer Hilfe bedü-rfen.

Auch deutsche Rentner auf Mallorca sind reif für den Inseldoktor: Trotz – oder vielleicht gerade wegen – schönster äußerer Umstände mache ihnen die „Paradies-Depression“ zu schaffen. Dieses Leiden will der im sonnigen Spanien praktizierende Psychotherapeut Eckhard Neumann beobachtet haben.

Ähnlich bedrohlich mutet die „Leisure Sickness“ an, die pathologische Unfähigkeit zum Müßig-gang. Ad Vingerhoets von der Universität im niederländischen Tilburg meint, drei Prozent der Bevölkerung würden durch Freizeit krank. Die Symptome reichen von Müdigkeit über Kopf- und Gliederschmerzen bis zu Erbrechen und Depressionen. Ferienorte sind zu meiden, weil die Seuche dort besonders heftig grassiert.

Selbst die Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht wird von den Ärzten wie ein körperliches Lei-den behandelt. Firmen wenden sich an die Mädchen, beispielsweise in kostenlosen Zeitschriften, die beim Frauenarzt ausliegen.
„Fragen Sie bei der Terminvergabe nach der Teenie-Sprechstunde“, rät das Blättchen „Women’s Health“, das laut Impressum mit „exklusiver Unterstützung der Grünenthal GmbH“ erscheint. Im Editorial heißt es: „Der Gynäkologe wird zum Begleiter in allen Lebensphasen, und nicht selten legt er mit seinen Patientinnen eine Lebensstrecke gemeinsam zurück – von jungen Jahren bis ins Alter.“
Sämtliche Umbruchphasen im Leben einer Frau sind längst in medizinische Probleme umdefiniert: Die meisten werdenden Mütter in Deutschland gelten als risikoschwanger, und die Zahl der Kaiser-schnitte auf Wunsch steigt. Jedes Jahr werden rund 160 000 Gebärmütter entfernt – wobei Experten zufolge mindestens 60 000 dieser Eingriffe überflüssig sind.
Die Tage vor der Regelblutung („prämenstruelles Syndrom“) und natürlich die Wechseljahre wur-den medikalisiert: Jede vierte Frau über 40 schluckt in Deutschland Östrogenpräparate, obwohl ein Nutzen wissenschaftlich nicht erbracht werden kann.
Ist eine erfundene Krankheit erst einmal im öffentlichen Bewusstsein angekommen, zahlen Patien-ten und Krankenkassen wie selbstverständlich für die entsprechenden Medikamente und Therapien. Auch die aktuelle Reform des Gesundheitswesens versäumt es, mit dem Erfinden von Krankheiten aufzuräumen – einer legal abgesicherten Ausbeutung der Sozialversicherung, aber auch leichtgläu-biger Selbstzahler steht nichts im Weg. 2. Teil
Während die ausufernden Kosten das Gesundheitssystem überfordern, laufen die Geschäfte der Pharma-Industrie glänzend. Im allgemeinen Krisenjahr 2002 wuchsen die Gewinne der zehn größ-ten Pharma-Unternehmen abermals um ansehnliche 13 Prozent. Für das Marketing gibt die reiche Branche mehr Geld aus als für die Forschung. Ein Drittel der Erlöse und ein Drittel des Personals setzt Big Pharma ein, um Arzneimittel auf dem Markt zu platzieren.
Zug um Zug werden dabei Krankheiten aufgebauscht oder schlicht ausgedacht. „Die Marketingleute jazzen das immer hoch. Das ist doch der natürliche Enthusiasmus“, erklärte Fred Nadjarian, Ge-schäftsführer der Firma Roche in Australien gegenüber dem „British Medical Journal“.

Ende der neunziger Jahre wollte Roche sein Antidepressivum Aurorix vermarkten, das gegen die soziale Phobie helfen soll, eine vorgeblich krankhafte Form der Schüchternheit. Eine von Roche gesponserte Pressemitteilung behauptete, mehr als eine Million Australier litten unter dem „die Seele zerstörenden“ Syndrom, das mit Verhaltenstherapie und Arzneimitteln zu behandeln sei. An-gesichts des großen Marktes rieb sich Nadjarian schon die Hände – doch dann bekamen er und seine Leute nicht einmal genügend Testpersonen für die klinischen Studien zusammen. Die soziale Pho-bie war weit seltener, als die Roche-Mitarbeiter zunächst sich selbst und anschließend der Öffent-lichkeit eingeredet hatten.

Diese Pleite offenbare ein Problem der Pharma-Branche, räumt Nadjarian ein – nämlich den Hang zur Übertreibung. „Wenn Sie die ganzen Statistiken zusammenzählen“, so der Manager, „dann müsste ein jeder von uns ungefähr 20 Krankheiten haben. Viele dieser Sachen werden völlig über-trieben dargestellt.“

An dieser Masche stören sich etliche Ärzte. Hermann Füeßl vom Bezirkskrankenhaus Haar etwa beklagt in dem Fachblatt „MMW“: Die Verbreitung „von Problemen wird durch epidemiologisch fragwürdige Untersuchungen ins Gigantische gesteigert, um dem Betroffenen aufzuzeigen, dass er sich in ‚bester Gesellschaft‘ befindet“.

Ärzte, besonders die Spezialisten, erreichen einen besseren Status, gewinnen an Einfluss und ver-dienen mehr Geld, wenn ein neues Territorium für die Medizin erobert wird. Professoren deutscher Universitäten steigen wie selbstverständlich als Meinungsbildner für die Pharma-Industrie in den Ring.

Diese „Mietmäuler“ (Branchenspott) streichen für einen Vortrag oder einen Auftritt auf einer Pres-sekonferenz Honorare in Höhe von 3000 bis 4000 Euro ein und machen offen Werbung für die ent-sprechenden Krankheiten und die dazu passenden Produkte.
„Wenn es keine Krankheit gibt, dann gehen die Pharma-Firmen pleite“, sagt Carlos Sonnenschein, Hormonexperte an der Tufts University in Boston.
„Die Tragödie der Wissenschaft liegt darin, dass Mediziner bereit sind, ihre Expertise zu verkaufen, um den Interessen der pharmazeutischen Firmen zu dienen.“
Ausgerechnet medizinische Gesellschaften sind vielfach eine enge Liaison mit der Industrie einge-gangen. Martina Dören, Professorin für Frauengesundheit an der Freien Universität in Berlin, kriti-siert: „Durch die in aller Regel dünne, auf Mitgliederbeiträgen beruhende finanzielle Ausstattung wissenschaftlicher Fachgesellschaften hat es sich leider etabliert, dass Kongresse ohne substanzielle finanzielle Unterstützung pharmazeutischer Firmen nicht mehr existieren können.“
Die allermeisten Daten zur Volksgesundheit werden im Auftrag von privaten Unternehmen und Kli-niken erhoben und von Public-Relations-Agenturen an die Medien geliefert. Die Zahlen beruhen bestenfalls auf Stichproben und werden hochgerechnet auf das ganze Volk. Häufig genug aber geht die behauptete Verbreitung einer Krankheit nur zurück auf beliebige Schätzungen.

Kein Misstrauen regte sich, als der Psychologe Alexander Dröschel aus Saarlouis im vorigen Jahr gegenüber der Deutschen Presse-Agentur verkündete, zwischen Stralsund und Konstanz litten rund eine Million Kinder an einer psychiatrischen Krankheit, dem Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperak-tivitäts-Syndrom (ADHS).

Seine Aussage wurde in ganz Deutschl. verbreitet, eine konkrete Quelle dafür vermochte Dröschel nicht anzugeben: „Es kursieren die unterschiedlichsten Zahlen. Da habe ich eine aus dem mittleren Bereich herausgegriffen.“ An Dröschels öffentlicher Spekulation finden einschlägige Pharma-Fir-men Gefallen: Sie halten Psychopillen für zappelige Kinder bereit, damit diese in Familie und Schu-le besser funktionieren, als die Natur sie geschaffen hat. Aggressiv buhlen sie um die jungen Patien-ten.

Die Firma Novartis mit Sitz in Nürnberg hat sogar ein Bilderbuch zum Thema ADHS herausge-bracht. Das Pharma-Märchen erzählt die Geschichte des Kraken Hippihopp, der „fürchterlich aus-geschimpft“ wird, weil er „überall und nirgends ist“ und ihm viele Missgeschicke passieren. Glück-licherweise erkennt Doktorin Schildkröte, was Hippihopp hat: „ein Aufmerksamkeitsdefizitsyn-drom“! Und sie weiß auch, was er braucht: „eine kleine weiße Tablette“.

Zu den Firmen, die sich den Markt selbst erfinden, gehört das Jenaer Unternehmen Biolitec. „Neuer Trend in der kosmetischen Chirurgie – erfolgreicher Einsatz von Biolitec-Lasern bei Vagina-Verjün-gung“ meldete die Firma vor einem Jahr.

Es seien „bereits erste Kliniken in Deutschland und Österreich dazu in der Lage, die Form der Vagi-na entscheidend zu verbessern und ein jugendliches Aussehen wiederherzustellen, so dass unter anderem auch das Lustempfinden der behandelten Frauen deutlich gesteigert werden kann“.

Für den behaupteten Zuwachs an Designerscheiden fehlte freilich jeder Beleg. Auf die Nachfrage, welche Ärzte denn Vaginen per Laser aufhübschten, nannte die beauftragte PR-Firma, die Financial Relations AG in Frankfurt am Main, zwar die Telefonnummern zweier Schönheitskliniken in Bad Reichenhall und Heidelberg. Wie sich herausstellte, konnte sich jedoch in beiden Häusern niemand erinnern, Scheiden verschönert zu haben. Die PR-Firma wollte dennoch nicht von ihrer Aussage ab-rücken und trieb nach vielen Tagen einen Chirurgen auf, der in Wien praktizierte.
Der Mann habe „Erfahrung mit kosmetischer Schamlippenkorrektur und bestätigt den Trend“. Der Handel mit Krankheiten kennt fünf Spielarten, wie sie der australische Kritiker Ray Moynihan und zwei Ärzte beschrieben haben:

Normale Prozesse des Lebens werden als medizinisches Problem verkauft. Nachdem bei-spielsweise die Firma Merck & Co. ein Mittel gegen Haarausfall entdeckt hatte, startete die globale PR-Agentur Edelman eine Kampagne. Sie fütterte Journalisten mit Studien: Ein Drittel aller Männer habe mit Haarausfall zu kämpfen. Zudem habe man herausbekommen, dass der Verlust des Kopfhaares zu Panik sowie emotionalen Schwierigkeiten führe und die Aussichten verringere, im Bewerbungsgespräch einen Job zu bekommen. Was man nicht erfuhr: Die Studie wurde von Merck & Co. gesponsert, und die medizinischen Experten, die den Journalisten die Zitate diktierten, hatte Edelman aufgetan.
Seltene Symptome werden als grassierende Krankheiten dargestellt. Seit der Einführung der Potenzpille Viagra breitet sich die Impotenz erstaunlich aus. Auf einer Internet-Seite des Viagra-Herstellers Pfizer heißt es: „Erektionsstörungen sind eine ernst zu nehmende und häufige Gesundheitsstörung: Ungefähr 50 Prozent der Männer zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr sind davon betroffen.“ Der Hamburger Urologe Hartmut Porst, einer der füh-renden Potenzforscher in der Welt, hält diese pauschale Aussage für heillos übertrieben: „Völliger Unfug.“
Persönliche und soziale Probleme werden in medizinische Probleme umgemünzt. In der Nervenheilkunde gelingt die Umwandlung der Gesunden in Kranke besonders gut, zumal „es keinen Mangel an Theorien gibt, nach denen fast alle Menschen nicht gesund sind“, wie der Hamburger Arzt Klaus Dörner spottet. Entsprechend rasant hat sich die Zahl der seeli-schen Leiden in den offiziellen „Klassifikationssystemen“ vermehrt. Im Katalog der ameri-kanischen Veteran’s Administration waren nach dem Zweiten Weltkrieg gerade einmal 26 Störungen notiert.
Das jetzt gültige „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ (DSM-IV) der Vereinigung der amerikanischen Psychiater zählt 395 verschiedene Leiden auf.
Risiken werden als Krankheit verkauft. Indem Normwerte für Messgrößen wie Cholesterin und Knochendichte herabgesetzt werden, wächst der Kreis der Kranken. Das Jonglieren mit Risikofaktoren wird in den nächsten Jahren eine ungekannte Beschleunigung erfahren: durch die kürzlich abgeschlossene Entschlüsselung des menschlichen Genoms. Fast im Wochen-takt werden inzwischen Gene entdeckt, die Krankheiten im späteren Leben auslösen oder begünstigen; darunter womöglich künftig auch „Krankheitsgene“, die angeblich zu sozial unerwünschtem Verhalten beitragen. Für die Ethiker Jacinta Kerin und Julian Savulescu wird die Auffassung von Gesundheit dadurch entscheidend verändert: „In diesem Sinne wird die Genetik uns die Sichtweise ermöglichen, dass wir alle in irgendeiner Hinsicht ‚krank‘ sind.“

Leichte Symptome werden zu Vorboten schwerer Leiden aufgebauscht. Das Reizdarmsyn-drom etwa geht mit einer Fülle von Symptomen einher, die jeder schon einmal gespürt hat und die viele als normales Rumoren im Darm ansehen: Schmerzen, Durchfall und Blähun-gen. Die diffusen Beschwerden treten vor allem bei Frauen auf und wurden bisher den psy-chosomatischen Erkrankungen zugerechnet.
Erst mit der Verfügbarkeit einer Arznei erwachte das Interesse der Industrie an der angeblichen Krankheit. Was in solch einer Phase in der abgeschotteten Pharma-Welt abläuft, dringt nur selten nach außen. Umso aufschlussreicher ist jenes vertrauliche Papier, dessen Inhalt voriges Jahr im „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde.

Es handelt sich um einen geheimen Strategieentwurf der PR-Firma In Vivo Communications. Ein auf 3 Jahre angelegtes „medizinisches Erziehungsprogramm“ sollte demnach den Reizdarm vom Ruch der psychosomatischen Störung befreien und als „glaubhafte, häufige und richtige Krankheit“ darstellen.

3. Teil
In dem Konzept der PR-Leute ging es um das Marketing für das Medikament Alosetron (in den USA: Lotronex) des Konzerns GlaxoSmithKline in Australien. Das erklärte Ziel des Schulungs-programms: „Das Reizdarmsyndrom muss in den Köpfen der Doktoren als bedeutsamer und eigen-ständiger Krankheitszustand verankert werden.“Auch die Patienten“müssen überzeugt werden, dass das Reizdarmsyndrom eine weit verbreitete und anerkannte medizinische Störung ist“.

Um skeptische Hausärzte zu überzeugen, empfiehlt In Vivo Communications die Veröffentlichung von Artikeln in führenden Medizinzeitschriften, wobei Interviews mit den Meinungsbildnern beson-ders wichtig seien. Deren Auftritt sei „von unschätzbarem Wert“, um die Informationen „klinisch gültig“ erscheinen zu lassen.

Auch Apotheker, Krankenschwestern, Patienten und eine medizinische Vereinigung sollten mit Wer-bematerial eingedeckt werden. Ein „Programm zur Patientenunterstützung“ schließlich solle sicherstellen, dass die Herstellerfirma bei den Verbrauchern „die Dividende der Treue einstreichen kann, wenn das Medikament des Konkurrenten auf den Markt kommt“.

Die größte Phantasie beim Ersinnen neuer Krankheiten legen zweifellos die Psychiater an den Tag. Seuchenhaft breiten sich Wahn und Irrsinn in Deutschland aus, was nicht nur den Stand der Nerven-ärzte und der Psychotherapeuten in Lohn und Brot hält, sondern auch pharmazeutischen Firmen glänzende Geschäftsbilanzen beschert. Die Aufklärungsfeldzüge der Industrie zielen auf milde see-lische Beeinträchtigungen, die einen großen Personenkreis betreffen könnten. Aufmüpfigen Kindern beispielsweise wird dann ein Leiden namens „oppositionelles Trotzverhalten“ attestiert.

Auch die Aufnahme der „prämenstruellen Dysphorie“ in die Hitliste der Seelenleiden hat die Klietel der Psychiater merklich vermehrt; nun dürfen sie das angeblich weit verbreitete Frauen-leiden behandeln – gegebenenfalls mit Psychopharmaka. Für diesen Markt hat die Firma Eli Lilly ein altbekanntes Produkt recycelt. Nachdem das Patent für den Pillenbestseller Prozac abgelaufen war, vermarktet das Unternehmen dieselbe Substanz nunmehr unter dem Namen Sarafem: als Pille gegen das schwere prämenstruelle Syndrom. Die Psychiater treten auf diese Weise in Konkurrenz zu Frauenärzten – die doktern mit Hormonpräparaten am gleichen Phänomen herum.

Finanzielle Verbindungen gerade zwischen Psychiatern und Pharma-Firmen sind in Deutschland gang und gäbe. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) beispielsweise lässt sich von Unternehmen wie Astra Zeneca, Aventis Pharma Deutsch-land, Lilly, Novartis Pharma und Organon „unterstützen“.

Die von Firmen gesponserten „Presse-Infos“ weisen die Öffentlichkeit auf immer neue Psycho-Lei-den hin. So war im September 2002 zu lesen: „Depressionen, Angsterkrankungen, Süchte – so heißen die neuen Zivilisationskrankheiten.“

Das kommt manchen Nervenärzten merkwürdig vor. „Die Methoden zur Vermarktung von Informa-tionen haben sich bis zu dem Punkt entwickelt, an dem die Denkart der Ärzte und der Öffentlichkeit innerhalb weniger Jahre bedeutsam verändert werden kann“, urteilt der britische Psychiater David Healy. „Dass die Verbreitung von Störungen um das Tausendfache steigt, scheint die Ärzte und die Öffentlichkeit nicht zu überraschen.“

Viele der „neuen Leiden der Seele“, wie sie der Baseler Psychiater Asmus Finzen nennt, sind in-dessen nichts anderes als Wechselfälle des normalen Lebens. Eigenbrötelei wird aufgebauscht zur „antisozialen Persönlichkeit“. Die natürliche Trauer hat ebenfalls Eingang in die Psychiatrie gefun-den: als „Anpassungsstörung“.
Für das Heer der angeblichen Psycho-Patienten hält die Industrie eine reichhaltige Auswahl an Me-dikamenten bereit. Antidepressiva, vor allem die selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), von denen Prozac das bekannteste Beispiel ist, sind zu Modedrogen gegen Schwermut, Traurigsein und Angst geworden. Die Prozac-Kapseln (in Deutschland als Fluctin auf dem Markt) erhöhen die Menge des Serotonins im Gehirn und heben auf diese Weise die Stimmung. Serotonin ist ein wichtiger Botenstoff im Gehirn, der Gefühle wie Stolz und Selbstwertgefühl beeinflusst.
Ursprünglich für die Behandlung schwerer Depressionen gedacht, werden SSRI in den westlichen Ländern heute gegen einen bunten Strauß von Störungen verschrieben, die es vor Jahren noch gar nicht gab: generalisierte Angststörung, Panikstörung, Zwangsstörung etwa oder akute Stressstörung. Der amerikanische Verbraucherschützer Arthur Levin sagt: „Die Symptome sind so breit und vage, dass beinahe jeder sagen könnte: Mensch, das bin ja ich!“

Seitdem klar ist, dass SSRI und andere Pharmaka bestimmte Facetten des menschlichen Verhaltens verändern, werden diese Züge und Stimmungen systematisch medikalisiert. Vor allem die „Angst“ hat Begehrlichkeiten der Pillenhersteller geweckt. Anfang 2002 arbeiteten sich 27 verschiedene Substanzen durch die Entwicklungspipelines der Industrie, die allesamt als Mittel gegen Angststö-rungen vermarktet werden sollen.

Gern werden Syndrome erfunden, die sich an bereits anerkannte Krankheiten anlehnen. Im Dunst-kreis der Depression wollen Ärzte und Industrie beispielsweise einen Zustand ausgemacht haben, den sie „Dysthymie“ nennen. „Müde, niedergeschlagen, voller Selbstzweifel – wer hat nicht manch-mal Phasen, in denen die ganze Welt grau in grau erscheint?“, fragt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde und behauptet: Für bis zu 3,3 Millionen Deutsche sei die eingetrübte Gefühlswelt ein Dauerzustand und werde „viel zu selten als Krankheitsbild er-kannt und entsprechend behandelt“. Der Volksmund ruft den Dysthymie-Patienten bei seinem ange-stammten Namen: Miesepeter.

„Manche Psychiater treiben ihre Diagnosen in der Tat so weit, dass am Ende wir alle etwas haben“, sagt Psychiater Finzen, der die Angaben zur Verbreitung der seelischen Krankheiten aus dem Ka-talog DSM-IV einmal addiert hat: Demnach leiden zu jedem beliebigen Zeitpunkt 58 Prozent der Bevölkerung an irgendeiner Form von Persönlichkeitsstörung – es ist also normal, psychisch krank zu sein.

Kaum besser ist es um den Körper bestellt. Beim Cholesterin etwa hat man vor einigen Jahren in Deutschland die Grenzwerte so definiert, dass Menschen mit „normalen“ Werten in der Minderheit sind, jene mit „unnormalen“ Werten dagegen die Mehrheit stellen.

Wie kann das sein? Eine umfassende Studie an 100 000 Menschen in Bayern hat einen Durch-schnittswert von 260 Milligramm pro Deziliter Blut ergeben. Die Nationale Cholesterin-Initiative, ein privater Interessenverbund von 13 Medizinprofessoren, schlug im Jahr 1990 dennoch einen Grenzwert von nur 200 vor und konnte ihn tatsächlich durchsetzen.

Die Mediziner der Cholesterin-Initiative repräsentierten Lobbyverbände, darunter die industrienahe Deutsche Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks und die Lipid-Liga sowie die Deutsche Ge-sellschaft für Laboratoriumsmedizin. In einem „Strategie-Papier“ forderten sie eine aggressive Ausweitung der Diagnose: „Jeder Arzt sollte den Cholesterinwert seines Patienten kennen.“
Durch das Dekret finanziell interessierter Mediziner wurde die Mehrheit der Deutschen zu Risiko-patienten erklärt. In der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen haben dem willkürlichen Grenzwert zufolge 68 Prozent der Männer und 56 Prozent der Frauen einen erhöhten Cholesterinwert. Bei den 50- bis 59-Jährigen sind gar 84 Prozent der Männer und 93 Prozent der Frauen betroffen.
Die Beschäftigung mit dem Cholesterinwert ist heute ein weit verbreiteter Zeitvertreib, an dem Ärz-te und Firmen Beträge in Milliardenhöhe verdienen. Der Bundesverband Niedergelassener Kardio-logen, die Firma Unilever (Margarine „Becel“), der Pharma-Konzern Pfizer und das Unternehmen Roche Diagnostics betreiben regelmäßig „Gesundheitsinitiativen“ mit dem Ziel, Menschen dazu zu bringen, ihren Cholesterinwert testen zu lassen.

4. Teil
In einer Broschüre, die in Apotheken ausliegt, heißt es: „Ab dem 30. Lebensjahr sollte jeder seinen Cholesterinspiegel kennen und alle zwei Jahre kontrollieren lassen.“ Ein erhöhter Cholesterinspie-gel sei „einer der wichtigsten Risikofaktoren“ für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die „Neue Apothe-ken Illustrierte“ bezeichnet Cholesterin als „Zeitbombe für die Gesundheit“.
Dabei ist die wachsartige Substanz ein lebenswichtiger Bestandteil des Körpers und wird beispiels-weise vom Gehirn in großen Mengen benötigt: Das Denkorgan enthält besonders viel Cholesterin. Die meisten Körperzellen können es selbst herstellen, wenn es in der Nahrung fehlt.

Zum Glück – denn ohne das so verteufelte Molekül würden die Zellen zu Grunde gehen.
Und doch denken viele Menschen voller Furcht an den frühen Herztod, sobald sie das Wort Chole-sterin nur hören. Es vergällt vielen das Frühstücksei und die Butter auf dem Brötchen und lässt sie nur noch mit Unbehagen in die Wurst beißen.

Getrieben vom schlechten Gewissen, ließen allein im Jahr 2001 mehr als eine Million Bundesbürger im Rahmen der „Gesundheitsinitiative“ ihren Cholesterinspiegel messen. Wie nicht anders zu er-warten, lagen mehr als die Hälfte der Getesteten über dem willkürlich festgelegten Grenzwert von 200 – sehr erfreulich für die beteiligten Ärzte und Firmen: Roche Diagnostics stellt Geräte zum Cholesterinmessen her; die Kardiologen bekommen neue Patienten, denen sie den Verzehr von But-ter ausreden – was wiederum der Margarinemarke Becel hilft; Pfizer schließlich setzt weltweit Mil-liarden Euro mit Medikamenten um, die den Cholesterinspiegel senken.

Der in den volkserzieherischen Großprogrammen erweckte Eindruck, die Cholesterintheorie sei eine gesicherte Erkenntnis der Medizin, täuscht. Viele Ärzte haben erheblichen Zweifel daran, ob das Cholesterin tatsächlich die Schurkenrolle spielt, die ihm im Drama Herzinfarkt zugewiesen wird.

Schon als 1990 in Deutschland der zweifelhafte Grenzwert von 200 ausgerufen wurde, gingen Ex-perten wie der Kardiologe Harald Klepzig von der Deutschen Herzstiftung in Frankfurt am Main auf Distanz. Inmitten der Cholesterinhysterie sagte er: „Wir wären glücklich, wenn eine einzige me-dizinische, kontrollierte Studie vorgelegt werden könnte, die zeigen würde, dass Menschenleben durch die Senkung von Cholesterin gerettet werden. Es fällt dagegen nicht schwer, zehn Studien herauszusuchen, die zeigen, dass eine Senkung des Fettes eher sogar mit einer höheren Sterblichkeit einhergeht.“

Und Paul Rosch, Präsident des American Institute of Stress und Medizinprofessor am New York Medical College, kommentiert: „Die Gehirnwäsche der Öffentlichkeit hat so gut funktioniert, dass viele Leute glauben, je niedriger ihr Cholesterinwert sei, desto gesünder seien sie oder desto länger würden sie leben. Nichts ist weniger wahr als das.“

Tatsächlich stützt sich die Behauptung vom bösen Cholesterin keineswegs auf Beweise, sondern nur auf Indizien – und von denen halten viele einer Überprüfung nicht stand. So veröffentlichte der For-scher Ancel Keys von der University of Minnesota im Jahr 1953 einen Artikel, der zum Grün-dungsmythos der Cholesterintheorie werden sollte. In seinem Aufsatz zeigte er ein Diagramm, das eine klare Beziehung zwischen dem Verzehr von Fett und der Sterblichkeit durch koronare Herz-krankheiten in sechs Ländern suggeriert.

„Die Kurve lässt kaum einen Zweifel am Zusammenhang zwischen dem Fettgehalt der Nahrung und dem Risiko, an koronarer Herzkrankheit zu sterben“, kommentierte damals die Medizinzeit-schrift „Lancet“.

So beeindruckend die Kurve verläuft – sie hat einen gewaltigen Schönheitsfehler: Keys hatte nur Daten aus 6 Ländern berücksichtigt – obwohl Zahlen aus insgesamt 22 Staaten vorlagen.

Wenn Keys „alle Länder einbezogen hätte, wäre nichts aus der schönen Kurve geworden“, sagt der Arzt Uffe Ravnskov aus dem schwedischen Lund. „Die Sterblichkeit durch die koronare Herzkrank-heit war in den USA beispielsweise dreimal höher als in Norwegen, obwohl in beiden Ländern ann-ähernd gleich viel Fett verzehrt wurde.“

Kritiker wie Ravnskov verneinen keinesfalls, dass ein Zusammenhang zwischen Blutfetten und Ko-ronarerkrankungen besteht. So leiden etwa 0,2 Prozent der Bevölkerung an familiärer Hyper-cho-lesterinämie: Menschen mit dieser Erbkrankheit haben zu wenige intakte oder gänzlich defekte Cholesterinrezeptoren.

Das Cholesterin kann deshalb kaum vom Blut in die Körperzellen transpor-tiert werden, so dass der Cholesterinspiegel steigt. Die Werte liegen bei 350 bis 1000 Milligramm pro Deziliter. Die Betrof-fenen haben ein extrem hohes Risiko, früher als andere an Herzinfarkt zu sterben, weil sie häufig an einer schweren Form der Arteriosklerose erkranken.

Allerdings ist fraglich, ob dieses Leiden mit der echten Arteriosklerose vergleichbar ist. Autopsie-studien an Menschen, die an familiärer Hypercholesterinämie litten, haben gezeigt, dass sich das Cholesterin nicht nur in den Gefäßen ablagert, sondern überall im Körper. „Viele Organe sind regel-recht von Cholesterin durchdrungen“, sagt Ravnskov. Deshalb ist es ein Irrtum, den Zusammenhang zwischen Cholesterin und Arteriosklerose auf Menschen mit normalem Cholesterinspiegel zu über-tragen.

Wenn der Arzt alte „Risikopatienten“ dazu drängt, auf cholesterinarme Lebensmittel umzustellen, so kann das für die Greise sogar gefährlich werden. Die Ernährung von Betagten sei „ohnehin schon durch Zahnprothesen, Verstopfung, Appetitmangel und Unverträglichkeit vieler Speisen beeinträch-tigt“, warnt der amerikanische Arzt Bernard Lown.

Der Herzspezialist und Buchautor hat selbst erlebt, wie eine hochbetagte Frau plötzlich abmagerte und verfiel, weil sie versuchte, ihren Cholesterin- und auch Blutzuckerspiegel zu senken.

Lown setzte dem bedrohlichen Unfug ein Ende: „Ich empfahl ihr, alle diese ärztlichen Ratschläge zu ignorieren und zu essen, was immer ihr Spaß machte. Innerhalb von sechs Monaten gewann sie ihr ursprüngliches Gewicht und auch ihre vitale und positive Stimmung wieder zurück.“

Die Diagnose sei eine der häufigsten Krankheiten, spottete schon der Wiener Satiriker Karl Kraus. Die Cholesterindebatte gibt ihm Recht – oder auch das Beispiel der Osteoporose: Einst wurde von einer solchen nur dann gesprochen, wenn das altersbedingte Schwinden der Knochenmasse tatsäch-lich zu einer Fraktur geführt hatte. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurde die Diagnose „Oberschenkelhalsbruch“ im Jahr 1995 in Deutschland in insgesamt 74 803 Fällen bei Menschen über 74 Jahren gestellt. Das entspricht in dieser Altersgruppe einem relativen Anteil von 1,2 Pro-zent.

Diese Zahl, die in anderen Industriestaaten vergleichbar sein dürfte, reicht für das Etikett Volks-krankheit nicht aus – deshalb musste die Osteoporose völlig neu erfunden werden.

Die Rorer Foundation sowie die Firmen Sandoz Pharmaceuticals und SmithKline Beecham sponserten 1993 ein Treffen einer Kommission der Weltgesundheitsorganisation (WHO), auf der genau dieser Schritt vollzogen wurde. Bereits „der allmähliche Abbau der Knochenmasse im Alter“, so die heute gängige Definition, sei als Osteoporose anzusehen.

Seither hat die Pharma-Industrie die Möglichkeit, so ein deutscher Arzt, „die Hälfte der Be-völkerung ab 40 Jahren bis ins hohe Alter mit Medikamenten zu versorgen“.

Um das neu definierte Leiden überhaupt diagnostizieren zu können, bedarf es einer trickreichen Messung der Knochendichte, bei der sich die Ärzte zu Nutze machen, dass ein Knochen umso mehr Röntgenstrahlen abschwächt, je dichter er ist. Die Ergebnisse werden vom Computer ausgewertet und sodann mit der Knochendichte eines 30 Jahre alten gesunden Menschen verglichen.
Das Verfahren stellt bei beinahe jedem älteren Menschen eine verringerte Knochendichte fest – eben weil der Knochenschwund genauso Folge des Alterns ist wie etwa faltige Haut.

Um trotzdem von einem pathologischen Vorgang sprechen zu können, musste die WHO willkür-liche Grenzwerte festsetzen. Eine Osteoporose liegt demnach vor, wenn die Knochenmasse unge-fähr 20 bis 35 Prozent unterhalb des Normwertes liegt – oder mehr als 2,5 Standardabweichungen unter der Norm. Auf Geheiß der WHO sind im Jahre 1993 ganze Bevölkerungsschichten plötzlich erkrankt: 31 Prozent der Frauen zwischen 70 und 79 Jahren leiden einer schwedischen Studie zu-folge seither an Osteoporose; von den Frauen über 80 gelten nun 36 Prozent als knochenkrank – selbst wenn sie sich in ihrem langen Leben noch nie etwas gebrochen haben.

Pharmazeutischen Unternehmen beschert die WHO-Definition Milliardenumsätze. Eine Studie aus den USA ergab: Jede zweite Frau über 45 Jahre, bei der die Knochendichtemessung eine Osteopo-rose anzeigt, lässt sich binnen eines halben Jahres mit einschlägigen Präparaten behandeln.

Eine wissenschaftliche Begründung für ihre Entscheidung blieben die WHO-Experten schuldig.
Als der deutsche Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen bei der WHO vor drei Jah-ren nachfragte, auf welchen Studienergebnissen der Beschluss fußt, wollte oder konnte der zu-ständige Mitarbeiter keine Quellen benennen.

Das ist kein Wunder: Der Nutzen der Knochendichtemessung für beschwerdefreie Patientinnen ist nicht belegt. Zu diesem Schluss kamen – unabhängig voneinander – deutsche, amerikanische und schwedische Studien.

Die Experten des Büros für Technikfolgenabschätzung der University of British Columbia im ka-nadischen Vancouver haben einen 174 Seiten umfassenden Bericht zu der Frage vorgelegt, ob das Diagnostizieren überhaupt etwas bringt. Ihr Fazit ist eindeutig: Die wissenschaftliche Beweislage spreche „nicht dafür, dass das Messen der Knochendichte bei gesunden Frauen in oder nahe der Me-nopause geeignet ist, um Knochenbrüche in der Zukunft vorherzusagen“.

Die Knochendichtemessung an beschwerdefreien Menschen wurde in Deutsch-land vor kurzem aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherer gestrichen.
Den Elan der Ärzte hat das nicht gebremst: Nunmehr hoffen sie, dass die älteren Menschen selbst für die nutzlose Diagnose blechen. Dazu verkaufen sie die Knochendichtemessung als „individuelle Gesundheitsleistung“ (IGeL), die der Patient aus eigener Tasche bezahlen soll.
„Wer in der Praxis IGeLn will, braucht ein bisschen Gespür für die ‚Kaufbereitschaft‘ und die rich-tige Situation“, rät die medizinische Fachzeitschrift „MMW“ ihren ärztlichen Lesern. Oft ergebe sich die Gelegenheit aus dem Gespräch: „Die Dame in den Wechseljahren mit ihren Osteoporose-Sorgen wird wahrscheinlich dankbar sein für den Hinweis ihres Arztes auf die Osteoporose-Diag-nostik und -vorbeugung in der Praxis.“
Die Medikalisierung des Lebens hält das britische Nuffield Council on Bioethics, ein elitärer Zirkel von 15 Philosophen, Ärzten und Wissenschaftlern, für einen neuen Megatrend. Der weltweit geach-tete Think- Tank warnte voriges Jahr: „Eines der Probleme liegt in der diagnostischen Ausbreitung oder der Tendenz, dass Störungen so breit definiert werden, dass mehr und mehr Individuen im Netz der Diagnose gefangen werden.“

Nicht nur die Gesetze des Markts fördern die Ausweitung der Medizin. Sie vollzieht sich auch des-halb so rasch, weil der Heilkunde seit Jahrzehnten kein Durchbruch gelungen ist.
Wo aber Therapien gegen Geißeln wie Krebs fehlschlagen, wo lukrative Pharma-Patente ablaufen, wo wütende Forschungsanstrengungen (jeden Tag erscheinen etwa 5500 medizinische Artikel) kei-ne Durchbrüche bringen, da wenden sich Mediziner und Pharma-Forscher den Gesunden zu.
Der im vorigen Jahr verstorbene Medizinhistoriker Roy Porter hielt die Medikalisierung des Lebens für ein strukturelles Problem der westlichen Gesundheitssysteme und Gesellschaften, weil in ihnen die bestmögliche medizinische Versorgung als Grundrecht gilt. Es entstehe „ein gewaltiger Druck – erzeugt von Medizinern, dem Geschäft mit der Medizin, Medien, aggressiv werbenden pharma-zeutischen Unternehmen und pflichtbewussten (oder anfälligen) Einzelpersonen -, die Diagnose behandelbarer Krankheiten auszuweiten“.

Wie eine außer Kurs geratene Rakete schraubten sich Ängste und Eingriffe immer höher. Ärzte und Konsumenten erlägen zunehmend der Vorstellung, „dass jeder irgendetwas hat, dass jeder und alles behandelt werden kann“.

Da hilft alles Leugnen nicht. Denn selbst wer sich der ausufernden Gesundheitsindustrie verwei-gert, offenbart damit nur, dass er ein Fall für sie ist:
Etwa drei Prozent der Bundesbürger, so hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychothera-pie und Nervenheilkunde entdeckt, gehen nur deshalb nicht zum Doktor, weil sie krank sind: Sie leiden unter der „Blut-, Verletzungs-, Arzt- oder Zahnarztphobie“.
JÖRG BLECH

KOMMENTAR Taschenspielertricks der Krankheitenerfinder

Da ist SpOn mal wieder auf einen Taschenspielertrick der Krankheitenerfinder aus der Pharmain-dustrie reingefallen, die möglichst jeden Einwohner zu einem chronisch Kranken und lebenslangen Medikamentenschlucker machen möchten, der ordentlich Geld in die Kassen spült.

„Unheilbare“ Krankheiten zu erfinden, ist natürlich am besten: Damit kann man den Patienten le-benslang teuer behandeln, ohne dass er von der Behandlung gesund werden muss. Besser geht’s ja gar nicht!

Da die Krankheit COPD erst vor 10 Jahren erfunden wurde und in Deutschland wohl sogar erst seit 5 Jahren bei Patienten diagnostiziert wird, seit es eine Versorgungsleitlinie der kassenärztlichen Ver-einigung zur Abrechnung von Behandlungen dieser Krankheit gibt (früher „Raucherlunge“, „Staub-lunge“, „Lungenunterfunktion“ etc.), schnellen natürlich die Fallzahlen in kürzester Zeit nach oben. Wenn die chronischen Raucherlungen von 2001 (so die Patienten noch leben) im Jahr 2011 nun al-lesamt COPD sind, beruht eine hohe Anzahl an erstmaligen Diagnosen alleine auf umbenannten Krankheiten.

Und wenn man nun hochrechnet, wie viele Erstdiagnosen COPD der letzten fünf Jahre, die in Wirk-lichkeit auch Alterkrankungen mit früher anderer Krankheitsbezeichnung waren, auf ein ganzes Le-bensalter eines Menschen hochgerechnet zusammenkommen, kommt man natürlich auf wahnsinnig hohe Zahlen. Taschenspielertricks, nichts weiter.

Es gibt was mit den Krankenkassen abzurechnen, also werden neue Kranke gesucht, notfalls mit Hilfe der Medien. Wie viele der SpOn-Leser sich wohl gleich am Montag zum Lungenfacharzt überweisen lassen, um sich mal durchchecken zu lassen? Es könnte ja was dran sein…

BTW, das Thema „Erfundene Krankheiten“ war vor acht Jahren sogar mal Titelthema des gedruck-ten Spiegel:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28210036.html

Und es kommen jedes Jahr diverse neu erfundene Krankheiten dazu und das Gesundheitssy-stem wird teurer und teurer.

http://www.presseanzeiger.de/pm/Deutschland-am-Gaengelband-der-Pharmaindustrie-WHO-der-Korruption-314555
Deutschland am Gängelband der Pharmaindustrie – WHO der Korruption verdächtigt Berlin/Poznan. Plötzlich ist die Schweinegrippe, die monatelang die Schlagzeilen beherrschte, von der medialen Bildfläche verschwunden.

Wie die Vogelgrippe vor kurzem in China ist die in einem mexikanischen Dorf aus der Taufe geho-bene Volkskrankheit und zum Schreckgespenst erklärte weltumspannende Seuche in der Bedeu-tungslosigkeit versunken. Leicht erklärlich, so teilt Peter Frühwald, einer der drei Bundesvorsitzen-den der Allianz für Bürgerrechte (Allianzpartei), am Mittwoch in Berlin mit.

Die Pharmaindustrie habe nämlich inzwischen die raffiniert über die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die in den jeweiligen Staaten global eingefädelten und mit großen Medienkampagnen begleiteten Verträge über Impfstoffe längst abgeschlossen und die Profite inzwischen zum größten Teil eingefahren.

Die Restgewinne werden bis 2012 garantiert, zumindest in Deutschland. Denn die Bundesregierung und vor allem die Regierungen der 16 Bundesländer haben sich vor den Pharmakonzernen beson-ders tief verneigt und ihnen sehr großzügig aus Steuermitteln die Gelder zugeschoben. Sie sichert das zu, ob die Impfstoffe gebraucht werden oder nicht. Tatsächlich besteht kaum Bedarf. Nur rund ein Zehntel der Deutschen hat sich impfen lassen. Die bundesdeutschen Landesregierungen bleiben auf den ohnehin sehr umstrittenen Pharmaka sitzen und versuchen sie nunmehr ihrerseits andernorts abzustoßen. Die Österreicher waren schlauer. Sie bezahlen nur die Impfstoffe, die tatsächlich ver-wendet werden.

Wie die polnische Zeitung und Internet-Agentur „Polskaweb News“ bereits vor einiger Zeit mitteil-te und gestern erneut bekräftigte, erhärtet sich der Verdacht der Korruption bei der WHO.

Als Schlüsselfigur gelte Prof. Albert Osterhaus. Der auch „Mr. Flu“ genannte Niederländer sei „Er-finder“ der Vogel- und der Schweinegrippe, habe diese der WHO als globale pandemische Gefahren untergejubelt und damit den Pharmariesen gigantische Profite zu Lasten der Steuerzahler zuge-schanzt.

Kein Wunder, denn die WHO beziehe für den Eigenbetrieb wesentlich mehr Finanzmittel aus priva-ten Arzneimittel-Konzernen als von den Regierungen der Welt.

Nach Ansicht des Abgeordneten der russischen Duma und Vorsitzenden des Gesundheitsausschus-ses, Igor Barinow, ist die WHO selbst bereits mit korrupten Subjekten infiziert.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, werde Russland aus der WHO austreten. Sein Land habe auf-grund der Schweinegrippe-Hysterie bereits vier Milliarden Rubel ausgegeben.
Neben Russland und Polen wird inzwischen auch in Dänemark und in den Niederlanden nach den Verantwortlichen einer denkbaren gigantischen Verschwörung recherchiert.

Der Rechercheur und Journalist Gerhard Wisnewski sagt, die WHO plant mit dem Phantom „Schweinegrippe“ Menschenversuche in großem Stil. Unter dem Vorwand, eine Pandemie zu be-kämpfen, empfehle sie den Einsatz von nicht ausreichend getesteten Impfstoffen mit anschließender „Auswertung der Ergebnisse“. An der Schweinegrippe selbst sterbe kaum jemand. Er nennt die Zahl von weltweit 429 Toten bei 6, 75 Milliarden Erdenbewohnern. ++

http://www.presseanzeiger.de/pa/Buchtipp-Wie-sich-Kooperationen-im-Gesundheitswesen-rechtssicher-550909

Gesundheit & Medizin

Buchtipp: Wie sich Kooperationen im Gesundheitswesen rechtssicher gestalten lassen

Welche grundlegenden Prinzipien zu beachten sind, damit die Zusammenarbeit zwischen Pharmaindustrie und Fachkreisen rechtskonform erfolgt, erläutern Kerstin Brixius, Alexander Maur und Rainer Ott in ihrem neuen Praxishand-buch, jüngst erschienen in der Wissenschaftlichen Verlagsgesellschaft.

Für die Kooperation zwischen Pharmaindustrie, medizinischen Einrichtungen und deren Personal sprechen sowohl forschungs- als auch gesundheitspolitische Aspekte. Wie sich trotz zahlreicher juristischer Beschränkungen eine wechselseitig nutzbringende Zusammenarbeit zwischen der pharmazeutischen Industrie und den Leistungserbringern im Gesundheitswesen gestalten lässt, verdeutlicht eine aktuelle Publikation der Wissenschaftlichen Verlagsgesell-schaft: Die Zusammenarbeit zwischen Pharmaindustrie und Fachkreisen in der Praxis. Ein Praxishandbuch. Wissen, das sich auszahlt
Die Autoren, die Rechtsanwälte Dr. Kerstin Brixius und Alexander Maur, beide Partner einer auf das Medizinrecht spezialisierten Kanzlei, sowie Rainer Ott, Pharmamanager und Berater, vermitteln einen kompakten Überblick über Kooperationsmöglichkeiten und deren rechtliche Beurteilung.
Das sehr fundierte Handbuch erläutert die gesetzlichen Vorgaben einschließlich standes- und be-rufsrechtlicher Normen sowie die Regelwerke der freiwilligen Selbstkontrolle. Praktiker erfahren, wie sie kodexkonform Kooperationen initiieren und dies – auch unter Berücksichtigung steuerlicher Aspekte – jederzeit rechtssicher realisieren können. Kurzum, ein gleichermaßen informatives wie nützliches Handbuch für Pharmamanager, die Projekte mit medizinischen Einrichtungen verant-worten.

Brixius, Kerstin / Maur, Alexander / Ott, Rainer

Die Zusammenarbeit zwischen Pharmaindustrie und Fachkreisen in der Praxis. Ein Praxishandbuch.

Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2011, 159 S., gebunden
ISBN 978-3-8047-2896-7 / 58.00 EUR (D), 59.70 EUR (A), 87.00 CHF

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12.01.2007
http://www.taz.de/1/archiv/?id=archivseite&dig=2007/01/12/a0259
„Ich habe Menschen bestochen“ John Rengen hat über dreißig Jahre für die „Globalplayer“ in der Pharmabran-che gearbeitet. Jetzt packt er aus und gibt einen Einblick in die schmutzige Trickkiste der Pharmaindustrie. Korruption, Bestechung und das Verschwin-denlassen von unerwünschten Studienergebnissen gehören zum Geschäft.

INTERVIEW ELKE BRÜSER
taz: Haben Sie früher auch schlecht geträumt?
John Rengen: Nein. Ich habe gut gelebt.
Woher kommen jetzt die Albträume?
Ich war über dreißig Jahre korrupt, habe Menschen bestochen und die Manipulation von Daten gedeckt.
Da sind Sie nicht der Einzige.
Klar. Aber es geht hier um kranke Menschen beziehungsweise um Menschen, die durch diese Präparate erst richtig krank werden oder sich umbringen oder andere gefährden.
Wie meinen Sie das?
Es ist kein Geheimnis, dass Arzneimittelstudien, die schlecht ausgehen, oft nicht veröffentlich werden. Sie werden auch nicht den Behörden vorgelegt, die etwa über die Zulassung eines Medikaments entscheiden. Sie verschwinden einfach in den Schubladen der Firmen.
Fluoxetin kann nicht nur Angst, Nervosität und Schlaflosigkeit herbeiführen, es besteht auch das Risiko von aggressivem Verhalten und konkreten Suizidgedanken, weil depressive Patienten durch den selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer aktiviert werden. Wussten Sie das schon damals?
Ja, solche negative Effekte waren bekannt.
Und die alarmierenden Daten wurden unterdrückt?
Ja. Sie wurden jedenfalls nicht weiter verfolgt, um die Zulassung nicht zu gefährden.
Kürzlich hat der medizinische Informationsdienst „arznei-telegramm“ geschrieben, dass eine Pharmafirma acht Studien auf den Weg bringen muss, damit sie zwei positive erhält. Die braucht sie, um die Zulassungsbehörden vom Nutzen ihres neuen Mittels zu überzeugen. Stimmt das?
Im Prinzip ja. Nur dass jedes Land sein eigenes Süppchen kocht. Auch innerhalb der EU werden in den einzelnen Staaten unterschiedliche Kriterien angelegt – trotz einer europäischen Arzneimittelbehörde. Und dennoch schielt die eine Zulassungsbehörde auf die andere.
Was heißt das?
Ich war in Schweden acht Jahre lang Geschäftsführer von Eli Lilly und sollte dafür sorgen, dass Fluoxetin dort auf den Markt kommt. Das war wichtig für die Firma, denn damals war das Mittel nur in Belgien zugelassen. Schweden ist schon wegen des Nobelpreises ein renommiertes Land und die Psychiatrie genoss hohes Ansehen. In Deutschland hatte die zuständige Behörde, damals das Bundesgesundheitsamt, Einwände gegen die Zulassung von Fluoxetin. Gar nicht gut für die Firma.
Was war Ihr Job?
Ich kümmerte mich darum, dass es positiv ausgehende Studien gab. In Schweden reichte es nicht, dass irgendwo auf der Welt solche Studien gemacht worden waren, das nationale Zulassungsprozedere verlangte auch lokale Studien. Welche aus Schweden.
Und was lässt Sie heute schlecht schlafen?
Die Methoden, die ich anwandte. Sie waren damals jedenfalls in Schweden neu. Es war schlicht Bestechung. Ich schloss so etwas wie Freundschaft mit sogenannten Meinungsbildnern oder solchen, die es werden wollten. Und ich brachte sie dazu, Nebenwirkungen in ihren Beiträgen zu unterdrücken und ein positives Votum abzugeben.
Ein leichter Job?
Nicht unbedingt. Aber ich habe Pharmakologie und Medizin studiert. War in jungen Jahren Popsänger und meine Lehrjahre bei Lilly hatten mich zum Genießer gemacht. Ich habe die Fachleute, die wir brauchten, geprofiled: Hobbys, Kinder, Vorlieben der Frau. Das ließ sich alles bedienen. Ich arrangierte Gourmetessen in Nobelrestaurants, am Nebentisch die schwedische Königin, exquisite Weinproben, Symposien in den Tropen. Schweden mögen das. Der Winter ist lang und dunkel. Ich fand die richtigen Jazzkeller, sang auch mal selbst und bezahlte die Prostituierten.
Floss auch Geld?
Ja, auch. Aber in Schweden war die Vermögenssteuer extrem hoch. Da muss man sich auch andere Sachen einfallen lassen. Eine Studie mit guten Resultaten, die hat uns damals etwa 10.000 Dollar gekostet. Das war vor mehr als zwanzig Jahren eine Menge Geld. Und eigentlich nur das Taschengeld, denn der Herr Professor bekam von Lilly auch noch die Zusage für eine Langzeitstudie. Das bringt Geld in die Klinik und nützt dem Renommee.
Kennen Sie das Ergebnis der Studie?
Nein, ich gehe davon aus, dass es keine gibt.
Wurde Fluoxetin in Schweden zugelassen?
Nie.
Dann waren Sie also erfolglos?
Nein, denn ich habe für einen guten Preis gesorgt. Der war dann maßgeblich für andere Länder. Das läuft in Schweden nämlich so: Bereits vor der endgültigen Zulassung verhandelt die Pharmafirma mit der Wirtschaftsbehörde über den zukünftigen Preis des Präparats. Mit 1,20 US-Dollar pro Tagesdosis von 20 Milligramm in der Achtzigerjahren, fiel der ansehnlich aus. Eine gute Verhandlungsbasis für den Konzern auf dem Weltmarkt.
Es hat aber lange gedauert, bis sich Ihr schlechtes Gewissen gemeldet hat.
Leider, sage ich heute. Allerdings habe ich schon früher einiges versucht.
Oder wollen Sie sich rächen, weil Lilly Sie gefeuert hat. Ohne Anerkennung Ihrer Dienste, ohne Rentenansprüche?
Nein, das ist nicht der Grund, obwohl sie mich gelinkt haben. Ich wurde nach Puerto Rico befördert und einen Monat später fristlos entlassen. Das hätte man in Schweden nicht so machen können. Es hätte die Firma sehr viel Geld gekostet.
Warum prangern Sie erst jetzt die Pharmaindustrie an. Sie wussten doch schon früher, dass Gesetze umgangen und gebrochen werden. Auf Kosten von Patienten.
Ich steckte mein halbes Leben in diesem Betrieb. Ich habe auch für Novo Nordisk gearbeitet und von Florida aus europäische Arzneimittelfirmen vertreten. Ich war skrupellos und egozentrisch. Es ging mir nur um meinen Erfolg.
Und jetzt packen Sie aus.
Ich habe angefangen.
Warum?
Mein kleiner Sohn. Ich sehe ihn aufwachsen und sehe die Welt mit anderen Augen.
Also späte Reue? Durch die Unschuld eines Kindes? Oder eine Beichte am Lebensende? Sie haben einen Herzschrittmacher, haben Diabetes und Ihr Sohn könnte Ihr Enkel sein.
Wissen Sie, mir geht es nicht mehr um die Vergangenheit. Ich bin auch kein Nestbeschmutzer. Mir geht es um die Gegenwart und die Zukunft.
Wie das?
Kürzlich stieß ich auf diese Werbung von Lilly in Eltern. Lilly vermarktet auch ein sogenanntes ADHS-Medikament. Gedacht für Kinder, die überaktiv sind und extrem unaufmerksam. Aber so wie Lilly die Anzeigen macht, da werden Eltern erst auf die Idee gebracht, dass ihr Kind – zappelig in der Schule, nicht so erfolgreich wie erwartet, mit den Gedanken oft woanders – ADHS hat. Eli Lilly rückt mit einer Art Fragebogen Verhaltensauffälligkeiten in die Nähe einer Krankheit, für die die Firma eine Pille hat – eine Krankheit, die ich übrigens für eine Erfindung halte. Direkt werben darf sie in Deutschland nicht für ihr Präparat. Das ist hier zum Glück verboten, da das Mittel verschreibungspflichtig ist.
Worauf wollen Sie hinaus?
Da ich weiß, wie Studien zu Psychopharmaka zustande kommen, kann ich nur sagen Vorsicht. Geht mit euren Kindern Fußball spielen oder Schlittschuh laufen, lasst den Fernseher aus und macht bitte nicht den Taxifahrer für sie. Etwa morgens direkt vor der Schule absetzen.
Gibt es Studien, die zeigen, dass sogenannte ADHS-Kinder dann besser klar kommen?
Schön wär’s. Aber wer soll die bezahlen? Pharmafirmen?
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claudia-grether-spricht-uber-betreuung-psychiatrie-und-korruption

von Igelin @ 2012-07-24 – 16:09:38

http://terragermania.wordpress.com/2011/10/19/ra-claudia-grether-spricht-uber-betreuung-psychiatrie-und-korruption/#comment-42612

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Geschädigte Bürger sprechen über Terror, Rechtsbeugung und Korruption in Deutschland.

von Igelin @ 2012-07-24 – 16:04:00

http://www.endzeiter.de

Geschädigte Bürger sprechen über Terror, Rechtsbeugung und Korruption in Deutschland.
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wir sind Mit-Menschen und alle miteinander verwandt

von Igelin @ 2012-07-23 – 20:48:27

Das Vierte, 20.15

Eine Frage der Gene

Auf der Suche nach gemeinsamen Vorfahren

Die Wissenschaft ist sich einig, daß die rund sieben Milliarden Menschen, die heute die Erde bevölkern, allesamt aus einer kleinen Gruppe von Männern und Frauen und deren Nachkommen hervorgegangen sind, die vor 200000 Jahren in Afrika lebten. Diese Gründergruppe der Menschheit setzte sich aus
höchstens 30000 zeugungsfähigen Erdbewohnern zusammen. Der Beweis dieser Behauptung findet sich in jedem Individuum in Gestalt der DNA, des Gencodes der Gattung Mensch. Der Gencode ist das unauslöschliche Band zwischen den Menschen über alle Kontinente, Hautfarben und Sprachen hinweg. Die DNA zweier zufällig ausgewählter, an ganz verschiedenen Stellen der Erde
lebender Menschen unterscheidet sich nur in etwa 0,1 Prozent. Die
Dokumentation begleitet Wissenschaftler, die sich auf die Suche nach den gemeinsamen Vorfahren aller Menschen gemacht haben.

Arte, 21.00

Der Gen-Code ist sogar zwischen Kapitalisten und den den armen ausgebeuteten Zeitarbeitern gleich.
zwischen den Psychiatern und ihren verachteten und geschundenen Opfern
zwischen den Politikern und ihren beherrschten Mit-Menschen gleich,
zwischen den Superreichen und den Obdachlosen . . .

Wie kommt das nur – ist niemand auf dieser Welt tatsächlich hochwohlgeboren ?!
Sind diese Superreichen und Mächten doch nur größenwahnsinnig und Süchtig ?!!!
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wir sind Verwandte
mehr Geld für die Pharmalobby

von Igelin @ 2012-07-23 – 20:27:20

AIDS-Konferenz in ­Washington begonnen

Washington. Ohne stärkere Investitionen und anhaltenden hartnäckigen Einsatz könnte die Welt ihre Chance auf die Eindämmung von AIDS vertun. Mit dieser eindringlichen Mahnung hat in Washington die 19. Internationale AIDS -Konferenz begonnen. Experten und Wissenschaftler sprachen zum Auftakt der
Tagung am Sonntag (Ortszeit) von einem möglichen Wendepunkt in den Bemühungen, die Oberhand über das HI-Virus zu erringen. Nach UN-Angaben fehlen jährlich noch immer sieben Milliarden Dollar, um 15 Millionen behandlungsbedürftige Menschen bis 2015 mit den nötigen Medikamenten zu versorgen. (dapd/jW)

Igelin: wenn Sie diesen Text richtig lesen, dass heißt es:
mehr Geld
für die Pharmaindustrie
es gibt kein Wissen über AIDS.

Antwort: Es kann kein Wissen über ein AIDS Virus geben, weil es kein Virus gibt.
AIDS ist die Folge von zu viel Anti-biotika.
Also haben die Pharmalobby schon tüchtig abkassiert – aber es ist ihnen noch nicht genug.
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Pharmalobby will mehr Geld
Studienanfänger mit Deutsch-Schwächen

von Igelin @ 2012-07-23 – 20:20:28

Junge Welt
Studienanfänger mit Deutsch-Schwächen

Berlin. Studienanfänger in Deutschland haben einer Studie zufolge massive Lücken in Rechtschreibung und Grammatik. Auch gebe es »eine mangelnde Fähigkeit bei der Lesekompetenz« und Schwächen beim Formulieren und Schreiben zusammenhängender Texte, sagte der Bayreuther Philologieprofessor Gerhard Wolf am Montag im Deutschlandradio Kultur. Die Studie sei wegen ihrer »bestürzenden« Ergebnisse bislang noch nicht veröffentlicht worden.

(AFP/jW)

Igelin: Nanu – was haben diese Schüler denn 12 oder 13 Jahre lang in den Staatsschulen gemacht – und wofür haben sie ihre Noten bekommen ?

Die Hauptsache – sie sind brave und gute Staatsbürger – „Der deutsche Michel, dumm und stark“
Kommentare (1)
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Geschichte ist Gegenwart

von Igelin @ 2012-07-23 – 20:16:25

Mord aus Konsens
Führt eine Spur von der staatlich verordneten Entwürdigung von Flüchtlingen zu der Mordserie des »Nationalsozialistischen Untergrundes«?
Wolf Wetzel

Am 18. Juli 2012 erklärte das Bundesverfassungsgericht (BVG), daß das Asylbewerberleistungsgesetz aus dem Jahr 1993 verfassungswidrig ist. An diesem Gesetz hatten alle »Volksparteien«, von CSU/CDU, FDP bis SPD mitgewirkt. Mehr noch: Welche Regierung auch seither an der Macht war, sie verschärfte die Regelungen. Als Begründung für diese fortgesetzte,
parteiübergreifende, verfassungswidrige Praxis wurde angegeben, daß man alles dafür tun wolle, um einen »Bleibewunsch« der Flüchtlinge nicht zu befördern.

Den Gesetzentwurf hatte 1992, also kurz nach dem Pogrom von
Rostock-Lichtenhagen, die CSU/CDU-Frak­tion eingebracht: »Der
wirtschaftliche Anreiz, nach Deutschland zu kommen, muß gemindert werden«, sagte Ex-CSU-Generalsekretär Bernd Protzner damals im Bundestag. Von der Beschränkung auf Sachleistungen erhoffte sich seine Fraktion eine »Eindämmung des ungebremsten Einwandererzustroms« (taz vom 18. Juli).
Dieses Ziel verfolgten in der Praxis – entsprechend ihrem rassistischen und neonazistischen Weltbild – die führenden Mitglieder des »Thüringer Heimatschutzes«, die fünf Jahre später in den Untergrund gingen, um ihre mörderischen Absichten in die Tat umzusetzen.

Pogrome
Selbstverständlich ist es nicht dasselbe, ob man das Leben der hier schutzsuchenden Flüchtlinge zur Qual macht oder ob man sie umbringt.
Gemeinsam ist diesen Handlungen jedoch die Matrix, daß Menschen, die nicht deutsch genug sind, minderwertig sind, also weder die gleichen Rechte, geschweige denn die gleiche Menschenwürde haben dürfen. Daß hier Menschen leben, die »zu viel« sind, »hier nichts zu suchen haben«, ist keine neonazistische Erfindung, sondern der breite Konsens, aus dem das Asylbewerberleistungsgesetz schöpft.
(Igelin: und die PsychKG der Länder)
Anfang der 90er Jahre wurde generalstabsmäßig eine »Asyldebatte« entfacht. Die dabei beschworene »Asylflut« führte geradewegs zu der Schlußfolgerung »Das Boot ist voll« (Der Spiegel). Allgegenwärtigkeit und Medienpräsenz dieser Kampagne lagen nicht in den Händen neonazistischer Organisationen.
Sie wurde von etablierten Parteien, von der großen Koalition aus
CSU/CDU/FDP/SPD und fast allen bürgerlichen Medien ins Leben gerufen – auf deren rassistischen Gehalt sich immer wieder lächelnd neonazistische Kader bezogen, wenn ihnen Anstiftung, Mordaufrufe und Pogrome zur Last gelegt wurden.

Viele politische Enttäuschungen und soziale Unzufriedenheiten, aber auch der von allen Parteien wieder aufpolierte Stolz, ein Deutscher zu sein, bekamen ein staatlich zugewiesenes, rassistisch markiertes Opfer: Die Ausländer, die Flüchtlinge, die »Scheinasylanten« und die Juden, die in
allen stecken, hinter allem stehen. Eine ungeheure Pogromwelle zog durch das vereinte Deutschland, eine Mordwelle, die bereits in den ersten beiden Jahren nach 1990 über dreißig Menschen das Leben kostete und denen, die gemeint waren, das Leben zur Hölle machte.

Einzelfälle
Inbegriff dieser mörderischen Allianz wurde Rostock-Lichtenhagen 1992. Dort wurde ein Flüchtlingsheim tagelang belagert. Als es lichterloh brannte, machten bereitstehende Hundertschaften »Pause« bzw. »Schichtwechsel«. Die (außerparlamentarische) Linke war diesem Bündnis aus Regierungspolitik und deutschnationaler Pogromstimmung nicht gewachsen. Wenn sie intervenierte,
Schutz von Flüchtlingsheimen organisierte, stand sie regelmäßig einem Großteil der Bevölkerung, Lokalpolitikern und aus dem Boden schießenden neonazistischen Schlägertrupps gegenüber. Diese konnten in erschreckend kurzer Zeit »national befreite Zonen« schaffen, in denen linke »Zecken« und
alles, was nicht »deutsch aussieht und fühlt«, bedroht waren.

Zwei Jahre lang – bis zum Mordanschlag in Mölln am 22. November 1992 – galt als Regierungsstil die Beileidsbekundung: Zuerst bedauerte man den neuesten »ausländerfeindlichen Übergriff«, je nach Verletzungsgrad, auch mit Entsetzen, um im zweiten Halbsatz die Dringlichkeit einer Grundgesetzänderung, die Abschaffung des Asylrechts ins Zentrum der eigentlichen Aussage zu rücken.

1993 war es dann soweit: Was Neonazis und »anständige« Deutsche, mit Springerstiefeln und im Anzug, mit Haß und »verständlicher« Sorge jahrelang, unter Schirmherrschaft einer großen Koalition im »Einzelfall« betrieben, wurde systematisiert, verstaatlicht, verrechtlicht: Am 26. Mai 1993 verabschiedete der Deutsche Bundesstag mit einer satten
Zweidrittelmehrheit die de facto Abschaffung des Asylrechts
(Grundgesetzartikel 16). Fortan war Deutschland von erfundenen »sicheren Drittstaaten« umgeben, in die Flüchtlinge sofort abgeschoben werden konnten. Für sie war Deutschland auf dem Landweg nicht mehr erreichbar. Schafften sie es dennoch per Flugzeug, erwartete sie eine bis auf 98 Prozent ansteigende Ablehnungsquote von Asylanträgen – die sichere Rückkehr
in Hunger, Folter und Tod.
Zweidrittelmehrheit

Aufgrund extrem hoher Zahlen von »Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund« wurde in Sachsen-Anhalt eine landesweite Kampagne gegen neonazistische Gewalt gestartet, unter dem Motto: »Nicht weggucken«. Was darunter der Polizeichef in Dessau, Hans-Christoph Glombitza verstand,
hielten Beamte in einem Gesprächs­protokoll vom 5. Februar 2007 fest: »Das ist doch nur für die Galerie.« Anschließend gab er seinen Untergebenen Anweisungen, wie man zumindest die Statistik aufs unauffällige Mittelmaß drücken und damit das Ansehen des Bundeslandes wieder liften könne: Erstens gäbe es die Möglichkeit, »daß man nicht alles sehen müsse« und zweitens
könne man einen Bericht »auch langsamer schreiben«. Selbstverständlich handelt es sich dabei, laut Innenminister Holger Hövelmann (SPD) um einen bedauerlichen Einzelfall. Am 8. Juni 2007 wurde im selben Bundesland, in Halberstadt, eine Theatergruppe von einer Horde Neonazis zusammengeschlagen. Die gerufene Polizei befolgte geradezu vorbildlich das oben beschriebene Drehbuch: Man hielt so lange die Personalien der Opfer fest, bis die Täter ausnahmslos geflüchtet waren. Ist das nicht das Drehbuch, nach dem auch die NSU-Morde »aufgeklärt« werden?

Ist es ein Zufall, daß der »Thüringer Heimatschutz«, aus dem der NSU hervorging, seine Wurzeln in jener Zeit hat, wo kaum ein Tag verging, wo nicht ein Flüchtling, ein Mensch, der nicht deutsch genug aussah, bedroht bzw. angegriffen wurde? Ist es richtig, daß die Evakuierung des Flüchtlingsheimes in Hoyerswerda 1991 nach tagelanger Belagerung als ein Sieg derer zu verstehen ist, die Flüchtlinge zum Teufel wünschten? Was sollten neonazistische Gruppierungen für einen Schluß ziehen, wenn Flüchtlingsheime belagert, angegriffen und niedergebrannt wurden und die
Polizei zuschaute, nicht eingriff? Welchen Schluß sollten neonazistische Gruppen aus dem Fakt ziehen, daß alle Parteien (mit Ausnahme der Grünen und der PDS) die Flüchtlinge als ein Problem definierten? Welchen Schluß sollten neonazistische Gruppen aus dem Umstand ziehen, daß nach den zahlreichen Pogromen, denen Dutzende zum Opfer fielen, eine
Zweidrittelmehrheit im Bundestag die Abschaffung des Asylrechts beschloß?

Bestätigt die Tatsache, daß Flüchtlinge bewußt menschenunwürdigen Umständen ausgesetzt werden, kaserniert, der Residenzpflicht unterworfen werden (ein besserer Hausarrest), statt mit Geld mit Sachgutscheinen an der Kasse bezahlen müssen, neonazistische Gruppen nicht in ihrer Überzeugung, daß Nicht-Deutsche Menschen zweiter Klasse sind?

Welchen Schluß sollten neonazistische Gruppen aus der Erfahrung ziehen, daß nicht sie verfolgt und kriminalisiert wurden, sondern antifaschistische und antirassistische Gruppen, die versuchten, gegen diese Pogromstimmung Widerstand zu leisten? Gibt es irgendeinen Grund, nicht anzunehmen, daß die Abschaffung des Asylrechts, die Institutionalisierung rassistischer
Grundannahmen, die systematische Entwürdigung von Flüchtlingen, die Denunziation der Schutzsuchenden als »Wirtschaftsflüchtlinge«
neonazistische Gruppen beflügelt, getragen, bestätigt hat, weiterzumachen, bis das Wirklichkeit wird, was sie schon immer forderten: Deutschland den Deutschen?

Könnte es sein, daß die Zweidrittelmehrheit, die sich für die Abschaffung des Grundrechts auf Asyl, für die Verabschiedung und Verschärfung des Asylbewerberleistungsgesetzes eingesetzt hat, daß diese Zweidrittelmehrheit auch in den staatlichen Verfolgungsbehörden zu finden ist, die dafür gesorgt haben, daß der neonazistische Terror des NSU nicht verhindert, nicht gestoppt werden konnte? Also alles andere war als eine
Aneinanderreihung von individuellen Unzulänglichkeiten und Pannen, sondern Ausdruck einer komfortablen Mehrheit – auch in den Verfolgungsorganen?

Wolf Wetzel ist Autor des Buches: Geschichte, Rassismus und das Boot. Edition ID-Archiv, Berlin 1992. Einige Texte aus dem Buch im Internet:

wolfwetzel.wordpress.com

Genau das ist das Klima, wo Psychiatrien existieren 200 und mehr im Lande deutsch, wo lästige Mit-Bürger entsorgt werden.
Schön sauber und adrett von Medizinern im weißen Kittel.

Weiß mag das Pseudonym sein für Reinheit – aber weiß ist nicht rein – Weiß ist die komplexeste Farbe, die alle anderen Farben enthält.

Auch Ärzte und schon gar nicht Psychiater sind rein – das ist nur ihr verlogenes Mängelchen. Der Vorhang – das Tabu, damit die unbedarften Normalsterblichen nicht vorzeitig erfahren, was sie hinter den Türen erleben werden . . .
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Geschichte ist Gegenwart
so wirds gemacht und die Politiker haben die Gesetze für die kapitalistischen Betrügereien geschaffen.

von Igelin @ 2012-07-23 – 20:01:12

Junge Welt
Tod dem Heuschreck
Schnäppchen TLG-Wohnungen
Klaus Fischer

Es gibt wieder Futter für die Finanzinvestoren. Die TLG, Nachfolgetruppe des DDR-Discounters Treuhand, muß ihre Wertsachen auf den Grabbeltisch legen. Rund 12000 Wohnungen und mehr als 300 Gewerbeimmobilien werden präsentiert, angeb­lich 1,7 Milliarden Euro wert.

Für Blackstone, Cerberus, Apollo oder wie die Anwärter auf Restbestände vormaligen »Volkseigentums« heißen, ist Geld kein Problem. Problematisch ist es neuerdings eher, daraus Profit zu schlagen. Das Überraschungspaket der Bundesregierung kommt da gerade recht. In Deutschland Wohnungen und Büroräume zu kaufen, gilt derzeit als tolles Geschäft.

Wer am Ende auch den Zuschlag bekommt, wird kein Risiko eingehen. Geschäfte dieser Art sind die ökonomische (Per-)Version des Perpetuum mobile: Ein Laden wird gekauft. Er wird in die Form einer Kapitalgesellschaft gebracht.
Die bekommt den Kaufpreis als Schulden eingeschenkt, und dann preßt man sie leidenschaftslos aus. Deutschland ist ein Rechtsstaat, all das ist gesetzlich geregelt, seit die Schröder-Fischer-Eichel-Gruppe die Republik neoliberal paßfähig gemacht hat. Hier wird Freiheit gelebt und nicht behindert. Jedenfalls die des Kapitalverkehrs.

Da müssen auch die TLG-Mieter durch. So wie die der Gagfah, oder deren Dresdner Erwerbung WOBA. Die Ausrede, man habe Merkel/Westerwelle oder früher Schröder/Fischer nicht gewählt, ist irrelevant. Mehrheitlich lassen es die Leute hier zu, daß Elemente der grundlegenden Daseinssicherung und -vorsorge dem Kapitaldiktat unterworfen sind. Alles ist ein Markt, und die Kälber wundern sich, wenn sie plötzlich verkauft und geschlachtet werden.

Gut, es gab einen kurzen Lichtblick. In der Partei Die Linke kam die Idee auf, eine Genossenschaft zu gründen. Die sollte die Wohnungen erwerben und sozial behutsam verwalten. Geldgeber waren da. Kompetenz auch. Sogar ein Art politischer Absicherung, denn die Partei hätte moralisch als Garantiefaktor gewirkt. Das war kühn – und so utopisch wie eine versuchte Regulierung der Banken.

Es mußte scheitern, weil die Regeln das nicht vorsehen. Eine lautet: Sozialisiert wird nur, was keinen Profit abwirft, oder mit Steuergeldern wieder aufgepäppelt werden muß. Wie die legendäre Pleitebank Hypo Real Estate. Profitträchtiges indes ist zu verscherbeln, weil ja bekanntlich der Staat als Unternehmer nichts taugt. Das ist zwar Blödsinn, wird als
ideologisches Dogma aber eifrig hochgehalten.

Wer dies ändern will, muß den Heuschrecken die Lebensgrundlage nehmen und die Freiheit des Kapitalverkehrs einschränken. Professionelle Anleger akkumulierter Gewinne brauchen harte Regeln. Und Menschen brauchen elementaren Schutz vor Miethaien, Strompreistreibern, Lebensmittelspekulanten. Den bekommen sie nicht von der übergroßen Koalition aus CDU/CSU/FDP/SPD und Grünen. Den müssen sie sich erkämpfen, wie einst das Streikrecht.
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alles ist Markt
Auch Macht-Sucht verändert das Gehirn – die Dosierungen müssen immer mehr steigen um den Rausch-Kik zu finden.

von Igelin @ 2012-07-23 – 19:51:12

22.07.2012
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Von Obama bis Putin: Wie Macht das Gehirn verändert

Andreas von Rétyi

Was macht die Macht mit dem menschlichen Gehirn? Wer das Verhalten der Mächtigen studiert, findet Veränderungen und abnorme Entwicklungen.

Nur wenige Menschen können mit einer Machtposition verantwortungsvoll umgehen. Fehlt die persönliche Reife handelt es sich um die gefährlichste Form von Sucht. Eine Sucht, die ganze Völker vernichtet und vernichten kann . . .
Und das hat immer wieder brandgefährliche Folgen.
Psychologische und neurologische Analysen lassen die Hintergründe dafür erkennen.
Geld verdirbt bekanntlich den Charakter; zumindest ist das sehr häufig der Fall. Darüber hat der Informationsdienst Kopp Exklusiv oft mithilfe aktueller Fälle berichtet.
Das gilt nun aber gleichermaßen auch für Macht.
Nicht jeder strebt danach, nur wenige drängen zum Äußersten und gelangen beispielsweise in höchste Regierungspositionen.
Sie werden legal gewählt oder schwingen sich mit Gewalt zu Diktatoren auf.
Schon das alte Radfahrerprinzip beschreibt den Mechanismus der Macht auf jeder Ebene: nach oben buckeln, nach unten treten. Und wenn es kein »Oben« mehr gibt, umso besser, dann wird nur noch getreten.
Es mag den geborenen Machtmenschen geben, aber auch er entwickelt sich in seinem Umfeld. (Igelin: das bezweifle ich – ehr ist es eine Frage der Konditionierung und Dressur – (Alice Miller: das Drama des begabten Kindes)

Je größer die Macht ist, die er auf sich vereint, desto mehr weicht er in der Regel von der Norm ab.
Er ist dann bereit, Handlungen durchzuführen oder zu veranlassen, die er zuvor niemals erwogen hätte. (Nur um den Kick des Rausches eines Süchtigen zu erfahren)
Das ist auch das Ergebnis aktueller Untersuchungen zu Veränderungen, wie sie sich im Gehirn jener abspielen, die in entsprechend einflussreiche Positionen gelangt sind und dabei über Leben und Tod entscheiden.

Neurologen und Psychologen haben sich intensiv mit dieser Problematik auseinandergesetzt. Sie haben das Verhalten von mächtigen Menschen wie beispielsweise US-Präsident Barack Obama und dem russischen Staatschef Wladimir Putin untersucht. Die Ergebnisse sind erschreckend.

Den Volltext dieses Artikels lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Hintergrundinformationsdienstes KOPP Exklusiv.

Aber auch in Welt der Wunder schrieb ich einen Artikel über die Gehirnveränderung bei Sucht ab. Dass Sucht immer höhere Dosierungen benötigt, um diesen Kick des Rausches zu erlangen.
Allerdings fehlen dort die gesellschaftlich anerkannten und bewunderten Süchte wie Arbeitssucht, SexSucht, Kauf-Sucht, GeltungsSucht Macht-und Herrschsucht. Aber sie funktionieren genauso – eine Sucht-Entwöhnung endet gewöhnlich damit, dass eine Sucht Z.B, Alkohol-Sucht in eine andere umgewandelt wird (KoffeeinSucht) Aber das Prinzip der Sucht wird nicht angetastet.
Weil den Therapeuten der richtige Ansatz, die reale Vorstellung über Sucht fehlt. Sucht als materieller Ersatz der Suche nach Gott, nach sich selbst, nach der Wahrheit.
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Sucht-Gehirn
immer mehr Veröffentlichungen im Internet über die Psychiatrie, diesen christlichen ‚Staat und ihrer Zuhälter

von Igelin @ 2012-07-23 – 14:58:38

http://www.kriminalstaat.de/Chrome-1024/1024.htm
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mehr Veröffentlichungen
Ihr Immunsystem braucht keine Antibiotika

von Igelin @ 2012-07-23 – 14:43:05

aus: Kopp online
23.07.2012 Artikel senden | Drucken |
Wie Antibiotika Ihr Immunsystem zerstören
Craig Stellpflug
Ihr Immunsystem befindet sich beständig auf einer »Seek-and-destroy«-Mission – es hält Ausschau nach fremden Eindringlingen, natürlich auftretenden Zelldefekten und mutierenden Zellen. Das Immunsystem erinnert sich an die Übeltäter und greift zu Maßnahmen, die den Feind in der Vergangenheit erfolgreich unschädlich gemacht haben. Immunzellen gehören zu den am schnellsten wachsenden Zellen unseres Körpers.

Die Immunabwehr des Körpers beruht zu 80 Prozent auf den im Darm angesiedelten freundlichen Bakterien. Die Entwicklung der Darmflora beginnt bei Kindern schon im Mutterleib, setzt aber erst acht Tage nach der Geburt richtig ein. Ab der ersten Muttermilch siedeln sich mehr Bakterien im Darm an, und ab jetzt legt das Immunsystem des Säuglings ein Verzeichnis der guten und
schlechten Zellen im Körper an. Dieses Verzeichnis wird lebenslang geführt, das Immunsystem vergisst einen Eindringling nie.

Wo das Problem anfängt

Man kann einem Säugling nichts Schlimmeres antun, als ihm Antibiotika zu verabreichen. Denn Antibiotika töten unterschiedslos Bakterien, die guten wie die schlechten. Das Immunsystem des Babys wird durch eine Antibiotikabehandlung für immer verändert, und da die meisten Neurochemika ebenfalls im Darm gebildet werden, wird auch das Nervensystem des Babys verändert. Antibiotika, die als Retter der Menschheit vor Krankheiten gepriesen werden, bescheren uns Krebs und degenerative, chronische Erkrankungen.

In dem Moment, wo dem Säugling oder Kind das erste Antibiotikum verabreicht wird, werden die Darmbakterien ausgelöscht und die Fähigkeit des Immunsystems, ausreichend Immunzellen zu bilden, für immer beeinträchtigt. Der Darmpilz hat nun keine Widersacher mehr und beginnt sich auszubreiten, ohne von den freundlichen Bakterien in Schach gehalten zu werden. Auf den Pilz folgen Parasiten, die ebenfalls von den Nahrungsmitteln und Mineralstoffen leben, die doch eigentlich den Körper ernähren sollen. Der erste Schritt zu Krankheit und Krebs ist getan.

Der gleiche Prozess läuft ab, wenn ein Erwachsener nur ein einziges Mal Antibiotika einnimmt. Alles wird dauerhaft verändert, jahrelange gezielte Ernährungs- und Probiotika-Therapien sind nötig, um wieder so etwas wie Normalität im Körper herzustellen.

Die Rolle der Schwermetalle

Über 80 Prozent der Schwermetalle werden über die freundlichen Darmbakterien entfernt. Doch bestimmte schlechte Bakterien und der Pilz halten die Schwermetalle fest und schleusen sie in den Körper, wo sie in verschiedene Gewebe und Organe gelangen, die sie für spätere Angriffe schwächen. Ein Pilz ist ein Abräum-Organismus, der sich von angegriffenem Gewebe ernährt. Irgendwann, wenn er stärker und unser Körper schwächer wird, dringt er in gesundes Gewebe ein.

Der Doppelschlag Krebs

Haben schlechte Bakterien erst einmal die Oberhand gewonnen und der Pilz nistet sich ein, wird die Darmwand durchlässig, so dass nur teilweise verdautes Essen, Bakterien und Allergene ins Blut übergehen können. Jetzt muss das bereits geschwächte Immunsystem versuchen, den Darm sauber zu halten und gleichzeitig mit dieser neuen Bedrohung für den Körper fertigzuwerden. Und alles begann mit einem gutmeinenden Kinderarzt, der das Falsche unternahm, und mit Eltern, denen man das Falsche gesagt hatte.

Krebs ist eine Entzündungskrankheit. Der Darm wird geschwächt und das Eindringen von Partikeln ins Blut löst im gesamten Körper entzündliche Prozesse aus. Chronisch entzündete Organe werden zur Zielscheibe von Schwermetallen, Viren, Bakterien und Pilzen. Aber damit endet die Schädigung noch nicht, da unser hochgradig industriell verarbeitetes Essen die geschwächte Darmbarriere überwindet und der Bauchspeicheldrüse Stress und Ärger bereitet. Chronischer Stress schwächt die Organe und macht sie anfälliger für Krankheiten und Krebs.

Und wo endet es…

Es endet damit, dass Sie wohlüberlegte Entscheidungen treffen, bevor Sie in eine medizinische Behandlung einwilligen, einschließlich der Einnahme von Antibiotika. Sie sind es, der den Nutzen zieht oder unter den Folgen leidet – nicht der Arzt, der Ihre Zuzahlung kassiert und Sie eine »Einwilligungserklärung« unterschreiben lässt, bevor er mit der Behandlung beginnt.

Antibiotika heißt auf gut deutsch: gegen das Leben
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Immunsystem und Antibiotika
Kabale um Psychiatrie

von Igelin @ 2012-07-23 – 14:35:00

Wer Psychiatrie und ihre Zuhälter erleben musste – ändert unweigerlich seine Einstellung zum Leben, setzt neue Prirotitäten und sucht die Wahrheit unter der Oberfläche der Kultur.

Psychiatrie ist sozusagen ein Crashkurs für die Opfer: hart, böseartig, brutal wird alle Illusion hinweggefegt – wird das Wesen des Lebens bloßgelegt und geklärt.

„Was uns nicht tötet – macht uns nur stark“.
Die Überlebenden haben ihre Angst verloren – wurden mit dem Kern des Lebens konfrontiert.

Psychiatrie ist Politik – hat mit Medizin nichts zu tun.
Psychiatrie ist Macht – hat mit Wissenschaft nichts zu tun.
Psychiatrie ist Gewalt und Zwang – hat mit Heilung nichts zu tun.
Psychiatrie ist Bloßstellen – hat mit Menschenwürde nichts zu tun
Psychiatrie ist chemische Vergiftung, Entartung, Erniedrigung der übelsten Art, Knechtung, Versklavung, Ent-Mensch-lichung zu etwas – was Tiere nicht sind.
Psychiatrie ist Terror, Horrer, die Hölle auf Erden.
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Kabale
Stigmatisierung

von Igelin @ 2012-07-23 – 07:55:24

http://www.fh-hannover.de/fileadmin/media/doc/bibl/blumhardtverlag/leseprobe_ma1.pdf

Stigmatisierung hat eine politische Funktion.
Sie wird angewandt – wenn Macht, Gewalt, Vorteilsbeschaffung, Ausbeutung, Verschleierung, Vertuschen eine Rolle spielen

sowohl im familiären Bereich, in Schulen, zwischen Staaten als auch und besonders in Psychiatrien;

durch Mobbing oder im Dorftratsch, durch Journalisten in der Presse durch Worte, Schimpfreden oder Diagnosen von Medizinern und Psychiater;

Stigmatisierung ist immer eine Abwertung, Diskriminierung, Herabsetzung, Erniedrigung, Verletzung, Ausgrenzung, Entwürdigung

von Menschen gegen Mit-Menschen.

Die Akteure und Täter haben ein sehr niedriges Selbstwertgefühl aber ein hohes Geltungsbedürfnis;
aber vor allem befinden sie sich in einem noch niedrigerem Entwicklungsstand.

Nicht die Opfer und Stigmatisierten brauchen Hilfe, sondern die Täter und Akteure von Stigmaisierungen ihrer Mit-Menschen.

egal ob sie das in eigener Regie tun oder um anderen zu gefallen.

Aber in dieser christlich geprägten Gesellschaft werden die Stigmatisierten erfasst und von einer Helferindustrie beglückt – nicht die Täter !
Dabei: die Opfer finden Sympathie und Mitgefühl bei ihren Mit-Menschen – die Täter nicht . . . ja noch viel schlimmer ist, dass das Gewissen die Täter nicht schlafen lässt und sie vor ihren miesen Verhalten nicht davon laufen können – auch wenn sie ihre Opfer beschuldigen und weiter beschimpfen.

Opfer zu sein – macht stark –
Täter zu sein schwächt.

Deshalb ist es auch fakt, dass Täter sich zusammenrotten um ihr Gewissen durch Mit-Täterschaft ertragen zu können – Opfer aber alleine bleiben . . . wenn die Opfer begriffen haben, wie der Hase läuft und dass sie sich den Neid verdient haben weil sie besser sind, mehr können, fähiger sind, und – lebendiger.

Die Frage steht nun:
wie kann diese Stigmatisierung beendet werden ?
wie kann der Täter und Akteur zum Schweigen gebracht werden –
wie kann Frieden geschaffen werden zwischen Menschen und zwischen Staaten ?

Ignorieren geht eine Weile – nutzt auch nur manchmal.
am besten wirkt aber, wenn genau diese Stigmatisierung beim Namen genannt wird und wenn Täter und Opfer konkret bezeichnet werden.

Was offen liegt – kann nicht mehr wirken.

So wird das Opfer von Stigmatisierung zum Überlegenen,
der Täter von Stigmatisierung zum beschämten Dummen.

Also – was trifft das be-trifft !
was beim Namen genannt wird verliert seine Wirkung !

Denken Sie nach – versuchen Sie aus der emotionalen Befangenheit herauszutreten und die Sache – sachlich zu betrachten.

Niemand auf dieser Welt braucht beruhigende oder lähmende PsychoDrogen – aber wir alle brauchen Weisheit und Lebens-Mut.
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Stigmatisierung
Doppelmoral – falsch, verlogen, scheinheilig

von Igelin @ 2012-07-23 – 07:04:32

des Westens ist kein Terror
Samstag, 21. Juli 2012 , von Freeman um 22:00
Es ist wieder typisch für die westlichen Politiker und Medien, wie unterschiedlich sie Terroranschläge beurteilen. Wenn diese gegen den „Feind“ gerichtet sind, dann ist das in Ordnung, wird kein Bedauern ausgesprochen, man freut sich sogar. Richtet sich ein Anschlag aber gegen die eigene Bevölkerung, dann kann man sich vor lauter Aufgebrachtheit gar nicht mehr erholen und droht sogar mit Krieg. Dabei stammen beide Ereignisse wahrscheinlich aus der selben Quelle.

Als am 10.Mai in der syrischen Hauptstadt zwei Bombenanschläge vor einem Gefängnis verübt wurden, bei dem mehr als 70 Personen getötet und nahezu 400 verletzt wurden, haben die Medien das nüchtern berichtet. Kein Wort über das unglaubliche Leid, welches die hauptsächlich Zivilisten erleben mussten.

Ist ja auch von „guten Terroristen“ durchgeführt worden, hinter denen der Westen steht. Dabei war das nur einer von vielen Massakern durch die Freie Syrische Armee (FSA), welche in den letzten sechs Monaten in Syrien stattgefunden haben.

Auch der Bombenanschlag auf die syrische Militärführung vom vergangenen Mittwoch, bei dem der Verteidigungsminister, sein Stellvertreter, ein Schwager von Assad und der Geheimdienstchef getötet wurden, wurde eher positiv bewertet. Niemand hat dieses feige Vorgehen eines Selbstmordattentäters verurteilt, der im Versammlungssaal einen Sprengstoffgürtel zündete.

Die FSA hat sich zu beiden Selbstmordanschlägen bekannt. Wurde sie danach von westlichen Regierungen verurteilt? Sicher nicht, denn das ist guter Terrorismus.

Wie krass der Unterschied in der Berichterstattung über den Anschlag in Burgas und die Reaktion der Politiker darauf. Dabei sollen fünf Israelis, ein bulgarischer Busfahrer sowie der mutmassliche Selbstmordattentäter getötet worden sein, meldeten die bulgarischen Behörden. Ganz klar eine Tat die völlig unakzeptabel und zu verurteilen ist, so wie jeder anderer Anschlag der Menschen tötet und verletzt.

Es war noch gar nicht bekannt was genau passiert ist, schon beschuldigte Netanjahu den Iran als Drahtzieher. Aussenminister Avigdor Lieberman schwor Rache und sagte dazu, die libanesische „Hisbollah steht hinter dem Anschlag, in enger Zusammenarbeit mit den iranischen Revolutionsgarden“. Beweise für diese Beschuldigungen hat die israelische Regierung bis zum Samstag nicht öffentlich gemacht.

Barack Obama verurteilte den blutigen Anschlag als „barbarisches Terror-Attentat“. „Solche Anschläge auf Unschuldige, unter ihnen Kinder, sind absolut abscheulich“, erklärte Obama. Der US-Präsident bot Israel Hilfe bei der Suche nach den Verantwortlichen für den Anschlag an. Diese müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Da muss Obama gar nicht lang suchen, denn die CIA-Zentrale in Langley liegt nicht weit vom Weissen Haus entfernt. Die hausgemachten Terroristen werden am Laufmeter von dort aus produziert. Ausserdem ist ihnen bestens bekannt, wie der Mossad an den entsprechenden Orten nützliche Idioten für Anschläge rekrutiert, nach Israel bringt, dort ausbildet und auf Mission schickt. Offiziell natürlich nur gegen den Iran und dort dürfen sie Wissenschaftler ermorden.

Ausgerechnet Obama spricht wie schlimm es ist wenn unschuldige Zivilisten getötet werden, dabei befiehlt er jeden Tag die Tötung von Frauen und Kindern durch Drohnen in Afghanistan und Pakistan. Häuser werden aus der Luft bombardiert und die Bewohner umgebracht. Das gleiche macht die israelische Armee tagtäglich in Gaza, tötet alles was ihnen ins Fadenkreuz kommt. Ist das nicht auch barbarisch und abscheulich?

Jetzt hat die US Navy ein harmloses Fischerboot vor der Küste der UAE einfach mit Maschinengewehrfeuer niedergemäht, dabei einen Fischer getötet und drei schwer verletzt. Auch da keine Verurteilung seitens des Westens, sondern quasi nur der Kommentar, was haben die auch zu nahe an einem Kriegsschiff vorbeizufahren. Hallo, Fischen ist ihr Beruf, den üben sie auf dem Meer aus. Wenn einer nichts im Persischen Golf zu suchen hat, dann wohl die US Navy.

Israel darf auch einen humanitären Konvoi von Schiffen in einem Piratenakt überfallen, die dringend benötigte Medizin mach Gazas liefern und die illegale Blockade umgehen wollen, und dabei 9 Zivilisten ermorden. Es passiert nichts und keiner der Täter oder die welche den Befehl dazu gegeben haben werden zur Rechenschaft gezogen.

Der Mossad schickt ein Killerkommando nach Dubai, um ein Führungsmitglied der Hamas in einem Hotelzimmer zu ermorden. Die Beweise für die Tat liegen durch die Aufzeichnung der Überwachungskameras vor, aber Israel wird nicht deswegen verurteilt. Es ist sogar so, die deutschen Behörden lassen einen Mossad-Agenten wieder frei, der die Pässe mit falscher Identität für die Mörder besorgt hat, nach dem er von Polen nach Deutschland ausgeliefert wurde.

Staatlichen Terror durch Amerika und Israel ist laut selbstherrlichen Urteil völlig legitim und wird von der Weltpresse und den westlichen Politikern nicht verurteilt. Auch den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag interessiert das alles nicht. Der verfolgt nur die Kriegsverbrechen und die Tötung von Zivilisten der anderen. Die Staatsanwälte und Richter dort sind auf einem Auge völlig blind.

Kaltblütiger Mord ist in Ordnung, so lange es die Interessen des US-Imperiums dient. Länder die sich nicht unterwerfen werden mit Terror überzogen. Die Leichenberge die dabei entstehen sind undwichtig, so lange es andere trifft. Gesetze dürfen nach Belieben gebrochen werden. Auch die gelten nur für die anderen. Regierungen werden gestürzt und durch hörige Marionetten ersetzt. Und wenn all das nicht hilft, wird mit Propagandalügen eine Gefahr für die Welt erfunden und ein Angriffskrieg begründet.

Die Zielländer werden nicht befreit sondern zerstört. Ihre Infrastruktur in die Steinzeit bombardiert und die Menschen in ein totales Chaos gestürzt. Bevölkerungsgruppen werden aufgehetzt und durch gegeseitigen Gemetzel beschäftigt, mit der Absicht sie zu schwächen. Die Aufgabe der Medienhuren ist es die Realität völlig falsch darzustellen und eine westliche Intervention zu rechtfertigen. Es wird eine Informationskrieg geführt, der alle Tricks der Meinungsmanipulation beinhaltet.

Ich bin aber der Meinung, Mord ist Mord, Terror ist Terror, egal wer ihn begeht. Es gibt keinen guten Terrorismus und keine guten Mordanschläge, wenn sie von einem selber oder seinen Gehilfen durchgeführt werden. So ist aber die Einstellung der westliche Arroganz. Die Heuchelei und Doppelmoral die dabei an den Tag gelegt wird ist nicht mehr zu ertragen.

Igelin: das gilt auch im Lande deutsch : Mord in Psychiatrien ist Mord, auch wenn sie von weiß-bekittelten Psychiatern ausgeführt wird; von Richtern legalisiert und von Politikern gewollt – ob die Opfer nun mit einer psychiatrischen Diagnose stigmatisiert worden waren oder nicht.
Das Gleiche gilt auch für Geheimdienst, Polizisten, Richter oder Politiker.
Ganz im Gegenteil – Gewalt, Mord oder Folter ist noch schwerwiegender, wenn sie durch diese Berufsgruppen ausgeführt werden – weder ein schwarzer, ein weißer noch ein andersfarbiger Mäntel kann aus Gewalt etwas Gutes machen. Die Opfer sind Menschen – gleich welche Sprache sie sprechen oder gesprochen haben, und es ist ebenfalls egal, ob diese Opfer dem Tätern in ihrem Kram passen oder nicht, ob sie den Tätern nützlich sind oder nicht, ob sie den Tätern gefallen oder nicht . . .

Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Terroranschläge des Westens ist kein Terror http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2012/07/terroranschlage-des-westens-ist-kein.html#ixzz21Q2I8hZK
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Doppelmoral – verlogen
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scheinheilig
unreife, hilflose Menschen sind die besten Staatsbürger

von Igelin @ 2012-07-23 – 02:43:52

aus Kopp online
Kindesentzug: Von den schockierenden Methoden deutscher Ämter
Birgit Kelle
Jedes Jahr werden in Deutschland über 32.000 Kinder und Jugendliche durch deutsche Ämter der Obhut ihrer Eltern entnommen, Tendenz steigend. Die Gründe sind vielfältig, bei den meisten Fällen spricht man von einer »Überforderung der Eltern«. Das sehen die betroffenen Eltern allerdings oft anders: Sie beginnen jetzt, sich gegen ein skandalöses System aus schlecht ausgebildeten Familiengerichten, überforderten, dennoch selbstbewussten Jugendämtern und zweifelhaften Gutachtern zu wehren, das ihnen als leibliche Eltern kaum eine Chance lässt und ihnen die Kinder – oft für immer – nimmt. Bei den zum Teil brutalen Trennungsmethoden dürfen Eltern und Kinder bei einem kurzen Wiedersehen nicht einmal weinen, so die Buchautorin Karin Jäckel in einem Interview mit KOPP Online, die sich schon seit Jahren mit der Problematik der »Inobhutnahme« von Kindern beschäftigt. Sie spricht schockierende Zustände an, berichtet von Kontrollmaßnahmen, Traumatisierung, Zensur, Menschenrechtsverletzungen, Wut und Hilflosigkeit, und schildert das enorme Leid von Kindern und Eltern gleichermaßen, wenn diese bis zum Rest ihres Lebens getrennt und dabei belogen werden – von fremden Instanzen.

Frau Jäckel, Sie befassen sich schon seit Jahren mit der so genannten »Inobhutnahme« von Kindern durch deutsche Jugendämter. Welches sind die typischen Fallkonstellationen, in denen es zu einem gewaltsamen Entzug der Kinder aus den Familien kommt?

Jugendamtsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter greifen dann gewaltsam und/oder ohne Wissen der Eltern zu, wenn Eltern nicht zur freiwilligen Herausgabe ihrer Kinder bereit sind und/oder Minderjährige nicht freiwillig ihre Eltern verlassen wollen.

Wo genau liegt eigentlich der Fehler im System?

Der Fehler im System ist nicht auf einen Fehler zu reduzieren. Es spielen mehrere Faktoren zusammen, die dazu beitragen, dass es zu vielen tragischen Fehlentscheidungen kommt, durch die Kinder ihre Eltern und Eltern ihre Kinder verlieren. Diese Faktoren betreffen sowohl die Institution Jugendamt als auch die als Rechtsaufsicht zuständige Gerichtsbarkeit und deren Rechtsprechung.
Jugendamt und Familiengerichtsbarkeit haben grundsätzlich zusammenzuwirken, indem die im konkreten Fall zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jugendamts die/den in

diesem Fall erkennenden Richter/in über das Kindeswohl des/der betreffenden Kinder zu beraten haben. Aus diesem Zusammenwirken können sich schwerste Fehlentscheidungen ergeben.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die Ursachen, die zu Fehlentscheidungen führen?

Der meines Erachtens wesentliche Faktor ist die Tatsache, dass alle Jugendämter Deutschlands kommunale Einrichtungen sind. Diese unterliegen zwar der Rechtsaufsicht, müssen sich also an geltendes Recht und Gesetz halten, ansonsten aber sind Jugendamtsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter lediglich den Regeln des eigenen Hauses, also den Regeln des speziellen Jugendamts, in dem sie angestellt sind, und ihrem persönlichen Gewissen verpflichtet. Mit anderen Worten: Jugendämter unterliegen keiner unabhängigen, neutralen Fachaufsicht. Die vielfach von den Bundesbehörden geforderte Einrichtung einer Fachaufsicht wird als Verfassungsbruch abgelehnt.

Hinzu kommt, dass die Ausbildung vieler Jugendamtsmitarbeiterinnen und
-mitarbeiter unzureichend, ihre Anzahl zu gering, folglich die Arbeitsbelastung für die Einzelperson zu hoch ist und dass der Zeitmangel, die Inkompetenz und/oder die Angst vor einer persönlichen Haftung so groß sind, dass Entscheidungen oftmals voreilig, zu spät oder zur Absicherung der eigenen Person getroffen werden.

Die Inobhutnahme erfolgt zwar, wie Marcin Libicki dies als Vorsitzender der Brüsseler Europäischen Petitionskommission in den Medien formulierte, häufig auf »brutale« Weise, ist aber für die Behörden die schnellste Methode, um Minderjährige von den der Kindeswohlgefährdung oder -schädigung Verdächtigen, in der Regel den Eltern, zu trennen und somit die mögliche Gefahrenquelle zu beseitigen.

Der zweite, nicht minder schwerwiegende, weil folgenschwere Fehlentscheidungsfaktor liegt in der Unzulänglichkeit der Rechtsaufsicht, die den Gerichten obliegt. Seit Jahren wird von Fachleuten wie dem ehemaligen Familienrichter E. Bergmann die skandalöse Familienrichterausbildung beklagt. Hinzu kommt die in aller Regel jahrelange Verfahrensdauer in Familien- und Kindschaftssachen, die zur Totalentfremdung zwischen Elternteilen und ihren Kindern führt. Wegen gerade dieser überlangen Verfahrensdauer wurde Deutschland schon mehrfach wegen Menschenrechtsverletzungen vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof verurteilt. Doch auch ein eigens deshalb etabliertes Beschleunigungsgesetz verkürzt die Verfahrensdauer zur Herausgabe von Kindern nicht zuverlässig.

In konkreten Fällen habe ich zum Beispiel erlebt, dass Richter/innen eigene Ermittlungen in der Sache verweigern, weil sie die Strafbehörden als zuständig ansehen. Oftmals folgen sie dem Vortrag eines Elternteils und dessen Rechtsanwalt, während sie dem anderen kaum Beachtung schenken. Vielfach erkennen und rügen sie den eskalierenden, parteiischen Vertretungsstil von Rechtsanwälten nicht. Andere Richter bekennen sogar öffentlich im Verfahren, dass keine Entscheidung gegen die Empfehlung des Jugendamts getroffen werde, da solche Entscheidungen in der Praxis daran scheitern, dass das Jugendamt sie nicht mitträgt. In anderen Fällen verweigert das Jugendamt zum Beispiel die Organisation und Finanzierung des betreuten Umgangs zwischen Eltern und Kindern, worauf das Gericht über Jahre keinen Umgang anordnet, obwohl gutachterlich festgestellt wurde, dass Umgang zwischen Kind und ausgegrenztem Elternteil zum Kindeswohl wichtig ist.

Im März 2008 wurde der Paragraph 1666 des Bürgerlichen Gesetzbuches derart verändert, dass die Ämter »vorbeugend« tätig werden können. Sprich, sie dürfen bei einem Anfangsverdacht gegen die Eltern die Kinder erst einmal aus der Familie holen und die Kinder bleiben weg, bis der Fall geklärt wird. Eltern wird somit erst einmal die Unschuldsvermutung abgesprochen und sie sollen dann im laufenden Verfahren – ohne Anwesenheit der Kinder – beweisen, dass sie gute Eltern sind. Welche Folgen hat diese Zwangsabholung der Kinder von zu Hause und das Kontaktverbot zu den Eltern für die Kinder selbst?

Die Zwangsabholung traumatisiert Kinder und Eltern. Sie führt zur langzeitigen, wenn nicht dauerhaften Trennung der Familie, was wiederum bis zur völligen Entfremdung gehen kann. Elternteile erfahren in aller Regel oft monatelang oder dauerhaft nicht, wo ihre Kinder leben. Sie dürfen keinen Kontakt zu ihnen aufnehmen. Ihnen wird jede Auskunft über das Wohl der Kinder verweigert. Briefe der Eltern werden zensiert und den Kindern vorenthalten und umgekehrt. Bei erlaubtem Telefonkontakt wird das Gespräch überwacht und sofort abgebrochen, sobald ein Thema oder ein Wort dem Kindeswohl zu schaden scheint. Eltern und Kinder dürfen nicht weinen, wenn sie miteinander sprechen. Eltern dürfen ihren Kindern nicht versprechen, dass sie sie wieder nach Hause holen werden.

In anderen Fällen wurde Kindern vorgelogen, die Eltern seien verstorben oder kriminell geworden und in Haft, dass sie die Kinder nicht mehr haben oder diese gar umbringen wollten. Kinder dürfen meist monatelang nicht zur Schule gehen, keinen Kontakt mehr zu ihrem früheren sozialen Umfeld haben, weder Eltern, noch Großeltern oder andere Verwandte, noch Freunde wiedersehen. Nicht selten müssen sie den Namen der Pflegeeltern annehmen, bei denen sie untergebracht wurden. Ihnen wird eingetrichtert, keinerlei Kontakt zu den Eltern aufzunehmen und sofort davon zu rennen, sollten diese in ihrer Nähe auftauchen. Als Begründung wird ihnen oftmals mitgeteilt, dass die Eltern eingesperrt würden, sollten die Kinder mit ihnen reden.

Je nachdem, mit welchem Argument die Kindesentziehung begründet wird, werden auch Kinder, die tatsächlich nie sexuell missbraucht oder elterlich misshandelt wurden, in psychologische/therapeutische Gewaltschutzmaßnahmen eingebunden. Es wird ihnen dabei suggeriert, Opfer geworden zu sein. Geben Minderjährige ihre Sehnsucht nach den Eltern nicht auf, sondern kämpfen auf ihre Weise darum, wieder nach Hause zu kommen, werden sie nicht selten in die Psychiatrie eingeliefert.

Die Eltern kämpfen sich indessen über Jahre hinweg und mit wachsender Verzweiflung durch die Gerichtsinstanzen. Rechtsanwalt um Rechtsanwalt wird verschlissen. Selbsthilfegruppen werden um Hilfe gebeten oder gegründet. Im Lauf der Zeit eignen sich viele Eltern juristisches Fachwissen an, das sie in Selbstverteidigung bei Gericht umsetzen, weil sie keinen Rechtsanwalt mehr bezahlen können.

Der Gedanke an das entzogene Kind ist ständig präsent und dominiert jeden Lebensbereich. Die Sehnsucht und zugleich Wut und Verzweiflung wachsen unter dem gleichfalls wachsenden Eindruck der Aussichtslosigkeit. Bindungsängste breiten sich aus, mögliche Folgebeziehungen scheitern öfter und immer schneller.

Viele Elternteile werden finanziell vollkommen ruiniert, suizidal, Alkoholiker oder Drogenkonsumenten, arbeitsunfähig und frühverrentet, weil sie den seelischen Druck nicht ertragen und zum Beispiel an posttraumatischen Belastungsstörungen erkranken. Andere werden obdachlos oder kriminell, weil sie ihre eigenen Kinder entführen oder töten oder »nehmen die Kinder mit«, indem sie erweiterten Suizid begehen.

Auf die Gesellschaft bezogen entstehen durch Kindesentziehungen und Elternentziehungen seelische Kranke, die dem schulischen und beruflichen Leistungs- und Erwartungsdruck nicht genügen können und in eigenen Beziehungen scheitern, so dass es innerhalb von Familien langzeitig zu Generationen Beziehungsgeschädigter kommt.

In deutschen Medien wird immer wieder über Kinder berichtet, die von ihren Eltern misshandelt oder vernachlässigt werden. Die Öffentlichkeit bekommt den Eindruck, »die Eltern können es einfach nicht mehr«. Parallel arbeitet man nicht nur in Deutschland massiv darauf hin, die Erziehung und Bildung zu Hause zugunsten von staatlicher Betreuung auszubauen und Kinder immer früher und immer länger in Institutionen zu betreuen. Insgesamt hat man den Eindruck, dass Familien in der deutschen Medienlandschaft zunehmend als Problem und nicht als Lösung propagiert werden. Teilen Sie diese Auffassung?

Nein, diese Auffassung teile ich nicht. Es sind Eltern nicht grundsätzlich Versager und Kinder nicht grundsätzlich auf Bezugspersonen fixiert. Das Problem sind Ideologien mit Staatsmacht Ausgestatteter und deren Verwirklichung auf dem Rücken von Eltern und Kindern.

Es ist wissenschaftlich aus den verschiedensten Forschungszweigen längst erwiesen und wird immer wieder aufs Neue bestätigt, dass die enge Bindung zwischen Mutter und Kind sowie Vater und Kind unverzichtbar zum Kindeswohl ist. Auf ihr basieren Urvertrauen und Synapsenbildung im Gehirn, verbunden mit all den Folgen für die ganzheitlich gesunde Entwicklung des Kindes zu seinem eigenen Besten und Bestmöglichen. Professionelle Betreuung kann dies weder leisten noch ersetzen. Ganz davon abgesehen, dass das Recht und die Pflicht zur Kindeserziehung zuvörderst den Eltern obliegt; gesetzlich wie moralisch.

Falls Eltern an dieser nicht immer leichten Aufgabe in erhebliche Schwierigkeiten geraten oder scheitern, sind sie durch entsprechende Weiterbildung pädagogisch und wenn nötig moralisch und ethisch zu schulen, damit sie ihrem Aufgabenfeld als Eltern (wieder) genügen können.

Eltern sind keine Zeugungs- und Gebärmaschinen, Kinder kein behördlich zu verwaltendes Humankapital des Staates. Kinder haben Rechte, Menschenrechte von Anfang an. Eines davon ist das Recht auf Mutter und Vater und das sichere Aufwachsen im liebevollen Schutz beider Eltern.

Über 150 Klagen gegen deutsche Jugendbehörden sind derzeit am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg anhängig. In den Klagen wird offen von »Willkür« der deutschen Ämter gesprochen. Gibt es eine Chance, durch Entscheidung auf EU-Ebene das deutsche System zu ändern?

Es wurden schon in einer ersten Petitionswelle in gleicher Sache über 400 Petitionen ausländischer und deutscher Eltern in Brüssel eingereicht. Auch meine Petition gehörte dazu. Aus diesen Petitionen entstand ein offizielles Arbeitspapier der EU-Petitionskommission, das allerdings von den in Deutschland amtierenden Zuständigen nicht anerkannt wird. In diesem Arbeitspapier wird unter anderem die Einrichtung einer unabhängigen Fachaufsicht gefordert.

Eine Chance zur Abänderung des deutschen Jugendamtssystems gibt es nur dann, wenn dies als europäisches Interesse festgeschrieben wird. Bisher kann die EU-Petitionskommission nur an die deutschen Verantwortlichen appellieren, aber nichts mit dem scharfen Schwert einer EU-Regelung durchsetzen.

Ein solcher Appell ist massiv erfolgt, wird bisher aber vehement abgewiesen. Möglicherweise würde es die Chance auf eine Systemveränderung steigern, wenn es sehr viel mehr Petitionen gäbe. Mehr Informationen sind übrigens auf meiner Webseite http://www.karin-jaeckel.de unter dem Button »Jugendamtskritik« abzurufen.

Derzeit wird in England eine Sammelklage von über 100 Familien aus Großbritannien vorbereitet, die ebenfalls anklagen, man habe ihnen zu Unrecht die Kinder entzogen. Damit rückt ein weiteres europäisches Land mit seiner Familiengerichtsbarkeit massiv in den Fokus. Handelt es sich um ein europaweites Problem, oder gibt es auch Länder, in denen andere, bessere Systeme funktionieren?

Leider gibt es Kindesentziehungen überall, nicht nur in ganz Europa. In den USA zum Beispiel wurde deshalb vor Jahren schon die Selbsthilfegruppe P.A.R.E.N.T. International gegründet, die sich für die Herausgabe und Rückführung von Kindern innerhalb und außerhalb der Staaten einsetzt und auch politisch hohes Ansehen genießt. Die einstige Gründerin ist heute anerkannte Expertin, die bei Gerichtsverfahren gehört wird und entsprechende Experten schult.

Allerdings ist das deutsche System des kommunalen, ohne Fachaufsicht arbeitenden und mit hohem gesetzlichen Machtvolumen ausstaffierten Jugendamts und der damit verbundenen behördlichen Prüfung des Kindeswohls, das als Begriff existiert, aber nirgends konkret definiert wird, nicht mit den weit weniger machtvollen Jugendhilfeinstitutionen anderer Länder vergleichbar.

In Frankreich beispielsweise ist das Problem der Kindesentziehungen in Trennungs- und Scheidungsfällen dadurch geregelt, dass es strafbar ist, dem anderen Elternteil ein gemeinsames Kind zu entziehen. Folglich kommt dergleichen seltener vor als in Deutschland. In Italien versicherte man mir, dass das Jugendamt erst dann Kinder aus ihren Familien holen dürfe, wenn es einen Gerichtsbeschluss gibt, der Kindeswohlschädigung nachweist, und dass die Herausnahme nur bis zur Erfüllung konkreter Auflagen erfolge.

Gerade weil die Jugendhilfesysteme außerhalb Deutschlands anders arbeiten und weit weniger machtvoll handeln dürfen, formiert sich der Widerstand derjenigen ausländischen Eltern, die mit einem Deutschen gemeinsame Kinder haben, immer nachdrücklicher in Brüssel, um mithilfe der EU-Parlamente die Abschaffung des deutschen Jugendamtssystems zu erzwingen, das man in der Menschenrechte verletzenden Nachfolge des einstigen Nazi-Lebensborn-Vereins sieht. Der Ausdruck »Jugendamt« wird deshalb in den offiziellen Reden und Stellungnahmen aus dem Ausland zu Kindesentziehungen auch nicht mehr übersetzt.

Der Fall Chantal in Hamburg hat gezeigt, dass eine Unterbringung von Kindern in Pflegefamilien nicht immer eine bessere Lösung ist. Wie kann man sicher stellen, dass die Pflegefamilien sich wirklich liebevoll und fürsorglich um ein Kind kümmern, das ihnen anvertraut wird?

Bisher werden an die Personen der Pflegeeltern eher geringe Maßstäbe angelegt. Wer als Pflegeeltern angenommen wird, wird in nur geringem Maße geschult und auf die Aufgabe in wenigen Stunden vorbereitet. Es wird die Anzahl der Pflegekinder nicht zwingend begrenzt. In einem mir bekannten Fall hatte eine Familie 13 Pflegekinder. Die Kontrolle der Pflegefamilien erfolgt nicht in engen, sondern großzügigen Abständen. Dieser Missstand wird verstärkt, indem Vormunde derzeit circa 50 Mündel haben dürfen und ihnen bis vor kurzem noch weit mehr Mündel gestattet waren, so dass den Vormunden nur ein Minimum an Zeit pro Mündel zur Verfügung steht und mithin auch so keine intensive Kontrolle von Pflegeeltern erfolgt.

Um die Qualität der Pflegeelternarbeit zu verbessern, müssten meines Erachtens weit höhere Maßstäbe an Bildung, pädagogisches Können und Erfahrung im Umgang mit problembelasteten Minderjährigen als Voraussetzung angelegt werden als bisher. Es müsste eine weit intensivere Ausbildung und regelmäßige qualifizierte Weiterbildung der Pflegeeltern erfolgen. Es müsste die Anzahl der Pflegekinder auf maximal drei begrenzt werden. Die qualifizierte Kontrolle der Pflegeeltern müsste in engen Zeitabständen erfolgen. Vormunde dürften maximal 30 Kinder zu betreuen haben.

Nicht zuletzt müsste ausgeschlossen werden, dass Jugendamtsmitarbeiter selbst Pflegekinder annehmen und an Pflegeeinrichtungen vermitteln dürfen. In einem konkreten Fall liegt mir eine Suchanzeige aus dem Hamburger Abendblatt vor, mittels derer ein Pflegeheim eine Person sucht, die in der Vergabestelle des Jugendamts arbeitet und dem Pflegeheim passende Kinder gegen Entgelt vermitteln könne.

Eine zunehmende Problematik in Fällen von Kindesentzug scheint die Ursache in steigenden Scheidungszahlen zu haben. So stellen immer mehr Väter fest, dass sie nach Trennung von der Mutter quasi keine Chance haben, ihre Kinder weiterhin zu sehen, wenn die Mutter das nicht wünscht. Bevorteilen unsere Familiengerichte und die Jugendämter die Mütter in Deutschland?

Bevorteilen möchte ich das nicht nennen. Das ist mir zu bewusst und willentlich. Nach meiner Erfahrung sind zu viele Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der persönlichen, privaten Auffassung, ein Kind gehöre zur Mutter, eine Mutter sei die natürliche Hauptbezugsperson und somit wichtiger für ein Kind als der Vater, der Vater sei potenziell strenger und »Täter« gegenüber dem Kind und sowieso hauptsächlich für die Sicherung des Lebensunterhalts zuständig. Vor diesem privaten, aus eigener Erfahrung gespeisten und zugleich getreu dem ideologischen Hintergrund, der seit Jahren durch die Political Correctness gestützt und publizistisch gefördert wird, geraten Väter unter Generalverdacht und ins Hintertreffen.

Würde sich die Erkenntnis durchsetzen, dass Kinder ihren Vater nicht weniger brauchen und lieben als ihre Mutter und würde der Gesetzgeber endlich das natürliche Recht eines jeden Kindes auf Mutter und Vater garantieren, wäre das Problemfeld Kindesentziehung in Trennungs- und Scheidungsfällen strafbar und folglich weitaus geringer.

Eine weitere Problematik sowohl in Deutschland als auch bei den Fällen, die aus England berichtet werden, scheint in der Bestellung der Gutachter zu liegen, die mit ihren Empfehlungen an die Familiengerichte weitreichende Macht besitzen. Betroffene Eltern klagen über Ignoranz der Gutachter, darüber, dass sie die Familien gar nicht wirklich kennen. Was muss sich hier ändern?

Gutachter werden bisher von Richtern ausgewählt. Diese bestellen in aller Regel zum Gutachter, wer ihnen genehm ist. Das heißt, es entscheidet nicht zwingend die gutachterliche Qualität. Ist das Gutachten fertig, nimmt das Gericht es in aller Regel ohne Beanstandung an und folgt dem gutachterlichen Rat, ohne diesen zu hinterfragen oder in Zweifel zu ziehen. Um hier eine Wende zum Besseren zu bringen, müssten Gutachter für familiengerichtliche Verfahren und Kindschaftssachen sowie zur Wertung von Gutachten speziell ausgebildet und regelmäßig nachgeschult beziehungsweise weitergebildet werden.

Es müsste ausgeschlossen werden, dass frisch von der Universität kommende oder alte Psychologen ohne Weiterbildung als Gutachter tätig sein dürfen.

Die Vergabe der Gutachten müsste der Zuständigkeit der Richter entzogen werden und einer neutralen Stelle obliegen, die über die Vergabe ohne Ansehen der Person und nach rein fachlicher Qualität zu entscheiden hätte. Nicht zuletzt müssten an die Qualität der fertigen Gutachten weit höhere Ansprüche gestellt werden.

Ich habe eine Vielzahl psychologischer Gutachten in Familien- und Kindschaftssachen gelesen. Es fällt auf, dass fast alle einen langen Vorspann aus der Textkonserve vorschalten, der die Seitenzahl steigert. Ebenso fällt auf, dass in vielen Gutachten einem Kind Fragen gestellt werden, deren Antworten neue, wichtige Fragen aufwerfen, die jedoch nicht gestellt werden, weil deren vorhersehbare Beantwortung nicht dem Ziel des Gutachters entsprechen würde.

Wenn zum Beispiel ein Kind, das den Vater nicht mehr sehen will, in einem gerichtlich beauftragten Gutachten zur Frage, ob Umgang zwischen Vater und Kind zum Kindeswohl sei, erklärt, Angst vor dem Vater zu haben, aber gleichzeitig in diesem Gutachten aussagt, niemals vom Vater misshandelt oder angebrüllt oder gemein behandelt worden zu sein und sich an keinen einzigen bösen Vorfall erinnern kann, sollte die Frage gestellt werden, warum das Kind Angst vor dem Vater hat und ihn nicht sehen will. Unterbleibt diese Frage, ist die Aufgabenstellung des Gutachtens verfehlt. Im konkreten Fall nahm das Gericht das Gutachten jedoch an.

Was empfehlen Sie nach Ihrer langjährigen Erfahrung mit der Problematik betroffenen Eltern? Was kann man in so einer Situation tun, wer hilft einem, wie kann man Verfahren beschleunigen?

Es gibt leider kein Patentrezept. Ich rate Eltern, denen die Kinder entzogen wurden, sofort einen Fachanwalt für Familienrecht aufzusuchen; am besten einen, der als erfolgreich beleumundet ist. Zusätzlich rate ich ihnen, sich einer der namhaften Selbsthilfegruppen anzuschließen, weil es dort in aller Regel andere Eltern/-teile gibt, die aus Erfahrung klug wurden und neben guten Tipps und Hinweisen auf Rechtsanwälte oftmals Trost in einer Gruppe anbieten, in der man einander aus geteiltem Leid auch mal wortlos versteht und mit denen gemeinsam man sich manchmal stärker fühlt.

Fatalerweise sind alle Rechtsanwälte teuer. Viele lehnen Verfahren ab, wenn man nicht selbst bezahlen kann, sondern auf beim Gericht zu beantragende und dort zu bewilligende Prozesskostenhilfe angewiesen ist. Da hilft nur »Klinken putzen« und sich durchfragen und für den Fall, dass man nachweislich keinen Rechtsanwalt finden konnte, die Zuweisung eines Anwalts bei Gericht zu beantragen.

Nicht zuletzt empfehle ich, ein Tagebuch der Ereignisse zu führen und von Anfang an penibel Ordnung in den eigenen Akten zu halten, die sehr bald zu prallen Aktenreihen anwachsen werden. Als eine der wichtigsten Aufgaben für den eigenen Überblick ist das Erstellen einer Liste mit den Gerichtsständen, Verfahrensbezeichnungen, Daten und zugehörigen Aktenzeichen. Ein schwer zu befolgender Rat ist, bei Gericht nicht die Fassung zu verlieren und beim Jugendamt höflich zu bleiben.

Ein Grund, warum zahlreiche skandalöse Vorgehensweisen von deutschen Jugendämtern den meisten Menschen nicht bekannt sind, liegt darin, dass man nur wenig in der Öffentlichkeit erfährt. Ist es für die Eltern hilfreich oder schadet es ihnen sogar, wenn sie ihren persönlichen Fall mit der Bitte um Hilfe an die Presse weiter reichen?

Viele Eltern sehen in der Herstellung von Öffentlichkeit insofern eine Hilfe, als sie erwarten, dass die öffentliche Meinung auf ihrer Seite sei und dies das Gericht unter Druck setzen werde. Leider ist das meistens ein Trugschluss. Sie werden fragen: Warum? Richterinnen und Richter sind erfüllt vom Bewusstsein der eigenen Unabhängigkeit und der Würde des Rechts, das sie vertreten. Sie legen größten Wert darauf, unabhängig entscheiden zu dürfen und zu müssen, und lassen sich diese Unabhängigkeit nicht antasten. Ebenso wenig dulden sie eine Verletzung der Würde des Rechts in ihrer eigenen Person. Viele Richter sehen in der Erzeugung eines öffentlichen Drucks den Versuch, ihre richterliche Unabhängigkeit zu untergraben und dadurch die Würde des Rechts zu verletzen.

Im konkreten Fall habe ich erlebt, dass Richter wegen der Veröffentlichung in der Presse und Einträgen in Internetforen gegen die Herausgabe von Kindern entschieden, weil sie den betreffenden Eltern/-teilen Ichbezogenheit, Respektlosigkeit gegenüber dem Gesetz und folglich Erziehungsunfähigkeit attestierten. Man sollte sich also vor dem Herstellen von Presseöffentlichkeit mit dem eigenen Anwalt beraten und sich außerdem sehr gut überlegen, welches Medium man wählt.

Wodurch würde das Problem der Kindesentziehungen Ihrer Erfahrung nach am wirkungsvollsten beendet?

Hier sind Eltern und Gesetzgeber gleichermaßen in der Pflicht. Als Privatperson sollte man sich vor der Elternschaft überlegen, wie man gemeinsame Elternschaft leben will und sollte spätestens bei Geburt des Kindes, am besten schon vorher, eine gemeinsame Vereinbarung darüber schließen, wie man es miteinander als Mutter und Vater halten will. Dies in guten Tagen miteinander zu vereinbaren, hilft im Fall des Falles viele Tränen und viel Geld zu sparen.

Besonders wichtig ist dies bei nicht miteinander verheirateten Eltern, da der Gesetzgeber bisher keine Regelung für die gemeinsame elterliche Sorge getroffen hat und es zum Kindesentzug kommen kann, falls die Mutter krank wird und der Vater von Jugendamt und Gericht nicht als Hauptbezugsperson akzeptiert wird.

Als Gesetzgeber sollte man das natürliche Recht eines jeden Kindes auf Zusammensein mit beiden Eltern garantieren und deshalb gesetzlich regeln, dass Eltern, die sich trennen oder scheiden wollen, zuvor eine einvernehmliche und verbindliche Regelung zur gemeinsamen Betreuung und Versorgung ihrer Kinder zu treffen haben.
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Staat erzieht Staatsbürger
Flüchtlinge sind Mit-Menschen

von Igelin @ 2012-07-23 – 02:11:37

Grausames Exempel

Der Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung Heribert Prantl kommentierte am Sonnabend für den Deutschlandfunk das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Leistungen für Asylbewerber:

Europa schützt die Grenzen, aber nicht die Flüchtlinge. Die toten
Flüchtlinge im Mittelmeer sind ein grausames Exempel. Das Mittelmeer ist ein Massengrab geworden: Jedes Jahr werden dort ein- bis zweitausend Tote gezählt. Sie waren Bootsflüchtlinge auf dem Weg nach Europa; sie sind verdurstet auf dem Wasser, sie sind ertrunken auf hoher See oder vor Lampedusa, sie sind erfroren in der Kälte der europäischen Flüchtlingspolitik. (…) Europa nimmt den Tod in dem Meer, das die Römer Mare Nostrum nannten, fatalistisch hin, weil man fürchtet, daß Hilfe mehr
Flüchtlinge locken könnte. Auch der Tod der Flüchtlinge ist Teil einer Abschreckungsstrategie. Die allerwenigsten Flüchtlinge erreichen Europa.
Dort wird von einem Flüchtlingsstrom geredet. Aber das ist lächerlich. Es handelt sich nur um ein dünnes Rinnsal. Die allermeisten Flüchtlinge bleiben in Afrika, in den Nachbarstaaten ihres Heimatstaats. Allenfalls zwei Prozent kommen bisher nach Europa. Der am besten funktionierende Teil der EU-Flüchtlingspolitik ist nämlich die Rückführungspolitik. Wenn mit
neuen Regierungen in Nordafrika wieder die alten Abkommen geschlossen werden können, beglückwünschen sich die Außen- und Innenminister der EU-Länder. (…) Es gäbe schon ein Mittel, um die Verhältnisse in den Herkunftsländern zu verbessern: Fair Play. Solange europäische Butter in Marokko billiger ist als die einheimische, solange französisches Geflügel in Niger weniger kostet als das dortige, solange schwimmende Fischfabriken
alles wegfangen, was zappelt – so lange muß man sich über den Exodus aus Afrika nicht wundern. (…) Der Kaiser, der in Max Frischs gleichnamigem Stück »Die chinesische Mauer« bauen läßt, tut dies, »um die Zukunft zu verhindern«. Dieser Kaiser hat in Europa seine Kommissare. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist deshalb leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
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Flüchtlinge sind Mit-Menschen
eine realistische Sicht auf die menschliche Gesellschaft unserer Zeit –

von Igelin @ 2012-07-23 – 02:06:35

Taschenformat
Terry Eagleton über Marx/Engels
Daniel Behruzi

Sozialistische Klassiker im handlichen Format, kommentiert von linken Persönlichkeiten der Gegenwart – das ist das Konzept der neuen Reihe »Marxist Pocket Books« aus dem Laika-Verlag. Den Anfang macht – wie sollte es anders sein – das Manifest der Kommunistischen Partei. Die Einleitung nutzt der britische Literaturtheoretiker Terry Eagleton zu einer Verteidigung von Karl Marx. So sei der Begründer des wissenschaftlichen
Sozialismus »kein verträumter Utopist« gewesen. »Er begann seine Karriere im Gegenteil in der scharfen Auseinandersetzung mit den verträumten Utopisten, die ihn umgaben.« Anders als vielfach behauptet, sei gesellschaftlicher Fortschritt für ihn nicht die einzige Perspektive gewesen, betont Eagleton in dem unterhaltsamen Essay. »Marx spricht bitter von der Möglichkeit des rgemeinsamen Untergangsl aller Beteiligten.«

Überhaupt habe Marx »beeindruckend wenig über die Zukunft zu sagen« gehabt und »keine Blaupausen« über die künftige Gesellschaft geliefert. Marx habe vor allem das bestehende Wirtschaftssystem begreifbar gemacht: »Seine Widersprüche wurden analysiert, seine innere Dynamik offengelegt, seine
historischen Ursprünge untersucht und sein möglicher Niedergang
beschrieben. Dabei hat Marx den Kapitalismus keinen Augenblick lang einfach als etwas Böses angesehen.« Im Gegenteil: Kein Dokument bedenke die historische Leistung des Kapitalismus mit so überschwänglichem Lob wie das Kommunistische Manifest.

Die gegenwärtige kapitalistische Krise – in vielem eine Bestätigung der Marxschen Analyse – hat den Bedarf nach Ideen und Alternativen verstärkt.
Die Laika-Serie kommt daher zur richtigen Zeit. Auch wenn Marx, Lenin (Band 2) und Alexandra Kollontai (Band 3) nicht alle Antworten auf die aktuellen Fragen liefern – ein (erneuter) Blick in die Klassiker könnte dabei helfen, sie zu finden.

Terry Eagleton (Hg.): Zu Karl Marx/Friedrich Engels »Manifest der
Kommunistischen Partei (1848)« – Marxist Pocket Books, Band 1. Laika Verlag, Hamburg 2012, 120 Seiten, 8,50 Euro

Igelin: Karl Marx zu lesen – vermittelt ein „aha“ wie auch Erich Fromm und Rüdiger Dahlke . . . Es gibt immer Menschen, die grundsätzliches real und verständlich ausdrücken können und eine Masse Menschen, die Teile verarbeiten, anfeinden, ableugnen oder verherrlichen und ihr eigenes Süppchen mit dem Vordenker kochen.

Ist das nicht in jeder Partei so ?
Ein Zugpferd und 1000 Mit-Läufer ? Aber ohne diese kopfnickenden Schafe ist auch das Zugpferd nichts wert.

Aber wie mir scheint – ist es sehr gefährlich ein Zugpferd zu sein – zu den vielen Anhänger gesellen sich mindestens ebenso viele Feinde.

Aber : „Besser ein eckiges Etwas als ein rundes Nichts“.
Jesus Christus sagte: „Heiß oder kalt sollt Ihr sein, die lauen mag ich nicht“
Wendehälse, die ihr Fähnchen nach dem Wind hängen sind nicht geachtet – auch wenn die meisten Mit-Menschen sich mit aller Gewalt anzupassen versuchen und jeden Schritt nach rechts oder links – jede eigene Meinung zu vermeiden suchen aus Angst vor der Freiheit.
Diese Meinungslosen sind leicht zu manipulieren oder auch nicht.

Letztendlich erweist sich das Sprichwort als wahr:
„Almosen bekommt man geschenkt – aber Neid muss man sich verdienen“
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die realistische Sicht
Vermögensdepot der Superreichen

von Igelin @ 2012-07-23 – 01:38:36

aus Junge Welt 23.7.
Feudalwirtschaft
Riesige Finanzvermögen in Steueroasen
Arnold Schölzel

Die Repräsentanten der G-20-Staaten verkündeten seit 2009 wiederholt, sie seien entschlossen, Steueroasen zu beseitigen. Passiert ist nichts. Fällt eine CD mit Daten über Schwarzgeld in der Schweiz oder Liechtenstein deutschen Steuerfahndern in die Hände, ist die mediale Aufregung groß.
Dabei geht es um verhältnismäßig kleine Beträge, die zumeist deutsche Mittelständler in den Alpen bunkern. Das Theater um steuerbetrügerische Kartoffelbauern und Postmanager dient der Ablenkung vom Wesentlichen.

Worin das besteht, deutet eine Studie der Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network (TJN, Netzwerk Steuergerechtigkeit) an, die am Sonntag in London veröffentlicht wurde. Sie trägt den Titel »Ungleichheit – Sie wissen nicht einmal die Hälfte«. Danach haben die Reichen der Welt Finanzvermögen in Höhe von mindestens 21 Billionen US-Dollar (umgerechnet mehr als 17 Billionen Euro), möglicherweise bis zu 32 Billionen Dollar in Steueroasen gebunkert. Die Ausarbeitung beruht auf einer Befragung von acht Volkswirten, die sich mit der Entwicklung von Ungleichheit befassen. Nach ihnen werden diese Vermögen und die Einkommen, durch die sie zustande kommen, nicht einmal ansatzweise von den Notenbanken, den staatlichen
Kontrollbehörden oder anderen öffentlichen Einrichtungen erfaßt.

Den Vorreiter bei der beschleunigten Entwicklung von Ungleichheit machen die USA. Dort verringerte sich das Einkommen zwischen 1980 und 2010 für 90 Prozent der Bevölkerung um fünf Prozent. Das Einkommen der 0,01 Prozent Superreichen vervierfachte sich in diesem Zeitraum, das der 0,1 Prozent sehr Reichen verdreifachte sich. Aber die Bundesrepublik holt auf: In keinem Industrieland ist die Kluft zwischen Arm und Reich seit 2000 größer geworden als hierzulande. Das oberste ein Prozent besitzt etwa 34 Prozent
des gesamten Privatvermögens.

Die an der TJN-Studie beteiligten Ökonomen sehen in diesem qualitativen Sprung von Ungleichheit eine Gefahr für Wachstum und für die Stabilität der Gesellschaft. Diese Verteilung habe in den USA kreditfinanzierte Boomphasen gefördert mit den jeweiligen Abstürzen am Ende. Und sie machen darauf aufmerksam: Die Macht folgt dem Geld bzw. Geld bedeutet Macht, d.h. diese Konzentration von Reichtum führt zu einer Refeudalisierung der Machtverhältnisse. Die genannten Summen stellen ein Droh- und
Erpressungspotential dar, mit dem die Welt beherrscht werden kann.

Es geht übrigens global um etwa 85000 Personen, sogenannte High Net Worth Individuals, die über jeweils mehr als 50 Millionen US-Dollar verfügen (2700 von ihnen über mehr als 500 Millionen Dollar). Sachvermögen wie Immobilien, Goldbestände, Jachten und Rennpferde sind dabei nicht berücksichtigt. Ihre Zahl wird demnächst steigen, die nächste »Spar«runde auch hierzulande kommt bestimmt. Läßt die Umverteilung von unten nach oben nach, gefährdet das die Wertegemeinschaft.

Igelin: Man könnte doch denken, das diese Superreichen nun endlich genug Geld hätten – also Ruhe geben würden und sich aufs Altenteil verziehen – sie könnten sich aus der Welt zurückziehen und in Saus und Braus leben – warum tun sie’s nicht ?
Hat das viele Geld sie nicht be-fried-igt ? Sind sie mit so viel Geld nicht glück-lich? Sie müssen doch keine Existenzangst haben oder befürchten müssen, dass sie morgen ihre Miete nicht mehr zahlen können und dann obdachlos werden . . . oder dass ihre Kinder ihre Schuhe durchgelaufen haben und schon wieder neue brauchen; oder dass die Wasser/Strompreise steigen – und sie ihre Waschmaschine nicht mehr benutzen könnten.

Warum sind diese Supe-Reichen nicht zu-fried-en ?

Macht Geld etwa doch nicht glücklich ?! Warum streben dann alle Menschen nach Geld und mehr Geld ?!
Wahrscheinlich liegt im Geld-haben doch nicht die Wahrheit des Lebens . . . und wahrscheinlich sind dies nicht die Besten oder die sittlich gereiften Menschen.
Man kann davon ausgehen, dass diese Super-Reichen – todunglücklich sind – so wunschlos zu sein – muss ein schweres Los sein. Womit sollen sie sich noch beschäftigen ?

Nun haben sie sich gar ausgedacht – dass nur sie allein das Recht auf Leben auf dieser Erde hätten – warum weiß Gott nichts davon ?? Wenn sie tatsächlich alleine auf dieser Welt wären – wer würde sie dann bedienen ?! Und dann wäre ihre Geltungs-Sucht noch weniger befriedigt – denn sie hätten keinen Vergleich mit armen Menschen – die das Brot für ihre Kinder nicht haben.
Wie langweilig wäre so ein Leben – nicht früh aufstehen zu müssen, sich um nichts Gedanken machen zu müssen – wahrscheinlich würde ihr Geist total verkümmern und die Moral verkommen. „Wenn es dem Bären zu gut geht – tanzt er auf dem Eis“ sagt das Sprichwort.

Wie gut, dass es Super-Reiche gibt, die von den Armen beneidet werden oder
dass es Tellerwäscher gibt, die vom Millionen-Gewinn träumen; dass es Eltern gibt, die wollen, dass ihre Kinder die Träume erfüllen, für die sie es nie gechafft haben;
dass es Erwartungen und Hoffnungen gibt, die sich nicht erfüllen lassen
dass es Überraschungen und Glücksfälle gibt;
dass SuperReiche nicht immer Super-Reich bleiben oder trotz Geld nicht alles haben;
dass es arme Leute gibt, die glücklich sind;

und vor allem, dass es Menschen gibt, die sich an den natürlichen Tausend kleinen Dingen des täglichen Lebens freuen können.
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Superreiche sind nicht glücklich
Praktisch gibt es keine Behinderung – oder jede Behinderung wird durch besondere Fähigkeiten ausgeglichen.

von Igelin @ 2012-07-22 – 11:15:41

Connor Boss – Eine Augenweide ohne Augenlicht
Sie ist 18, blond und hübsch: Connor Boss aus den USA hat schon einige Schönheitswettbewerbe gewonnen, bei der Miss-Florida-Wahl kam sie unter die Top 5. Und das, obwohl sie blind ist.

© Youtube
Durch die seltene Erbkrankheit Morbus Stargardt verliert die 18-jährige Connor Boss fast ihr gesamtes Augenlicht. Schon jetzt kann sie nur durch deutliche Markierungen den Weg über den Laufsteg finden
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THEMEN
Schönheitswettbewerbe
Connor Boss reibt nicht jedem gleich unter die Nase, dass bei ihr etwas nicht stimmt. Das müssen die anderen schon selber merken. Manchmal passiert das, wenn sich die 18-Jährige wieder auf die Männertoilette verlaufen hat. Oder als die wie vor kurzem auf den Laufsteg einer Modeschau stolperte.

Für gewöhnlich gelingt der Blondine der Gang auf den Catwalk aber sehr gut. Connor Boss hat bei 17 Schönheitswettbewerben schon fünf Mal ein Krönchen gewonnen, obwohl sie fast erblindet ist. „Wenn mich etwas interessiert, mache ich mich auf den Weg“, sagt sie der Onlinezeitung „Huffington Post“. „Ich brauch die Sehkraft nicht als Krücke“.

Als Boss sechs Monate alt war, entdeckte der Kinderarzt über ihrem linken Auge einen gutartigen Tumor (Meningeom). Einige Jahre, nachdem die Wucherung operativ entfernt wurde, diagnostizierte ihr Augenarzt bei Boss dann Morbus Stargardt. Die seltene Erbkrankheit führt zu einer Ansammlung von giftigen Stoffen in Sehzellen, wodurch Betroffene im zentralen Sehfeld nahezu blind werden. Das heißt, sie kann nicht erfassen, was vor ihren Augen geschieht, nimmt jedoch an den Seiten ihre Umgebung besser wahr. Eine Therapie gibt es nicht.

In den Spiegel gucken geht nicht mehr

Seit der Pubertät gilt die US-Amerikanerin bei den Behörden als Blinde. Boss konnte keine Buchstaben mehr erkennen, obwohl Arbeitsblätter für sie in Schriftgröße 36 gedruckt wurden. „An mir hat man eine Menge Papier verschwendet“, sagt sie über ihre Schulzeit.

Doch Verschwendung können die Leseanstrengungen und Vorlesehilfen ihrer Eltern nicht gewesen sein. Boss hat die Schule mit 4.2 Punkten abgeschlossen, was umgerechnet ein Einser-Abitur macht. „Jetzt will ich in an der Landesuniversität Florida Public Relations studieren und eine erfolgreiche Geschäftsfrau werden“, sagt sie und zieht die Mundwinkel hoch zu einem charmantem Lächeln.

© Youtube
Sie sieht nicht was sie tut, aber es gelingt ihr gut. Das eigene Spiegelbild ist für Connor Boss bereits seit einem Jahrzehnt verschwommen
Wie jede Miss-Wahl-Teilnehmerin pflegt Boss ihr Aussehen. Wie der jungen Schönheit das gelingt, bleibt jedoch ein Rätsel. Schließlich kann sich die Blondine bereits seit einem Jahrzehnt kaum noch im Spiegel erkennen.

Nachdem sie als Kind mit Begeisterung an Gymnastik und Cheerleading teilnahm, ging Boss mit 16 zu ihrem ersten Schönheitswettbewerb. Im Herbst 2010 wurde sie „Miss Harvest Queen“ in Belle Glade, ihrem Heimatort im Westen von Miami. „Sie rechtfertigt sich nicht für ihr Unvermögen, sondern zeigt, was geht“, meint Grant Gravitt, Produzent der „Miss Florida Show“. Eine Krone bekam sie bei dem hoch angesehenen Contest nicht, schaffte es aber unter die Top Fünf.

Durch Markierungen auf dem Catwalk gelangen ihr der Gang in den verschiedenen Kategorien von Bademode bis Abendkleid problemlos. Die 18-Jährige sagt, sie fühle sich schon wie eine Gewinnerin, wenn andere von ihrem Schicksal inspiriert werden. Hilfreich dafür ist, dass sie gut frei reden kann. Ihre Mutter Traci Boss erklärt: „Weil sie weder Jury noch Zuschauer erkennt, stellt Connor sich einfach vor, sie würde zu sich selbst sprechen.“

lur

Igelin: Deshalb ist „Behinderung“ eine Stigmatisierung und Intolleranz an sich.
Behinderung – richtet sich eindeutig auf die Rolle beim Kapitaldienst – nicht im Leben.

Und wenn Gott einen Menschen so und nicht anders auf diese Welt inkarniert – dann hat das eine Bedeutung – nicht nur für diesen Menschen, sondern auch für die Familienangehörigen und alle Menschen, die uns begegnen.

Menschen abzuschieben an „Experten“ ist inakzeptabel und löst nicht das Thema.
Das betrifft auch sich selbst – so wie wir sind – ist es eine Lebens-Lern-Aufgabe für uns selbst, damit klar zu kommen – beginnend mit der Akzeptanz bis zum leben.

„Lebe, wie Du, wenn Du stirbst, Dir wünschen wirst, gelebt zu haben“

Und Leben ist nicht einfach, auch keine Summe von Privilegien.
so wie Wahrheit auch nie bequem ist.
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Behinderung
Ein junger Mann sagte mal zu mir: ich habe studiert, weil ich zu faul war um zu arbeiten . . .

von Igelin @ 2012-07-22 – 10:35:43

Nun – die Anzahl der StudienAnfänger könnte auch Ausdruck der Arbeitslosigkeit sein – ist es doch eine Möglichkeit, ein paar Jahre länger Einkommen zu erzielen – und Bafög ist eine Aufwertung gegenüber ALG II wegen fehlender Lehrstelle.
Oft gibt dem Studienanfänger auch der Ehrgeiz der Eltern das Ziel an und manche wurden schon in der Schule gedopt – damit sie das Geltungsbedürfnis der Eltern befriedigen können.
Aber leider ist nicht jeder gut benoteter Schüler in der Lage zu studieren. Sehr viele davon müssen schon nach kurzer Zeit das Handtuch werfen – weil sie die falschen Lern-Methoden eingeübt haben, intellektuell gar nicht dazu ausgestattet sind, oder den Stress nicht gewältigen, die damit verbunden sind.
Gute Noten bekommt in den Schulen auch nicht der Intelligente – sondern meist der Brave. Gehorsamkeit wird belohnt – Intelligenz bestraft – denn Intelligente und kreative sind nicht ordentlich und nicht brav – sie haben zu viel im Kopf und stellen zu viele Fragen, die nicht in den organisierten Ablauf des Unterrichts passen. Der Unterricht langweilt sie und deshalb provozieren sie den unfähigen LehrerIn.
Holger Zierd bekam in der 6. Klasse von seiner Mathelehrerin eine 6. Bei einem Test durch den Psychologen des Arbeitsamtes Suhl stellte dieser fest, dass Holger Zierd die höchste Punktzahl erreichte im mathematisch logischem Denkvermögen. . . Wie kann das sein ? Dabei erzählte mir der Psychologe: dass manchmal ein geschniegelt und gebügelter gerade mal den IQ eines Versicherungsmanagers erreicht – dann kommt ein langer Lulatsch, flätzt sich auf seinen Stuhl, ist Maurer von Beruf und hat einen IQ – der jede Achtung und Respekt abverlangt.
Wie kommt es zu diesen Fehl-Benotungen durch die studierten Lehrer der Staatsschulen ?
Und wollen etwa nicht die Intelligenten studieren, sondern nur die Ehrgeizigen, Geltungs-und Machtsüchtigen ?
Ein Lehrer der Waldorfschule Fulda sagte mir: wenn er entscheiden könnte, würde er alle Kinder nach der 8. Klasse entlassen und wer dann wieder zurück kommt – der kann dann studieren.
Tatsächlich wäre es wohl besser – auch für die Entwicklung der persönlichen Reife, wenn alle Studien-Willigen zuerst eine Berufsausbildung und Berufspraxis vorzuweisen hätten – dann gäbe es wohl auch keine/weniger solcher Blinsen/Fachidioten mit Doktor-Titel. Vor allem für Lehrer wäre ein solcher Bildungsweg vorteilhaft – damit sie eine Ahnung haben vom Leben außerhalb der Schulen und weniger theoretisch urteilen müssten.
Auch hier möchte ich Goethe zitieren aus seinem Buch „Wahlverwandtschaften“, der Erfahrene kann am Besten beraten, der schlechte Schüler kann am besten lehren.
Unterm Strich bleibt zu bedenken, dass alles auswendig Lernen von Informationen – Diebstahl von geistigem Eigentum ist – schädlich und wirkungslos weil es vor allem nicht selbst erfragt wurde oder erarbeitet – den meisten geht es um eine Prüfungszensur, um einen Titel, um Einkommen und nicht um Wissen und Erkenntnisse.

yahoo:
Die Zahl der Bafög-Empfänger ist im vergangenen Jahr erneut um rund fünf Prozent auf rund 963.000 Schüler und Studenten gestiegen. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) wertete die am Freitag veröffentlichten Zahlen des Statistisches Bundesamtes als Beleg, dass Schüler und Studenten in der Bundesregierung einen „verlässlichen Partner“ hätten. Grüne und Linke pochten dagegen auf eine zügige Aufstockung der Mittel.
Mit dem Bafög greift der Staat Studenten unter die Arme, wenn Eltern nicht für den Unterhalt aufkommen können. Den Wiesbadener Statistikern zufolge wuchs die Zahl der Bafög-Empfänger 2011 im Vorjahresvergleich um 47.000 Schüler und Studenten. Im Durchschnitt erhielten Schüler monatlich 385 Euro und Studenten 452 Euro. Zugleich klettern die Gesamtausgaben von Bund und Ländern für Bafög-Leistungen 2011 erstmals über die Drei-Milliarden-Euro-Marke: Insgesamt wurden knapp 3,2 Milliarden Euro ausgegeben – 307 Millionen Euro mehr als 2010.
Unter den Bafög-Empfängern waren demnach 644.000 Studenten, ein Anstieg von 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der geförderten Schüler sank dagegen leicht um 1,5 Prozent auf 319.000. Fast jeder zweite Bafög-Empfänger erhielt den maximalen Förderbetrag. Dessen Höhe hängt davon ab, ob der Geförderte eine Berufsfachschule oder eine Hochschule besucht und ob er bei den Eltern oder auswärts wohnt. Eine Teilförderung, die gezahlt wird, wenn das Einkommen der Empfänger oder deren Eltern bestimmte Grenzen übersteigt, erhielten 52 Prozent.
Schavan erklärte angesichts der im dritten Jahr in Folge gestiegenen Gefördertenzahlen, die Bafög-Novellen von 2008 und 2010 zeigten „nachhaltig Wirkung“. „Mit unserem Dreiklang aus Bafög, Stipendien und ergänzenden Darlehensangeboten bei der Finanzierung individueller Ausbildungskosten gehen wir den richtigen Weg.“ Schavan verwies zudem darauf, dass auf ihre Initiative ein Gespräch mit den Länderministern über weitere mögliche Verbesserungen beim Bafög stattgefunden habe. „Nun sind die Länder am Zug, Position zu beziehen. Auf dieser Grundlage werde ich die weiteren Gespräche führen.“
Der Grünen-Hochschulexperte Kai Gehring bezeichnete den Anstieg der studentischen Bafög-Empfänger als „positiven Einmaleffekt, der aber hinter dem massiven Anstieg der Studienanfänger zurückbleibt“. „Jubelmeldungen“ Schavans seien „völlig unangemessen“, da die Ministerin sich einer notwendigen Strukturreform und Aufstockung des Bafög verweigere. Eine Erhöhung der Elternfreibeträge und Bafög-Fördersätze sei erforderlich, um mehr Bildungsaufstiege zu ermöglichen.
Die hochschulpolitische Sprecherin der Linken, Nicole Gohlke, forderte unter anderem eine sofortige Bafög-Anhebung um zehn Prozent. Der Anstieg der Bafög-Empfänger sei „den doppelten Abiturjahrgängen und der Aussetzung der Wehrpflicht geschuldet und nicht dem sozialen Verantwortungsbewusstsein der Bundesregierung“.
Das Deutsche Studentenwerk (DSW) zeigte sich grundsätzlich erfreut über die neuen Bafög-Zahlen. „Wir freuen uns über jeden positiv beschiedenen BaföG-Antrag und jeden zusätzlich gezahlten Euro“, erklärte der DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. Gleichwohl stelle sich die Frage, ob sich die staatliche Ausbildungsförderung angesichts der gestiegenen Zahl von Studienanfängern tatsächlich verbessert habe.
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Studieren anstatt Berufsausbildung ?
Das Kapital braucht keine Unterstützung durch die Politiker – die Menschen brauchen Unterstützung durch die Politik – !!

von Igelin @ 2012-07-22 – 10:26:44

Aber die Politiker verraten wiedermal ihre Wähler – sie unterstützen die Reichen und knechten die Armen.
Wieso brauchen Banken Milliarden-Hilfsgelder – die Menschen aber können verhungern . . . was eindeutig durch die Politik und Spekulationen von Banster mit-verursacht wurde.
Es wird Zeit, dass sich die Menschen ihre eigene Regierung wählen – anstatt eine Regierung des Kapitals.
Es ist prophezeit, dass es einen zweiten Markt geben wird – einen Markt der Selbsthilfe, der Nachbarschaftshilfe, des Warenaustausches und Dienstleistungsaustausches. Ansätze davon gibt es bereits. Das Internet könnte die Basis sein.
Lasst sie doch mit ihrem „Geld“ spielen – fangen wir an zu leben.

Nach-richten sind nicht dazu da, sich danach zu richten, sondern drüber nachzudenken und einen eigenen Standpunkt zu finden.

yahoo:
Die Maßnahmen von Ministerpräsident Mariano Rajoy sehen unter anderem die Erhöhung der Mehrwertsteuer und Kürzungen beim Arbeitslosengeld vor. Für neu arbeitslos Gewordene soll es nach sechs Monaten nur noch die Hälfte des Grundgehalts geben. „Das ist der Todesstoß: Sie kürzen bei denen, die keine Arbeit haben und erhöhen die Mehrwertsteuer für die, die arbeiten“, sagt Rafel Ledo. Er war von der nördlichen Region Asturien aus 500 Kilometer zu Fuß nach Madrid unterwegs.
Spanien steckt seit dem Platzen einer Immobilienblase im Jahr 2008 in der Krise. Fast ein Viertel der Spanier sind arbeitslos, bei den jungen Leuten unter 25 Jahren hat sogar mehr als jeder Zweite keine Arbeitsstelle. Zuletzt hatten am Donnerstag landesweit hunderttausende Menschen gegen die Sparpolitik der Regierung protestiert. Die Proteste endeten in der Nacht zum Freitag in Madrid mit Gewalt und Festnahmen. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Schlagstöcke gegen kleinere Gruppen von Demonstranten ein.(wobei klar ist, wer durch Polizei geschützt wird – es sind nicht die Menschen, sondern das Geld der Reichen).
Das Maßnahmenpaket der Regierung Rajoy sieht bis 2015 Kürzungen um 65 Milliarden Euro vor. Im Verwaltungssektor sollen 3,5 Milliarden Euro eingespart werden. Zudem soll Beschäftigten im öffentlichen Dienst das Weihnachtsgeld gestrichen werden – und das bei steigenden Lebenshaltungskosten.
Am Freitag hatten die Euro-Finanzminister Hilfskredite für Spaniens angeschlagene Banken von bis zu hundert Milliarden Euro beschlossen. (weil die Bankster die Ärmsten der Armen sind – sie sind darauf angewiesen, mit dem Geld anderer Leute zu spekulieren – weil sie selbst keine Werte schaffen können) Zuvor hatte auch der Bundestag dem zugestimmt. Nach dem offiziellen Beschluss der Eurogruppe stürzte die Börse in Madrid um 5,8 Prozent ab, wobei besonders Bankenaktien nachgaben.
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Kapital braucht keine Regierung
Ein Kapitänleutnant der Marine hat die 2008 ertrunkene „Gorch Fock“-Kadettin Jenny Böken und ihre Eltern öffentlich verhöhnt.

von Igelin @ 2012-07-22 – 09:34:24

Gegen den Offizier wird nach Marineangaben sowohl dienst- als auch strafrechtlich ermittelt. Die Eltern der toten Kadettin wollen sich an Marineinspekteur Axel Schimpf wenden.
Auf der Internetseite des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) kommentierte der Soldat: „Da sind sie wieder, die Bökens: Mit einem Sammelsurium absurder Hirngespinste betreffs des Todes ihrer Tochter vergeuden sie seit mehreren Jahren das Geld anständiger Steuerzahler“. Die Eltern leugneten, dass die 18-Jährige „schlicht und ergreifend in Darwin-Award-fähiger Weise von der Back der Gorch Fock“ gestürzt ist.“ Dies ist ein Spottpreis für dümmste Methoden, aus dem Leben zu scheiden oder sich unfruchtbar zu machen.
„Ich war fassungslos“, sagte Mutter Marlis Böken dem „Flensburger Tageblatt“. Vater Uwe Böken fügte hinzu: „Solche Äußerungen bestätigen mir, welche Haltung innerhalb der Marine herrscht.“ Auch in Marine-Foren sei der Ton scharf geworden. „Jenny hat ihr Leben verloren. Mehr kann man im Dienst nicht geben. Und wir haben gute Gründe, weiter Fragen zu stellen“, sagte Marlis Böken.
Ein Marinesprecher bestätigte dapd, dass es sich bei dem Mann, der im Internet seinen vollen Namen nannte, um einen Kapitänleutnant handelt. Gegen ihn werde dienst- und strafrechtlich ermittelt. Seine Äußerungen spiegelten nicht die Meinung der Marine wieder.
Der Fall mache die Marine „sehr betroffen“, sagte der Chef des Stabes im Flottenkommando, Flottillenadmiral Georg von Maltzan. „Derartige Äußerungen, wie sie in den Kommentaren getätigt wurden, sind aus unserer Sicht völlig inakzeptabel.“ In solchen Fällen sei eine „Trennung zwischen dienstlichen und privaten Äußerungen nicht möglich“.
Die Mutter der Kadettin wirft der Kieler Staatsanwaltschaft Rechtsbeugung vor. Sie zeigte sich gegenüber dapd am 13. Juli „überzeugt, dass bei den Ermittlungen in Schleswig-Holstein gemauert wird“. Es sei schlampig ermittelt worden. Offenbar habe die Ermittlungsbehörde kein Interesse daran, die aufgeworfenen Widersprüche um den Tod ihrer Tochter aufzuklären.
Jenny Böken war in der Nacht zum 4. September 2008 unter ungeklärten Umständen vor der Insel Norderney von Bord des Segelschulschiffes in die Nordsee gefallen und ertrunken. Der Anwalt der Familie hat Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gegen die Ablehnung des Klageerzwingungsverfahrens vor dem Oberlandesgericht Schleswig eingereicht. Dieses hatte es abgelehnt, erneut strafrechtliche Ermittlungen gegen den Kommandanten und den Schiffsarzt einzuleiten. Die Verfassungsrichter sollen entscheiden, ob das Urteil gegen im Grundgesetz verankerte Rechte verstößt.
Die „Gorch Fock“ war in den vergangenen Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Nach dem Tod einer weiteren Kadettin am 7. November 2010 wurde die Offiziersausbildung ausgesetzt und das Schiff 2011 an die Kette gelegt. Damals wurden Vorwürfe über unmenschliche Ausbildungsmethoden und sexuelle Belästigung laut.
Im Zuge des Skandals wurde der damalige Kommandant Norbert Schatz beurlaubt. Der Wehrbeauftragten des Bundestages, Helmut Königshaus, stellte „Führungsdefizite und Sicherheitslücken“ fest. Derzeit liegt der Dreimaster zu Instandsetzungsarbeiten auf einer Werft im niedersächsischen Elsfleth. Die „Gorch Fock“ soll laut Marine noch 2012 wieder in See stechen und 2013 auch wieder Offiziersanwärter an Bord nehmen, die dann nach einem neuen Konzept ausgebildet werden.
dapd

Igelin: Armee, Soldat, Söldner, Polizist, Feuerwehrmann, Politiker, Handwerker, sind absolute männliche Domäne. Warum eine Frau da mitmischen will – und ob das so zu begrüßen ist – bleibt dahin gestellt.
Ja sicher, was Männer nicht mit ihrem Penis tun – können Frauen auch.
Aber das hat mit Gleichberechtigung nichts zu tun. Es sollte besser darum gehen, Frauen in ihrer Weiblichkeit anzuerkennen – als gleichwertig zu akzeptieren.
und da haperts in der christlichen Kultur gewaltig.
Auf der einen Seite verweigern die Männer die Anerkennung der Weiblichkeit als gleichwertig – auf der anderen Seite re-agieren sie eifersüchtig und bösartig, wenn Frauen beweisen, dass sie Männersachen genauso gut können.
Da fällt den Männern dann ein, dass Frauen nicht auf ein Schiff gehören, weil das Unglück bringe, dass Frauen nur für Sex gut wären und zum putzen; dass Frauen nichts wissen müssten, weil sie sowieso heiraten würden und Kinderkriegen. usw.
Ich denke – so wie Frauen verlangen, dass Männer sie als gleichwertig anerkennen – so sollten Frauen auch die Fähigkeiten und Domäne der Männer anerkennen – manches können eben Männer besser und manches können Frauen besser.
(„warum Frauen nicht einparken können und Männer nicht zuhören“)
Wäre das nicht so – gäbe es den Unterschied nicht zwischen Männern und Frauen.
Ich weis, wovon ich spreche, denn ich habe auch einen Männerberuf gelernt – weil das ja so gleichberechtigt war. Aber ich bekam den Lohn eines ungelernten Mannes obwohl ich zu den Besten im Ausbildungsjahr gehörte – arbeitsschutzmäßig durften Frauen eben nicht die gleichen Arbeiten verrichten, wie Männer.
In anderen Berufen – bewältigen die Männer die schweren, gewichtigen Arbeiten (mit maschenkraft) und die Frauen tragen die „leichten“ Materialien mit Muskelkraft. Aber die schweren Arbeiten werden sehr viel besser bezahlt.

Die Mediziner wollen zwar das Kinderkriegen in die Hand nehmen und die Frauen von ihrer Weiblichkeit entbinden – aber bisher haben sie nur den männlichen Part im Reagenzglas übernehmen können. Sie forschten auch nicht nach einer Pille für den Mann, sondern zuerst wurde die Pille für die Frau (von Männern) erfunden. Weil Kondome für Männer gar zu unbequem sind – müssen Frauen ihre Gesundheit zum Markte tragen. Ist ein Paar unfruchtbar – wird zuerst an der Frau herumgedocktert – eine Befruchtung im Reagenzglas kosten dem Mann keine körperlichen Eingriffe oder Untersuchungen !

Warum bleibt es nicht dabei, wie es die Natur vorgesehen hat ?! und wir Menschen bemühen uns endlich um die Akzeptanz des So-Seins – um die Anerkennung des Anderen und des anders Seins. Das setzt voraus, dass wir die Welt nicht mehr danach beurteilen – was zu gebrauchen ist oder was für uns nützlich.

Würden wir das konditionierte und dressierte Rollenspiel aufgeben – gewännen wir die Freiheit . . . Leider macht das den Erzogenen panische Angst – sie haben es nicht erfahren und gelernt – sie selbst zu sein – wobei wir wieder bei dem Ausgangspunkt sind:

Warum hat diese junge Frau auf dem Marineschulschiff angeheuert – warum wollte sie die Männerrolle spielen ?
Fand sie als Frau keine Anerkennung ? Hatten sich die Eltern einen Sohn gewünscht und nur ersatzweise das Mädchen hingenommen?
Dann wären sie keine Ausnahme – auch wenn dieser Fakt öffentlich unter Tabu fällt.
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Anerkennung als Frau/Mann
Oranspende-Skandal nicht um Spender

von Igelin @ 2012-07-22 – 09:02:51

hier wäre wohl eine weit intensivere Kontrolle nötig – denn ob der Befund: „Gehirntot“ auch tatsächlich zutrifft – bleibt spekulativ.
Ausgelöst wurde diese Diskussion weil ein Russe als Empfänger vorgesehen war – Neid !
Wären Politiker oder Reiche Leute die Empfänger gewesen würde sich kein Deutscher regen.
Letztendlich wird da gar nichts anderes passieren als dass Empfänger keine Langzeitarbeits-stellen-lose sein werden, keine behinderte Menschen und keine Russen.
Diese Verlogenheit kotzt mich an.

Yahoo-Nachricht – bitte nicht danach richten, sondern selbst denken !

„Berlin (dapd). Nach dem Organspende-Skandal in Göttingen mehren sich die Forderungen nach einer strengeren Kontrolle der Patientenakten. Unter den Ärzten ist aber umstritten, ob etwa ein strenges Vier-Augen-Prinzip gezielte Fälschungen verhindern oder aufdecken kann. Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn forderte die Kammern und die Deutsche Stiftung Organspende (DSO) auf, den Skandal konsequent aufzuklären und die Verantwortlichen zu bestrafen. „Da müssen dann halt auch mal Approbationen entzogen werden“, sagte Spahn. . . “

Hier ein Skandal von medizinisch herbeigeführten Organ-Spender aus Kopp-online. Wenn Sie lebensmüde sind – lassen Sie sich einfach in ein Krankenhaus einweisen. Endweder Sie werden benutzt als Versuchskaninchen – um chemischen Gifte klinisch zu testen oder sie enden als Organspender – wer will nachher schon den Nachweis erbringen, wie es tatsächlich war . . .
Organspende: Vorsicht, Mord!

Gerhard Wisnewski

Ein Organspendeskandal erschüttert die Republik: Ärzte sollen Organ-Empfänger auf den Wartelisten nach oben manipuliert haben. Dabei ist das nur die Empfängerseite. Noch viel skandalöser geht es auf der Spenderseite zu: Die Tests zur Feststellung des »Hirntodes« können ihn selber herbeiführen. Reden wir hier von Mord?

Diesen Tag wird Renate Greinert wohl nie vergessen: Nach einem schweren Verkehrsunfall wird ihr Sohn Christian in eine Klinik geflogen. Während sie glaubt, dass ihrem Sohn geholfen wird, gelten die ärztlichen Bemühungen bereits anderen: »Man versuchte, sein Leben zu erhalten, um mit seinen lebenden Organen andere Menschenleben zu retten. Die Untersuchungen und Medikamente
galten nicht ihm, sondern den anderen.« Man hinderte ihren Sohn zunächst am Sterben, »da nur die Übertragung von lebenden Organen den erhofften Erfolg für andere bringt«.

Der konstruierte »Hirntod«

Voraussetzung für die Organentnahme ist die rechtliche Konstruktion des »Hirntodes«. Diese Konstruktion soll das Paradoxon auflösen, das darin besteht, dass man einerseits einem lebenden Menschen natürlich keine Organe entnehmen darf, die Organe eines Toten aber in der Regel wertlos sind. Also erfand man den Hirntod, bei dem der Mensch angeblich irreversibel geschädigt, aber noch am Leben ist. Nach dem Motto: »So tot wie nötig, so lebendig wie möglich« (Professor Franco Rest). Der Schlüssel zur Feststellung des Hirntodes ist die Hirntoddiagnostik. Die wichtigsten Voraussetzungen sind zwei klinische Untersuchungen, zwischen denen mindestens zwölf Stunden liegen müssen. Unglaublich, aber wahr: Dazu gehören Tests, die den Patienten umbringen können. »Bei meinem Sohn wurde dreimal die klinische Hirntoddiagnostik vorgenommen«, berichtet Renate Focke, deren Sohn 1997 einen schweren Verkehrsunfall hatte. »Zu einer klinischen Untersuchung gehören Reize mit Instrumenten, das Setzen von Schmerzreizen, indem der Untersuchende mit einer Nadel in die Nasenscheidewand sticht und indem vier Grad kaltes Wasser in die Ohren gespült wird.« Es leuchtet wohl ein, dass solche »Reize« einem Intensivpatienten kaum gut tun und ihn weiter destabilisieren können, erst recht, wenn die Prozeduren zwei bis drei Mal durchgeführt werden.

Tauchgang in der Intensivstation

Vier Grad kaltes Wasser im Gehörgang ist nämlich ein sehr interessanter »Test«. Denn es handelt sich nicht um irgendeinen »Reiz«. Für das Gehirn ist das das Signal, dass der Mensch in eiskaltes Wasser gefallen ist – denn sonst würde ja nicht der Gehörgang volllaufen. Da dies häufig mit dem Verlust des Gleichgewichtssinns und der Orientierung einhergeht, ist dies ein Schock für das Gehirn. Eiskaltes Wasser im Gehörgang ist daher auch an jenem Schock beteiligt, den Menschen erleben, wenn sie in eiskaltes Wasser fallen. Dabei können Menschen mit Vorerkrankungen »bösartige Herzrhythmusstörungen« erleiden, so der Notfallmediziner Professor Manfred Blobner über die Gefahren von Eisunfällen. Und um einen vorgeschädigten Menschen handelt es sich ja bei einem Verunglückten.

Sehr wahrscheinlich kann durch das Wasser im Gehörgang auch der so genannte »Tauchreflex« ausgelöst werden, denn natürlich ist ein wassergefüllter Gehörgang Anzeiger für das Untertauchen. Beim Tauchreflex wird »durch eine Stimulation des Parasympathikus die Atmung zum Stillstand gebracht (›sistiert‹), der Herzschlag verlangsamt und der Blutkreislauf zentralisiert (›Bloodshift‹)«.

Waterboarding für Schwerverletzte

Doch ist das noch gar nichts. Das eigentlich Interessante ist der »Apnoe-Test«, der im Zusammenhang mit dem »Waterboarding« das Ertrinkungserlebnis perfekt macht – sozusagen das »Waterboarding« für Schwerverletzte. Kurz: Man »testet« eben mal, ob der Patient auch ohne künstliche Beatmung weiteratmet. »Dabei wird dem hirnverletzten Patienten die künstliche Beatmung für bis zu zehn Minuten entzogen, um feststellen zu können, ob er selbstständig zu atmen beginnt«, berichtet die betroffene Mutter Renate Focke in einer Abhandlung über »die verschwiegene Seite« der Organspende. »Diese Untersuchung beeinträchtigt nach Aussage von Ärzten eindeutig die mögliche Erholung eines hirnverletzten Patienten und kann sogar den Tod des Patienten hervorrufen.« Nun – das ist ja noch sehr vornehm formuliert. Je nachdem, wie diese »Untersuchungen« durchgeführt und konfiguriert werden, bewegen wir uns hier ganz nahe am Mord. Denn bekanntlich erleidet das Gehirn schon nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff irreparable Schäden. Wenn man bis zu zehn Minuten wartet, ob nach dem Aussetzen der künstlichen Beatmung eine Spontanatmung einsetzt, heißt das, dass man das Gehirn absterben lässt. Bei einem Patienten, dem man dreimal hintereinander bis zu zehn Minuten die Luft entzogen hat, kann man natürlich leicht einen »Hirntod« diagnostizieren. Ein Hirntod könne »durch Behandlungsfehler entstehen« oder bei »Schwellenpatienten« gar »bewusst herbeigeführt werden«, warnte Dr. Achim Jaeckel vom Deutschen Medizin Forum.

Die Lizenz zum Ausschlachten

Wird das Gehirn dadurch nicht geschädigt (zum Beispiel, weil die Atmung rechtzeitig einsetzt), fehlt damit unter Umständen eine weitere wichtige Lizenz zum Töten, nämlich die »Nulllinie« auf dem Elektroenzephalogramm (EEG) – also der »Beleg«, dass das Gehirn nicht mehr arbeitet. Neben den oben genannten Untersuchungen ist nämlich vor allem das Elektroenzephalogramm – die Aufzeichnung der Hirnströme – die Lizenz zum Ausschlachten. Das EEG ist zum Beispiel vorgeschrieben, wenn zwischen den beschriebenen klinischen Tests weniger als zwölf Stunden liegen. Aber natürlich kann ein EEG auch unabhängig davon zum Beweis des Hirntodes abgenommen und herangezogen werden. Können die Ärzte im Rahmen der oben dargestellten Torturen (oder danach) ein EEG mit Nulllinie vorweisen, müssen sie im Wesentlichen nur noch die Angehörigen überreden, der Organentnahme zuzustimmen. Meistens ist es ziemlich leicht, die unter Schock stehenden Hinterbliebenen zu »bequatschen« und mit moralischen Argumenten unter Druck zu setzen. Wobei es natürlich heißen muss: »die mutmaßlichen Hinterbliebenen«. Denn noch ist der Mensch ja nicht tot. Getötet wird er erst durch die Organentnahme: »Der Organismus stirbt während der Operation (Explantation) im Rahmen der Kochsalzdurchspülung des Kreislaufsystems ab«, sagte einst der Hirnforscher Prof. Dr. Detlef Linke aus Bonn. »Es gibt Philosophen, die dies als Mord bezeichnet haben.« Nicht nur Philosophen. Auch namhafte Ärzte wie der britische Kardiologe und Dozent Dr. David Evans sagen klipp und klar: »Organentnahme ist Mord.« Und zwar, weil 60 Prozent der angeblich Hirntoten wieder zu Bewusstsein kommen könnten.

Wo ist das EEG?

Das Spannende ist nun, dass immer wieder EEGs verschwinden. »Irgendwann wurden wir aus dem Zimmer geschickt, man wollte ein EEG ableiten«, erinnerte sich hinterher die betroffene Mutter Renate Greinert (die übrigens ein Buch über die Organspende und den Tod ihres Sohnes geschrieben hat). »Außerdem wartete man auf ein Team von Neurochirurgen. Die 20-minütige Hirnstrommessung dauerte anderthalb Stunden«. Wobei die Frage ist, warum die Angehörigen für die Abnahme eines EEGs das Zimmer verlassen müssen. Und siehe da: »Dieses EEG existiert nicht mehr, dafür befindet sich in Christians Akte ein schnell aufgezeichnetes EKG.«

Ein Einzelfall? Keineswegs: Etwas Ähnliches hat auch Renate Focke erlebt. Ihr Sohn Arnd hatte im Herbst 1997 wie gesagt einen schweren Unfall und musste noch am Unfallort beatmet werden. In der Klinik wurde angeblich »ein schweres Schädel-Hirn-Trauma« festgestellt. Erst mehrere Jahre nach der Organentnahme und Hunderte von Albträumen später hatte Frau Focke die Kraft, von der Klinik die Akten anzufordern und sie durchzuarbeiten: »In vielen Träumen durchlebte ich, dass er nicht richtig begraben war, dass seine Leiche in einem Aquarium trieb oder dass sein Leichnam aus dem Grab verschwunden war.« Bei der Aktendurchsicht stellte sie fest, dass die beiden erwähnten klinischen Untersuchungen nicht im Abstand von zwölf, sondern von knapp drei Stunden vorgenommen worden waren. Aufgrund der zu geringen Wartezeit hätte es nun eine »apparative Untersuchung« (in der Regel ein EEG) geben müssen. Zwar sei in einem Bericht der Klinik auch von einem Nulllinien-EEG die Rede, »das angeblich bei meinem Sohn vorgenommen wurde«, so Focke. »Im entscheidenden Dokument, dem Hirntodprotokoll, ist jedoch kein Nulllinien-EEG aufgeführt. Auch in den Akten fanden sich keine EEG-Aufzeichnungen.« Die Organentnahme hätte nach dem Hirntodprotokoll demnach »gar nicht durchgeführt werden dürfen!«

Das heißt aber: Ohne ordentlichen Nachweis des »Hirntodes« ist der Mensch nicht einmal nach der umstrittenen Definition des »Hirntodes« tot. Einem lebenden Menschen die Organe zu entnehmen, kann man aber wohl kaum anders denn als Mord bezeichnen.

Potenzielles Schlachtvieh

Aber Focke entdeckte noch weitere Unregelmäßigkeiten. So hatte ihr Sohn einem Gutachten zufolge nach einer ersten (kurativen) Operation noch zu viel Narkosemittel im Blut. Da das Narkosemittel die Gehirnfunktionen verändert, ist eine Beurteilung des Hirntodes noch nicht möglich. Die Organentnahme wurde aber dennoch ohne weitere Beurteilung vorgenommen. Dem so genannten »Narkoseprotokoll« von der Explantation durfte die schockierte Mutter schließlich entnehmen, dass ihr Sohn zwar Mittel zur »Muskellähmung« bekam, aber keine Betäubung und keine Schmerzmittel erhielt – und das, obwohl der »Hirntod« offenbar nicht ausreichend dokumentiert worden war. Wobei auch dann niemand wüsste, ob das Gehirn nicht noch schwerste Schmerzen empfinden kann. »Bei Organentnahmen wurden immer wieder Hautrötungen, Schwitzen, Blutdruckanstieg und Abwehrbewegungen beim Einschnitt in den Körper festgestellt«, berichtet Frau Focke. »Das sind bei anderen Operationen Anzeichen für Schmerz, nur bei ›hirntoten‹ Organspendern werden sie als bedeutungslose Reaktionen angesehen. Die Vorstellung, dass mein Sohn bei lebendigem Leib ohne Rücksicht auf noch mögliche Schmerzempfindungen ohne Vollnarkose explantiert wurde, ist unerträglich.« Die Muskelrelaxanzien bewirken lediglich, dass sich der Patient bei Schmerzen nicht mehr bewegen kann – denn das stört schließlich beim »Schnippeln«.

Natürlich ist es nur logisch, dass es in der Transplantationsmedizin nicht nur Unregelmäßigkeiten auf der Empfängerseite gibt. Ein Medizinbetrieb, der auf der Empfängerseite manipuliert, manipuliert natürlich auch auf der Spenderseite.
Und das ist häufig gleichbedeutend mit glattem Mord.
Denn entweder wird beim »Hirntod« ein wenig nachgeholfen.
Oder ein Mensch, der in Wirklichkeit gar nicht »hirntot« ist, wird zur Tötung durch Organentnahme freigegeben.
Was aber ergibt es für einen Sinn, einen Patienten sterben zu lassen oder zu töten, um einen anderen zu retten?
Medizinisch natürlich gar keinen.
Den Unterschied macht allein das Geld: Die horrenden Summen, die für Transplantationen fließen: »Der Markt der Transplantations- und Pharmaindustrie ist Milliarden von Euro schwer«, schreibt der Sachbuchautor Richard Fuchs. Allein der Markt für so genannte »Immunsuppressiva«, die die Abstoßung des fremden Organs unterdrücken, umfasse jährlich 1,6 Milliarden Euro.
Die Fallpauschalen für Transplantationen hätten 2011 je nach Organ und Aufwand zwischen 18.000 und 215.000 Euro gelegen. »Nicht selten kommt es wegen Abstoßung zu weiteren Transplantationen.«

Kurz und gut: Die Organspende, zu der neuerdings immer mehr Bundesbürger gedrängt werden sollen, ist für die Spender und ihre Angehörigen nichts weiter als ein Albtraum. Sie sind der Transplantationsmedizin weitgehend wehrlos ausgeliefert. Jeder Spender ist potenzielles Schlachtvieh.
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Organspendeskandal Göttingen
Obama als scheinheiliger Lügner

von Igelin @ 2012-07-22 – 08:54:15

yahoo-Nachricht
Obama sagte, die Regierung in Washington sei bereit, „alles zu tun, um diejenigen vor Gericht zu bringen, die für dieses abscheuliche Verbrechen verantwortlich sind“. Er wolle zudem „alle möglichen Schritte ergreifen“, um die die Sicherheit der US-Bürger zu garantieren.

Ach ja – Herr Obama . . . und wie ist es mit der Sicherheit der Bürger in der Welt – vor allem in den Ländern, wo die USA Krieg führt ?! (Siehe Eintrag über Obama als Kriegspräsident . . . )

Auch diese Menschen haben ein Recht auf Leben und auf Unversehrtheit ihrer Kultur – ohne amerikanische Einmischung !!! .
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Obama als Lügner
Amok in den USA

von Igelin @ 2012-07-21 – 21:02:19

Igelin:Stand der Student unter Psychopharmaka ?
Wenn er das Studium abbrechen wollte – war er wahrscheinlich überfordert und hat sich mit Psychopharmaka gedopt – wer weis schon wie lange . . . Da es den Journalisten nur um Sensation und nicht um Ursachen werden solche relevanten Informationen nicht veröffentlicht.
Vielleicht haben die Jounalisten auch strikte Weisung – solche Info nicht zu verbreiten – das könnte dem Profit der Pharmalobby schaden.

yahoo.
Ein Amoklauf während einer Filmpremiere mit zwölf Toten und 59 Verletzten im US-Bundesstaat Colorado hat in den USA für Entsetzen gesorgt. Der Angreifer drang in der Nacht während einer Vorführung des neuesten „Batman“-Films in ein Kino in der Stadt Aurora nahe Denver ein und eröffnete das Feuer, wie die Polizei mitteilte. US-Präsident Barack Obama zeigte sich schockiert, der Präsidentschaftswahlkampf wurde vorläufig auf Eis gelegt.
Nach Angaben der Polizei setzte der 24 Jahre alte Angreifer drei Schusswaffen ein, außerdem trug er eine Schutzweste und eine Gasmaske, als er das vollbesetzte Kino stürmte. Dem Polizeichef von Aurora, Dan Oates, zufolge warf der Amokläufer zunächst eine Tränengas-Granate oder Rauchbombe, dann eröffnete er das Feuer.
Unter den hunderten Zuschauern des Films „The Dark Knight Rises“ brach Panik aus. „Die Leute fingen an, aus dem Kinosaal zu rennen, es gab Schüsse, als die Polizisten eintrafen und schrien: ‚Runter mit Euch'“, sagte Benjamin Fernandez der Zeitung „Denver Post“.
Laut Polizei wurde der Verdächtige auf einem Parkplatz hinter dem Kino festgenommen; er habe keinen Widerstand geleistet. Medienberichte über einen möglichen zweiten Angreifer wies die Polizei zurück. Nach Angaben des Weißen Hauses gibt es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund der Tat.
Der Gouverneur von Colorado, John Hickenlooper, sagte, bei dem Amoklauf handle es sich um die Tat eines „verwirrten Geistes“. Medienberichten zufolge studierte der junge Mann Neurowissenschaften an der Universität Colorado, war aber gerade dabei, das Studium abzubrechen. Der Polizei fiel er bislang lediglich einmal wegen überhöhter Geschwindigkeit auf.
In seiner Wohnung hatte der Amokläufer „ausgefeilte“ Sprengfallen ausgelegt, wie Polizeichef Oates sagte. Es könne Tage dauern, alle zu entschärfen.
In vielen US-Kinos wurde der neue „Batman“-Film in Spezialvorführungen zur Premiere um Mitternacht gezeigt. Kinos in New York verschärften nach dem Amoklauf ihre Sicherheitsvorkehrungen. Die für Freitagabend vorgesehene „Batman“-Premiere auf der Champs-Élysées in Paris in Anwesenheit von Hauptdarsteller Christian Bale wurde abgesagt.
US-Präsident Barack Obama zeigte sich „schockiert“ über den Amoklauf. Er unterbrach seine Wahlkampftour und kehrte nach Washington zurück. Das Blutbad sei „sinnlos“ und „böse“, sagte er. In der Trauer um die Opfer seien alle Bürger als „eine amerikanische Familie vereint“. Auch sein designierter Herausforderer bei den Präsidentschaftswahlen im November, Mitt Romney, sagte Wahlkampfauftritte ab.
Beide Politiker verzichten zudem vorerst darauf, in Colorado Wahlkampfspots zu senden. Obama ordnete an, als Zeichen der Trauer die US-Flaggen an allen öffentlichen Gebäuden, diplomatischen Vertretungen und Armeestützpunkten bis zum Abend des 25. Juli auf Halbmast zu setzen.
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Amok in den USA
SPD-Kritik kommt spät

von Igelin @ 2012-07-21 – 20:44:25

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat in der Debatte über die Finanz- und Eurokrise die internationalen Banken scharf angegriffen. „Gier, Frechheit, Betrug und Unverantwortlichkeit dürfen sich nicht mehr lohnen“, forderte Gabriel im Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“. In einem parteiinternen Thesenpapier ruft Gabriel laut „Bild“-Zeitung dazu auf, die Kontrolle des Bankensektors 2013 zu einem zentralen Thema des Bundestagswahlkampfs zu machen.
Der Staat sei „erpressbar geworden durch das außer Kontrolle geratene Banken- und Finanzsystem“, warnte Gabriel im „Tagesspiegel“. Dieser Zustand müsse durch eine „harte und kompromisslose Bankenregulierung“ in Europa beendet werden. Der SPD-Chef forderte unter anderem einen Automatismus für die Verstaatlichung von Banken, wenn diese staatliche Hilfe beanspruchten: „Es muss endlich Schluss sein mit dem Verlust-Sozialismus im Bankensektor: Gewinne werden privatisiert und Verluste sozialisiert.“
Zudem sollten hochriskante Geschäftspraktiken verboten und das Haftungsrecht verschärft werden, verlangte Gabriel: „Es kann nicht sein, dass kein einziger Banker hinter Gittern sitzt, weiter Kurse manipuliert werden und hoch riskante Geschäfte getätigt werden und kleine Leute selbst für’s Schwarzfahren ins Gefängnis kommen.“
Die Bundestagswahl 2013 müsse zu einer Entscheidung über die Bändigung des Banken- und Finanzsektors werden, heißt es laut „Bild“ in dem Thesenpapier Gabriels. Darin bezichtigt er Banken auch der Beihilfe zur Steuerhinterziehung sowie der Manipulation, indem sie beispielsweise Kunden Schrottpapiere aufschwatzten.
Erforderlich sei ein europäisches Bankeninsolvenzrecht, wonach Banken auch pleite gehen könnten, ohne dass ganze Volkswirtschaften in Mitleidenschaft gezogen würden. Der normale Bankbetrieb müsse „bilanziell oder rechtlich vom Investmentbanking getrennt“ werden. Statt großer und nicht mehr kontrollierbarer Banken seien „wieder kleinere Banken mit einem tragfähigen Geschäftsmodell“ erforderlich.
Angesichts der Steuerflucht in die Schweiz forderte Gabriel laut „Bild“ eine Strafverfolgungspflicht für den deutschen Generalbundesanwalt gegen ausländische Kreditinstitute und deren Mitarbeiter. Die SPD bekräftigte auch ihren Widerstand gegen das Steuerabkommen mit der Schweiz. „Ich rate dazu, dass die SPD das Abkommen im Bundesrat ablehnt und in der Regierung den internationalen Druck auf die Schweiz erhöht“, sagte der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) der „Bild am Sonntag“. Er warf seinem Nachfolger Wolfgang Schäuble (CDU) vor, das Abkommen „schlecht verhandelt“ zu haben.
Unionsfraktionschef Volker Kauder warf Gabriel wegen seiner Kritik am Bankensektor „Populismus“ vor. Er kritisierte auf dem Landesparteitag der baden-württembergischen CDU in Karlsruhe, die frühere rot-grüne Bundesregierung habe damals durch neue Gesetze Regulierungen im Bankensektor abgebaut. Von untauglichen Vorschlägen Gabriels sprach FDP-Generalsekretär Patrick Döring. Auch blende der SPD-Chef aus, „dass die Realwirtschaft renditeorientierte Banken braucht“, erklärte er in Berlin.
In der Debatte um das Steuerabkommen mit der Schweiz verteidigte Schäuble erneut den ausgehandelten Vertrag. Dieser ermögliche „eine pauschale Nachversteuerung in sehr beachtlicher Höhe“, sagte er der Berliner „tageszeitung“. Dies sei „mehr als nichts“, sagte auch Döring der „taz
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SPD-Kritik kommt spät
UTP neu erfunden

von Igelin @ 2012-07-21 – 00:10:07

Umweltlehre ist Pflicht
An einer Schule am Berliner Stadtrand gehört das Fach »Umweltlehre« zum
Pflichtprogramm. Sichtbares Zeichen dafür ist die eigene Schulfarm
Mathias Rittgerott

»Ich bin froh, keine Ziege zu sein«, sagt Max und schiebt die Mistgabel in
das vor Pisse triefende Stroh: »Weil es im Stall so stinkt.« Sein
Schulfreund Florian stöhnt: »Scheiße, ist der Mist schwer!«

Die 4c hat heute ihren wöchentlichen »Bauernhoftag«. Die Kinder besuchen
allesamt den »Grünen Campus Malchow« im Bezirk Lichtenberg. Hier wird das
Fach Umweltlehre unterrichtet.

Unter dessen Dach lernen die Kinder globale Umweltprobleme wie den
Klimawandel kennen, sie befassen sich mit der Energieversorgung und mit
gesunder Ernährung. »Waldsterben-Pädagogik« ist allerdings tabu, die Lehrer
malen keine Weltuntergangsszenarien an die Wand.

Als Schulleiter Tobias Barthl aus dem Harz nach Berlin zog, war er
sprachlos: Kinder können Hahn und Henne nicht unterscheiden, geschweige
denn Ahorn von Eiche. Den Mißs

tand möchte der Naturliebhaber beheben. Wer Barthl in seinem Büro aufsucht,
darf keine Angst haben. Dort glotzt einen der grüne Leguan »Guido« an.
»Tiere wie unsere Vogelspinnen wirken wie Therapeuten«, sagt Barthl.
Vorlaute Zappelphilippe werden ruhig, wenn sie sich um Spinne, Huhn und
Ziege kümmern.

Im Hof steht zwischen all den Kindern Jens Marschalke als ruhender Pol. Er
weiß Rat, wenn die Schüler vergessen haben, wo die Gießkannen stehen und wo
die Heugabeln. Hergeschickt wurde er einst vom Arbeitsamt. Nach anderthalb
Jahren als ABM-Kraft ist er hier hängengeblieben. »Was soll ich zuhause
herumsitzen und verblöden«, fragt er.

Um elf Uhr übernimmt Klassenlehrerin Sabine Kondaurow das Zepter. Zurück im
Klassenzimmer spricht sie mit den Schülern über das Thema Wasserbedarf. Die
Kinder sollen aufschreiben, wie viel Wasser sie beim Tränken der Tiere und
Reinigen der Gehege verbraucht habt. »Wir haben zuvor über Hunger und Durst
in Afrika gesprochen«, ruft Kondaurow ihren Schützlingen in Erinnerung.
»Und wir verbrauchen fast 300 Liter für die Tiere!« Nun will sie Vorschläge
zu Wassersparen hören.

An Ökologie sind keineswegs alle Eltern interessiert, die ihre Kinder
herschicken, meinen Lehrer. Manche wählen diese Schule wohl deshalb, weil
der Ausländeranteil niedrig ist. Das Idealbild der Schule als Biotop, in
dem sich jeder entfalten kann, erhält Kratzer.

Klar ist auch: Absolventen der Schule werden in der Mehrzahl nicht grüner
denken und nachhaltiger leben als ihre Mitmenschen. Barthl und sein Team
sind schon zufrieden, wenn jeder zehnte Schüler es tut.
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UTP neu erfunden
>Werden Krankenhäuser zu Unternehmen, geht es um Profit

von Igelin @ 2012-07-21 – 00:01:50

Nachschlag: Gewerbefreiheit
Kontraste, Do., 21.45, ARD

Werden Krankenhäuser zu Unternehmen, geht es um Profit. Eine Befragung der
Leiter von 535 Intensivstationen zeigt, daß »es immer problematischer wird,
die Patientensicherheit zu garantieren« – so Wissenschaftler Michael
Isfort. Grund: Die Pflegekräfte haben nicht mehr genug Zeit, müssen oft
drei statt zwei Patienten betreuen. Nächstes Thema: Noch einmal
Kostenfaktor Personal. In Berliner Hotels erhalten Reinigungskräfte
beileibe nicht den vereinbarten Mindestlohn. Und Gewerbefreiheit zum
dritten: Wie kommen deutsche Gewehre nach Libyen? Die Bundesregierung hat
eine UN-Vereinbarung von 2005 über die dauerhafte Kennzeichnung von Waffen
nur für Jagd- und Sportwaffen umgesetzt, nicht für Kriegswaffen. Der
Linke-Bundestagsabgeordnete Jan van Aken nennt das einen »Skandal«.

(asc)
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Profit in Krankenhöuser
Folter im Gefängnis USA

von Igelin @ 2012-07-20 – 23:51:36

In den USA erleiden über hunderttausend Menschen langjährige Isolationshaft
Mumia Abu-Jamal

In den USA zeichnen sich Kommentare zur Praxis langjähriger Isolationshaft
zumeist durch einen hohen Grad von Unwissenheit aus, weil sich die
Kommentatoren auf ein Thema beziehen, das sie bislang nicht wahrgenommen
haben und über das sie auch keine ausreichende Kenntnisse besitzen. Einer
hohen Zahl von US-Bürgern – Frauen, Männern und Jugendlichen – geht es
anders, denn sie kennen dieses Phänomen sehr genau, weil sie morgens darin
erwachen und tagein, tagaus gegen die Qualen dieser Haftbedingungen
ankämpfen müssen.

Die Isolationshaft ist letzten Endes eine politische Institution, weil sie untrennbarer Teil der politischen Institution Gefängnis ist. Isolation als Haftstatut wird von höchsten politischen Instanzen des Staates gebilligt:Gesetzgebern, Richtern und der Regierung
. Sie ist das logische Ergebnis jahrelanger Propaganda von »Experten« und Politikern gleichermaßen, die sich gern damit rühmen, am härtesten gegen das Verbrechen vorzugehen.
Ihr Credo ist: »Sperrt sie ein und werft den Schlüssel weg!« Solcher Mentalität
großmäuliger Niedertracht entspringt das kaltherzige Regime der in Stahl
und Beton gegossenen Isolationstrakte, unter deren Bedingungen Menschen zu
Tausenden jeden Tag, jede Stunde, Minute für Minute die Erfahrung der
Folter erleiden, der sozialen Ausgrenzung in der Hölle der Isolation.

Erschreckend daran ist, daß die Erkenntnisse über die Wirkung der
Isolationshaft kein neuerworbenes Wissen sind. Als Philadelphia noch eine
Stadt der Quäker war und die örtlichen Eliten das erste Strafgefängnis
errichteten, um Delinquenten wieder auf den rechten Weg zu bringen,
sperrten sie Menschen in abgeschiedene »Zellen der Stille« ein. Ihr
einziger Begleiter war dabei die Bibel. Schon damals erkannte man aber
ziemlich schnell, daß ein solches Haftregime Menschen in den Wahnsinn
treibt.
Das war also schon vor rund zweihundert Jahren bekannt.
Wie kann es dann sein, daß dieses Wissen in der zweiten Häfte des 20. Jahrhunderts
angeblich in Vergessenheit geriet?
Ein Blinder mit Krückstock würde das Problem erkennen, aber die herrschende Politik ist geübt darin, wegzuschauen, und die Kerker unserer Gegenwart, in denen über
hunderttausend Menschen unter den Bedingungen endloser Höllenqualen
dahinvegetieren, sind das grauenvolle Resultat.

Igelin: so wie im Lande deutsch, wo Menschen von Psychiatern in Isolation und sogar Dunkelhaft gesteckt werden in einer anonymen Zelle von 2 x 3 m ohne Farbe, ohne Toilettenpapier, ohne Toilettendeckel – nur um die Zustimmung zu erpressen für Depotspritzen oder Psychopharmaka, mit gesundheitschädigenden und tödlicher Wirkung.
Psychiater wollen Ärzte sein – oder Christen in der ökumenischen Klinik Mühlhausen – sie sind Monster. kriminelle Drecksäcke.

Die Politik unseres Landes ist nichts anderes als ein Ausdruck von Angst,
und Angst ist das Geschäft unserer Medien. Sie schüren die Angst vor
»fremden Rassen« und vor dem Aufbegehren der unteren Klassen.
Aber wo Angst herrscht, breitet sich Haß aus. Und wo Haß ist, regiert die Gewalt.

Der größte Verursacher von Gewalt ist aber der Staat, und staatliche Gewalt steht hinter dem Aufbau der größten je gekannten Maschinerie von
Masseninhaftierungen, dem »gefängnisindustriellen Komplex«, wie er von Wissenschaftlern und Bewegungsaktivisten genannt wird. Das
Isolations-haftregime ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Komplexes.
Die US-Medien, gern auch als »öffentliche Tribünen des Volkes« deklariert,
ließen jetzt endlich verlauten, was wir schon seit Jahrzehnten wissen: Daß
die Isolationshaft Folter ist. Schon im 19. Jahrhundert war sie als Folter erkannt, genau wie sie in den 1970er Jahren als Folter gebrandmarkt wurde.
Und selbstverständlich ist Isolationshaft auch heute Folter. Und sie wird
auch morgen nichts anderes sein.

Igelin: Aber die Isolationshaft ist nicht nur woanders Folter, sondern auch hier im Lande deutsch. Kehrt den Dreck vor der eigenen Türe !!!

Sie ist Folter für Menschen wie Russell Maroon Shoats. Der68jährige
politische Gefangene, Ex-Black-Panther und Menschenrechtsaktivist sitzt
seit 1972 in Pennsylvanias Gefängnissen. 21 Jahre dieser vier Jahrzehnte
mußte er bis jetzt in Isolationshaft verbringen, weil er
Organisationstalent besitzt und mehrfach Initiator der Selbstorganisation
von Gefangenen war. Er steht beispielhaft für unzählige andere, die wie er
lebenslang staatlich verordneter Einsamkeit unterworfen werden.
Dabei werden diese Gefangenen nicht nur von ihren Angehörigen getrennt, sondern auch gezielt von ihren Mitgefangenen abgesondert.
Die herrschende Politik hat diese Bauwerke der Angst und Ignoranz geschaffen, und nur eine entschlossene Bürgerschaft kann sie wieder abschaffen. Es ist höchste Zeit,
dieser Folter ein Ende zu setzen.

Übersetzung: Jürgen Heiser

russellmaroonshoats.-wordpress.com

Danke für den Artikel – nur ´tauscht das Land USA aus durch das Wort Deutschland
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Folter im USA-Gefängnis
Geld für Flüchtlinge mißbraucht

von Igelin @ 2012-07-20 – 23:31:23

Thüringen: Landkreise haben pauschale Landesmittel für Asylbewerber zur
Haushaltssanierung zweckentfremdet
Susan Bonath

Zusammengepfercht in Heimen und zum Leben nur etwa 60 Prozent des
Hartz-IV-Regelsatzes, meist ausgegeben in Gutscheinen: Gerade hat das
Bundesverfassungsgericht die niedrigen Leistungen für Asylbewerber für
grundgesetzwidrig erklärt. Doch selbst von den geringen Mitteln, die das
Land als Pauschalen für Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge an die
Kommunen auszahlte, haben mehrere Thüringer Landkreise in der Vergangenheit
noch Gelder abgezweigt, um Haushaltslöcher zu stopfen. Das berichtete der
MDR Thüringen in dieser Woche.

Demnach verwendete der Kreis Altenburger Land in den Jahren zwischen 2005
und 2011 rund 1,1 Millionen Euro für andere Zwecke, der Ilmkreis etwa
900000 Euro. Bereits im Juni waren ähnliche Fälle in Thüringen
bekanntgeworden. Danach schlug der Wartburgkreis zwischen 2004 und 2007
zirka 850000 Euro »Gewinn« aus den Mittelzuweisungen, der Kyffhäuserkreis
zwischen 2005 und 2010 rund 170000 Euro, der Unstrut-Hainich-Kreis ungefähr
165000 Euro. Rechtswidrig sei das nicht gewesen, versichterten einige
Landkreise gegenüber den Medien. Das seien »Überschüsse«, die in den
Haushalt zurückflössen.

Im Wartburgkreis werde man dennoch die Vorwürfe prüfen, kündigte
Sozialdezernentin Nicole Gehret an. Gleichzeitig verwies sie auf
Investitionen in die dortige Gemeinschaftsunterkunft. Dabei hatte das
Landesverwaltungsamt Thüringen erst kurz zuvor »grobe Verstöße« in diesem
Heim moniert. So entspreche dessen baulicher und brandschutztechnischer
Zustand nicht den geforderten Mindeststandards. Obwohl dort 68 Erwachsene
und 14 Kinder lebten, sei beispielsweise nicht einmal ein Spielzimmer
vorhanden. Auch die seit kurzem amtierende Landträtin des Ilmkreises, Petra
Enders (Linke), sagte der Thüringer Allgemeinen (Donnerstagausgabe), sie
wolle künftig die Situation von Flüchtlingen verbessern. Allerdings könne
auch hier von einer Zweckentfremdung der Mittel keine Rede sein, so Enders.
Bis 2007 hätten die tatsächlichen Kosten für die Heime unterhalb der
Landespauschale gelegen, so daß man die Überschüsse im Folgejahr zur
Deckung des Haushaltes genutzt habe.

Die neue Landrätin in Altenburg, Michaele Sojka (Linke), versprach in
dieser Woche, sie wolle es in Zukunft besser machen. »Ich kann die Vorwürfe
nicht entkräften«, so Sojka auf MDR-Nachfrage. Der Kreis habe Gelder, die
für Flüchtlinge vorgesehen waren, nur zum Teil für sie verwendet. Eine
Sprecherin des Flüchtlingsrates Thüringen bezeichnete das Asylbewerberheim
in Altenburg im Gespräch mit

junge Welt

als »kastrophale Bruchbude«. »Die Flüchtlinge leben auf engstem Raum. Mit
den sechs Quadratmetern Wohnfläche pro Person nimmt man es dort sehr
genau.« In einigen Thüringer Landkreisen sei die Situation für Flüchtlinge
besonders schlecht, resümierte sie. Viele litten unter mangelhafter
medizinischer Versorgung. Ebenso fielen einige Kommunen dadurch auf, daß
sie Betroffenen häufiger die Leistungen wegen »fehlender Mitwirkung«
kürzten – oft über Jahre. Dies betreffe das Bargeld von 40 Euro im Monat,
manchmal werde auch Bekleidungsgeld von 17,90 Euro gestrichen, sagte sie.
Die Sprecherin stellte aber klar: »Es liegt nicht daran, daß die Pauschalen
zu hoch sind. Es gibt Landkreise, die jährlich zuzahlen und hinten und vorn
mit dem Geld nicht zurechtkommen.« Dort seien in der Regel auch die meisten
Asylbewerber dezentral untergebracht
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Geld für Flüchtlinge mißbraucht
wie haben sie denn das gemacht?

von Igelin @ 2012-07-20 – 23:23:40

Steuereinnahmen 2012 gestiegen

Berlin. Die anhaltende Konjunktur beschert dem deutschen Fiskus volle
Kassen. Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern erreichten im ersten
Halbjahr 268,2 Milliarden Euro und lagen damit 4,4 Prozent über dem Niveau
des Vorjahres, wie das Bundesfinanzministerium am Freitag mitteilte. Zudem
entlastet das niedrige Zinsniveau den Bundeshaushalt – allein in den ersten
sechs Monaten um rund eine Milliarde Euro. Zugleich sanken die Ausgaben des
Bundes im ersten Halbjahr um 1,5 Prozent auf 148 Milliarden Euro. Dabei
gingen die Kosten für Arbeitsmarktpolitik um 2,4 Milliarden Euro zurück.

(Reuters/jW)

Preissteigerung durch Erhöhung der Vergnügungssteuer, Mehrwertsteuer, Hundesteuer, Luftsteuer, Wassersteuer, ?
Und wo konkret haben die Politiker ihre Ausgaben eingespart – wo sie doch die Diäten und ihre Gehälter erhöht haben . . .
Die Kosten der Arbeitsmarktpolitik haben sie mit Sicherheit durch die Sanktionen der Ärmsten der Armen eingespart – das ist keine Frage . . .
Müssen wir nun hungern für die Statistik – oder für den Geiz der Politiker ?

Letztendlich gilt wohl doch: glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
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mehr Steuereinnahmen
Junge Welt abonieren

von Igelin @ 2012-07-20 – 22:38:17

Volle Absicht
Das Aktionsabo soll helfen, den Bestand an bezahlten Abonnements zu
erhöhen. Nur wenn ausreichend davon zur Verfügung stehen, kann die junge
Welt überleben

Natürlich sind die Leserinnen und Leser der

jungen Welt

keineswegs immer einer Meinung. Beim Chili zum Beispiel bevorzugen die
einen die fleischlose Variante (sin carne), während die anderen sich gerne
eine Extraportion Gehacktes im scharfen Bohnentopf (con carne) wünschen.
Bei unserer aktuellen Aktion können die, die beides mögen, auch beides
bekommen: Drei Monate lang werktäglich die Printausgabe der

jungen Welt

– und dazu die Onlineversion, das alles zum Preis von 55 Euro (also 18,33
Euro im Monat). Und weil das Abo nach drei Monaten ausläuft, eignet es sich
einerseits zum Testen dieser wunderbaren Zeitung – andererseits darf man
dieses Aktionsabo aber auch gerne verschenken. Wer aber die scharfen Texte
nur ohne Onlineabo mag und deshalb ausschließlich ein Printabo wünscht,
darf auch zugreifen: Es ist deutlich günstiger als ein dreimonatiges
Normalabo der jungen Welt. Zögern sollten Sie allerdings nicht, denn
bestellt werden muß bis spätestens 24. September 2012.

Die

junge Welt

kann ihre einmalige journalistische Position nur erfolgreich verteidigen,
wenn sie über genügend Einnahmen verfügt, und die kommen nun mal vor allem
aus Abonnements. Deshalb führen wir seit der Gründung von Verlag und
Genossenschaft einen harten Kampf darum, den Bestand an bezahlten
Abonnements zu erhöhen, und rechnen dabei mit Ihrer Unterstützung. Mit dem
Aktionsangebot wollen wir jene erreichen, die sich noch nicht sicher sind,
ob sie ein jW-Abo wirklich brauchen. Oder aber Sie machen dem Beschenkten,
der die Zeitung noch gar nicht richtig kennt, mit dem Geschenkabo diese
Zeitung schmackhaft. In beiden Fällen gilt: Die beste Werbung für die

junge Welt

ist noch immer die

junge Welt

selbst. Zwar läuft das

Aktionsabo

nach drei Monaten aus, aber wir möchten warnen: Das Lesen dieser Zeitung
kann abhängig machen – die Gefahr besteht, daß Sie (oder der Beschenkte)
danach auf ein Vollabo nicht verzichten können. Das wäre dann aber keine
Nebenwirkung, sondern volle Absicht. Und auch der Grund, weshalb wir so ein
großzügiges Angebot machen.

Verlag, Redaktion, Genossenschaft
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Junge Welt abonieren
Das ist ein starkes Stück – wurde der Justizminister mit einer Diagnose bedroht oder von der Pharmalobby geschmiert ?

von Igelin @ 2012-07-20 – 21:59:55

Baden-Württembergs Justizminister fordert Gesetzt zur Zwangsbehandlung psychisch Kranker
Autor: NT-Redaktion am 20. Juli 2012 –von 19:01
Der baden-württembergische Justizminister Rainer Stickelberger (SPD) hat den Bundesgesetzgeber aufgefordert, so schnell wie möglich eine gesetzliche Grundlage für die medikamentöse Zwangsbehandlung von psychisch kranken Menschen zu schaffen. Das berichtet die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” F.A.Z. in ihrer Samstagsausgabe. “Die Betreuungsgerichte können derzeit nur noch eine Verwahrung genehmigen, aber keine zwangsweise medikamentöse Therapie. Diese Gesetzeslücke muss die Bundesjustizministerin schnell schließen”, sagte Stickelberger der F.A.Z. Geschehe dies nicht, werde die grün-rote Landesregierung im Herbst eine Bundesratsinitiative einbringen.

Der Justizminister reagierte damit auf einen in dieser Woche öffentlich gewordenen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH). Das Gericht hatte entschieden, dass in einer geschlossenen Einrichtung betreute, psychisch kranke Patienten nicht gegen ihren Willen mit Psychopharmaka behandelt werden dürfen, auch wenn ihr Betreuer der Behandlung zugestimmt hat. Die Voraussetzungen für eine solche Zwangsbehandlung, so der BGH, müssten gesetzlich geregelt sein. Die Grundrechte solcher Menschen seien besonders schutzwürdig, weil sie sich in einer außerordentlichen Abhängigkeit befänden. Das Amtsgericht Ludwigsburg hatte Anfang 2012 einem Patienten Recht gegeben, die eine Zwangsmedikamentierung abgelehnt hatten. Der BGH bestätigte nun dieses Urteil. Stickelberger schätzt, dass es im Südwesten etwa 1.000 Patienten gibt, für die eine zwangsweise Anordnung einer medikamentösen Behandlung nötig werden könnte. “Nach der Entscheidung des BGH kann ich diese Menschen nur unterbringen, ich kann aber zum Beispiel nichts gegen psychische Erkrankungen tun, die in Schüben auftreten und dringend mit Medikamenten behandelt werden müssen”, sagte er der F.A.Z. Krankheitsbilder, die eine zwangsweise verordnete Behandlung mit Medikamenten erforderlich machten, seien zum Beispiel eine schwere Schizophrenie oder eine schwere manische Depression. Ärzte und Betreuer bräuchten schnell eine gesetzliche Grundlage im BGB, die es ihnen erlaube, solche Zwangsmaßnahmen ausnahmsweise gegen den Willen der Patienten anzuwenden. “Wir müssen weg kommen vom Verwahren und eine adäquate Behandlung anstreben”, sagte der SPD-Politiker der F.A,Z. Wie in anderen Bundesländern steigt die Zahl gerichtlich angeordneter Betreuungen, was an dem immer höher werdenden Lebensalter der Menschen, der größeren Zahl von Demenz-Kranken sowie an der steigenden Zahl psychischer Erkrankungen liegt. Allein in Baden-Württemberg ist von den Gerichten für etwa 18.000 Menschen eine Unterbringung oder etwa Fixierungen in psychiatrischen Kliniken oder auch Altersheimen angeordnet worden. (dts Nachrichtenagentur)
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Zwangsbehandlung gefordert
Psychiatrie oder Gesundheit

von Igelin @ 2012-07-20 – 07:20:42

http://psychiatrie-oder-gesundheit.blogspot.de/2011/06/video.html
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Psychiatrie oder Gesundheit
Geschichte der Psychiatrie – von einem Psychiater

von Igelin @ 2012-07-20 – 07:00:50

lesen sie kritisch – und vergleichen Sie mit den Erfahrungsberichten der Opfer !
Glauben sie nicht alles was gedruckt ist oder wer einen Titel „hat“ !

http://www.lichtblick99.de/historisch1.html
Geschichte der Psychiatrie

Von Aderlässen, Brechkuren und Sturzbädern zur Pharmako-,
Psycho- und Soziotherapie am Ende des 20. Jahrhunderts

Zur Geschichte der psychiatrischen Behandlungsverfahren Prof. Dr. H. J. Luderer

Die Beziehung zwischen psychisch Gesunden und psychisch Kranken war seit jeher ambivalent. Auf der einen Seite stand das Bedürfnis, zu helfen, auf der anderen die Versuchung, die Augen vor dem Elend der Hilfsbedürftigen zu verschließen, sie auszugrenzen, sie zu misshandeln oder sich über sie lustig zu machen. Im Folgenden soll die wechselhafte Geschichte der Behandlung und Versorgung psychisch Kranker vom Altertum bis zur heutigen Zeit skizziert werden.

Behandlung und Versorgung psychisch Kranker in Altertum, Mittelalter und
zum Beginn der Neuzeit: Desinteresse und Fürsorge

Umgang mit psychisch Kranken im Altertum:
Seit dem Altertum wurden körperliche wie psychische Krankheiten durch körperliche Eingriffe behandelt, vor allem durch Entfernen der „materia peccans“ durch Reinigung der vier Körpersäfte Blut, Schleim, Gelbe und Schwarze Galle. Regeln für den Umgang mit psychisch Kranken wurden erstmals durch den römischen Autor Celsus im 1. Jahrhundert nach Christus formuliert. Er beschreibt verschiedene Möglichkeiten der psychischen Beeinflussung, z.B. die heilsame Lüge, den heilsamen Schmerz, den heilsame Schrecken, die heilsame Ablenkung und vor allem das heilsame Gespräch, das einfühlende Eingehen auf die Patienten.

Glaube an wundertätige Reliquien im Mittelalter:
Das christliche Mittelalter entwickelte andere Formen der psychischen Beeinflussung. Neben dem Exorzismus war dies vor allem der Glaube an wundertätige Reliquien. Ein zentraler Wallfahrtsort für Familien psychisch Kranker war der kleine Ort Gheel in Belgien. Dort liegt Dymphna begraben, eine irische Königstochter, die nach der Legende von ihrem Vater sexuell belästigt wurde. Sie versank in geistige Umnachtung, floh nach Gheel, wurde dort von ihm eingeholt und enthauptet. An Ihrem Grab flehten die Pilger um Hilfe für ihre geisteskranken Angehörigen. Sie übernachteten bei den Bauern in der Umgebung. Schließlich begann man, die Kranken gegen Entgelt bei den Bauern zu lassen, damit sie möglichst nahe bei den Reliquien leben konnten. Die Kranken erwiesen sich als gute Einnahmequelle, und die meisten waren durchaus in der Lage, bei der Feldarbeit zu helfen. Hier liegt die Wurzel für die auch heute wieder praktizierte psychiatrische Familienpflege.

Errichtung von Domspitälern:
Ebenfalls im Mittelalter wurde in Frankreich und Deutschland mit dem Bau von Domspitälern begonnen, in denen neben Armen und anderweitig Hilfsbedürftigen auch Geisteskranke aufgenommen wurden. Von besonderer Bedeutung für die Entwicklung des kirchlichen Versorgungssystems war die Tätigkeit einiger Ordensgemeinschaften (Alexianer im heutigen Nordrhein-Westfalen, „Barmherzige Brüder“ in Polen, Italien, Österreich und Bayern). Klösterliche Werte wie Gehorsam, Armut und Keuschheit wurden in diesen Häusern zu Prinzipien des Umgangs mit den Patienten, Arbeit, Einsamkeit und Gebet zu zentralen Elementen der Therapie. Weltliche Irrenfürsorge: Parallel zu den kirchlichen entwickelten sich seit dem Spätmittelalter weltliche Formen der Irrenfürsorge. Die sozialen Verpflichtungen der freien Reichsstädte in Deutschland führte vielerorts zur Gründung von Städtischen Bürgerhospitälern, in denen neben Armen und Alten auch „harmlose Irre“ aufgenommen wurden. Unruhige und aggressive Kranke wurden allerdings in die Stadttore gesperrt oder vor die Stadt in eigens dafür aufgestellte Holzkisten verbracht.

Beginnende Neuzeit:
Durch das Verschwinden der Lepra und das Ausbleiben von Pestepedemien konnten psychisch Kranke seit dem 16.-17. Jahrhundert in Lepra- und Pesthäusern untergebracht werden. Im katholischen Würzburg gründete Julius Echter von Mespelbrunn 1579 das nach ihm benannte Juliusspital, das für Arme und Kranke offenstand, auch wenn sie keine Bürger der Stadt Würzburg waren. Seit 1589 wurden dort auch psychisch Kranke betreut.

Behandlung und Versorgung psychisch Kranker im 17. Jahrhundert:
Humanität und Menschenverachtung

Absolutismus und Aufklärung:
Zu Beginn des 17. Jahrhunderts entstand in Frankreich ein gegliedertes Versorgungssystem. Akut Kranke wurden zu einer mehrwöchige Behandlung in das „Hôtel-Dieu“ verbracht. Wer nicht gesund wurde, wechselte in das „Hôpital général”, bestehend aus dem „Hôpital de Bicètre“ für Männer und dem „Hôpital de la Salpétrière“ für Frauen. Beide Häuser beherbergten große Abteilungen für psychisch Kranke. In Deutschland entstanden in Abwandlung dieses Vorbilds Zucht- und Tollhäuser. Wer allerdings im „Hôpital général“ ankam, hatte kaum eine Chance, wieder lebend herauszukommen. Gewalt gegen Patienten war oder unter den Patienten an der Tagesordnung. Die unruhigen und gefährlichen Patienten wurden in Ketten gelegt und geprügelt.

18. und 19. Jahrhundert: Bemühungen um menschenwürdige
Behandlung psychisch Kranker

Die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert brachte erste Bemühungen um menschenwürdige Behandlung psychisch Kranker mit sich. Bedeutsam für die Entwicklung der psychosozialen Versorgung war der neue therapeutische Optimismus. Die Wurzeln dieses Umdenkens liegen vor allem in England. Der Quäker William Tuke (1732-1822) gründete 1794 in York ein privates „madhouse“, dem er den programmatischen Namen „The Retreat“ gab. Die heilsame Einsamkeit in einer idyllischen Landschaft bot Schutz vor der Welt und vor der aus den Fugen geratenen Natur, die sich in der psychischen Krankheit äußerte. Offenbar ist es im „Retreat“ gelungen, auf Prügel, Ketten und Zwangsjacken zu verzichten. Besucher waren von der freundlichen Atmosphäre beeindruckt. Gerade auch deshalb beeinflusste das Ideal der heilsamen ländlichen Einsamkeit die Zielvorstellungen der Reformpsychiater des 19. Jahrhunderts nachhaltig.

Die Deutsche Psychiatrie zu Beginn des 19. Jahrhunderts:

Die Kritik an den Zuständen in den Irrenanstalten wurde in Deutschland ebenso aufgegriffen wie die Idee, Geisteskrankheiten mit psychischen Methoden zu behandeln. 1803 schilderte Johann Christian Reill in seinem Buch „Rhapsodieen über die Anwendung der psychischen Curmethode auf Geisteszerrüttung“ unerträgliche Zustände in den damaligen Deutschen Zucht- und Tollhäusern und schlug zur Überwindung dieses Übels Methoden des Umgangs mit psychisch Kranken vor, die an Celsus und das englische Vorbild des „Retreat“ erinnern.

Wilhelm Griesinger (1817-1868) und die Einführung der gewaltfreien Behandlung in Deutschland:
Griesinger war einer der ersten Deutschen Psychiater, die sich erfolgreich für die gewaltfreie Behandlung psychisch Kranker einsetzten. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren trotz einzelner Ausnahmen Zwang und Gewalt bei der Behandlung und Unterbringung psychisch Kranker an der Tagesordnung. Schläge mit Ruten, Stöcken und Peitschen gehörten ebenso zu den üblichen Maßnahmen wie Drehstühle, Sturzbäder mit kaltem Wasser, Zwangsstehen oder die Einreibung der Kopfhaut mit Brechweinstein, wodurch sich schmerzhafte Geschwüre bildeten. Anregungen zur Überwindung dieser Zustände kamen wiederum aus England. Dort veröffentlichte John Conolly 1856 eine Abhandlung mit dem Titel „The treatment of the insane without mechanical restraint“. 1860 wurde das Buch ins Deutsche übersetzt. 1861 hielt sich Griesinger in England auf und lernte dort die Behandlung ohne Zwangsmittel kennen. Eine größere Anzahl von Psychiatern schloss sich nach einem Bericht Griesingers dessen Forderung nach Einführung der zwangfreien Behandlung an. Griesinger selbst begann in Zürich und 1865 nach seiner Berufung nach Berlin mit der neuen Methode, andere Kliniken folgten. Griesinger forderte zusätzlich die Errichtung von „Stadt-Asylen“ (Rössler 1992) zur kurzfristigen wohnortnahen stationären Behandlung. Nur unruhige und gefährliche Patienten sollten weiterhin in Pflegeanstalten auf dem Land versorgt werden.

Die Entstehung neuer Kliniken:
Nach den Vorstellungen Griesingers entstanden in den folgenden Jahren an vielen Orten neue Stadtasyle, fast immer in Form von Universitätskliniken (z.B. Heidelberg 1878, Freiburg 1887). An diesen Einrichtungen und an den bereits bestehenden Kliniken wurden dann auch wieder Studenten unterrichtet. Die Ausbildung der Ärzte ging teilweise wieder in die Hände der Universitäten über. Die Universitätskliniken waren natürlich nicht in der Lage, die psychiatrische Versorgung der Bevölkerung allein sicherzustellen. Bevölkerungswachstum und Verstädterung erforderten immer höhere Behandlungskapazitäten. Überall wurden seit etwa 1870 neue Anstalten gebaut, die in aller Regel noch heute in Gebrauch sind. Die bevorzugte Architekturform war neben der Unterbringung in aufgelassenen Klöstern der Pavillionstil: malerisch in einem Park verteilte Villen, in denen die Patienten teilweise ausgesprochen komfortabel untergebracht waren.

Der 1. Weltkrieg:
All diese Errungenschaften wurden durch den Beginn des 1. Weltkriegs zunichte gemacht. Während des 1. Weltkriegs starben etwa 140.000 Menschen in Deutschen Anstalten. Räumliche Enge, unzureichende Heizung und Unterernährung bedeuteten besonders für Alterskranke, Patienten mit Tuberkulose oder Paralyse das Todesurteil. Nach dem 1. Weltkrieg erholte sich die Deutsche Psychiatrie langsam wieder. Es waren vor allem zwei Personen, die neue Impulse für die psychosoziale Versorgung gaben: Hermann Simon (1867-1947) und die „aktivere Krankenbehandlung“ in Gütersloh sowie Gustav Kolb (1870-1938) und die offene Irrenfürsorge in Erlangen.

Hermann Simon und die „aktivere Krankenbehandlung“:
Aktive Elemente in der Krankenbehandlung gab es auch vor Simon. Der Alltag in den meisten Häusern war allerdings bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts entscheidend durch langwierige Bettbehandlungen und chaotische Wachsaalszenen gekennzeichnet. Hermann Simon entwickelte ab 1914 sein Konzept der aktiveren Krankenbehandlung in Gütersloh. Die Organisation war auf Beschäftigung aller Patienten ausgerichtet. Täglich wurden die arbeitenden, die körperlich Kranken und die wegen der psychiatrischen Symptomatik unbeschäftigten Patienten namentlich registriert. Diese lag bei einer Gesamtbettenzahl von 1350 in der Regel unter 1 Prozent. Diese hohe Zahl konnte nur durch ausgeklügelte Belohnungs-, Bestrafungs und Kontrollmaßnahmen erreicht werden. Von Patienten und Mitarbeitern wurde bedingungslose Anpassung verlangt. Bei Arbeitsverweigerung drohten negative Folgen. Kritik an der Unerbittlichkeit des Systems blieb auch in den 20er Jahren nicht aus. Selbst die schärfsten Gegner mussten allerdings zugestehen, dass Patienten und Mitarbeiter zufrieden waren. Gewalthandlungen kamen in Gütersloh sehr selten vor, beruhigende Medikamente mussten kaum gegeben werden.

Gustav Kolb und die offene Irrenfürsorge:
Gustav Kolb war der erste Psychiater, der Grundzüge der gemeindenahen Psychiatrie in die Tat umsetzte. Er öffnete die Anstalt nach außen, führte die psychiatrische Familienpflege ein und baute in Erlangen ein System der offene Fürsorge auf, das später von fast allen Kliniken übernommen wurde (Böcker 1985). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in vielen Kliniken nach der Aufnahme eines Patienten kaum mehr über seine Entlassung nachgedacht. Durch diesen Umstand wuchs die Anzahl der Betten wesentlich rascher als die Bevölkerung. Kola setzte sich in Kutzenberg (1905-1911) und Erlangen (1911-1934) für die Erleichterung von Aufnahmen und Entlassungen ein und sorgte für Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Er befürwortete die Einrichtung von „Irrenschutzgerichten“ zur Kontrolle der Anstaltsbetriebe sowie den Aufbau von Kinderabteilungen, Trinkerheilstätten und Altenheimen. Als wichtigste Maßnahme, die einer Überfüllung der Anstalten entgegenwirken kann, sah Kolb die Organisation von Fürsorgemaßnahmen außerhalb der Anstalt an. Zu den Aufgaben der „offenen Fürsorge“ gehörten nach seinen Vorstellungen die Erfassung sowie berufliche und soziale Wiedereingliederung der aus den Anstalten entlassenen Patienten.

Psychiatrie im Nationalsozialismus: das dunkelste Kapitel

Eugenik und Euthanasie:
1920 veröffentlichten der Jurist Karl Binding und der Psychiater Alfred Hoche eine Schrift mit dem Titel „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens“. Hierin sprachen sie den Tod vieler wertvoller Menschen an, die im 1. Weltkrieg ihr Leben lassen mussten, während die „Insassen“ von „Idioteninstituten“ ein sicheres Leben führten, eine angesichts des Sterbens in den Anstalten offensichtlich falsche Behauptung. Zu den Menschenleben, deren Weiterbestehen nach der Auffassung von Binding und Hoche „für die Lebensträger wie für die Gesellschaft dauernd allen Wert verloren hat …“ zählen die durch Krankheit oder Verwundung ”unrettbar Verlorenen, die im vollen Verständnis ihrer Lage den dringenden Wunsch nach Erlösung besitzen und in irgendeiner Weise zu erkennen geben” und die „unheilbar Blödsinnigen… Sie haben weder den Willen zu leben, noch zu sterben.“

Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses:
Diese Schrift blieb zunächst ohne größere Resonanz. Ihr Inhalt wurde aber spätestens bei der Machtübernahme der Nationalsozialisten erneut aufgegriffen. Den ersten Niederschlag fand die neue Ideologie im „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses (GzVeN)“ vom 1.1.1934. Sterilisiert werden sollten nach diesem Gesetz „erbkranke“ Personen mit den Diagnosen „angeborener Schwachsinn, Schizophrenie, zirkuläres Irresein, erbliche Fallsucht, erblicher Veitstanz, erbliche Blindheit oder Taubheit, schwere ererbte körperliche Missbildung und schwerer Alkoholismus“. Alle Angehörigen von Heilberufen mussten „Erbkranke“ beim Amtsarzt anzeigen. Zuwiderhandlungen wurden strafrechtlich verfolgt. Der Amtsarzt beantragt beim „Erbgesundheitsgericht“ im Bedarfsfall die Sterilisierung. Zur Rechtfertigung der Zwangssterilisierung wurde unter anderem die von Kolb in Erlangen eingeleitete frühzeitigen Entlassung der Patienten herangezogen. Viele Kranke lebten außerhalb der Anstalten und konnten somit – so die Befürchtungen der Eugeniker – ohne äußere Einschränkungen heiraten und Kinder in die Welt setzen. Man befürchtete eine explosionsartige Vermehrung von „Ballastexistenzen“, durch welche die „Volksgesundheit“ gefährdet und das Volksvermögen belastet werde. Das Geld wurde radikal gekürzt. Der Tagespflegesatz sank von 4,00 RM im Jahr 1923 auf 3,00 RM im Jahr 1929 und 2,70 RM im Jahr 1939.

Die Begeisterung für neue somatische Therapieformen:
Ausgerechnet in dieser Zeit wurden die ersten wirksamen biologischen Behandlungsverfahren entwickelt wurden: die Insulinkomatherapie (Sakel 1933), die Cardiazolkrampftherapie (Meduna 1935) und die Elektrokrampftherapie (Bini, Cerletti 1937). Die Erfolge der neuen Therapieverfahren wurden in Deutschland als Argument für eine Weiterführung der „erbbiologischen Maßnahmen“ ins Feld geführt. Durch die Erfolge der neuen Therapien solle der Bevölkerung vor Augen geführt werden, dass alles für die Heilbaren getan werde und nur die Unheilbaren von diesen erbbiologischen Maßnahmen betroffen seien. Die Tötung psychisch Kranker und geistig Behinderter: Die Tötung psychisch Kranker und geistig Behinderter wurde 1939 nicht durch ein Gesetz, sondern durch einen „Geheimen Führererlaß“ eingeleitet. Die Aktion T4 (nach der Zentrale in einer Berliner Villa in der Tiergartenstraße 4) wurde mit Hilfe von vier Tarnorganisationen durchgeführt: Die „Reichsarbeitsgemeinschaft Heil- und Pflegeanstalten“ übernahm die Auswahl der Patienten, die „Gemeinnützige Krankentransportgesellschaft“ die Transporte in die Tötungsanstalten. Die „Gemeinnützige Stiftung für Anstaltspflege“ und die „Zentralverrechnungsstelle Heil- und Pflegeanstalten“ waren für die verwaltungsmäßige Abwicklung zuständig.

Im Oktober 1939 wurde die Gesamtzahl der zu tötenden Patienten auf 65.000 – 70.000 festgelegt. Gleichzeitig begann die Erfassung aller Anstaltspatienten durch Meldebogen mit Angaben zu persönlichen Daten, Diagnose, Rassenzugehörigkeit, Bettlägerigkeit, Therapie und Art der Beschäftigung. Die Daten wurden an begutachtende Psychiater weitergeleitet. Die für die Tötung vorgesehenen Patienten wurden in sechs Tötungsanstalten (Schloss Grafeneck, Kreis Münsingen, Schloss Hartheim bei Linz, ehemaliges Zuchthaus, Brandenburg/Havel, Bernburg/Saale, Sonnenstein bei Pirna und Hadamar bei Limburg verbracht. Bis 1941 wurden 70.253 Patienten durch Kohlenmonoxidgas umgebracht.

Am 24.8.1941 wurde die Aktion T4 offiziell beendet. Zum einen war das „Plansoll“ von 70.000 Patienten erfüllt, zum anderen gab es zunehmen Proteste der Angehörigen, die das Verschwinden der Patienten misstrauisch gemacht hatte. Das Töten wurde deshalb in einigen Anstalten heimlich fortgesetzt. Bis zum Kriegsende wurden zusätzlich in vielen Anstalten „dezentrale Euthanasien“ durch Injektionen mit Scopolamin oder Luminal durchgeführt. Andere Patienten starben durch „Hungerkuren“. Insgesamt wurden bis 1945 wurden mehr als 150.000 psychisch Kranke ermordet.

Die Psychiatrie nach dem 2. Weltkrieg

Nachkriegszeit:
In der Nachkriegszeit war niemand so recht an der Aufarbeitung der Nazi-Verbrechen interessiert. Zwar wurden durch den Nürnberger Ärzteprozeß 1946-1947 und durch mehr als 40 Euthanasieprozesse bis ca. 1965 die wesentlichen Fakten der Vernichtungsaktionen allgemein bekannt. Trotzdem fanden bis zum Ende der 70er Jahre Bücher über die Psychiatrie im Nationalsozialismus keinen Verlag oder wurden nicht beachtet. Überhaupt wurde die Situation psychisch Kranker von Politik und Öffentlichkeit kaum zur Kenntnis genommen.

Der Bericht zur Lage der Psychiatrie in der Bundesrepublik (Psychiatrie-Enquête):
1970 wies der Mannheimer Psychiater H. Häfner auf gravierende Mängel der psychiatrischen Versorgung hin. 1971 erteilte der Deutsche Bundestags einer Expertenkommission den Auftrag, einen Bericht zur Lage der Psychiatrie anzufertigen. Eine erste Erhebung kam zu den erwarteten alarmierenden Ergebnissen. Die stationäre psychiatrische Versorgung wurde größtenteils durch 68 Psychiatrische Landes- oder Bezirkskrankenhäuser sichergestellt. Die durchschnittliche Größe von 1200, das Arzt-Patientenverhältnis von 1:64 (alle Ärzte) bezw. 1:87 (nur Assistenzärzte) zeigte die personellen Mängel auf. Bei >70 Prozent aller Patienten wurde die Behandlung gegen den Willen der Betroffenen durchgeführt. Positive Ausnahme war lediglich das Land Baden-Württemberg mit ca. 10 Prozent Zwangsbehandlungen. Bei 80 Prozent der Patienten erfolgte die Behandlung auf geschlossenen Stationen. Es gab lediglich 1200 niedergelassene Nervenärzte die pro Patient <15 min im Monat erübrigen konnten.

Der Zwischenbericht zur Situation in den Landeskrankenhäusern (1973) warf ein Licht auf die baulichen Mängel in den Krankenhäusern. Die Bausubstanz war veraltet, die Stationen um 35 Prozent überbelegt. 40 Prozent der Patienten waren in Schlafsälen untergebracht. Die Patienten hatten keine Möglichkeit zum Tragen eigener Kleidung und keinen Platz für die Aufbewahrung von Eigentum. Für die in den anstaltseigenen Betrieben geleistete Arbeit erhielten sie nur eine minimale Entlohnung. Die Kommission erhob eine Reihe von Forderungen: Sofortmaßnahmen zur Befriedigung von Grundbedürfnissen, Gleichstellung von psychisch und körperlich Kranken, Verkleinerung der Großkrankenhäuser mit weniger als 600 Betten und die Schaffung psychiatrischer Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern mit einer Mindestgröße von 200 Betten, die Bildung kleinerer Versorgungsgebiete und die Spezialisierung der stationären Einrichtungen. Im Abschlussbericht der Sachverständigenkommission von 1975 wurden Vorschläge zur Personalentwicklung unterbreitet: Verbesserung der Relation Arzt-Patienten und Pflegepersonal/Patienten, Einstellung vom Mitarbeitern anderer therapeutischer Berufsgruppen wie Diplompsychologen, Sozialarbeitern und Ergotherapeuten.

Seitdem hat sich die psychosoziale Landschaft durchgreifend verändert. Die großen psychiatrischen Krankenhäuser wurden kleiner und überschaubarer, die räumlichen und sanitären Verhältnisse besserten sich. Zusätzlich entstanden in Deutschland über 100 psychiatrische Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern, ebensoviele Tageskliniken, ambulante Dienste sowie zahlreiche Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten für psychisch Kranke.

Das System der psychiatrischen Versorgung:
Die Geschichte der Psychiatrie nach 1975 ist eine Geschichte von Erfolgen. Das System der psychiatrischen Versorgung wurde immer weiter differenziert. Es umfasst die Bereiche der stationären und teilstationären Behandlung, der ambulanten Behandlung und Beratung und der komplementären Einrichtungen. Die stationäre und teilstationäre Behandlung wird von den großen psychiatrischen Kliniken, den Universitätskliniken, den Abteilungen an Allgemeinkrankenhäusern und den autonomen oder in ein Krankenhaus integrierten Tageskliniken sichergestellt. Die Ambulante Behandlung und Beratung erfolgt durch Niedergelassene Nervenärzte, Psychiater und Psychotherapeuten, durch Institutsambulanzen und Polikliniken und durch Sozialpsychiatrische Dienste, die in manchen Bundesländern eine ausschließlich beratende Funktion, in anderen durch Anbindung an die Gesundheitsämter zusätzlich eine Kontrollfunktion wahrnehmen. Darüber hinaus bestehen je nach Bundesland weitere beratende Dienste. Zu den komplementären Einrichtungen zählen die Einrichtungen des betreutes Wohnens (Wohngemeinschaften, betreutes Einzel- oder Paarwohnen und Heime) und die Hilfen am Arbeitsplatz (Dienste zur Wiedereingliederung der Patienten am alten Arbeitsplatz, Rehabilitationseinrichtungen für psychisch Kranke (RPK), Werkstätten für psychisch Behinderte (WfB) und Firmen für psychisch Behinderte (Selbsthilfefirmen).

Der Siegeszug der Psychopharmaka nach dem 2. Weltkrieg:
Mit der Entwicklung der ersten Neuroleptika und Antidepressiva in den 50er Jahren änderte sich die psychiatrische Therapie tiefgreifend. Die Entdeckung der therapeutischen Wirkung der Lithiumsalze im Jahr 1948 und ihr klinischer Einsatz seit Mitte der 50er Jahre, die Einführung des ersten atypischen Neuroleptikums Clozapin im Jahr 1974 sowie die Synthese neuerer Neuroleptika und Antidepressiva in den 90er Jahren sind weitere Meilensteine dieser Entwicklung.

Psychotherapie, Psychoedukation und Angehörigenarbeit:
Einen weiteren Fortschritt bedeutete die Integration der Psychotherapie in die Psychiatrie. Seit 1994 ist eine fundierte psychotherapeutische Ausbildung Bestandteil des neu geschaffenen Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie. Eine Sonderform der Psychotherapie, die Psychoedukation vermittelt den Patienten notwendige und hilfreiche Informationen und hilft ihnen bei der Auseinandersetzung mit ihrer Krankheit. Patientengruppen werden heute – ebenso wie Angehörigengruppen – in vielen psychiatrischen Kliniken angeboten. Auch sie sind aus der Behandlung der Schizophrenie nicht mehr wegzudenken. Weitere Therapieverfahren: Trainierende und tagesstrukturierende Verfahren (Beschäftigungstherapie, gezieltes Training geistiger Fähigkeiten und Arbeitstherapie), Körperorientierte und kreativitätsfördernde Verfahren (Bewegungstherapie, Tanztherapie, Kunsttherapie und Musiktherapie) ergänzen vor allen Dingen im Rahmen stationärer und teilstationärer Behandlungen die Psychopharmako- und Psychotherapie. Die psychosoziale Beratung ebnet den Patienten den Weg aus der Klinik.

Ausblick

Zu allen Zeiten haben sich Ärzte gemeinsam mit anderen therapeutischen und pflegenden Berufen, Politikern und Verwaltungsbeamten der Behandlung psychisch Kranker angenommen. Dies geschah mit unterschiedlichen Zielen: Hilfe auf der einen, Ausgrenzung und Misshandlung bis hin zur gezielten Tötung auf der anderen Seite.

Heute bietet das psychiatrische Versorgungssystem eine Vielzahl von Möglichkeiten der Behandlung, Beratung und Unterstützung für alle Betroffenen, ohne dass eine dieser Möglichkeiten verzichtbar wäre. Psychiatrie und Psychotherapie sind auf einem guten Weg. Gefährdet wird dieser Weg in Deutschland durch den immer engeren finanziellen Rahmen, dem sich alle an der psychiatrischen Versorgung beteiligten Institutionen gegenübersehen. Ihre Aufgabe ist es, gemeinsam mit Politik und Öffentlichkeit nach Möglichkeiten einer Lösung des Dilemmas zwischen dem Wünschbaren, dem Notwendigen und dem Finanzierbaren zu suchen.

Literatur

Böcker FM: Psychiatrische Familienpflege und offene Irrenfürsorge: Sozialpsychiatrische Konzepte bei Gustav Kolb und heute. In: Lungershausen E, Baer R (Hrsg): Psychiatrie in Erlangen. Perimed, Erlangen, 1985

Deutscher Bundestag: Enquête über die Lage der Psychiatrie in Deutschland: Schlußbericht der Sachverständigen-Kommission. Bundesdrucksache 7/4200, 1975

Jetter D: Grundzüge der Geschichte des Irrenhauses. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, 1981

Reimer F, Lorenzen D: Moderne Psychiatrie gestern und heute. Braun, Karlsruhe, 1996

Rössler W: Wilhelm Griesinger und die gemeindenahe Versorgung. Nervenarzt 64 (1992), 257-261

Schulte W: Hermann Simon. In: Kolle K: Große Nervenärzte Band 2. Thieme Stuttgart, 1970

Siemen HL: Psychiatrie im Nationalsozialismus. In: Baer R: Themen der Psychiatriegeschichte. Enke, Stuttgart, 1998

Wittern R: Die psychische Erkrankung in der klassischen Antike. Fundamenta Psychiatrica 1 (1987), 93-100

gekürzter Vortrag
Medientag des Landesverbandes Thüringen der Angehörigen
psychisch Kranker e.V. vom 19. Juni 1999 im Best Western Hotel Jena

Anschrift des Verfassers:

Prof. Dr. H. J. Luderer
Zentrum für Psychiatrie Weinsberg
Weissenhof, 74189 Weinsberg
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Geschichte der Psychiatrie
Pfusch an der Seele

von Igelin @ 2012-07-20 – 06:05:17

http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/nid=1046894/did=4919830/cfu2ai/index.html

Sendung vom Donnerstag, 26.8.2010 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen
Es ist ein Skandal über den niemand spricht: Verwirrte Menschen, die unter Psychosen oder Demenz leiden, sterben öfter, wenn sie mit so genannten Neuroleptika, Psychopillen, behandelt werden. Und nicht nur das. Schlaganfall, Diabetes und Stoffwechselstörungen sind weitere schwere Nebenwirkungen.

Igelin: diese Psychopharmaka sind keine Medikamente – sie zerstören nur und heilen nicht. Psychiater be/misshandeln – weiter nichts –
alles andere ist nur die Illusion und der Wunsch der Patienten und ihrer Angehörigen.

Der Mensch leidet nicht an der Realität, sondern nur an seinen Illusionen, seinen Wertvorstellungen, seinen Wünschen.
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Pfusch an der Seele
davon hat Holger Zierd nichts gemerkt – er erlebte immer nur Behauptungen, Stigmatisierungen, Zwang, Gewalt, chemische Gifte.

von Igelin @ 2012-07-20 – 05:56:15

http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/nid=1046894/did=4919836/1iuvupb/index.html

Perspektiven moderner Psychiatrie
aus der Sendung vom Donnerstag, 26.8.2010 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen
Was passiert eigentlich bei einer seelischen Störung im Gehirn? Und welche Methoden können wirklich helfen? Diesen und anderen Fragen geht man am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim nach. Das ZI ist nicht nur eine psychiatrische Klinik, sondern auch eine renommierte Forschungseinrichtung.
Psychiatrie als High-Tech-Labor: Genforscher suchen nach erblich bedingten Krankheitsursachen, Neurowissenschaftler studieren Aufnahmen des Kernspintomographen. Offenbaren sich in den Schnappschüssen von Hirnaktivitäten die Geheimnisse der erkrankten Seele? Die Sehnsucht der Forscher, mit ihrem Maschinenpark die Biologie der Psyche zu ergründen, ist überall spürbar.
Die Biologie der Psyche ergründen
Beispiel Suchterkrankungen: Um zu überprüfen, ob eine Therapie Erfolg hatte, testen die Forscher Patienten per „Neuroimaging“. Dabei beobachten sie die Gehirnaktivitäten, während die Patienten Bilder ihrer Droge sehen: Ein frisch gezapftes Bier, Rotwein oder Schnaps. Reagieren die Belohnungszentren im Hirn der Testperson immer noch stark auf die visuellen Reize, ist die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls hoch. „Das Gehirn lügt nicht“, lautet die Devise.
Neurowissenschaftler Professor Peter Kirsch ist vom Segen des Neuroimaging überzeugt: „Erst mal ist es, glaube ich, ziemlich genial, was da gerade passiert. Dass wir zum ersten Mal die Möglichkeit haben, quasi in den Kopf hineinzuschauen und dem Gehirn beim Arbeiten zuzusehen. Das ist ein Traum für Neurologen, Mediziner und Neurowissenschaftler, immer schon gewesen.“

Blick ins Gehirn mit dem Kernspintomograph
Diese Einblicke sollen helfen, Suchtkranke zielgerichteter zu behandeln. Welcher Mix aus Therapie und Medikamenten wirkt bei welchem Patienten? Für die Betroffenen und deren Familien, so die Suchttherapeuten des ZI, sei es oft entlastend zu erfahren: Es gibt klare Bilder und Daten einer Erkrankung. Nach dem ersten Schock eine gute Verteidigung gegen den Vorwurf, man sei nur willenschwach. Das Problem wird erklärbar, wird medizinisch eingeordnet.
Hinweise in den Genen?
Nach gesichertem medizinischem Wissen streben auch die Genforscher: Immer schneller lassen sich Genvarianten analysieren. So wächst auch ständig das Wissen um erbliche Vorbelastungen. Die Psychiatrie ist auf dem „biologischen Trip“. Genforscherin Professor Marcella Rietschel: „Man spürt bei vielem: es ist eine biologische Ursache. Man spürt das richtig als Psychiater, vor allem wenn Sie schizophrene Patienten sehen. Und hier die biologischen Ursachen zu finden, das sind natürlich Aussichten, von denen wir träumen.“
Ins Visier der Forscher ist eine Genvariante geraten, die bei Schizophrenen sehr gehäuft auftritt – ist sie die Ursache der Erkrankung? Nicht nur, denn auch bei Gesunden kommt diese Variante vor. Die Genforscherin spricht mit dem Neurowissenschaftler, und der schaut den Trägern des verdächtigen Proteins per Neuroimaging ins Gehirn: Die Testpersonen müssen während der Kernspintomographie einfache Knobelaufgaben lösen. Dabei zeigt sich: Bei Trägern der Genvariante arbeiten auch bestimmte Hirnareale anders zusammen. Wieder ein Puzzlestein mehr.
Doch wie hängen Erbeigenschaft und Hirnaktivität zusammen? Unklar ist auch, welche Rolle Persönlichkeit und Umwelt spielen. Schließlich wird nicht jeder, der die Genvariante trägt, schizophren. Auf diese Fragen hat die biologisch orientierte Psychiatrie noch keine Antwort.
Verführerische Technik mit bunten Bildern
Doch die Euphorie über die Möglichkeiten der Maschinenwelt ist groß. Werden dadurch weniger technische Therapieformen verdrängt? Es ist verführerisch, „objektive“ Medizinpsychiatrie über scheinbar unwissenschaftliche Seelenklempnerei zu stellen. Im ZI möchte man nicht in solchen Gegensätzen denken. Achtsamkeitsübungen etwa sollen es den Patienten ermöglichen, die Umwelt ebenso offen wie konzentriert zu erleben. Im Rahmen einer Psychotherapie hilft diese Entspannungstechnik unter anderem Trauma-Patienten. Auch solche mentale Übungen und Psychotherapien verändern langfristig Strukturen im Gehirn. Sie können heilen. Psychologen wissen das, aber die medizinische Fraktion in der Psychiatrie hat dies lange bezweifelt. Doch die Lage ändert sich, seit mit Neuroimaging die Wirkung sanfter Therapien in Farbe gezeigt werden kann.
Eine wichtige Argumentationshilfe für Psychotherapeuten. Denn, so Prof. Christian Schmahl: „Auch wir müssen nachweisen, dass unsere Therapie erfolgreich ist, sonst wird sie vom Markt genommen. Das ist ganz selbstverständlich. Die Bildgebung und andere biologische Verfahren helfen uns dann zusätzlich, um sozusagen die Beweise noch zu sichern. Aber es ist nicht das Allheilmittel und wir können uns auch auf keinen Fall nur auf bunte Bilder verlassen und daran festmachen, dass es dem Patienten besser geht.“
Keine Dogmen
Die Forscher im ZI haben täglich mit den Erkrankten aus der angeschlossenen Klinik zu tun. Auch deshalb schauen sie über den Tellerrand ihrer eigenen Arbeit. Die übergeordnete Frage lautet immer: „Was hilft dem Patienten?“ Dogmatische Haltungen führen da meist in die Sackgasse, so die Erfahrung des Direktors Prof. Meyer- Lindenberg: „Ich denke wir sind sehr gut damit gefahren, dass wir auch diese Integration wollen. Wir wollen, dass die Leute miteinander reden, und auch, dass die Therapeuten mit den Forschern reden. Und es ist auch unsere Erfahrung als Institution, dass daraus immer Sachen entstehen, die wir uns nicht hätten träumen lassen.“
Bei allem technischen Fortschritt geht es auch darum, Offenheit und lebendigen Austausch zwischen den Disziplinen zu fördern. Darin liegen die eigentlichen Perspektiven für eine wirklich moderne Psychiatrie.
Oliver Wittkowski
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Forschung im Gehirn ?
Gefährliche Psychopharmaka

von Igelin @ 2012-07-20 – 05:51:23

aus der Sendung vom Donnerstag, 26.8.2010 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen
Neuroleptika sind Medikamente, die gegen Psychosen wie zum Beispiel Schizophrenie eingesetzt werden. Die Nebenwirkungen sind beträchtlich, wie immer mehr Studien in den letzten Jahren gezeigt haben: Krämpfe, unwillkürliche Zuckungen, Speichelfluss. Aber auch ein erhöhtes Risiko an Diabetes zu erkranken, Herzrhythmusstörungen und eine erhöhte Todesfallrate. Doch solange die Wirkung stimmt, nehmen Ärzte und Patienten vieles in Kauf, um die schrecklichen Symptome einer Schizophrenie in den Griff zu bekommen.
Aber wirken sie wirklich? Neuere Studien, wie beispielsweise eine Metastudie im britischen Fachmagazin „The Lancet“, stellen die Wirkung von Neuroleptika in Frage. Trotzdem – und obwohl die Patientenzahlen relativ konstant bleiben – werden immer mehr dieser Psycho-Pillen verschrieben. Was sind die Gründe?
Wundermittel gegen Schizophrenie?

Die Stimmen im Kopf sind ständige Begleiter
Wir treffen Antje M. Die junge Frau war 12 Jahre immer wieder in psychiatrischer Behandlung. Der Grund: als Teenager hörte sie plötzlich Stimmen: „Los ging es eigentlich mit wüsten Beschimpfungen. Also die haben mir den ganzen Tag erzählt was ich alles nicht bin, was ich alles nicht kann, was ich nie sein werde.“
Doch ein Leben mit permanenten Stimmen ist unerträglich. Ein Drittel der Betroffenen, so schätzt man, nehmen sich deshalb das Leben. Auch Antje hat es versucht. Anfang Zwanzig kam sie zum ersten Mal in die Psychiatrie. „Da kam eine sehr nette Ärztin und sagte: Frau M., Sie hören Stimmen? Machen Sie sich keine Sorgen, das ist eine Schizophrenie, dagegen gibt’s Medikamente. Wenn Sie die regelmäßig nehmen, werden Sie ein völlig normales Leben leben können.“
Steifes Körpergefühl
Antje bekam klassische Neuroleptika. Diese Medikamente werden seit den 60er Jahren zur Behandlung schizophrener Symptome eingesetzt. Doch sie haben schwere Nebenwirkungen. Auch bei Antje M.: „Nach wenigen Tagen fing es an, dass der Körper sehr, sehr steif wurde. Und nicht nur der Körper ist steif geworden, irgendwie sind auch die Gedanken ganz steif geworden. Das war, als ob man so einen Stahlhelm ganz eng auf dem Kopf hat.“
Typisch sind auch Krämpfe und Schüttellähmungen. Daher wurde vor etwa 15 Jahren eine neue Wirkstoffgruppe entwickelt. Die so genannten atypischen Neuroleptika sollten besser verträglich sein. Doch die Versprechungen der Hersteller waren falsch.
Neue Wirkstoffe mit zu vielen Nebenwirkungen
„Es sind in gewissem Sinne alles pharmakologisch schmutzige Substanzen. Sie wirken auf zig andere Systeme und Botenstoffe auch ein“, bemängelt einer der bekanntesten deutschen Psychopharmakologen. Professor Bruno Müller-Oerlinghausen ist Co-Autor einer pharmakritischen Studie, dem Arzneiverordnungs-Report, und hat die Wirkung von Botenstoffen im Gehirn lange erforscht. Neuroleptika hemmen den Botenstoff Dopamin an den Nervenenden im Gehirn. Doch die Substanzen wirken nicht nur dort. Das Risiko für plötzlichen Herztod, Schlaganfall und Diabetes steigt deutlich. Oder für Gewichtszunahme. Antje M. nahm in drei Monaten fast 40 Kilogramm zu.

Das Blutbild von Patienten wird untersucht.
Wegen der gefährlichen Nebenwirkungen wird die Einnahme von atypischen Neuroleptika streng überwacht, das Blutbild der Patienten ständig kontrolliert. Bislang nahmen Ärzte und Patienten die Gefahren und Spätfolgen in Kauf, weil sie auf die Wirkung der Psychopillen vertrauten. Doch genau daran gibt es massive Zweifel.
Marketingbluff?
Dr. Stefan Weinmann ist Facharzt für Psychiatrie an der Charité Berlin. Als einer der ersten Forscher befasst er sich mit einer umfassenden Bewertung der atypischen Neuroleptika. Neueste internationale Metastudien zeigen, dass sie unter dem Strich gar nicht besser wirken als die über 40 Jahre alten, traditionellen Neuroleptika. In seinem Buch „Erfolgsmythos Psychopharmaka“ hat er viele bedenkliche Fakten über Neuroleptika zusammengetragen. „Heute wissen wir, dass der Begriff „atypische Neuroleptika“, die nicht typisch wirken, also nicht diese Bewegungsstörungen machen, dass das im Wesentlichen eine Marketingstrategie von pharmazeutischen Herstellern war. (…) Das Problem war, dass die pharmazeutischen Unternehmen und auch psychiatrischen Meinungsführer diese neuen Medikamente als sehr nebenwirkungsarm dargestellt haben – und dadurch sinkt, oder sank, die Verschreibungsschwelle.“
Ärzte verschreiben zu viele Neuroleptika
Die Folge: Es werden immer mehr „Atypische“ verschrieben. Für die Pharmaindustrie ein gutes Geschäft. Eine übliche Tagesdosis der Neuen kostet rund sieben Euro – mehr als das zehnfache der alten Neuroleptika. Doch damit nicht genug: Ärzte verschrieben insgesamt viel mehr Neuroleptika. Anstieg seit 2000: 38 Prozent.
„De facto ist es unsere Sache als Ärzteschaft das in den Griff zu kriegen, und uns nicht zu willfährigen Erfüllungsgehilfen einer Industrie zu machen, die uns natürlich mit raffiniertesten Werbemethoden etwas vorspiegelt, was der Wirklichkeit nicht entspricht“, so die Meinung von Prof. Müller-Oerlinghausen.
Und Dr. Stefan Weinmann regt an: „Wir sollten aber die Chancen, die Möglichkeiten zu Niedrigdosis-Strategien und auch zu psychotherapeutisch begleiteten Therapien bei den Absetzversuchen viel stärker nutzen. Das wurde eben bisher nicht gemacht, weil die pharmazeutische Industrie zusammen mit den Meinungsführern das bisher blockiert und als unwissenschaftlich dargestellt hat.“
Eigenen Weg finden
Antje hat die Medikamente schon vor vielen Jahren erfolgreich abgesetzt – eng begleitet durch Psychotherapie. Inzwischen berät sie in der Berliner Beratungsstelle „Netzwerk Stimmenhören“ andere Stimmenhörer. „Dass die Medikamente als Lösungsmöglichkeit weggefallen sind, das hat mir eigentlich ein ganz neues Leben eröffnet. Also nicht mehr da zu hocken und zu warten, dass einen irgendwas heile macht, dass irgend jemand kommt und meint, einem erklären zu können, wie man funktioniert und was man tun soll. Also ich glaube, dass es wichtig ist, da den eigenen Weg zu finden“, erklärt die junge Frau.
Antje hat gelernt, ihre ständigen Begleiter zu akzeptieren. Seither sind die Stimmen, die sie auch gemalt hat, viel freundlicher und zu Weggefährten geworden. Neuroleptika will sie nie wieder nehmen.
Allerdings ist es nicht immer ratsam, die Psychopharmaka abzusetzen. Viele Ärzte halten das Risiko eines Rückfalls für zu hoch. Oft ist ein niedrig dosierter, kontrollierter Einsatz von Neuroleptika – trotz aller berechtigten Kritik – die richtige Wahl.
André Rehse
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Gefährliche Psychopharmaka
Zeitreise: Geschichte der Psychiatrie

von Igelin @ 2012-07-20 – 05:48:52

aus der Sendung vom Donnerstag, 26.8.2010 | 22.00 Uhr | SWR Fernsehen
Die romantische Vorstellung vom Irren früherer Tage, der unbehelligt am Familien- und Dorfleben teilnehmen durfte, kann man getrost vergessen. Schon im Mittelalter stießen Verhaltensweisen, die nicht den üblichen Normen entsprachen, auf rigide Intoleranz. Die Schwermut der ,Irren’ konnte man sich nicht erklären. Sie schienen vom Teufel oder von Dämonen besessen. Deshalb schafften sich die Bürger die ‚Andersartigen’ einfach aus den Augen.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden Geisteskranke einfach weggesperrt, man hielt sie für Störfälle der Natur. Sie vegetierten angekettet zusammen mit Prostituierten, Armen, Landstreichern und Straftätern. Wer in einem der Verwahrhäuser landete, hatte kaum eine Chance wieder lebend herauszukommen. Für viele Insassen war die Klappe fürs Essen oft lebenslang der einzige Kontakt zur Außenwelt.
Der Wiener Narrenturm
1784 ließ Kaiser Joseph II. in Wien den Narrenturm errichten – die erste „Irrenanstalt“ Europas. Der Narrenturm war Teil des Allgemeinen Krankenhauses und für schwierige Geisteskranke bestimmt. Zur Erklärung ihrer Symptome gab es zwei Theorien: Die sogenannten Somatiker suchten die Ursache in den Organen, denn sie glaubten, dass die unsterbliche Seele nicht erkranken kann. Für die Psychiker dagegen war die Geisteskrankheit eine durch Sünden verursachte Erkrankung der Seele. Deshalb hielten sie es für notwendig, die Seele durch Schmerz zu erschüttern.
Befreiung von der Kette – ab in die Zwangsjacke
Der Arzt Philippe Pinel befreite wenig später im Gefolge der Französischen Revolution viele Kranke von ihren Ketten. Die Psychiatrie begann sich zu einer eigenständigen Wissenschaft zu entwickeln. Die Zwangsjacke, die den Kranken fixierte und ihm dennoch Bewegungsfreiheit ließ, wurde zum Symbol des Fortschritts.
Fast zeitgleich entstanden erste Ideen zur sozialpsychiatrischen Versorgung der Kranken – völlig ohne Zwang. Die Wurzeln des Umdenkens lagen vor allem in England. Dort gründete der Quäker William Tuke ein privates Irrenhaus und gab ihm programmatisch den Namen „Rückzug“. Die heilsame Einsamkeit in einer idyllischen Landschaft sollte sich beruhigend auf die psychisch Kranken auswirken. Erst nach und nach bemühten sich auch in Deutschland Psychiater wie Wilhelm Griesinger um die Einrichtung moderner Pflegeanstalten und um humanere Behandlungsformen.
Sigmunds Freuds Psychoanalyse
Ende des 19. Jahrhunderts hob die Psychoanalyse Sigmund Freuds das Wissen über Psychosen und Neurosen auf eine neue wissenschaftliche Stufe. Dank seiner Lehre erfuhren die Symptome psychisch Kranker eine Deutung. Die tiefe Kluft, die zwischen Gesunden und psychisch Kranken klaffte, wurde dadurch zum ersten Mal überbrückt.
Doch der Beginn des Ersten Weltkrieges machte sämtliche klinischen Verbesserungen und psychosozialen Ansätze wieder zunichte. Die Masse der psychisch Kranken vegetierte in großen Anstalten. Depressive, Manische, Schizophrene oder Paranoide wurden zusammen weggeschlossen. Die einheitliche Diagnose lautete oft „Dementia praecox“ – vorzeitige Verblödung. Dabei lagen die Ursachen vieler Psychosen in der Überspanntheit der modernen Maschinenwelt, der Auflösung sozialer Bindungen und einer alles erfassende Nervosität.
Rückschritte in der Behandlung
In den 30er Jahren begann ein weiteres dunkles Kapitel der Psychiatrie. Es wurden unglaublich brutale Behandlungsmethoden wie Elektroschock oder Insulinschock entwickelt, andererseits bestritten Ärzte, dass sich die Behandlung überhaupt lohnt. Die Nazis vollzogen, was deutsche Psychiater schon länger gefordert haben: die Vernichtung unwerten Lebens. Doch auch nach Kriegsende änderte sich daran nichts: In den ersten Jahren nach der Befreiung durch die Alliierten ließ die deutsche Psychiatrie ihre Kranken als nutzlose Esser verhungern.
Behandlungsmisere in der BRD
Bis zu Beginn der 70er Jahre wurde die Situation psychisch Kranker in der Bundesrepublik, die in veralteten Bauten und auf überfüllten Stationen zusammengepfercht wurden, kaum zur Kenntnis genommen. Auf einen Arzt kamen zehn Mal so viele Patienten wie es sein sollten. Überfüllung und Personalmangel führten zur Behandlungsmisere. Durch den Einsatz der seit den 50er Jahren entwickelten Psychopharmaka versuchten die Ärzte das Problem in den Griff zu bekommen, und die Patienten einfach ruhig zu stellen.
Zwang und Hilfe
Ab 1975 änderte sich die Situation: Das Gedankengut der 68er sorgte für einen neuen Zeitgeist. Es entstanden ambulante Behandlungsmöglichkeiten durch sozialpsychiatrische Dienste oder niedergelassene Psychotherapeuten. In Gruppentherapien sollten Kranke und Gefährdete lernen, über ihre Probleme zu reden und ihre Ursachen zu erkennen.
In den 80er Jahren geriet die Anstaltspsychiatrie erneut in die Schlagzeilen. Zwangseinweisungen waren keine Einzelfälle. Ein Rechtsanwalt kommentierte die damalige Praxis so: „Der Richter überantwortet die Sachentscheidung dem Psychiater und der Psychiater sagt, ich sperre ja nicht ein, das macht ja der Richter.“
Einmal mehr zeigt sich, wie schmal der Grat zwischen Hilfe und Zwang ist, auf dem sich die Psychiatrie bewegt.
Markus Hubenschmid
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Geschichte der Psychiatrie
wann endlich werden kriegführende Staaten zum Tode verurteilt ?

von Igelin @ 2012-07-19 – 21:01:18

und wann endlich wird eine folternde, misshandelnde und mordende Psychiatrie zum Tode verurteilt ?

Yahoo-Nachrichten
Die Behörden im US-Bundesstaat Texas haben trotz Protesten der Vereinten Nationen einen zum Tode verurteilten geistig Behinderten hingerichtet. Der 34-jährige Afroamerikaner Yokamon Hearn wurde am Mittwoch (Ortszeit) mit einer Todesspritze exekutiert, die nur ein Gift und nicht wie bislang üblich drei verschiedene Stoffe enthielt, wie die Justizbehörden mitteilten. Die UNO hatte die USA noch am Dienstag dazu aufgefordert, das Todesurteil mit Blick auf die Behinderung des Manns nicht zu vollstrecken.
Hearn war im Alter von 19 Jahren zum Tode verurteilt worden, weil er einen Weißen ermordet hatte. In seinem 14. Lebensjahr war seine Behinderung festgestellt worden, die auf die Alkoholsucht seiner Mutter zurückgeführt wurde. Am Mittwoch lehnte der Oberste Gerichtshof der USA eine letzte Eingabe gegen die Exekution endgültig ab.
Ebenfalls am Mittwoch hatte der Bundesstaat Georgia die geplante Hinrichtung eines anderen geistig Behinderten verschoben. Die Todesstrafe gegen ihn soll nun am Montag vollstreckt werden. Er war im Jahr 1991 wegen der Ermordung eines Mithäftlings zum Tode verurteilt worden. Ursprünglich hatte er wegen der Tötung seiner Freundin in Haft gesessen. Ein Gnadengesuch wurde am Montag abgelehnt.
Der Supreme Court hatte 2002 entschieden, dass geistig Behinderte nicht zum Tode verurteilt werden dürfen. Allerdings überließ das Gericht die Definition von geistiger Behinderung den Bundesstaaten
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zum Tode verurteilt
Programmempfehlung JW

von Igelin @ 2012-07-19 – 20:51:41

Arte, 20.15

Rassenwahn und Weltherrschaft

Züchten und Vernichten

Die Weltherrschaft der nordischen Rasse: Besessen davon gründete Heinrich
Himmler, Reichsführer-SS, den Verein »Lebensborn«. Gedacht als
konspiratives Entbindungsheim für »rassisch wertvolle« ledige Mütter, die
dem arischen Ideal des blonden, nordischen Menschen entsprachen, wuchs der
Plan für eine Zuchtanstalt heran. Rassismus in dieser Form gab es jedoch
nicht nur in Deutschland. Die »Internationale der Rassisten« formierte sich
ab etwa 1850 als eine Art »Rassenbund europäischer Völker«. In ihren Reihen
entstand die Eugenik, die »Rassenhygiene«. Aus ihr folgte die Sterilisation
von Menschen, die als minderwertig betrachtet wurden.

3Sat, 20.15
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Rassenwahn und Weltherrschaft
damit Ihnen hören und sehen nicht vergeht

von Igelin @ 2012-07-19 – 20:48:45

WDR-dok

Kinder des Widerstands

Die westdeutsche Gesellschaft sah noch lange nach dem Krieg den Widerstand
gegen Hitler als Verrat an. Darunter gelitten haben vor allem die Kinder.
Die am Widerstand beteiligten, von den Nazis ermordeten Väter und Mütter
wurden von den obersten Gerichten bis hinunter zu Sozialbehörden als Hoch-
und Vaterlandsverräter eingestuft; ihre Familien somit jeder Entschädigung,
Rentenzahlung oder Sozialhilfe beraubt, ihre Kinder als Verräterkinder«
gemobbt und gemieden. Vier dieser Kinder des Widerstands erzählen in dieser
Dokumentation, wie sie den feindseligen Umgang der Gesellschaft mit ihnen –
und dem Vermächtnis ihrer Eltern – erlebt haben und wie er ihren Lebensweg
geprägt hat…

WDR, 23.40
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Ritalin – Kinder-Doping

von Igelin @ 2012-07-19 – 20:33:59

Olympia: Bekloppt

London. Eindrucksvolle Offensive: 6250 Dopingproben sollen während der
Olympischen Spiele genommen werden. Die Experten sind sich allerdings
einig: Viel mehr als ein wenig Abschreckung wird der Aufwand wohl nicht
bewirken. »Das ist ein erster kleiner Schritt«, sagte der Heidelberger
Molekularbiologe Werner Franke, fügte jedoch hinzu: »Aber Doping ist noch
da, und wer nicht dopt, ist auch in London immer noch im Nachteil.« Das
große Fitspritzen für Olympia hat längst stattgefunden, in Trainingslagern
irgendwo am Ende der Welt, wo kein Kontrolleur hinkommt. »Sie spritzen sich
kleine Dosen und setzen früh wieder ab. Wer in London erwischt wird, muß
bekloppt sein«, so Franke.(sid/jW)
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Kinder-Doping Ritalin
Vorbild USA

von Igelin @ 2012-07-19 – 20:23:51

USA rückwärts

Der US-Schriftsteller Paul Auster sieht durch die Finanz- und
Wirtschaftskrise einen grundlegenden amerikanischen Mythos in Gefahr.
Früher habe die Vorstellung vorgeherrscht, daß der Wohlstand von Generation
zu Generation wachse, sagte der 65jährige dem Magazin Stern. »Nun
entwickeln wir erstmals in der Geschichte unseres Landes das Gefühl, daß
das nicht mehr gilt. Wir gehen rückwärts. Die Löhne sind niedriger, mit
einem Job können viele Arbeiter ihre Familie nicht mehr ernähren.« Er
schätze, daß 40 Prozent der amerikanischen Familien »nur eine ernsthafte
Erkrankung vom Ruin entfernt« seien – und zwar vom »wirklichen
existen­tiellen Ruin«. (dapd/jW)
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Vorbild USA
Unter Rettern

von Igelin @ 2012-07-19 – 20:18:39

Unter Rettern
Alles Gute muß von oben kommen
Wiglaf Droste in JW 20.7.

Die Welt ist unter die Retter gefallen; alles Gute muß von oben kommen, so
will es die mediale Sprachregelung. Der Name des Milliardärs Nicolas
Berggruen wird so vollautomatisch mit dem Attribut »Karstadt-Retter«
versehen, daß man schon an das Weihnachtslied »Sti-hil-le Nacht« denkt, in
dem es heißt: »Christ, der Retter, ist nah«. Beziehungsweise an das nicht
ganz so alte Wahlplakat mit der Aufschrift »Unsere letzte Hoffnung:
Hitler«.

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung fügt dem Beruf des »Retters« noch den
des »Drogerie-Gurus« hinzu und schreibt: »Rossmann als Retter in der Not –
diese Botschaft dürfte Drogerie-Guru Dirk Roßmann angesichts des
Dauerwettstreits um die Zukunft der Schlecker-Tochter IhrPlatz gefallen.«
Die Gewerkschaften wollen dem aber erst zustimmen, wenn
»Schlecker-Tochter«, »Retter« und »Drogerie-Guru« Ausbildungsberufe
geworden sind und nach Tarif bezahlt werden. Soviel Mitbestimmung muß sein!

Die Kriminalgeschichte kennt heimtückische »Regenschirmmorde«; daß man mit
»Rettungsschirmen« weit effizienter vorgehen kann, wird verschwiegen. Die
Worte »Rettung« und »Retter« verströmen die Botschaft: Du selbst kannst
nichts tun! Warte, bis du gerettet oder sogar gerettetet wirst. Harre am
Volksempfänger aus und folge den Anweisungen. Du hast keine Rechte, für
dich gibt es nur die Gnade der Rettung durch andere, die so gnädig sind,
gerade dich zu retten. Würde ist ein Konjunktiv, und die Würde des Menschen
ist das Antastbarste von allem.

Und eine deutsche Schokoladenmarke heißt ab sofort: Retter Sport.
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unter Rettern
»1000 Euro Generation« beschreibt eine Jugend, die trotz Arbeit immer schwieriger über die Runden kommt

von Igelin @ 2012-07-19 – 20:16:00

JW 20.7.
Trauriges, lustig

Vincent Streichhahn

Der Proletarier ist nach Marx der »doppelt freie Lohnarbeiter«. Weder
besitzt er Produktionsmittel, um sich selbst zu versorgen, noch hat er
etwas anderes außer seiner Arbeitskraft, die er fürs Überleben verkaufen
muß. Statt vom Proletariat wird heute hauptsächlich vom Prekariat
gesprochen. Das Wort Proletariat scheint aus der Mode gekommen zu sein.

Zum Prekariat gehört auch der 30jährige Mailänder Matteo (Alessandro
Tiberi), in der italienischen Komödie »1000 Euro Generation« von Massimo
Venier. Es ist die Verfilmung eines Romans von Antonio Incorvaia und
Alessandro Rimassa.

Matteo hat einen Abschluß in Mathematik. Als kleiner Junge träumte er von
einem gutbürgerlichen Leben – mit Eigenheim und pipapo. Statt dessen
verdingt sich bei einer Marketingfirma zu ausbeuterischen Konditionen:
befristeter Arbeitsvertrag, 980 Euro im Monat. Das reicht kaum für die
Miete und ist doch Alltag für Vertreter der jungen Generation in Europa.
Die Sorge vor dem Jobverlust – die Jugendarbeitslosigkeit in Italien
beträgt rund 36 Prozent – ist allgegenwärtig. Und der Film stammt aus dem
Jahre 2009, als für das offizielle Italien die Euro-Welt noch in Ordnung
schien.

Matteo ist ein Virtuose, was den Umgang mit Zahlen betrifft. Über die
mathematische Wahrscheinlichkeit von Glück und Unglück kann er stundenlang
referieren – wenn er dafür Zeit hat. In erster Linie muß er aber einen Job
machen, den er verabscheut. Auf der Tagesordnung steht Lügen, um Produkte
»optimal an den Kunden zu bringen«. Da er nicht sonderlich erfolgreich ist,
rechnet Matteo jederzeit mit seiner Kündigung. Statt dessen macht seine
Freundin mit ihm Schluß.

Die Widerwärtigkeiten des modernen Kapitalismus werden hier durchaus
amüsant ausgestellt. Matteos Chef ist ein geschniegelter Herr aus
Schottland, der getreu der Maxime »nach unten treten und nach oben lecken«
regiert. Nach und nach entläßt er die Mitarbeiter mit befristeten
Verträgen. »Der Schotte kackt, reibt sich die Hände und kündigt«, erklärt
Matteo dessen Unternehmenskultur einem Arbeitskollegen. Daß Traurige wird
bei Venier lustig, wenn er die berühmt-berüchtigte »Generation Praktikum«
in Szene setzt. Deren Leben ist von Hoffnungslosigkeit und Unsicherheit
geprägt, gegen das sich aber nicht aufgelehnt, sondern statt dessen das
nächste Praktikum begonnen wird. Und wer schon weiter ist, der hangelt sich
von Zeitvertrag zu Zeitvertrag, murrend zwar, aber konsequent
schicksalsergeben. Auf triste Art geht es immer irgendwie weiter. So wird
Matteo nicht gefeuert, doch spielt er mit dem Gedanken, wieder zu seinen
Eltern zu ziehen. Ein Phänomen, das in Italien immer öfter anzutreffen ist.
Am Ende bleibt er, weil der Mitbewohner Francesco auf der Playstation 1:0
mit Andorra gegen Brasilien gewinnt.

Und das Blatt wendet sich: Zwei weitere Frauen stolpern in Matteos Leben.
Die eine als neue, sehr idealistische Mitbewohnerin, die andere als
Marketingleiterin in seiner Firma.

Es geht eine Menge drunter und drüber, bevor Matteo vor einer bedeutenden
Entscheidung steht. Er hat eine gut bezahlte Stelle in Barcelona in
Aussicht. Für diesen »Erfolg« im kapitalistischen Sinne müßte er lügen,
betrügen und seine Freunde enttäuschen. Matteo entscheidet sich dagegen,
bleibt dadurch ohne festen Job und sicheres Einkommen.

Und wo bleibt der Aufschrei? fragt man sich als Zuschauer. »1000 Euro
Generation« ist kein politischer Film, doch er porträtiert sehr
unterhaltsam eine Jugend, die trotz Arbeit immer schwerer über die Runden
kommt. Die Befreiung des Prekariats muß das Werk der Prekären selbst sein.

»1000 Euro Generation«, Regie: Massimo Venier, Italien 2009, 102 min,
Kinostart: bereits angelaufen
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trotz Arbeit arm
»Wenn Christus heute lebte, würde er wie jeder anständige Mensch Kommunist sein.«

von Igelin @ 2012-07-19 – 20:12:16

JW 20.7.
Der bekannte Unbekannte
Vergessene Schriftsteller: Alfred Wolfenstein und der Weg zur Humanität
Annette Riemer

»Wenn Christus heute lebte, würde er wie jeder anständige Mensch Kommunist
sein.« Dieser Ausspruch wurde dem seinerzeit äußerst populären
Schriftsteller Alfred Wolfenstein (1883-1945) zum Verhängnis, nachdem die
Münchner Räterepublik 1919 zerschlagen worden war. Der Dichter wurde wie so
viele andere Intellektuelle, die sich für den sozialistischen Modellstaat
engagiert hatten, verhaftet. Doch Wolfensteins Beliebtheit rettete ihn vor
einer Verurteilung – der wachhabende Offizier ließ ihn kurzerhand laufen.

Wolfenstein hat den Expressionismus mitgeprägt, diese Literatur der Jugend,
des Aufbruchs und der sprachlichen Formsuche. »Wir Beiden, o wir können
Tausende in Brand setzen«, schrieb ihm etwa Johannes R. Becher nach der
Veröffentlichung seines ersten Gedichtbands »Die gottlosen Jahre« (1914),
in dem sich Wolfenstein – äußerst selten am Vorabend des Weltkriegs – für
eine internationale Verbrüderung aussprach.

Schon 1915 hatte sich Wolfenstein mit der pazifistischen »Novelle an die
Zeit« politisch klar positioniert, sein zweiter Gedichtband »Die
Freundschaft« (1917) und die anschließende Mitarbeit im Rat geistiger
Arbeiter der Räterepublik wiesen ihn deutlich als links denkenden Autor
aus.

Später aber tat sich Wolfenstein literarisch schwer. Zwar wurden seine
Übersetzungen preisgekrönt, seine Theaterstücke wie das die Todesstrafe
verwerfende »Nacht vor dem Beil« (1929) und vor allem der theoretische
Aufsatz »Jüdisches Wesen und neue Literatur« (1922) äußerst kontrovers
diskutiert – doch blieb der produktive Autor zu seinem Leidwesen in erster
Linie als Dichter bekannt.

Nach der Machtübertragung an Hitler war er als Jude und linker
Intellektueller, der sich zuletzt für Carl von Ossietzky stark gemacht
hatte, zur Emigration gezwungen. In Prag arbeitete er zunächst für den
Rundfunk und diverse Zeitschriften. 1936 veröffentlichte er den
bemerkenswerten Erzählband »Gefährliche Engel«, zwei Jahre später gelang es
ihm, den aufwendigen Sammelband »Stimmen der Völker« herauszugeben, der
einige der schönsten Gedichte der Weltliteratur vereint. Doch Wolfenstein
wurde im Exil immer orientierungsloser. Von Frau und Sohn getrennt und zur
Flucht nach Frankreich gezwungen, verlor er sich in Paris über den Arbeiten
an einem umfangreichen Sozialroman, den er nie fertigstellen sollte.
Wolfenstein, der bis zuletzt in Paris ausharrte, wurde 1940 von der Gestapo
festgenommen und inhaftiert. Hier wiederholte sich eine Episode aus seinem
früheren Leben: Der Offizier ließ den ausgebürgerten Autor laufen.

Wolfenstein verlor auf seiner Flucht quer durch Frankreich den Glauben an
die Wirkungsmacht der Literatur, an die Humanität der kommenden Generation,
die er in seinen Gedichten immer wieder eingefordert hatte. Verstärkt wurde
dieser Pessimismus durch die gescheiterten Bemühungen Stefan Zweigs,
Hermann Hesses und Thomas Manns, für Wolfenstein ein Ausreisevisum zu
erhalten. In Frankreich festsitzend, zog sich Wolfenstein vollkommen aus
der Öffentlichkeit zurück, lebte seit 1940 einsam und unter falschem Namen
in einem Gartenhaus bei Nizza, das er nur nachts verließ.

Verarmt, depressiv und herzkrank schlug er sich im Herbst 1944 nach Paris
durch, wo er in Thea Sternheim, der Exfrau des bekannten Dramatikers Carl
Sternheim, eine Freundin aus früheren Tagen fand. Die Befreiung der
französischen Hauptstadt änderte nichts an Wolfensteins Gemütslage: »Es
ist, als ob ich erst jetzt alles zu realisieren begänne. Ich weiß nicht
mehr, was der Sinn unseres Lebens ist«, vertraute er Sternheim an.

Am 22. Januar 1945 nahm sich Wolfenstein das Leben. Nach zwölf Jahren im
Exil war er in Deutschland nahezu vergessen, nur das Gedicht »Städter«
lebte in literarisch interessierten Kreisen fort. 2011 erschien im
Mitteldeutschen Verlag eine Textauswahl von Wolfensteins Gedichten und
Erzählungen. Wiederentdeckung lohnt.

Bernhard Spring (Hg.): Alfred Wolfenstein – Lesebuch. Mitteldeutscher
Verlag, Halle/Saale 2011, 184 Seiten, 18 Euro
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Wenn Christus heute lebte
Mieses Wetter, hohe Preise

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Geschichte der Psychiatrie Haar bei München

von Igelin @ 2012-07-17 – 17:19:07

Aus dem Türspalt Nr. 10 (1984)
Rainer Michler, Gabi Forcht

Die Morde an geisteskranken Kindern und Erwachsenen in Haar 1939-1944
Eine zeitgeschichtliche Nebenwirkung
„Was somit noch bis zum Ende des katastrophalen Zwischenspiels war, darüber möge das Wort des Herrn geschrieben sein: ‚Einer ist, der richtet, der, Herr.‘ … Mehr will über diese Zeit nicht gesagt werden. Mögen alle dieses Blatt der Geschichte so endgültig gewendet haben, wie es hier geschehen ist (aus: „Das Nervenkrankenhaus Haar bei München 1905-1955; Über 50 Jahre katholische Seelsorge“, S. 195)
„Auch die Abgeordneten, schrieb A. Hoche, stehen unter dem Eindrucke von Geisteskranken, Querulanten und sonstigen Halbnarren geschriebenen Broschüren, der Schilderungen von Romanen und Dramen, des Getratsches von Kaffeetanten.“ (Festschrift 1950)
„Angesichts der in letzter Zeit in Mode gekommenen Kritik an der Krankenhauspsychiatrie … wird sich hoffentlich mancher Leser Trost und Orientierung aus dieser Festschrift holen.“ (Festschrift 1980)
Warum ein Versuch, etwas über die Geschichte der Nervenheilanstalt Haar in der Zeit des Faschismus zusammenzutragen? Ein Grund, der als Begründung schon ausreicht, besteht darin, daß es kaum möglich ist, Informationen über die Ereignisse dieser Zeit zu finden, es also bisher nicht nötig gewesen sein muß, über diese Ereignisse zu berichten. (Vgl. hierzu die Festschriften von 1955 und 1980).

Die Festschriften für das Nervenkrankenhaus Haar von 1950 und 1980 beschreiben die Kontinuität der Asylierung und Behandlung psychisch Kranker seit der Errichtung der Anstalt 1905. Die Zeit des Faschismus bleibt eine Episode der Barbarei, eine Form von zeitgeschichtlicher Nebenwlrkung, die besser unerwähnt bleiben soll. In dieser Episode, die mehr als 100 000 psychisch Kranken das Leben gekostet hat, war Haar-Eglfing eine für die damalige Zeit normale Anstalt, kein Vernichtungslager wie Hadamar oder Grafeneck, wo die ausgesonderten Verrückten vergast oder totgespritzt wurden; aber eine Anstalt, wo es Hungerhäuser für Erwachsene und Kleinkinder gab, Durchgangsstation für Juden in Vernichtungslager und wohl auch Ausgangspunkt für die Verschickung Geisteskranker in die Venichtungslager. In der Anstalt selbst starben mehr als 400 Menschen an den Folgen des“Nahrungsentzugs“, man ließ sie verhungern. Über die Anzahl der Insassen, die in die Vernichtungslager für psychisch Kranke verschickt wurden, gibt es keine Angaben („sie ((die Schizophrenen)) machten früher etwa 75% der Anstaltsinsassen aus. Jetzt sind es trotz der beträchtlichen Verringerung durch die Euthanasie schon bald wieder 50% „, Festschrift 1950, S. 106), genauso wenig über die nach dem 1933 erlassenen Gesetz zur „Verhütung erbkranken Nachwuchses“ Zwangssterilisierten und Kastrierten.

Die Geschichte der psychiatrischen Anstalten ist eine Geschichte von Gewalt, angefangen bei der zwangsweisen Unterbringung bis zu den gewalttätigen Theorien der „Wissenschaft“ Psychiatrie. Der Schutz der Gesunden vor den Verrückten führte zur Absonderung und Asylierung der Irren.

„Das Erdgeschoß dieses lrrenhauses in Giesing war für die ganz ‚Tollen‘ bestimmt, enthielt 13 Zellen und ein Zimmer für den Wächter. . . Jede Zelle hatte 2 Türen, eine innen und starke, mit Staketen, weiche von außen mit einer Schraubenmutter versperrt war. . .“ (Festschrift 1950, S. 7)
Die Behandlungsmethoden Gehirnoperationen, Insulinschock, E-Schock waren so brutal, wie der Schrecken vor den Zwängen und Wahnvorstellungen groß war.

„Wer die Leukotomie in Verruf bringt, kann kaum … erfahren haben, in welchem Zustand eine erhebliche Anzahl von Unheilbar-Psychotischen sich befindet.“ (Festschrift 1950, s. 109/110).
Die Verantwortung der Psychiatrie, der staatliche Auftrag, die Gesunden zu schützen und die oft uneinsichtigen Kranken zu behandeln, ließ sie in ihren Methoden oft einiges in Kauf nehmen.

„Man muß getrost ein niedrigeres existenzielles Niveau in Kauf nehmen, wenn auf dem höheren kein fruchtbares geistiges Leben mehr möglich ist.“ (Festschrift 1950, S. 110).
Dies führte zu einer Theorie der geplanten Nebenwirkungen, also all dessen, was in Kauf genommen werden muß, um diesen furchtbaren Krankheiten Herr zu werden und weiter zu einem Verfolgungswahn, in welchem der lebt, der das Gute will und über den boshafterweise nur das Negative (die Nebenwirkungen) berichtet wird.

„Wenn man Psychiater, die Leukotomie üben, als Verbrecher und ihre Bemühungen um das Wohl der Schwerstkranken als Vergehen gegen die Menschlichkeit bezeichnet … so wird sich niemand mehr finden, auf diesem schwierigen Arbeitsgebiet weiter zu forschen.“ (Festschrift 1950, S. 44)
Aber so weit ist es nicht gekommen, denn die Psychiatrie weiß sich und ihre Methoden im Recht angesichts ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und der Schwere der einzelnen Probleme.

„Darum müssen wir, über unsachliche Kritik und Unverstand hinweg, das Vertrauen der Patienten und Angehörigen gewinnen und dann handeln. Denn um dieses Handeln geht es auch in der lrrenheilkunde. ‚Wissen allein‘, so sagte einmal Helmholtz, ‚ist nicht das Ziel, die Bestimmung des Menschen. Wir lernen nicht nur, um zu wissen. Die Handlung die Wirksamkeit allein bieten dem Menschen einen würdigen Zweck des Lebens.“ (Festschrift 1950, S.44).
Psychiatrie und Politik

Als Wissenschaft kann man die Psychiatrie gar nicht begreifen. Ihr Gegenstand sollten Geisteskrankheiten sein. Sie begann jedoch erst dann eine wissenschaftliche Rolle zu spielen, als Geisteskrankheiten zu Gehirnkrankheiten erklärt wurden und damit eine reine Behauptung die Grundlage der neuen Lehre bildete. Das Dilemma der Psychiatrie, nämlich Geisteskrankheiten aus moralischen und sozialen Sinnzusammenhängen heraus nur verstehen zu können, war damit scheinbar gelöst. Die Geisteskrankheiten verwandelten sich‘ in „Psychopathien“, und diese wurden auf organische Ursachen, welche zwar nicht auffindbar aber eben postuliert waren, zurückgeführt. Unter Psychopathie wurde alsbald alles gefaßt, was vom sozial erwünschten Menschentyp abwich: neben den eigentlichen Geisteskrankheiten die Trunksucht, Epilepsie, Mangel an ethischem Gefühl, auch etwa abstoßende Physiognomien, mangelnde Kindesliebe (nur bei Frauen), oder, wie vom Schweizer Psychiater Forel zusammengefaßt, „große Heftigkeit der Leidenschaften und Begierden oder auch nur eine starke lmpulsivität“. Ließen sich anatomisch keine organischen Veränderungen auffinden, so wurde desto eifriger der ideologische Ersatz aufbereitet. Bekannte Psychiater der Jahrhundertwende wie Kraepelin, Krafft-Ebbing, Schüle entwickelten die Lehre vom „degenerativen erblichen lrresein“ und verlegten die organischen Ursachen ins Erbgut, in den Keim des menschlichen Lebens. Das Erbgut wurde auf das Volksganze bezogen und von daher als hoch- bzw. minderwertig angesehen. Damit war die Brücke geschlagen zwischen dem moralischen Urteil der Minderwertigkeit, das über Menschen gesprochen wurde, die dem ideal gesetzten „Volkscharakter“ nicht entsprachen, zur biologischen Abweichung und Gefährdung des“Volkskörpers“, die der Ermordung Hunderttausender sog. Geisteskranker im Nationalsozialismus den Boden bereitete. (Zitate aus: Till Bastian, Von der Eugenik zur Euthanasie, Verlagsgemeinschaft Erl 1981.)

Wie konnte es dahin kommen?

Die wissenschaftlichen Ideen, insbesondere die der Psychiatrie, gediehen nicht im luftleeren Raum, sondern erfüllten staatliche Zwecke. Nur so ist es zu erklären, daß solch blühender Unsinn wie die Vererbungs- und Degenerationslehre zu gesellschaftlicher Ehre gelangte. Welches war der Zweck, dem diese Lehren in Deutschland dienten?

Man wünschte sich ein neues Volk, nicht ein Volk, sondern eine Rasse, eine kriegerische Herrenrasse unter Eliminierung, der widerständigen Volksteile. Begründen ließen sich diese Vorstellungen eben mit Hilfe der psychiatrischen und medizinischen Lehren, die der Verelendung auf den Grund gegangen waren und die Verseuchung des gesunden durch krankes Erbmaterial festgestellt hatten. Politische und medizinische Lehren verbanden sich auf“s beste in den praktischen Programmen, die zur Aufartung der Rasse, zur Erbpflege, zur Eugenik, d.h. zur Auslese des kranken Erbmaterials, aufgestellt und in den dafür gegründeten Instituten durchgeführt wurden. Solche Institute entstanden in der Weimarer Zeit in Massen, die eugenische und ‚rassebiologische Forschung war schon damals fester Bestandteil der Psychiatrie. Um „die Bevölkerung von den geistig und körperlich Defekten zu befreien“ (Grotjahn) wurden zunächst Sterilisation und Asylierung erwogen und durchgeführt. Zum nächsten Schritt, dem Gedanken an Tötung, war es nicht weit, und schon 1920 diskutierten die Professoren Binding (Jurist) und Hoche (Psychiater) in dem später von den Nationalsozialisten als Legitimation herangezogenen Werk die „Freigabe der Vernichtung unwerten Lebens“ (Buchtitel). Binding und Hoche kamen unter vielen Wenn und Abers zu dem Schluß, daß die Vernichtung „nicht lebenswerten Lebens“ aus Gründen einer höheren staatlichen Sittlichkeit geboten sei, nämlich um eine moralische und wirtschaftliche Belastung durch sog. Ballastexistenzen von der gesunden Umgebung abzuwenden. Nicht wenige Ärzte und Psychiater stimmten solchen Gedanken zu, und so nimmt es nicht wunder, daß sich zu dem Zeitpunkt, als eine entschlossene Politik sich des unwerten Lebens annahm, genügend Berufsvertreter im medizinischen, juristischen und Verwaltungsbereich fanden, die die Vernichtung durchführten.

Planung und Durchführung der Vernichtung

Einer der bereitwilligen und pflichtbewußten Mörder war Herrr Dr. Pfannmüller, ärztlicher Direktor der Nervenheilanstalt in Eglfing-Haar bei München. Herr Pfannmüller diente als Gutachter für die in Berlin ansässige „Reichsarbeitsgemeinschaft Heil- und Pflegeanstalten“, die unter Weisung des Reichsinnenministeriums die Vernichtungsaktion organisierte. Die Kommission hatte sich ihre Aufgabe so vorgestellt: Auf 1000 gesunde Menschen kommen 10, die in ärztlicher Behandlung stehen, davon 5, die stationär behandelt werden und 1 Mensch, der zur Vernichtung bestimmt wird. Bei 6 Millionen Menschen wurde mit 60 000 zu Tötenden gerechnet. Es gab jedoch auch Schätzungen bis zu 1 Million zu Vernichtender (Prof. Kranz im NS-Volksdienst vom April 1940) – weit über 100 000 „schafften“ die Kommission und ihre willigen Helfer tatsächlich, bis sie – unfreiwillig – aufgeben mußten.

Die mit dem Mord beauftragten Ärzte und Anstaltsleiter sowie die Regierungsbeamten hatten dafür nahezu freie Hand. Als Grundlage und Rechtfertigung diente ihnen ein von Hitler ausgestelltes Schreiben vom Oktober 1939, in dem es hieß:

„Reichsteiter Bohler und Dr. med. Brandt sind unter Verantwortung beauftragt, die Befugnisse namentlich zu bestimmender Ärzte so zu erweitern, daß nach menschlichen Ermessen unheilbar Kranken bei kritischster Beurteilung ihres Krankheitszustandes der Gnadentod gewährt werden kann. “
Dieser Erlaß erlangte niemals Gesetzeskraft. Eine Verweigerung, bei der Auslese und Tötung mitzumachen, hatte im allgemeinen keine negativen Folgen für den Betreffenden, der zum Stillschweigen verpflichtet wurde. Jedoch: Aus dem Kreis der von Bohler und Brandt zur Mitwirkung berufenen ärztlichen Standesvertreter – einige Universitätsprofessoren, mindestens zwei Anstaltsleiter, einer davon Pfannmüller, sowie eine sich ständig vergrößernde Zahl von Psychiatern und Ärzten – ist nur einer bekannt, der sich dezidiert gegen die Mordpläne ausgesprochen hat. Zurück zu Pfannmüller. Die Aktion nahm ihren Anfang, indem an alle Anstalten Meldebögen verschickt wurden, auf denen die persönlichen Daten der Anstaltsinsassen, ihre Diagnose und Arbeitsfähigkeit vermerkt werden sollten. Die ausgefüllten Fragebögen wurden an die Gutachter verschickt, die die Patlenten mit einem + oder – versahen und die Bögen zurück nach Berlin sandten. Zum Beispiel so:

„An das Mitglied des Gutachterausschusses
Herrn Ob.-Med.-Rat Dr. Pfannmüller
Betrifft:
Meidebogensendung Nr. 137901-138200
In der Anlage lasse ich Ihnen 300 Meldebogen aus den Anstalten Lüneburg mit der Bitte um Begutachtung zugehen. Freigemachte Aufklebeanschrift für die Rücksendung liegt bei.
Prof. Dr. Heyde“0
Vier Tage später (?) antwortet bereits Pfannmüller.

„Eglfing, den 29. November 1940
An die Reichsarbeitsgemeinschaft
Heil- und Pflegeanstalten
z. H. Pg. Prof. Dr. Heyde, Berlin W 9
Betreff: 107. Meldebogen-Sendung 300 Stück Nr. 137901-138200
Sehr verehrter Herr Professor Heyde
In der Anlage übersende ich Ihnen die 107. Meldebogen-Sendung 300 Stück Nr. 137901-138200 nach Begutachtung zurück.
Dr. Pfannmüller
Obermedizinalrat“
Auf diese Weise ‚prüfte und begutachtete‘ Pfannmüller in der Zeit vom 14. November 1940 bis 1. Dezember insgesamt 2190 Fragebogen (also im Durchschnitt 137 täglich!), ohne auch nur einen Patienten persönlich je in Augenschein zu nehmen.“

In Berlin versah ein weiterer „Obergutachter“ die Bögen mit + oder -, worauf die mit + versehenen an die für den Transport gegründete „Gemeinnützige Krankentransport GmbH“ überstellt wurden. Diese holte die zur Vernichtung ausgesuchten Menschen in eigenen Buss& von den Anstalten ab und fuhr sie in die Vernichtunganstalten. Als sich herausstellte, daß der direkte Transport zur Tötung nicht geheimgehalten werden konnte, verlegte man die Opfer zunächst in sog. Zwischenanstalten, um sie nach einer Wartezeit von dort zur Tötung abzuholen.

Die Haarer Hungerhäuser

In Haar wurden jedoch nicht nur die Insassen anderer Anstalten zur Tötung bestimmt, in Haar wurde auch selbst getötet. Hierfür wurden unter Leitung und Verantwortung von Pfannmüller sogg. „Hungerhäuser“ eingerichtet. Grundlage dieser Maßnahme bildete ein Erlaß des Bayrischen Innenministeriums vom 30. November 1942:

„Nr. 5263a 81 München, den 30. November 1942. Der Bayr. Staatsminister des lnnern.
An den Herrn Reichsstatthalter in der Westmark und die Regierungspräsidenten. Betr.: Verpflegung in den Heil- und Pflegeanstalten. Beilagen: Nebenabdrucke für die Heil- und Pflegeanstalten des Regierungsbezirks. Im Hinblick auf die kriegsbedingten Ernährungsverhältnisse und auf den Gesundheitszustand der arbeitenden Anstaltsinsassen läßt es sich nicht mehr länger verantworten, daß sämtliche Insassen der Heil- und Pflegeanstalten unterschiedslos die gleiche Verpflegung erhalten ohne Rücksicht darauf, ob sie einerseits produktive Arbeit leisten oder in Therapie stehen oder ob sie andererseits lediglich zur Pflege in den Anstalten untergebracht sind, ohne eine nennenswerte nutzbringende Arbeit zu leisten. Es wird daher angeordnet, daß mit sofortiger Wirkung sowohl in quantitativer wie in qualitativer Hinsicht diejenigen Insassen der Heit- und Pflegeanstatten, die nutzbringende Arbeit leisten oder in therapeutischer Behandlung stehen, ferner die noch bildungsfähigen Kinder, die Kriegsbeschädigten und die an Alterspsychose Leidenden zu Lasten der übrigen Insassen besser verpflegt werden.
Auf die am 17. November 1942 beim Staatsministerium des Innern stattgefundene Besprechung mit den Anstaltsdirektoren wird Bezug genommen. Die Anstaltsdirektoren haben unverzüglich die entsprechenden Maßnahmen zu veranlassen.“
Gerhard Schmidt, der die Anstalt Haar-Eglfing nach 1945 leitete, schreibt dazu:

„In Eglfing existierten zwei sogenannte Hungerhäuser (Haus 25 für Männer, Haus 22 für Frauen, aushilfsweise auch Haus 39). Ab Januar 1943 bis Kriegsende, also zweieinviertel Jahre, war die Abgabe von Fleisch und Fett an diese beiden Stationen untersagt. Die ausgesonderten Pfleglinge erhielten Gemüse, Kartoffeln und täglich eine Scheibe Brot. Das war eine angeblich in der Anstalt Kaufbeüren erprobte Kost, weiche den Magen füllt und doch langsam zum Ziel führt. ‚Wir geben ihnen kein Fett, dann gehen sie von selber, hieß die vielerseits bezeugte Devise des Eglfinger Direktors, wobei Eiweiß, ohnehin Mangelware, nicht einmal erwähnt wird. Fiel die Abmagerungskurve nicht erwartungsgemäß, so gab es Vorhaltungen, nicht ganz unberechtigt, weit von der Küche öfter Fett oder Fleisch in die Suppe geschmuggelt worden wäre.
Der elendeste Zustand der Eglfinger Männer um Kriegsende lag mit 51,2 kg Durchschnittsgewicht immer noch 11 kg über dem Ernährungsniveau von Haus 25. Das ist der in Gewichten ausgedrückte Unterschied zwischen den Folgen vorsätzlicher Aushungerung und kriegsbedingter Notlage.
Gelegentlich hört man gegen die Feststellung bewußter Aushungerung den Einwand, daß Abmagerung und Anstaltssterblichkeit schon im ersten Weltkrieg erschreckend hoch waren. Bedenkt man aber, daß die Ernährungslage im ersten Krieg schlechter war und daß trotzdem 1945 die Sterblichkeitskurve weit höher kletterte, so wird der zusätzliche Einfluß des nationalsozialistischen Vernichtungswillens offenbar. Während 1918 bei einem Verpflegungsstand von 2338 Personen 363, d.h. 15,5% Todesfälle gezählt wurden, stieg 1945 bei einer Durchschnittsbelegung von 2686 die Zahl der Todesfälle auf 821, dh. 28,601o. Diesem Vergleich ist das ganze Jahr 1945 mit seinen seit Mai fortwirkenden Kriegsschäden zugrunde gelegt.
Gemessen am ersten Halbjahr mit allein schon 17% Todesfällen, verschiebt sich das Verhältnis weiter zu Lasten der nationalsozialistischen Zeit. Die Todesquote in Eglfing-Haar war Anfang 1945 gut doppelt so hoch wie 1918.
Absolut gerechnet waren bis zum 1. Juni 1945 an direkten und indirekten Folgen des Nahrungsentzugs auf den beiden – angeblich meist unterbelegten – Stationen zu je 60 Betten 444 Patienten gestorben. Dabei fällt der hohe Prozentsatz an Tuberkulose auf, der bei Frauen 54, M bei Männem 65,7% beträgt. Der schon im ersten Weltkrieg beobachtete Zusammenhang zwischen Entkräftung und Tuberkuloseanfälligkeit ist evident, freilich nicht im Sinne eines Experimentes, weil unbekannt ist, wieviel Kranke trotz oder gerade wegen eines floriden Lungenprozesses auf die Hungerstationen verlegt wurden.
Mit der Massenvergasung in ,Reichsanstalten‘ konnten die Hungerhäuser wegen ihrer langwierigen Prozedur nicht konkurrieren. Auch ließen sich dort lediglich ausgesucht antriebsarme, körperlich geschwächte Pfleglinge halten, unfähig, Widerstand zu leisten. Unter so eingeengten und protrahierten Umständen darf die in zweieinvieriel Jahren erreichte Gesamtzahl von 444 Eglfinger Hungertoten als erstaunlicher Beitrag zur Ausrottung von Geisteskranken gebucht werden.
In Auswahl und Anzahl der Patienten basierte die Aushungerung, nachdem sie prinzipiell auf der Konferenz im Staatsministerium festgesetzt worden war, auf der Initiative des Anstaltsdirektors. Hier war er wirklich unabhängig, frei, souverän. Kein Meldebogen, keine Reichsarbeitsgemeinschaft, kein Reichsausschuß, kein Nebengutachter und kein Obergutachter engten ihn ein.“
Der Kindermord in Haar

Für die Erfassung und Vernichtung als geisteskrank eingestufter Kinder war eine eigene Organisation eingerichtet worden, der „Reichsausschuß zur wissenschaftlichen Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden“. Ihm mußten laut Erlaß des Reichsinnenministeriums vom August 1939 alle Kinder mit als ererbt angesehenen Leiden gemeldet werden, die bei Ärzten, Hebammen, in Krankenhäusern oder Gesundheitsämtern bekannt wurden. Diese wurden vom Reichsausschuß in sog. „Kinderfachabteilungen“ eingewiesen. Solche Kinderfachabteilungen existierten in 28 Anstalten, deren leitende Ärzte dem Vernichtungsgedanken in Wort und Tat nahestanden. Die Kinder wurden nach einem festgesetzten Terminplan durch Injektionen getötet, was durch Ärzte oder auch durch Sonderpflegerinnen, die dazu bereit waren und sich zur Geheimhaltung verpflichtet hatten, geschah. Eine der 28 Kinderfachabteilungen befand sich in Haar. Dort hatte sich Pfannmüller eine besondere Methode der Tötung ausgedacht.

„16. Februar 1940: Der ärztliche Direktor der Anstalt für Geisteskranke und Geistesschwache in Eglfing-Haar (Bayern), Obermedizinalrat Dr. Hermann Pfannmüller, führt einen Lehrgang des Reichsbeamtenlagers Tölz, zu dem vom Stellvertreter des Führers abkommandierte Gauamtsleiter und Kreisleiter sowie auch höhere Offiziere des Heeres, der Marine und der Luftwaffe gehören, die in einführenden Vorträgen über Rasse und Erbfragen geschult wurden, durch die Kinderstation der Anstalt.
Ludwig Lehner, einer der Anwesenden, berichtet später hierüber in einer eidesstattlichen Erklärung:
‚Um Dr. Pfannmüller drängten sich etwa 40 Besucher in Uniformen unterschiedlichster Färbung, vom dunklen Grau der Wehrmacht über das heil getönte Braun des Amtsleiterkorps der Nazi-Partei zum tiefen Schwarz des SS-Verbandes.
Nach kurzen einleitenden Bemerkungen trat Dr. Pfannmüller an eins der 15 Kinderbetten heran, die rechts und links den Mittelgang flankierten.
‚Wir haben hier Kinder im Lebensalter von ungefähr ein bis fünf Jahren‘ begann er in dozierendem Ton. ‚Alle diese Geschöpfe stellen für mich als Nationalsoziatisten nur Ballastexistenzen dar … Ballast für unseren Volkskörper. . . lnsofern ist die vom Führer angewießene Aktion, die Volksgemeinschaft von dieser Überbürdung zu befreien, schlechthin eine nationale Tat, deren ganze Größe Nichtmediziner erst nach Jahren, wenn nicht nach Jahrzehnten werden ermessen können. Wir führen die Aktion nun nicht durch Gift, Injektionen oder andere von außen erkennbare Maßnahmen durch … da würden die Auslandspresse und gewisse Kreise in Paris und London nur Möglichkeiten zu neuer Hetze gegen uns haben … Nein, unsere Methode ist viel einfacher.‘
Mit diesen Worten zog er mit einem Handgriff ein Kind aus dem Bett. Während der dicke,
1953 verfettete Mann das wimmernde Menschlein-Gerippe wie einen erbeuteten Hasen herumzeigte, bemerkte er sachlich:
‚Wir entziehen die Nahrung natürlich nicht von einem Tag zum anderen. Das würde zuviel Unruhe machen. Wir verringern allmählich die Essenrationen. Die Natur hilft sich dann schon selber . . . Bei diesem hier wird es kaum noch zwei bis drei Tage dauern …‘
Dann ließ er das Kind in das Bettchen zurückfallen.“
Der Reichsausschuß arbeitete bis ins Jahr 1945 weiter. Auf seine Veranlassung wurden insgesamt etwa 5 000 Kinder ermordet.

Die Verschickungen in die Vernichtungslager

„Das Dokument No. 1133 gibt einen der vom Amt Linden im RMdl ausgegebenen Verlegungsbefehle wieder.
‚Staatsministerium des lnnern München, den 18. Okt. 1940
An den Direktor Dr. Pfannmüller der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar
Betrifft: Verlegung von Kranken der Heil- und Pflegeanstalt.
Die gegenwärtige Lage macht die Verlegung einer großen Anzahl von in Heil- und Pflegeanstalten untergebrachten Kranken notwendig. Im Auftrage des Reichsverteidigungskommissars ordne ich die Verlegung von 120 Kranken aus Ihrer Anstalt an. Die Verlegung wird voraussichtlich am 24. Okt. 1940 erfolgen. Wegen der Abholung der Kranken, die in meinem Auftrag erfolgt, wird sich die Gemeinnützige Kranken-Transport GmbH. in Berlin, bzw. deren Transportleiter mit Ihnen ins Benehmen setzen. Der Transport ist von der Abgabestelle vorzubereiten. Falls die Anstalt über kein Bahnanschlußgleis verfügt, ist der Transport der Kranken bis zur nächsten Bahnstation von der Anstalt durchzuführen. Unruhige Kranke sind mit den entsprechenden Mitteln für einen mehrstündigen Transport vorzubehandeln. Die Kranken sind, soweit möglich, in eigener Wäsche und Kleidung zu übergeben. Das gesamte Privateigentum ist in ordentlicher Verpackung mitzugeben. Soweit keine Privatkleidung vorhanden ist, stellt die Abgabestelle Wäsche und Kleidung leihweise zur Verfügung. Die Krankenpersonalakten und Krankengeschichten sind dem Transportleiter auszuhändigen. Die Kostenträger sind von der Abgabestelle davon in Kenntnis zu setzen, daß weitere Zahlungen über den Tag der Verlegung hinaus solange einzustellen sind, bis sie von der Aufnahmeanstalt angefordert werden. Bei gerichtlich Eingewiesenen hat diese Verständigung an die Strafvollstreckungsbehörde unter Angabe des Aktenzeichens zu erfolgen. Die Benachrichtigung der Angehörigen von der Verlegung. erfolgt unverzüglich durch die Aufnahmeanstalt. Sollte in der Zwischenzeit ein Angehöriger bei der Abgabeanstalt anfragen, so antwortet ihm diese, falls ihr der Name der Aufnahmeanstalt noch nicht bekannt sein sollte, der Kranke sei im Auftrag des zuständigen Reichsverteidigungskommissars verlegt worden. Die neue Anstalt werde sich übrigens bald mit den Angehörigen in Verbindung setzen.‘
Drei weitere, völlig gleiche Befehle an die Anstalt Eglfing-Haar enthält das Dokumentenbuch. Betroffen sind vom Okt. 1940 bis Jan. 1941 440 Patienten. Die Namenlisten und die ‚Empfangsbestätigungen‘ des Beauftragten der ‚Gemeinnützigen Krankentransport GmbH.‘ befinden sich ebenfalls unter den Dokumenten.
In einer Zeugenaussage (Prot. S. 1841) gab der ehemalige Oberarzt der ‚Beobachtungsstation‘ Eichberg an, daß ihm sein Chef, Dr. Mennecke, gesagt habe, die jeweils am sehr frühen Morgen durch die Omnibusse der ‚Gem. Krankentransport Gesellschaft‘ nach Hadamar abgeholten Patienten wären bereits am Abend des gleichen Tages tot.
Nach erfolgter ‚Verlegung‘ erhielten die Anstalten zumeist kurze Zeit später ein Schreiben wie das folgende: (Doc. 1696 PS)
‚ich beehre mich mitzuteilen, daß die am 8.1,1.1940 aus Ihrer Anstalt verlegten weiblichen Pfleglinge alle im Nov. v.J. in den Anstalten Grafeneck, Bemburg, Sonnenstein und Hartheim gestorben sind.“ (Mitscherlich/Mielke, Medizin ohne Menschlichkeit, S. 194f)
Endlösung Haar

Am 4. September 1940 erging folgender Erlaß des Bayrischen Innenministeriums:

„Der Reichsminister des lnnern hat mit Erlaß vom 30.8.1940 Nr. IV g 66621405106 angeordnet daß die Juden in einer Anstalt untergebracht werden. Zur Durchführung dieses Erlasses ordne ich an, daß alte Juden am 14.9.1940 in die Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar bei München zu verbringen sind. Für diese Maßnahmen kommen nur Volljuden deutscher oder polnischer Staatsangehörigkeit sowie staatenlose Volljuden in Frage. Juden anderer Staatsangehörigkeit (auch Protektoratsangehörige) sind ebenso wie Mischling 1. und 2. Grades in diese Aktion nicht einzubeziehen … “
Schon Monate vorher waren in Brandenburg bei Berlin die zuvor in der Heit- und Pflegeanstalt Buch bei Berlin zusammengezogenen jüdischen Insassen ermordet worden. Ein Bericht aus Eglfing-Haar macht deutlich, daß hier derselbe Zweck verfolgt wurde:

„… als im September 1940 hundertsechzig Juden allein und in Gruppen eintrafen, wurden sie in zwei Häusern der Anstalt (Eglfing-Haar) lediglich nach Geschlechtern getrennt, ohne Rücksicht auf ihren Zustand Erregte, Stumpfe, Sieche, lmbezille und intellektuell Normale – zusammengepfercht … (es) waren viele ältere Herren darunter, ein Stadtrat aus dem Rheinland, Kaufleute, ein Rechtsanwalt, ein Bekannter von Thomas Mann. . . geistig hat man sich sehr gut mit ihnen unterhalten können . . . und es waren gebrechliche Damen darunter, die gefahren werden mußten … Näheres wußte niemand. Ein tückenloses Namensverzeichnis wurde nicht aufgestellt …“
In Haar wurden die jüdischen schwachsinnigen Menschen gezwungen, vor der Kamera zu gestikulieren und sich als Abschaum der Menschheit „für wissenschaftliche Zwecke“ filmen zu lassen. Am 20. September 1940 wurden alle jüdischen Anstaltsinsassen in die „Reichsanstalt“ Cholm, Post Lublin, Polen-Generalgouvernement abtransportiert. Von „Cholm, Post Lublin“ wurden kurze Zeit darauf Kostenrechnungen für „verstorbene“ jüdische Geisteskranke verschickt. Das Standesamt „Cholm, Post Lublin“ war schon vorher in Aktion getreten: Von dort waren die Sterbeurkunden der in Brandenburg getöteten Juden verschickt worden, und es befand sich keineswegs in Cholm, sondern in der Berliner Zentrale, die Cholm, Post Lublin, als Deckadresse benutzte und sogar einen Briefkurierdienst dorthin unterhielt, damit die Briefe richtig abgestempelt wurden.

In der Lubliner Adresse wird der Zusammenhang mit den Judenmorden im Sinne der Endlösung augenfällig: Wurden doch in Lublin die Gaskammern neu aufgebaut, die aus den Vernichtungsanstalten für Geisteskranke stammten, und die aufgrund der Proteste der Bevölkerung und kirchlicher Kreise ab 1941 nicht mehr in Deutschland verwendet werden konnten. So entstanden in Lublin 1942 und 1943 drei Vernichtungslager (Treblinka, Sobibor und Belzec), in denen 1,5 Millionen Juden vergast wurden.

Sühne

„Die in der bayerischen Anstalt Eglfing-Haar begangenen Morde wurden an drei langjährigen Anstaftspflegerinnen von der 3. Strafkammer des Landgerichts München 1 am 24. Juli 1948 ‚als Beihilfe zum Totschlag‘ mit einer Gefängnisstrafe von je zwei Jahren sechs Monate Gefängnis geahndet.

Dr. Pfannmüller, der Leiter der Anstalt, wurde 1949 zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, auf diese Strafe wurde die seit 1945 erlittene Internierungs- und Untersuchungshaft angerechnet.“

Rainer Michler, Gabi Forcht

Literatur

(Zitate“ soweit nicht angegeben, aus: Kaul 1979)

Friedrich Karl Kaul, Die Psychiatrie im Strudel der ‚Euthanasie‘, EVA Köln, 1979.

Till Bastlan, Von der Eugenik zur Euthanasie, Verlagsgemeinschaft Erl 1981.

Mitscherlich/Mielke, Medizin ohne Menschlichkeit, Frankfurt M., 1978.

Bezirk Oberbayern (Hrsg.), Das Nervenkrankenhaus Haar bei München 1905-1955.

Bezirkskrankenhaus Haar (Hrsg.), 75 Jahre Bezirkskrankenhaus Haar 1905-1980.
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Haar bei München

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wenn Frauen nicht mehr „gebraucht“ werden . . .

von Igelin @ 2012-07-16 – 21:20:27

Krankheit als Regel
Wohnungslose Frauen sind häufig schwer traumatisiert. Ein Berliner Projekt
bietet Hilfe ohne Hürden
Elisa Brinai und Peter Steiniger

Sie machen sich unsichtbar. Die verwahrloste Frau mit den zwei Plastetüten
ist die Ausnahme. Denn in der Regel »machen weibliche Obdachlose nicht
Platte«, wie das Leben auf der Straße auch genannt wird, berichtet Rebecca
Aust, Leiterin der Einrichtung »FrauenbeDacht« im Berliner Stadtteil
Wedding.

»FrauenbeDacht« arbeitet eng mit den Sozialämtern zusammen, die für alle
Maßnahmen der Unterbringung obdachloser Hartz-IV-Bezieher zuständig sind.
Im Jahr 2010 wurden in Berlin 4160 Frauen in höherschwelligen Einrichtungen
fest betreut. Typisch für Frauen ist eine »verdeckte Wohnungslosigkeit«.
Das steht für Notlösungen wie das Unterkommen bei Verwandten und Bekannten
– letzteres nicht selten mit Gewalt wie auch sexuellen »Gegenleistungen«
verbunden.

Das speziell Frauen vorbehaltene Wohnheim im Gartenhaus eines typischen
Berliner Altbaus in der Weddinger Bornemannstraße verfügt derzeit über
vierzig Einzel- sowie ein Kinderzimmer. Auf jeder der vier Etagen gibt es
eine Gemeinschaftsküche. Eine Bewohnerin gestattet einen Blick in ihren
gerade neu bezogenen Raum. Die Einrichtung ist einfach: Bett, Tisch und
Stühle, ein geräumiger Schrank. Dazu, so ist es vorgeschrieben, ein eigener
Kühlschrank und ein feuerfester Papierkorb. Die schlanke, fahrig wirkende
Dame mit den kurzen grauen Haaren ist sichtbar froh über ihr neues Zuhause.
Hier fühle sie sich geschützt. Das Fenster hat sie mit Stoff verhängt. So
könne sie niemand beobachten, meint sie. Vor allem nicht Männer …

Während eine fehlende Bleibe, Armut und soziale Isolation bereits an sich
traumatische Erfahrungen darstellen, sind weibliche Wohnungslose zusätzlich
fast durchgehend Extremerfahrungen wie Mißbrauch und Vergewaltigung,
Bedrohungen und Demütigungen ausgesetzt. Nicht selten über die gesamte
Lebensspanne. »Es fällt diesen Frauen besonders schwer, Vertrauen zu fassen
und ihre Scham zu überwinden«, unterstreicht Rebecca Aust. Zu den Ursachen
für eine seit Jahren zu beobachtende Zunahme psychischer Krankheit unter
Wohnungslosen zählen der Bettenabbau psychiatrischer Krankenhäuser,
Jobverlust und eine Verschärfung sozialer Notlagen. Solche – Mietschulden
etwa oder ungesicherte, unwürdige Wohnverhältnisse – speisen die Klientel
des Frauenwohnhauses Wiener Straße der Caritas in Kreuzberg. Auch in dieser
Gruppe sind Gewalterfahrungen und ihre Folgen verbreitet, weiß
Mitarbeiterin Hella Korn zu berichten.

Fast durchgängig psychisch auffällig sind die Bewohnerinnen, welche
»FrauenbeDacht« durch die Bezirksämter zugewiesen werden. Von dort oder den
Jobcentern kommt auch das Geld. Der – knapp bemessene – feste Kostensatz
liegt derzeit bei 27,90 Euro pro Tag und Platz. Das Personal, neben
Leiterin Aust drei weitere Sozialpädagoginnen und die Frauen der
Nachtbereitschaft, ist durchgehend weiblich. Die Hausordnung gestattet
weder Männerbesuche noch gemeinsamen Alkoholgenuß. Im Durchschnitt leben
die Klientinnen zehn Monate in der Einrichtung, bis ihnen »geeignete
Anschlußhilfen« vermittelt werden können. Meist sind das Wohnungen von
sozialen Trägern, Therapieplätze oder stationäre Aufenthalte in Kliniken.
Nur im Idealfall ist es die eigene Wohnung. Für finanziell schwache Mieter,
aber auch die Träger, wird es immer schwieriger, in Berlin noch an
günstigen Wohnraum zu kommen.

Psychosen, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen – besonders
Verfolgungsängste – seien typische Krankheitsbilder, zählt Britta Köppen
auf, seit Oktober 2009 als Inhouse-Psychologin bei »FrauenBedacht« tätig.
Sie bietet den Frauen – niedrigschwellig, vor Ort und ohne lange
Wartezeiten – Beratung, Krisenintervention und Weitervermittlung in
geeignete Therapien. Ihre befristete Stelle füllt eine Lücke im
Hilfesystem. Ab Oktober reißt diese wieder auf. Denn ob und wann eine
solche Hilfe von der Ausnahme zur Regelleistung wird, ist politisch noch
nicht entschieden.
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Frauen in Not

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Die Massendroge „Ritalin“

von Igelin @ 2012-07-15 – 19:24:22

ttp://www.mmnews.de/index.php/i-news/9623-ritalin-die-massendroge
03.03.2012
Ritalin – die Massendroge

Weil der Stress im System schon bei Kindern zunimmt, greifen immer mehr Menschen zu Ritalin. Bei Studenten gilt die Droge als Wundermittel für gute Noten. Ritalin ist längst zu einer Volksdroge geworden: Sie formt erfolgreich einsetzbare, emotional ver-armte und jederzeit zuschaltbare „Arbeitsbienen“ mit unvollständiger Persönlichkeits-entwicklung. von Rolf Ehlers

Zwei Gruppen von Verbrauchern bescheren dem Pharmakonzern Novartis, der mit der alten Schweizer Firma Ciba auch die Rechte an dem dort entdeckten Altmedikament Ritalin® über-nahm, Jahr für Jahr wachsende Gewinne. Als Ciba 2008 auf die BASF überging, blieb der Gewinn-bringer Ritalin bei Novartis.
Konsumenten sind zum einen die Kinder mit schweren Konzentrationsmängeln. Die Medizin spricht von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADS-/ADHS).
Schon ein einziges konzentrationsunfähiges und hyperaktives Kind kann die Lehr- und Lernbemü-hungen von Lehrern und Schülern einer ganzen Klasse zur Farce werden lassen. Der Druck von au-ßen auf das Kind und seine Eltern, das tatsächlich ruhig stellende Ritalin zum Einsatz zu bringen, ist daher verständlicherweise sehr stark.
Es wurde schon von Fällen berichtet, dass Eltern, die den Einsatz dieses Medikaments ablehnten, wegen Uneinsichtigkeit mit der Entziehung des Sorgerechts gedroht wurde. Von Gymnasien in Süd-deutschland hört man aus Schülerkreisen, dass annähernd jedes zweite Kind immer wieder mal die-se Pille einwirft. Denn die Schüler haben mitbekommen, dass sie damit nicht nur ruhig und konzen-triert arbeiten können, sondern dass sie den schulischen Anforderungen viel besser gerecht werden. Die Noten werden besser, es ist auf einmal kein Problem mehr, das Klassenziel zu erreichen.
Kann man den Eltern und Lehrern verdenken, dass sie auf diese Weise ihren Kindern aus ihrer Un-fähigkeit zum konsequenten Arbeiten heraushelfen?
Man hat indes festgestellt, dass das ADS-/ADHS – Syndrom, anders als früher geglaubt, nicht in al-len Fällen mit dem Erreichen des Erwachsenenalters verschwindet. Daher schlucken heute auch im-mer mehr Erwachsene diese Pillen.
Besonders Studenten und stark gestresste Arbeitnehmer in gehobenen Positionen nutzen täglich die-se Hilfe. Wie durch ein Wunder entfällt nach dem Einwerfen der Pille schlagartig jede innere und äußere Störung beim Lernen und bei der Arbeit. Konnte einen sonst jeder Nebengedanke, jedes Ge-räusch, selbst eine vorbeifliegende Stubenfliege oder eine entfernte leise Musik von der vor einem liegenden Aufgabe ablenken, sitzt man plötzlich wie unter einer Schutzglocke, die jede Störung aus-filtert.
Besonders in der Vorbereitung auf das Examen und im Examen selbst bringt das den Nutzern des Stoffes objektiv gesehen große Vorteile. Es wird viel darüber gerätselt, ob es fair ist, mit einer sol-chen Psychodroge „seine Karten zu verbessern“. Vor vierzig Jahren gab es dieselben Fragen, wenn Studenten laufend Katovit ®zur Belebung und Valium® zur Dämpfung ihrer Befindlichkeit einnah-men.
Je stärker ein Studium übrigens verschult ist, wie etwa bei der Betriebswirtschaftslehre und der Me-dizin, desto häufiger erledigen die Studenten das schlichte „Pauken“ unter dem Einfluss der Pillen. Bestimmt können sich auch Studenten der Rechtswissenschaft den von ihren Repetitoren blendend vorbereiteten kompletten Examensstoff in Rekordzeit einverleiben.
Die biochemische Grundlage ist ein Amphetamin
1944 probierte die Ehefrau Margriet (Spitzname „Rita“) des Ciba-Mitarbeiters Leandro Panazzon am eigenen Leibe das von ihm erstmals synthetisierte Amphetamin Methylphenidat, einen engen Verwandten des Kokains, aus. Ihre Beobachtung, dass sie unter dem Einfluss dieser Chemikalie viel besser Tennis spielte, zeigte bereits deren psychogene Hauptwirkung , quasi selbsttätig die volle Konzentration einer übernommenen Aufgabe widmen zu können ohne sich um mögliche Ablenkun-gen scheren zu müssen.
Man weiß zwar noch nicht ganz sicher, woher die Störung der Konzentration und die Übererregbar-keit, die man heute unter dem Begriff ADS-/ADHS zusammenfasst, her kommt.
Die Gründe für die Wirksamkeit von Methylphenidat aber sind bekannt. Wie Kokain und die ganze Klasse der Amphetamine arbeitet auch Methylphenidat am Rezeptor des sog. Glücksbotenstoffes Dopamin. Der Ablauf der Dinge ist bei der Einnahme von Kokain etwas anders, die Wirkungen sind aber in Teilen ähnlich. Kokain setzt an am Schlüssel- und Modulationshormon Serotonin, das als Impuls- und Suchtkontrollhormon der Ausschüttung des euphorisierenden Glückshormons Dopa-min vorgeschaltet ist. Kokain sorgt dafür, dass praktisch alles zerebral verfügbare Serotonin auf ei-nen Sitz ausgeschüttet wird. Das sorgt dann für eine mächtige dopaminerge Reaktion mit großer Eu-phorie und lebendigen Machtvorstellungen.
Das Glück hält aber nicht lang. Lässt die Dopaminwirkung nach, führt die Depletion mit dem Wohl-fühlhormon Serotonin zum radikalen Absturz mit Verstimmung, Depressionen und Ängsten.
Methylphenidat wirkt nicht auf das serotonerge System oder verstärkt daher nicht, wie auf körperei-gene Weise unverzichtbar, über Serotonin die dopaminerge Reaktion. Es ist vielmehr ein sog. Wie-deraufnahmehemmer, der auch nicht auf eine vermehrte Ausschüttung von Dopamin setzt.
Es sorgt vielmehr dafür, dass das einmal an der dopaminergen Informationsübergabe von Nerven-zelle zu Nervenzelle am Synaptischen Spalt an den Rezeptoren auf Empfängerseite tätig gewordene Dopamin einfach am biochemischen Abbau oder der Rückgabe an die Axone der abgebenden Ner-venzelle gehindert wird.
Dort kann und muss es dann seine Botschaft wieder und wieder abgeben. Auch diese sekundäre Do-paminwirkung schafft eine Hebung des Selbstbewusstseins. Mitschüler wissen immer genau, wann einer von ihnen Ritalin nimmt und auch, wann er gerade wieder eine Pille eingeworfen hat. Dann nämlich ist er aggressiv und unwirsch. Prüfer in Examina haben ebenfalls ein Gespür für diese Din-ge entwickelt. Wenn ein Proband ein wenig wie „unter Strom steht“, überschätzt er sich auch leicht und wird im Bewusstsein seiner Überlegenheit leicht vorlaut. Aber verboten ist die Einnahme der Psychodroge nicht, der Prüfer behält daher seine Eindrücke für sich. Gegen diese Art von Doping gibt es noch keine Verbote. Befürworter verweisen darauf, dass Kaffee und Tee ja auch psychogene Wirkungen haben. Aber solch umfassende Wirkungen doch nicht!
Besondere Nebenwirkungen
Wenn entgegen den von der Natur entwickelten hormonellen Abläufen ein Botenstoff nach Abgabe seiner Botschaft im Dendriten der aufnehmenden Nervenzelle die Dopaminsequenzen diese Bot-schaft immer und immer wieder abgeben muss, drohen ernste Gefahren für die empfindlichen Über-tragungswege. Bei „Pschyrembel“ kann man schon seit langer Zeit nachlesen, dass dabei die Gefahr besteht, dass die Informationen sich verändern.
Es droht danach aber auch die Gefahr einer Überreizung der Rezeptoren mit sogar letalen Folgen. Wenn dann wirklich mal ein Todesfall eintritt, wird der Wiederaufnahmehemmer ganz gewiss nicht auf dem Totenschein stehen. Wer seziert denn die Rezeptoren und legt sie unter das Elektronenmi-kroskop?!
Auf den Waschzetteln der Medikamente, die Methylphenidat enthalten, also neben Ritalin® im deutschsprachigen Raum auch Concerta®, Medikinet® und Equasym®, finden sich Hinweise auf eine große Zahl nachteiliger Nebenwirkungen wie Wachstumsstörungen, Appetithemmung, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen Verdauungsstörungen, Herz- und Kreislaufprobleme, Ver-stimmungen und Suizidalität, um nur einige zu nennen.
Die größten Häufigkeiten sollen aber nur bei 1:10 liegen. Es wird daher viele Nutzer von Methyl-phenidat geben, die ihre Konzentrationsschwäche mit dem Medikament überwinden und kaum un-ter den genannten Nebenwirkungen leiden.
Eine stoffliche Abhängigkeit im Sinne einer Sucht wie beim verwandten Kokain hat man glückli-cherweise nicht festgestellt. Wohl aber kann eine psychische Abhängigkeit dadurch entstehen, dass es so bequem ist, sich immer wieder durch das Schlucken einer Pille den Anforderungen des Lebens gewachsen zeigen zu können. So kann die Einnahme zum Dauerzustand werden. Fatale unbeachtete psychische Wirkungen
Stellen Sie sich ein Kind vor, das nach Auffälligwerden etwa im 7. Lebensjahr die ganze Schulzeit hindurch und dann auch im Studium ständig den Weg über Ritalin geht, um erfolgreich lernen und arbeiten zu können. Zwei kleine Pillen am Tag, zudem mit Retardwirkung, befreien den Menschen von der Anstrengung, sich gegen alle Zerstreuungen durchzusetzen und eine konzentrierte Arbeit leisten zu können. Wer sich ständig darauf verlassen kann, dass er durch das Medikament die rich-tige Einstellung zur Arbeit geschenkt bekommt, lernt es nicht, sich diese Fähigkeit zur Selbstbe-stimmung zu erarbeiten.
Heraus kommen erfolgreich einsetzbare und jederzeit zuschaltbare „Arbeitsbienen“ mit un-vollständiger Persönlichkeitsentwicklung.
Das Ausblenden der nicht zum unmittelbaren Arbeitsthema gehörenden Umstände führt zudem zu einem beklagenswerten Verlust der Kreativität.
In der Literatur zu den Folgen des Nikotins, das ja ebenso ein Amphetamin mit der Freisetzung von Serotonin und damit ausgelöster Verstärkung der dopaminergen Reaktion ist, wurden schon vor mehr als 20 Jahren eindrucksvolle Studien beschrieben, die den Mechanismus der Konzentration und Ausblendung deutlich gemacht haben. Rauchern wie Nichtrauchern wurde gesagt, sie sollten sich merken, wenn auf einer bis dahin dunklen Leinwand bestimmte genau genannte Gegenstände gezeigt wurden. Die Raucher schnitten dabei sehr viel besser ab als die Nichtraucher.
Wenn dann aber überraschend nach den anderen, nicht vorher genannten weiteren gezeigten Bildern gefragt wurde, konnten die Raucher kaum eines benennen und die Nichtraucher eine große Zahl von ihnen.
Kein Zweifel, dass die Ritalinnutzer es bei einem vergleichbaren Experiment den Rauchern gleich tun werden!
Wer aber nur hoch fokussiert an vorgefassten Themen arbeitet und die Welt außerhalb seiner engen Pflichten nicht wahrnimmt, wird die Welt nicht in ihren Gesamtzusammenhängen be-greifen. „Heureka“- Erkenntnisse wird man von diesen Auftragsabarbeitern nicht erwarten können!
Sehr bedauerlich schließlich ist die emotionale Verarmung der regelmäßigen Konsumenten von Me-tylphenidat. Schon unter dem Einfluss der Droge sind sie auffallend widerborstig und intolerant. Das verstärkt sich mit dem Absetzen. Diese Wirkung sollte damit zu tun haben, dass dieses Medika-ment nicht auf dem natürlichen Wege der Ausschüttung von Serotonin zur Lockung von Dopamin die Konzentration fördert. Mit seinem schönsten Namen wird der vielseitige Botenstoff Serotonin auch das „Sozialhormon“ genannt.
Empathie und Toleranz werden nämlich von der Verteilung von Serotonin auf seinen weiten Wegen in alle Hirnregionen begleitet. Soweit ich sehe, ist Serotonin die einzige materielle Substanz im menschlichen Körper, die man mit dem Gedanken des Altruismus in Verbindung bringen kann.
Ähnliches, wenn auch auf bestimmte Partner begrenzt, findet sich nur beim Bindungshormon Oxy-tocitin, das die Fixierung von Mutter und Kind und von Mann und Weib aufeinander begleitet.
Die unter Methylphenidat stehenden Studenten hat man dagegen als „Zombies“ bezeichnet, die nur maschinengleich und ohne Phantasie lernen. Besonders nette Menschen sind sie jedenfalls nicht. Alternativen sind Serotonin und die Bekämpfung von nitrosativem Stress
Ein Mangel an Serotonin scheint in der Entstehung von ADS-/ADHS, wie auch bei seiner Bekäm-pfung eine wichtige Rolle zu spielen. Wenn die Weichen für eine stets ausreichende Versorgung mit dem Botenstoff Serotonin gestellt sind, gestattet sich unser zerebrales Hormonsystem eine Intensi-vierung der Redaktion des aktivierenden Glückshormons Dopamin. Dies macht ein konzentriertes Arbeiten auch ohne Abschaltung des Rests der Welt durch Medikamente überflüssig. Wie der zen-tralnervöse Serotoninlevel indes auf einfache körpereigene Weise durch den Verzehr von ein wenig nativer, d.h. gut vorbereiteter roher Pflanzenkost erhöht wird, habe ich mit meiner Entdeckung des von mir so genannten Aminas-Prinzips gezeigt, worüber ich schon früher berichtet habe.
Viel spricht dafür, dass weitere wesentliche Gründe für die Entstehung von ADS-/ADHS mitochon-driale Fehlversorgungen (nitrosativer Stress) sind, deren Schäden mit hohen Gaben von den bis da-hin nicht angekommenen Mikronährstoffen erfolgreich bekämpft werden können.
Die Mitochondrien, die Trillionen Verbrennungskammern in unseren Billionen von Körperzellen, die Produzenten unserer Körperenergie ATP, sind eine empfindliche Achillesferse des menschli-chen biologischen Systems. Wenn wir sie nicht richtig verstehen und unsere Systeme nicht richtig bedienen, stehen wir bald vor einer Fülle zwangsläufig auftretender Störungen, zu denen nach mei-ner festen Überzeugung die meisten der psychischen und mentalen Störungen gehören.
Was nicht an Schäden durch Fehlversorgung aufkommt, entsteht umso leichter durch schädliche Einflüsse von außen. Dabei spielen psychische Stressoren sicherlich eine bedeutende Rolle. Hinzu kommen aber insbesondere Schädigungen durch Körpergifte wie insbesondere die Schwermetalle. Vorreiter für diese neue funktionale Medizin, einen Ableger der mitochondrialen Medizin, ist Dr. Klaus-Jürgen Runow aus Wolfhagen („Wenn Gifte auf die Nerven gehen“).
In Hampton, England, wirkt Dr. Jonathan Tommey in eigener Klinik sehr erfolgreich bei allen psy-chischen Störungen, selbst dem angeblich nicht heilbaren Autismus. Gleiches tun Dr. Natasha Campbell-McBride in Cambridge, England, und Dr. Magdalena Cubala-Kucharska in Piaseczno, Polen. In Deutschland arbeitet mit gleichem Erfolg Dr. Gahlen in Oberhausen.
Ritalin®, so gezielt wirksam diese Droge auch ist, laboriert letztlich nur an den Symptomen der Störungen.
Vor der Notwendigkeit, die einmal eingetretenen psychischen Störungen oder ihrer Symptome be-kämpfen zu müssen, muss das Bemühen stehen, die Menschen von klein an konsequent an eine neue Ernährung heran zuführen, die ihnen zuverlässig alle gerade für die komplizierten Abläufe in den Mitochondrien erforderlichen Mikronährstoffe zur Verfügung zu stellen.
Dies setzt unverzichtbar eine kluge Nutzung des großen inneren Wertes roher enzymreicher Pflan-zenkost voraus, worüber ich auch bereits früher berichtet habe. Dazu kommt, dass wir nicht weiter den großen Gefahren ausgesetzt werden dürfen, die altbekannte (Asbest, Blei, Quecksilber, Alumi-nium) und immer wieder neue Stoffe (Medikamente, Bisphenol A) in unserer Umgebung, die uns körperfremd sind.
KOMMENTARE

# 269Pharmazirkus10. Juli 2012 – 21:40

Zumeist fallen Kinder mit diesen Symptomen auf. Allerdings gibt es auch Erwachsene, die an den gleichen Symptomen leiden. Der Grund hierfür ist relativ leicht erklärt. Diese Menschen haben sich einer Impfung unterzogen. Eine ADS/AHDS Störung ist nichts anderes als ein Impfschaden. Den Nachweis im Einzelnen zu führen ist leider sehr schwierig. Zuerst wird geimpft, dann wird Ritalin verschrieben und später haben diese Menschen Alzheimer.

Ein kluges Konzept. Krankheiten werden nunmehr schon gezielt im Kindesalter provoziert. Ältere Menschen, die plötzlich Ritalin nehmen wurden mit ziemlicher Sicherheit auch in späteren Jahren noch des Öfteren geimpft. Vermutlich gegen Grippe. Grotesk eigentlich, dass so wenige Menschen darüber nachdenken. Spätestens bei der Vogelgrippehysterie oder der Schweinegrippepleite hätte eigentlich jeder merken müssen, dass hier etwas nicht stimmen kann. Die, die an den besagten Grip-peviren gestorben sind, waren dann dummerweise auch noch die, die geimpft wurden.

Das Konzept der Pharmaindustrie funktioniert aber leider. Genau so, wie man uns die Klimalüge als wahr verkauft und auch einreden will, dass wir unbedingt an einem Geldsystem festhalten müssen, das einen Umverteilungsprozess von Fleissig auf Reich unterstützt.

Aber leider stimmt es auch, dass Eltern die Kinder entzogen werden, wenn man impfen nicht zulas-sen möchte. Auch dann, wenn man die Gabe von Ritalin verweigert, läuft man Gefahr, dass einem das Gleiche passiert. Ein gewollter Kreislauf.

Die Politik unterstützt diesen ganzen Wahnsinn leider. Das wiederum liegt daran, dass es nur zwei Arten von Politkern gibt. Dumme Politiker und korrupte Politiker!

# 257Adhs, eine Erfindung des Klassenfee – 5. April 2012 – 23:41

Diese Krankheit hat es im sozialistischen Werteverbund nie gegeben! Es ist vom Klassenfeind den USA und den imperialistischen und faschistischen Provokateuren erfunden worden!

Kein DDR-Bürger hatte jemals die Absicht gehabt an ADS-/ADHS zu erkranken, nun sehen wir wohin das imperialistische und faschistische System führt. Zahlreiche Kinder und Jugendlichen müssen mit Ritalin gefügig gemacht werden, weil die imperialistisch – faschistische Erziehung kei-ne Werte vermitteln kann!

Einen kleinen Finger kann mann brechen, eine Faust nicht! Zitat von Ernst Thälmann. Erhebt euch gegen eure Unterdrücker, Proletarier aller Länder vereinigt euch!

Wehret den Anfängen, wehret dem Ritalin! Bereits1933 ist unser Volk, unser Vaterland, von imperi-alistischen, faschistischen Verbrechern umnebelt worden! Das darf NIE WIEDER geschehen!

# 260ADHS in der DDR – 7. April 2012 – 12:18

Gewisse Leute biegen sich die Geschichte gern so zurecht wie es ihnen genehm erscheint. Tat-sächlich wurde in der DDR bezüglich hyperkinetischen Störungen geforscht auch durchaus mit dem Einsatz von Methylphenidat und Amphetaminen.

Aber auch der Einsatz von Psychopharmakern war nicht unüblich. Wie mit den „Probanden“ aller-dings umgegangen wurde, ist eine andere Geschichte, das Gesundheitswesen der DDR hatte da eine nicht zu unterschätzende Macht und war sogar den staatlichen Organen wie Justiz übergeordnet.

Für eine Einweisung in die geschlossene Psychiatrie brauchte es keinen richterlichen Beschluss. Andererseits muss man natürlich auch sehen, dass die medizinischen Forschungen der DDR sehr große Fortschritte erzielten, auf welche man gerne zugriff.

Das sich die DDR also der Pharmaindustrie oder Störungen verschloss ist blanker Unsinn, dies war eher im 3. Reich der Fall.

# 251Berthold 3. April 2012 – 09:17

Die Krankheit heißt ADHS, mit dem Mittel Ritalin setzen der Pharmariese Novartis und andere seit Jahrzehnten Milliarden um, der genannte US-Nervenarzt trug den Namen Leon Eisenberg. Doch die Wahrheit kommt immer ans Licht, auch wenn es manchmal etwas länger dauert:

Kurz vor seinem Tod 2009 offenbarte der 87-jährige den Schwindel: Niemals hätte er gedacht, dass seine Erfindung einmal derart populär würde, sagte er in einem Bericht. »ADHS ist ein Paradebeispiel für eine fabrizierte Erkrankung«!

Eine fabrizierte Krankheit. Das belegt auch eine aktuelle Meldung vom vergangenen Wochenende: Angesichts dramatisch gestiegener Zahlen von ADHS- Diagnosen (zwischen 1989 und 2001 um das 400-fache) sind sich die Forscher jetzt nahezu einig:

ADHS wird meist zu schnell zum Damoklesschwert für lebhafte Kinder erhoben, Jungen geraten weitaus häufiger in die Falle. Dem Pharma-Kartell dürfte das alles nur recht sein. Diese »fabrizierte Erkrankung« ist inzwischen weltweit als psychische Erkrankung manifestiert. Siehe auch:

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman/ritalin-wie-die-pharmaindustrie-unsere-kinder-vorsaetzlich-zerstoert.html

Auch der Spiegel schrieb es: Der „Erfinder“ der Krankheit bestätigt das ADHS eine erfundene Krankheit ist.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-83865282.html 06.02.2012

Schwermut ohne Scham
von Blech, Jörg
In Deutschland steigt die Zahl der Diagnosen seelischer Krankheiten. Viele Menschen fühlen sich überfordert. Doch während die einen unter Depressionen leiden, sind die anderen nur ge-stresst. Wo verläuft die Grenze zwischen krank und gesund?
Die Reise stromabwärts setzte sich Morgen für Morgen um fünf Uhr fort. Die 43-jährige Frau sprang aus dem Bett, machte die Wäsche, deckte den Frühstückstisch, brachte die zwei kleinen Töchter zur Schule und ging ins Büro. Als Volljuristin leitete sie eine städtische Behörde, die sie aus Kostengründen mit einer anderen fusionieren sollte. Ihre Energie verschwand in dem Job wie in ei-nem schwarzen Loch.
Abends kam sie mit Akten unterm Arm nach Hause, schrieb noch E-Mails an den Schulelternbeirat, bügelte eine Bluse für den nächsten Tag, ehe sie sich um zwei Uhr nachts schlafen legte. Ihren Mann, der in dieser Phase arbeitslos geworden war, versuchte sie aufzubauen.
Ein Jahr lang sei das so gegangen. „Ich wusste genau, das ist eine Fahrt auf einem reißenden Strom“, erzählt die Juristin. „Ich fragte mich nur, wie es ist, wenn der Absturz kommt.“
An Allerheiligen im vorvergangenen Jahr erlebte sie es. Die Juristin verstand die Bedienung der Waschmaschine nicht mehr – und sank weinend zusammen.
Ihr Hausarzt rief Klaus Lieb an, den Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uni-versitätsmedizin Mainz. Er werde eine Patientin mit Burnout überweisen. „Ich fand das sogar noch schick“, sagt die Juristin. “ Weil Burnout ja etwas Positives ist, gesellschaftlich anerkannt: Du hast dich zu Tode gearbeitet, also musst du keine Schuldgefühle haben.“
Klaus Lieb, 46, ein bedächtiger Schwabe, redete lange mit ihr. Dann war ihm klar, woran die Juri-stin erkrankt war: an einer schweren Depression.
Die Patientin bekam sofort Medikamente und eine Psychotherapie. Bald ging es ihr viel besser, dann erlitt sie einen Rückfall. Klaus Lieb hat die Juristin deshalb im Oktober in seine Klinik einge-wiesen. Jetzt töpfert sie tagsüber, malt Stillleben und macht Therapien, abends schläft sie in einem Zweibettzimmer mit grün-weißen Wänden. „Hierherzukommen, das war mir total unheimlich“, sagt sie. „Ich habe gedacht: Das willst du nicht, das bist du nicht, da gehörst du nicht dazu.“
Psychiatern ist die Geschichte vertraut: Menschen kommen mit Verdacht auf Burnout in ihre Praxis – und dort zeigt sich, dass sie unter einer Depression leiden.
Der Immobilienmakler Javier Sayes Gomez, 37, etwa sah im Fernsehen einen Bericht über Patien-ten mit Burnout und dachte: Mensch, das bin ja ich!
Diese eskalierende Anforderung im Job, die irgendwann in tiefer Erschöpfung mündet; diese An-triebslosigkeit, die das Einkaufen im Supermarkt zum Kraftakt macht; dieses Gefühl, von Termin zu Termin hetzen zu müssen.
„Ich wollte immer der Beste sein“, sagt Sayes Gomez, und der rechte Fuß wippt dabei im Takt sei-ner Worte. Der Sohn spanischer Gastarbeiter holte das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nach und studierte Wirtschaftsingenieurwesen in Köln. Nach dem Bachelor jobbte er als Dachdecker, ging für ein Jahr ins Callcenter von Lego in London, wurde Verkäufer von Filteranlagen im Rhein-land, wechselte in die Immobilienbranche nach Berlin und nahm parallel dazu noch ein Zweitstudi-um auf.
„Immer Vollgas“, sagt Sayes Gomez – und kommt auf die andere Seite zu sprechen: die innere Unruhe, das Gefühl, kaputt und nicht glücklich zu sein. Fünf Jahre lang sei das so gegangen, bis er den Burnout-Bericht im Fernsehen sah.
Nach der Sendung begab sich Sayes Gomez zur Behandlung in die Berliner Charité und erfuhr, nach einer eingehenden Untersuchung durch den Psychiater Mazda Adli, 42, dass er sich seine Be-schwerden mitnichten eingebildet hatte. Er hatte eine handfeste Depression.
Dass viele Patienten über den Umweg Burnout den Gang zum Arzt wagen, begrüßen Lieb, Adli und auch Mathias Berger, Direktor der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätskli-nikums Freiburg. „Der Begriff öffnet Schleusen, über psychische Erkrankungen zu reden, ohne sich zu schämen“, sagt Berger, 64. „Das ist schon einmal ein unglaublicher Fortschritt.“
Ähnlich sieht es der Psychiater und Autor Asmus Finzen, 71. „Wenn dadurch das Stigma weg-geht, ist das gut. Ich bin überzeugt davon, dass das Etikett Burnout vielen Menschen mit De-pressionen erstmals erlaubt, Hilfe zu suchen.“
Und auch Ulrich Hegerl, 58, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Leipzig, findet, dass das B-Wort hilft, „die große Bedeutung psychischer Erkrankungen deut-lich zu machen“.
Die neue Offenheit im Umgang mit seelischen Störungen spiegelt sich in den Statistiken wider. So ist die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage durch psychische Erkrankungen in Bayern seit dem Jahr 2000 um fast 54 Prozent gestiegen, meldet die dortige AOK. Neun Prozent aller Ausfalltage gehen inzwischen auf seelische Leiden zurück. Unter den Versicherten der Barmer GEK schält sich der gleiche Trend heraus. Demnach sind psychische Störungen zum häufigsten Grund für Behandlun-gen im Krankenhaus geworden – vor Herzinfarkt, Schlaganfall und Rückenschmerz. Die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung bestätigen es. Psychische Störungen sind zum häufigsten Grund für Erwerbsminderungsrenten geworden: Binnen zehn Jahren ist der Anteil von 24,2 auf 39,3 Prozent gestiegen. Nach einer Anfang Dezember veröffentlichten OECD-Studie leiden in Industriestaaten angeblich sogar 20 Prozent der Arbeitnehmer an psychischen Erkrankungen.
All diese Zahlen beziehen sich zwar auf eine große Gruppe psychischer Leiden, zu denen auch Psy-chosen, Demenz, Suchtkrankheiten, Schizophrenie oder die Aufmerksamkeitsstörung ADHS gehö-ren. Eine Aufschlüsselung der Barmer GEK zeigt jedoch, dass depressive Störungen mit knapp 40 Prozent den Löwenanteil ausmachen. Mehr Deutsche als je zuvor lassen sich im Krankenhaus we-gen Depressionen behandeln – laut Barmer GEK betrug der Zuwachs in den vergangenen zehn Jah–ren 117 Prozent.
Die Ursache dieses dramatischen Anstiegs ist unbekannt. Doch vermutlich haben auch die wachsen-den Anforderungen im Job ihren Anteil daran. Zwar lässt sich das wahre Ausmaß von Stress am Arbeitsplatz nur schwer messen und über die Jahre vergleichen, aber eine Langzeitstudie der Bun-desanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua) in Dortmund deutet darauf hin, dass die Einführung von E-Mail und BlackBerry, die ständige Erreichbarkeit sowie die seit Jahren steigende Arbeitsverdichtung den Menschen aufs Gemüt geschlagen haben.
Alle fünf Jahre befragen Baua-Mitarbeiter 20 000 erwerbstätige Bundesbürger zu ihrem Arbeits-platz und zu gesundheitlichen Beschwerden. Demnach fühlten sich die Arbeitnehmer im Befra-gungszeitraum 2005/06 wesentlich gestresster als fünf Jahre zuvor. Der Anteil jener, die sich im Job „eher überfordert“ fühlten, stieg von 4,6 auf 17,4 Prozent. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, beim Arbeiten ständig gestört und unterbrochen zu werden.
Und auch das Multitasking („verschiedenartige Arbeiten gleichzeitig erledigen“) raubte ihnen zu-nehmend den Nerv: Waren es einst 42 Prozent, die sich dieser Belastung ausgesetzt fühlten, so stieg der Anteil zuletzt auf 59 Prozent.
Nicht nur der Leidensdruck wächst, sondern auch die Bereitschaft, sich damit an einen Arzt zu wen-den. Psychiater Berger hat das Bild eines Eisbergs gezeichnet. An dessen Spitze hat er geschrieben „diagnostizierte Patienten“; an den großen Klumpen unter der Wasseroberfläche: „unerkannte Patienten mit depressiven Störungen“. Gegenwärtig sinke das Wasser gleichsam, so Berger: „Dadurch kommt mehr zum Vorschein, und das ist auch gut so.“
Trotzdem verfolgt Berger mit Sorge, welch ein Eigenleben der Begriff Burnout jetzt entwickelt. Um die Modediagnose herum ist eine eigene Seelenindustrie entstanden. Nicht nur Ärzte und Psycholo-gen, sondern auch Heilpraktiker, Wellness-Hoteliers und Urschrei-Therapeuten spezialisieren sich auf die neue Klientel.
Und all das, obwohl Burnout im medizinischen Sinne gar keine Diagnose ist, sondern allenfalls ein anderes Wort für Depression. Der Volksmund aber interpretiert das völlig anders und versteht da-runter eine scheinbar neue und eigenständige Krankheit, charakterisiert durch pathologische Er-schöpfung im Beruf.
Eine Kostprobe liefert der NAV-Virchow-Bund, der niedergelassene Ärzte in Deutschland vertritt. Ungefähr 80 Prozent der Vertragsärzte, steht in seinem Jahresbericht, wiesen „Teilaspekte eines Burnouts auf“, 5 bis 10 Prozent seien gar vom „Vollbild“ betroffen.
Gemeint waren damit aber nicht etwa Krankheitsfälle, wie eine Nachfrage beim Soziologen Klaus Gebuhr ergibt, der die Passage formuliert hat. „Das ist keineswegs als diagnostisches Statement gemeint“, sagt er. Die befragten Ärzte seien in Wahrheit seelisch gesund. Er habe nur zum Aus-druck bringen wollen, dass sich etliche von ihnen gestresst fühlen. Gebuhr sagt: „Den Begriff Burnout habe ich bewusst gewählt, weil die Leute da erst einmal hellhörig sind.“
Ähnlich publikumsbewusst gehen auch Mitarbeiter von Krankenkassen mit dem Modebegriff um. Weil es so viele Anfragen von Journalisten zu Burnout gab, sagt Manuela Stallauke vom Wissen-schaftlichen Institut der AOK (Wido), seien sie und ihre Mitarbeiter vor einiger Zeit auf die Idee gekommen, dem Phänomen nachzuspüren. Zwar handle es sich hier nicht um eine medizinische Diagnose, aber Ärzte können als zusätzliche Information auf einer Krankschreibung das Kürzel „Z73“ vermerken.
Dahinter verbergen sich „Probleme bei der Lebensbewältigung“ wie „Einschränkung von Aktivi-täten durch Behinderung“, „sozialer Rollenkonflikt“, „unzulängliche soziale Fähigkeiten“ oder, als einer von neun Punkten, eben auch „Ausgebranntsein (Burnout)“.
Die Wido-Mitarbeiter haben nun auf zehn Millionen Krankmeldungen nach dem Kürzel Z73 ge-sucht. Und tatsächlich: Es taucht immer öfter auf. Die absolute Zahl allerdings ist gering. Noch immer findet sich auf nicht einmal 0,4 Prozent aller Krankschreibungen der Vermerk Z73. In ihrer Pressemitteilung jedoch bauschten die Wido-Leute ihren Befund auf, als hätten sie ein neues Volks-leiden entdeckt: „Burnout auf dem Vormarsch“.
Solche irreführenden Meldungen sind es, an denen sich führende Experten wie Hegerl und Isabella Heuser, 58, Direktorin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Berlin, stoßen.
Burnout sei ein medizinisch sinnloser Begriff; denn ein behandlungswürdiger Burnout und eine De-pression seien ein und dasselbe. Das Gefühl tiefer Erschöpftheit, wie es jetzt als typisch für die neue Modekrankheit gilt, habe schon immer zu den für die Diagnose einer Depression nötigen Krank-heitszeichen gehört.
Neue Befunde der Neurobiologie bestätigen dieses Bild. Keine Frage: Ständiger Stress stumpft das Gehirn ab und kann depressiv machen. Ob der Stress vom Job oder der Familie, von Überlastung oder Unterforderung herrührt, ist dabei ganz unerheblich.
Doch würden die Erkrankung und das Überforderungsphänomen in der öffentlichen Debatte ständig vermischt, klagt Berger. „Das ist gefährlich, weil dadurch alle pathologisiert werden.“ Gemein-sam mit acht Kollegen von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nerven-heilkunde hat Berger jetzt eine Taskforce gebildet.
Ihre Aufgabe: die Verwirrung um den Begriff Burnout möglichst schnell aufzuklären.
Die Eile der Experten ist verständlich. Wenn die Grenze zwischen normal und psychisch krank nicht klar gezogen ist, können die Folgen fatal sein: Auf der einen Seite stehen dann seelisch Kran-ke, die fehldiagnostiziert und folglich falsch oder gar nicht behandelt werden. Das andere Extrem sind Menschen mit harmlosen Befindlichkeiten, die überflüssige oder gar schädliche Therapien er-halten.
Der Leipziger Psychiater Hegerl, der auch der Stiftung Deutsche Depressionshilfe vorsteht, be-fürchtet, dass beides längst passiert. „Selbsternannte ,Burnout-Kliniken‘ springen auf den Zug auf und hoffen auf eine Klientel von Managern mit Privatversicherung“, sagt er.
Womöglich bekämen die Patienten den Rat, sich mal freizunehmen, länger zu schlafen, Urlaub zu machen – alles Tipps, die ihre seelischen Probleme sogar noch verschärfen können.
Hegerl: „Menschen mit depressiven Erkrankungen reagieren auf längeren Schlaf und eine längere Bettzeit oft mit einer Zunahme der Erschöpftheit, und ihre Stimmung verschlechtert sich.“
Zum anderen bedürfe nicht jeder, der sich ausgebrannt fühle, einer Therapie: „Stress und gelegent-liche Überforderung sind Teil des Lebens und müssen nicht medizinisch behandelt werden.“ Doch gerade auf die harmlosen Fälle stürzten sich Therapeuten gern – während die wahrhaft Bedürftigen keinen Therapieplatz mehr bekommen.
Dass diese Furcht nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigt die Entwicklung der Psychiatrie in den ver-gangenen Jahrzehnten. Ärzte und Pharmamitarbeiter sind zunehmend der Verlockung erlegen, sich auch um Menschen zu kümmern, denen eigentlich nichts fehlt. Um ihren Therapien und Pillen neue Märkte zu erschließen, deuten sie Wechselfälle des Lebens um in behandlungswürdige Zustände.
Im Frühjahr 2013 wird die schleichende Abschaffung der seelischen Gesundheit wieder Thema sein.
Dann erscheint die fünfte Ausgabe des „Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Stö-rungen der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung“ („DSM“). Es ist ein Verzeichnis aller Seelenleiden, die Nervenärzte für behandlungswürdig erachten. Das auch in Deutschland ein-flussreiche Werk schreibt vor, welche Symptome ein Mensch zeigen muss, um eine bestimme Diag-nose zu bekommen.
Schon kleine Veränderungen der Diagnosekriterien können Millionen Menschen in Patienten verwandeln – und damit auch für den Pharmamarkt von großer Bedeutung sein.
Für die kommende Ausgabe „DSM-V“ haben sich die zuständigen Mediziner und Psychologen eine Premiere ausgedacht: Erstmals soll der Katalog auch Kriterien für den Schweregrad der einzelnen Symptome umfassen. So wollen die Verfasser seelische Leiden differenzierter als bisher erfassen.
Das neue System würde es allerdings auch erlauben, Diagnosen zu stellen, obwohl noch gar keine Krankheitssymptome zu finden sind: das „Psychoserisikosyndrom“ etwa für Personen, die gar keine Psychose haben; oder die „leichte kognitive Störung“ für Erwachsene, die nur schusselig sind.
Mehr als 7000 Mediziner haben bisher in einer Petition gegen eine solche Ausweitung der Diagnosen protestiert.
„Es ist ja heute kaum noch möglich, ohne geistige Störung durchs Leben zu kommen“, prophezeit der US-Psychiater Allen Frances.
Das ist schon heute schwer, weil in der Psychiatrie am Ende alles eine Frage der Definition ist. Geschickt konstruieren Ärzte und Mitarbeiter von Pharmafirmen Störungen, die bloße Vari-anten weitverbreiteter Verhaltensweisen sind.
Aus Eigenbrötlerei wird die „schizoide Persönlichkeit“, aus Schüchternheit die „soziale Pho-bie“.
Im Dunstkreis der anhaltend schlechten Laune wollen die Experten einen Zustand ausge-macht haben, den sie „Dysthymie“ nennen. Auch die normale Trauer hat bereits Eingang in die Psychiatrie gefunden: als „Anpassungsstörung“.
Manche der neuen Leiden sind offenbar nur deshalb verborgen geblieben, weil man sie ei-gentlich gar nicht erkennen kann.
Die Marketingabteilung der Firma SmithKline Beecham etwa hat einst das „Sisi-Syndrom“ erschaffen: angeblich eine versteckte Form der Niedergeschlagenheit, an der schon die öster-reichische Kaiserin Elisabeth („Sisi“) gelitten, die sie aber mit ihrer fröhlichen Art geschickt zu überspielen gewusst habe.
Den im Süden überwinternden Pensionären geht es nicht viel besser. Ihnen macht die „Paradies-Depression“ zu schaffen, die einem in Spanien praktizierenden Psychotherapeuten aus Deutschland auffiel. Ähnlich riskant erscheint die „Freizeit-Krankheit“, eine Unfähigkeit zum Müßiggang, an der angeblich drei Prozent aller Menschen leiden.
Die „generalisierte Heiterkeitsstörung“ (GHKS) wiederum beschreibt dem Fachblatt „Forum der Psychoanalyse“ zufolge einen persistierenden fröhlichen Gemütszustand.
Selbst wenn die Betrof-fenen mit abgründigen Erfahrungen konfrontiert würden, könnten sie sich „von ihrem Zustand der Heiterkeit nicht distanzieren oder diesen verändern“.
Etliche Leser haben sich beim Autor, dem Psychiater Ulrich Streeck, nach weiterführender Literatur erkundigt – und erst so erfahren, dass der Beitrag über die GHKS eine Satire war. Manche Kollegen nähmen ihm das bis heute übel, erzählt Scherzbold Streeck – wer weiß, vielleicht sind die Genarrten ja an der „posttraumatischen Verbitterungsstörung“ erkrankt, einer wiederum ernstgemeinten Krankheit, die ein Berliner Seelendoktor entdeckt haben will?
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg kannte das „DSM“ lediglich 26 anerkannte seelische Störungen.
Die derzeit gültige vierte Ausgabe des psychiatrischen Krankheitskatalogs „DSM-IV“ dagegen li-stet 395 Krankheiten auf. Addiert man ihre angeblichen Verbreitungen zusammen, dann hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung eine psychische Störung.
Es ist demnach also schon heute normal, psychisch krank zu sein. Die geplante „DSM-V“-Version des Psycho-Katalogs wird noch umfänglicher ausfallen – die Liste umfasst etwa die „hypersexuelle Störung“, die „Launenfehlregulationsstörung“ oder die „Fressanfallstörung“. Dann, befürchten kri-tische Psychiater, dürfe bald niemand mehr seelisch gesund sein.
Angeführt wird der Protestzug vom US-Psychiater Frances. Der Mann kennt sich aus – am „DSM-IV“ hat er noch maßgeblich mitgestrickt. Nun aber zieht er die Reißleine. Besonders beunruhigt ihn, dass zunehmend Kinder und Pubertierende ins Visier der Branche geraten.
Die „DSM-V“-Version, warnt Frances, werde „die bereits bestehende Inflation der Diagnosen weiter aufblähen und den schon heute exzessiven Konsum von nicht angebrachten und poten-tiell gefährlichen Medikamenten unter Kindern verschlimmern“.
Die Karriere der heute wohl bekanntesten aller seelischen Kinderkrankheiten begann 1935: Damals hatten Ärzte in den USA erstmals versucht, zappeligen und unkonzentrierten Grundschülern ein Hirnleiden anzuhängen.
Diese Kinder hätten mit den Folgen einer Gehirnentzündung zu kämpfen, hieß es, und litten am so-genannten postenzephalitischen Syndrom. Dieser Begriff konnte sich allerdings nicht durchsetzen – viele der angeblich betroffenen Kinder hatten niemals eine Enzephalitis gehabt.
In den sechziger Jahren war es dann der US-Psychiater Leon Eisenberg, der dem Krankheitsbild, unter neuem Namen, zum Durchbruch verhalf. Abends spielte der Arzt zu Hause mit seinen eigenen Kindern; tagsüber kümmerte er sich um schwierige Schüler – und probierte Psychopharmaka an ih-nen aus. Anfangs experimentierte er mit Dextroamphetamin, später verschrieb er Methylphenidat zum Pausenbrot. Und siehe da: Die Mittel veränderten das Verhalten; temperamentvolle Kinder wurden gefügig.
Auf einem Seminar der Weltgesundheitsorganisation kämpften Leonberg und sein Kollege Mike Rutter 1967 darum, die angebliche Hirnstörung als eigenständige Krankheit in den Katalog der psy-chiatrischen Leiden aufzunehmen. Den eher psychosomatisch geprägten Ärzten in der Runde ging das zu weit, doch Eisenberg und Rutter ließen nicht locker – und setzten sich durch.
Im „Diagnostischen und Statistischen Manual“ ist die „hyperkinetische Reaktion des Kindes-alters“ anno 1968 aufgetaucht und hat darin bis heute ihren Platz, und zwar unter dem inzwi-schen gebräuchlichen Namen ADHS.
Damit war eine Erkrankung in der Welt, die es vielen recht machte. Die Vorstellung, ADHS habe genetische Ursachen und sei damit angeboren, entlastete die Eltern. An der Erziehung könne es nicht liegen, wenn das eigene Kind nicht funktioniere wie gewünscht. Und so gibt es in Deutsch-land in jeder Grundschulklasse inzwischen statistisch ein Kind mit der Diagnose ADHS.
Damit Tobemarie und Zappelphilipp ruhiger werden, erhalten sie Mittel wie Medikinet und Ritalin. Das freut die Industrie: Der Verbrauch des darin enthaltenen Betäubungsmittels Methylpheni-dat erreicht jedes Jahr neue Rekorde.
Wurden 1993 noch 34 Kilogramm in Apotheken umgeschlagen, waren es im vorigen Jahr 1760 Kilogramm.
Ein Blick in die USA zeigt, dass durchaus noch Luft nach oben ist. Von den zehnjährigen Jungen schluckt mittlerweile bereits jeder zehnte ein ADHS-Medikament – und das jeden Tag.
Doch ausgerechnet der wissenschaftliche Vater von ADHS hat die Explosion der Verschrei-bungen mit wachendem Entsetzen verfolgt. Leon Eisenberg übernahm später die Leitung der Psychiatrie am renommierten Massachusetts General Hospital in Boston und wurde zu einem der bekanntesten Nervenärzte der Welt. In seinem letzten Interview, sieben Monate vor sei-nem Tod an Prostatakrebs im Alter von 87 Jahren, distanzierte er sich von seiner Jugendsün-de.
Ein großer, hagerer Mann mit Brille und Hosenträgern öffnete 2009 die Tür zu seiner Woh-nung am Harvard Square, lud an den Küchentisch und schenkte Kaffee aus. Niemals hätte er gedacht, erzählte er, dass seine Erfindung einmal derart populär würde. „ADHS ist ein Para-debeispiel für eine fabrizierte Erkrankung“, sagte Eisenberg. „Die genetische Veranlagung für ADHS wird vollkommen überschätzt.“
Stattdessen sollten Kinderpsychiater viel gründlicher die psychosozialen Gründe ermitteln, die zu Verhaltensauffälligkeiten führen können, sagte Eisenberg. Gibt es Kämpfe mit den Eltern, leben Mutter und Vater zusammen, gibt es Probleme in der Familie?
Solche Fragen seien wichtig, aber sie nähmen viel Zeit in Anspruch, sagte Eisenberg und fügte seuf-zend hinzu: „Eine Pille verschreibt sich dagegen ganz schnell.“
Den ADHS-Geist, den er gerufen hatte, wurde Eisenberg nicht mehr los.
Im Gegenteil, schon greift die nächste vermeintliche Kinderkrankheit um sich. Die bipolare Störung oder manisch-depressive Erkrankung war noch bis in die neunziger Jahre hinein bei Kindern so gut wie unbekannt; inzwischen gehört sie in den USA zu den häufigsten Diagnosen in der Kinderpsy-chiatrie.
Die Zahl der Arztbesuche wegen dieser Störung hat sich in knapp zehn Jahren um das 40fache er-höht; viele der Patienten sind gerade erst zwei, drei Jahre alt.
Die Krankheit lanciert zu haben ist das Lebenswerk des US-Nervenarztes Joseph Biederman. Er hat Studien angefertigt, Vorträge gehalten – und ordentlich die Hand aufgehalten.
Satte 1,6 Millionen Dollar erhielt Biederman allein zwischen 2000 und 2007 von pharmazeuti-schen Firmen, weil er sie beriet und für sie als Meinungsbildner (Branchenspott: „Mietmaul“) auftrat.
Viele seiner Sponsoren aus der Industrie stellen Neuroleptika her – also just jene Medikame-nte, die Kinder mit der Diagnose bipolare Störung konsumieren sollen.
Diese Mittel dämpfen nicht nur das Seelenleben der jungen Patienten, sondern sie haben auch eine schwere Nebenwirkung: Viele der kleinen Konsumenten nehmen nach einigen Wochen mehr als fünf Kilogramm zu.
Und die Mast mit Medikamenten ist vermutlich nicht einmal der größte Grund zur Sorge. In den Vereinigten Staaten und anderen Industrienationen wächst eine Generation von Menschen heran, die bereits Psychopillen nahmen, als ihr Erinnerungsvermögen einsetzte, und mit der täglichen Tablette so selbstverständlich leben wie mit dem Glas Milch zum Frühstück.
Was der ständige Einfluss der Medikamente in den sich noch entwickelnden Gehirnen anstellt, weiß niemand. Wird hier die Saat für lebenslängliches Tablettenschlucken gelegt? Kritiker Allen Frances zuckt die Schultern und sagt: „Es ist ein Experiment außer Kontrolle.“
Doch nicht nur Jugendliche nehmen sie in Massen, auch Bewohner von Seniorenheimen er-halten mehr und mehr Neuroleptika.
Sie sind mittlerweile die pharmazeutische Wirkstoffklasse mit dem größten Umsatz: mehr als 14 Milliarden Dollar allein in den USA – pro Jahr.
Im Land des unbegrenzten Pillenmarketings beherrschen neben den Neuroleptika Mittel gegen De-pression den Markt. Für beinahe neun Prozent der US-Bürger gehört die Einnahme von Antidepres-siva zum Alltag. In Deutschland werden sie von fünf Prozent der Bevölkerung genommen, bei stei-gender Tendenz. Im vorvergangenen Jahr wurden hierzulande 1174 Millionen Tagesdosen verkauft – im Jahr 1990 waren es nur 251 Millionen.

Vor allem die „selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmer“ (SSRI), von denen Prozac das erste und bekannteste Beispiel ist, sind zu Modedrogen gegen Schwermut, Traurigsein und Ängste aller Art geworden. Die grünen und weißen Prozac-Kapseln (in Deutschland unter anderem als Fluctin auf dem Markt) erhöhen die Menge des Serotonins an den Nervenendigungen.
Zwar haben die SSRI Nebenwirkungen wie sexuelle Unlust und – in seltenen Fällen – offenbar ein erhöhtes Risiko für Gewalt und Suizid. Doch viele Menschen, die SSRI einnehmen, finden, die Substanz mache sie klarer im Kopf, selbstbewusster und extrovertierter. Deshalb waren die Glücks-pillen Wegbereiter einer „kosmetischen Psychiatrie“, wie es der amerikanische Nervenarzt und Au-tor Peter Kramer in seinem Bestseller „Listening to Prozac“ formuliert hat. Menschen, die gar nicht krank waren, nahmen Prozac, „um sich besser als gut“ zu fühlen.
Längst floriert eine regelrechte Gesundheitsindustrie des Seelenglücks. Oft reicht dabei eine überzeugende Inszenierung, um einer Seuche zum Ausbruch zu verhelfen.
Der französische Neurologe Jean-Martin Charcot (1825 bis 1893) hat das schon früh bewiesen. Er betrieb Medizin wie ein Hypnotiseur, und seine Bühne stand im Pariser Krankenhaus Salpêtrière: Er konnte Frauen offenbar nach Belieben in hysterische Anfälle treiben und sie ohnmächtig darnieder-sinken lassen. Mediziner aus ganz Europa wohnten diesen Vorführungen bei. Die Presse berichtete, und prompt breitete sich die Hysterie wie ein Virus unter Europas Frauen aus.
Mit Charcots Ableben jedoch erstarb der Zauber. Die Hysterie hat zwar bis heute überlebt (als „Konversionsstörung“), aber sie wird nur noch selten diagnostiziert.
Ein ähnlich großer Wurf gelang 1869 dem Elektrotherapeuten George Beard aus New York. In einer führenden Wochenschrift legte er eine Abhandlung über die „Neurasthenie oder nervöse Erschöp-fung“ vor. Typisches Merkmal des Leidens sei demnach mangelnde Nervenkraft. „Nach meiner An-sicht“, schrieb er, „wird das Zentralnervensystem entphosphort, oder es büßt möglicherweise etwas von seinen festen Bestandteilen ein.“ Die Folgen: Müdigkeit, Verstopfung, unruhiger Schlaf und rheumatische Schmerzen.
Die neue Krankheit erwies sich als äußerst ansteckend. Von Amerika aus fand sie rasch den Weg nach Europa, wie ein Schweizer Psychotherapeut 1904 notierte: „Die Neurasthenie ist in aller Munde. Sie ist die neue Modekrankheit.“
Jetzt hat die Neurasthenie im Burnout einen Nachfolger gefunden, der perfekt in die heutige Zeit mit ihren Umbrüchen in der Arbeitswelt zu passen scheint. „Ständige Erreichbarkeit über E-Mail oder Handy auch außerhalb der Dienstzeit oder im Urlaub führt zur ,Entgrenzung‘ der Arbeit“, wie es Jürgen Hölzinger von der Ärztekammer Berlin ausdrückt. „Konkurrenz, Leistungsdruck und dro-hender Arbeitsplatzverlust sorgen für eine neue Art von Selbstausbeutung.“
Solche Sätze haben sich im deutschsprachigen Raum zur Auffassung verdichtet, Burnout sei eine eigene Krankheit, und zwar der Leistungsträger; jener, die sich für ihre Firma aufopfern.
Der Münchner Psychiater Werner Kissling hat Hunderte Manager und Führungskräfte gesprochen, die sich erschöpft fühlen. „Dass er Depressionen habe, sagt keiner von ihnen“, so Kissling. „Aber Burnout haben sie gern. Das tragen viele von ihnen wie ein stolzes Abzeichen vor sich her.“
Als Ralf Rangnick, 53, im September seinen Trainerjob beim Fußballverein Schalke 04 hinwarf und das mit einem „Burnout“ erklärte, war ihm der Respekt der ganzen Branche sicher.
Der Spieler Andreas Biermann, 31, vom FC St. Pauli dagegen gab sich als Mensch mit „Depressi-on“ zu erkennen – und mit seiner Zukunft im bezahlten Fußball war es aus. Jetzt kickt Biermann, dem es heute viel besser geht, nur noch zum Spaß, beim FC Spandau 06 in der siebten Liga.
Auch um die Depression von ihrem Stigma zu befreien, würden viele Ärzte den Burnout gern aus dem Vokabular streichen.
Der Leipziger Psychiater Hegerl etwa plädiert dafür, „eine Depression auch Depression zu nennen“. In den angelsächsischen Ländern (wo Patienten und Ärzte den aus ihrer Sprache entlehnten Begriff Burnout interessanterweise gar nicht kennen) gehe man viel of-fener und unerschrockener damit um, sagt Hegerls Berliner Kollegin Heuser. „Ich würde mich freu-en, wenn sich prominente Men-schen, anstatt im Fernsehen über Burnout-Erfahrungen zu erzählen, zu ihrer Depression bekennen. Das könnte helfen, das falsche Bild dieser Erkrankung aus der Welt zu schaffen.“
Dazu gehört auch eine saubere Diagnose. Entscheidend ist, einen erfahrenen Hausarzt oder Ps-ychiater zu finden, der das offizielle System zur Diagnose seelischer Krankheiten (ICD-10) richtig anwenden kann. Dann gelingt es recht genau, die Grenze zwischen gesund und krank zu ziehen (siehe Grafik).
Nichts anderes hat Klaus Lieb gemacht, als er die 43-jährige Juristin aus Mainz untersuchte, die sich für einen Burnout-Fall hielt. Als sie von ihrer gedrückten Stimmung und ihrer ausgeprägten Müdigkeit berichtete; als sie erzählte, dass sie oft schon morgens um vier aufwache und dann nicht mehr einschlafen könne, waren dies erste Hinweise. Lieb begann, genauer nachzufragen.
„Es gibt drei Hauptsymptome der Depression: die niedergeschlagene Stimmung, den Verlust von Freude und Interessen und die erhöhte Erschöpfbarkeit mit mangelndem Antrieb – von ihnen müssen mindestens zwei vorhanden sein“, erklärt Lieb. Dann fragte er nach den Ne-bensymptomen (Konzentrationsstörungen, schlechter Schlaf, Appetitverlust, pessimistische Zukunftsgedanken, Schuldgefühle, verringertes Selbstgefühl und Suizidgedanken). Von ihnen müssen mindestens zwei vorliegen.
„Wenn diese Symptomatik über zwei Wochen besteht, praktisch jeden Tag mit ausgeprägter und deutlicher Schwere, spricht man von Depression“, sagt Lieb. Bei der Juristin waren die Krankheits-anzeichen unverkennbar, sie erzählte Lieb sogar von ihren Phantasien, sich vor die Straßenbahn zu werfen.
Und wie viele Menschen, die sich selbst als Burnout-Opfer sehen, sind tatsächlich krank? Nach Liebs Erfahrung erweisen sich 20 bis 30 Prozent von ihnen als leichtere Fälle, in denen er keine Diagnose stellt. Bei den anderen jedoch ergibt die eingehende Untersuchung einen klaren Befund, und zwar stets denselben: eine Depression.
Bei der Abgrenzung depressiver Erkrankungen von bloßen Befindlichkeitsstörungen ist es hilfreich, dass die Neurobiologen inzwischen recht gut verstehen, was im Gehirn der Erkrankten geschieht. Immer klarer wird: Für das reibungslose Funktionieren des komplexen Netzwerks unter der Schä-deldecke ist es entscheidend, dass die Nervenzellen formbar oder plastisch sind.
Doch ständiger Stress stört das Gefüge. Er erhöht den Spiegel von Stresshormonen im Körper und verändert die Aktivität bestimmter Gene im Gehirn. Als Folge davon verkümmern Zellen, oder es werden keine neuen gebildet. Dadurch sinkt der Stoffwechsel in bestimmten Arealen; das Gehirn stumpft ab.
Dieser Vorgang sei eine natürliche Reaktion des Menschen, vermutet der Psychiater Christoph Nissen, 38, vom Universitätsklinikum Freiburg. „Die veränderte Plastizität führt dazu, dass die Nervenzellen nicht mehr richtig miteinander sprechen können“, sagt er.
Das Gedächtnis lässt nach, die Neugier erlischt – der Mensch gleitet ab in die Schwermut.
Im Kernspin können Forscher diese Veränderungen zeigen: Zum einen ist der fürs planende Denken zuständige präfrontale Kortex bei Menschen mit Depression geschrumpft. Die Nervenzellen sind verkleinert, viele Gliazellen, die das wichtige Stützgewebe bilden, fehlen.
Zum anderen ist der Hippocampus, der fürs Lernen von Bedeutung ist, bei Menschen mit De-pressionen kleiner als bei Gesunden.
Im Normalfall entstehen in diesem Areal jeden Tag Tausende frische Nervenzellen; der Mensch braucht sie, um neue Eindrücke ins Gedächtnis ablegen zu können. Bei Depressiven dagegen brin-gen die Stresshormone die Vermehrung der Nervenzellen zum Erliegen.
All das spiegelt sich im Verhalten der Patienten wider: Am Ende einer Buchseite haben sie oftmals bereits vergessen, was sie gelesen haben. Eine Patientin, die in zwölf Jahren drei depressive Phasen durchlitten hat, scheiterte an den einfachsten Kreuzworträtseln: „Während meiner Krankheit hatte ich Zweifel, ob ich jemals wieder intellektuell in der Lage sein würde, meinen Job auszuüben“, sagt die Juristin. Und auch Gomez erklärt: „Ich habe eigentlich ein fotografisches Gedächtnis. Aber an meinen schlechten Tagen war es wie weggeblasen.“
Oft gehen auch Ängste mit der Depression einher. Das haben Christoph Nissen und sein Kollege Claus Normann kürzlich in einer Studie untersucht. Für ihre Experimente führten sie 23 Menschen mit schwerer Depression und 35 gesunde Vergleichspersonen in einen Kellerraum ihres Instituts.
Dort stand ein Bildschirm, auf dem die Probanden Bilder betrachten sollten. Bei bestimmten Moti-ven bekamen sie dabei einen unangenehmen Stromschlag versetzt. Sie schraken zusammen und schwitzten stärker, was die Forscher mit Elektroden maßen.
Anschließend bekamen die Testpersonen die Motive erneut zu sehen, allerdings ohne Stromschlag. Dennoch brachen die depressiven Patienten verstärkt in Schweiß aus – sie waren stärker auf die Furcht konditioniert.
Menschen mit Depression, so Nissens Deutung, schätzen bestimmte Situationen als bedrohlicher ein, als Gesunde dies tun. Neurobiologische Befunde legen nahe, dass bei Depressiven die Amyg-dala verstärkt aktiviert ist, jene Hirnstruktur, in der Ängste verarbeitet werden.
Das klingt nicht gut, und doch haben die Neurowissenschaftler auch erbauliche Nachrichten: Die Spuren im Gehirn sind nicht unveränderlich. Ein wunderbares Beispiel, wie sich der Niedergang der Plastizität umkehren lässt, gibt der Feldhamster ab. Während des Winterschlafs schaltet er sein Ge-hirn auf Ruhestellung. Die Nervenzellen bilden ihre Fortsätze zurück, die Hirnleistung sackt ab. Diese Art der Winterdepression ermöglicht es dem Hamster, Energie zu sparen.
Doch wenn er im Frühjahr das Nest verlässt, fährt er das Gehirn binnen weniger Stunden wieder hoch. Die Nerven wachsen wieder, sagt der Göttinger Neurobiologe Eberhard Fuchs: „Es ist, als schlügen Triebe aus.“
Wie aber lässt sich ein depressiver Mensch aus seinem seelischen Winterschlaf aufwecken? Anti-depressiva sind dazu ein durchaus taugliches Mittel. Sie scheinen die Plastizität zu stärken und so-gar das Wachstum neuer Nervenzellen anzukurbeln. Ihre Wirkung setzt nämlich meistens erst nach drei bis sechs Wochen ein – genauso lange dauert es, bis im Hippocampus frische Nervenzellen her-anwachsen.
Allerdings braucht es nicht immer pharmakologische Hilfe, um die Produktion neuer Nervenzellen, die Neurogenese, auf Touren zu bringen – dazu genügt bereits körperliche Bewegung. In einer Stu-die haben 60 Menschen im Alter zwischen 55 und 80 Jahren zwölf Monate lang regelmäßig Aerobic gemacht. Im Durchschnitt führte diese Ertüchtigung dazu, dass der Hippocampus anschließend um zwei Prozent größer war als vorher.
Generell gilt: Regelmäßige Ertüchtigung – mindestens dreimal wöchentlich je eine halbe Stunde – wirkt genauso gut gegen mittelschwere Depressionen wie gängige Medikamente.
Auch Meditation und kognitive Aktivität scheinen wie Balsam auf das Gehirn zu wirken, weil sie dessen Plastizität stärken. Der Effekt lasse sich natürlich auch zur Vorbeugung nutzen, sagt der Psychiater Mazda Adli, der es selbst vormacht. Mit anderen Ärzten und Kollegen hat er den Chor The Singing Shrinks gegründet: Seelenklempner (englisch: shrinks) singen, um ihren Stress abzubauen.
Allerdings gibt es Patienten, die weder auf Bewegung, Meditieren, Musiktherapie noch auf Pillen richtig ansprechen. Forscher versuchen deshalb, ihr Gehirn mit anderen Mitteln zu sti-mulieren. Neben der umstrittenen Elektrokrampftherapie für schwer Depressive beginnen Ärzte neuerdings da-mit, hauchfeine Elektroden ins Gehirn der Patienten einzupflanzen. Wie eine Art Schrittmacher senden diese Nadeln elektrische Impulse in bestimmte Regionen des Denkorgans.
Mit dieser sogenannten tiefen Hirnstimulation hat die Gruppe um Thomas Schläpfer vom Universi-tätsklinikum Bonn in einer Studie 13 Menschen mit behandlungsresistenter Depression behandelt. Immerhin sechs von ihnen sprachen auf das Verfahren an. Ein Patient allerdings beging Selbstmord.
Aber nicht nur Chemie, Bewegung und Strom, sondern auch Psychotherapien hinterlassen Spuren in den grauen Zellen. Menschen mit Depressionen können sich die Formbarkeit des Hirns, unter Anleitung eines guten Therapeuten, zunutze machen. Indem sie Gedankengänge gezielt einüben, stimulieren sie bestimmte Hirnregionen und normalisieren auf diese Weise das gestörte Netzwerk.
Dieses Schauspiel wollen deutsche Forscher jetzt im Kernspintomografen sichtbar machen. Am Universitätsklinikum Freiburg wählten sie 60 Teilnehmer für eine Studie aus. Es handelt sich um Menschen mit schweren chronischen Depressionen, bei vielen kommen noch frühkindliche Trau-mata oder Persönlichkeitsstörungen hinzu. Den bisher kaum behandelbaren Menschen zu helfen, hat sich die Psychologin Elisabeth Schramm zum Ziel gesetzt. Vielleicht, so Schramm, könnten sie ja doch lernen, „die Hilflosigkeit zu besiegen“.
Um die Wirkung der Behandlung genau zu erfassen, teilten die Forscher die Patienten in zwei Grup-pen: Die eine Hälfte bekam ein Antidepressivum, die andere erhielt eine neue Form der Psychothe-rapie. Ziel ist es dabei, den Patienten die Konsequenzen ihres eigenen Verhaltens klarzumachen. Auch sollen sie lernen, sich besser in andere Menschen hineinzuversetzen.
Die Ergebnisse der Studie sind zwar noch nicht veröffentlicht; aber das, was Schramm schon ver-raten darf, klingt ermutigend. Viele Patienten sprächen auf die Therapie an – und die Gehirnscans bestätigten es. Schramm: „Wir sehen spezifische Veränderungen im Gehirn.“
Studien wie diese tragen dazu bei, dass Ärzte und Psychologen sich einander vorsichtig annähern. Bisher standen sich Gesprächstherapeuten einerseits und pharmakologisch ausgerichtete Nerven-ärzte andererseits oftmals unversöhnlich gegenüber.
Nun jedoch erkennen sie, dass Pillen und Gespräche auf das gleiche System im Gehirn wirken. „Wir können die Grabenkämpfe beenden“, sagt der Bonner Psychiater Schläpfer. „Beides wirkt – und am besten zusammen.“
Javier Sayes Gomez, der Fernsehzuschauer, der nach einem Burnout-Bericht zum Arzt ging, kann es bestätigen. Gegen seine Depression bekam er Medikamente, sprach auf der Couch mit einer The-rapeutin und begann Halbmarathon zu laufen. Heute verkauft Sayes Gomez wieder Häuser und re-det offen über seine Erkrankung.
Die 43-jährige Juristin aus Mainz ist noch nicht so weit. In diesem Herbst mussten ihre beiden Töchter auf Station 7 der Klinik für Psychiatrie kommen, wenn sie ihre Mama sehen wollten.
Bei ihrer Arbeit darf das niemand wissen. In der Behörde heißt es, die Chefin fehle – weil sie einen Burnout habe.

(*1) Am Universitätsklinikum Freiburg im Breisgau.(*2) Gemälde von André Brouillet, 1887.

KOMMENTARE

# 249@248 – 3. April 2012 – 02:02

Kinder und Heranwachsende welche mit Methylphenidat behandelt werden, sind ohnehin in bestän-diger ärztlicher Überwachung. Insbesondere die Leberwerte so wie auch der Blutdruck und Kreis-lauf werden regelmäßig überprüft – jedoch nicht etwa aus Furcht, dass der Wirkstoff die Organe schädigt, sondern um sicher zu stellen, dass der „Patient“ diesen Wirkstoff weiterhin gut ver-trägt.

Abweichende Laborwerte führen in der Regel zur Absetzung des Medikamentes, einzig und allein aus dem Grund kein Risiko zusätzlicher organischer Belastungen einzugehen. Bei mir selbst wurde mal Methylphenidat aufgrund massiven Bluthochdruckes abgesetzt, meine damalige Hypertermie hatte allerdings mit dem Medikament nichts zu tun, sondern war durch Ärger und Stress ausgelöst – da Methylphenidat allerdings den Blutdruck etwas erhöhen kann, setzte man es bei mir erst einmal ab, bis sich der Blutdruck wieder normalisierte.

Allerdings sind das einfach nur mal Schutzmaßnahmen, welche beim Methylphenidat sehr genau genommen werden (Warum auch immer?), wo man sich bei anderen Medikamenten überhaupt kei-ne Gedanken macht.

Bei einem Valium oder gar Barbiturat“konsumenten“ können sich die Werte, wie nie zuvor gesche-hen verschlechtern ,- es wird weiter verordnet, so es der Patient wünscht.

Ich für meinen Teil kann nur sagen das ich mittels Methylphenidat mein Abi und mein Studium be-stehen konnte – in der 2. Klasse war man noch der Meinung mich auf die Förderschule „Schwer-punkt, „Geistige Entwicklung“ zu überführen, glücklicherweise waren meine Eltern so vernünftig mir medizinische Hilfe zuteil werden zu lassen, so dass mein Leben nun zwar auch medikamentös geprägt ist, aber zum anderen das Leben nicht zur Hölle wird.

# 238Berthold – 2. April 2012 – 08:55

Selbst in der BILD ist es mittlerweile geschrieben worden:

„Bei Kindern und Jugendlichen wird zu häufig das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) diagnostiziert. Das haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum und der Universität Basel belegt, die bundesweit 473 Kinder- und Jugendpsychotherapeuten und -psychiater befragten.

Diese erhielten je eine von vier unterschiedlichen Fallgeschichten, sollten eine Diagnose stellen und eine Therapie vorschlagen. In drei der vier Fälle lag kein ADHS vor, nur ein Fall war eindeutig als ADHS-Störung diagnostizierbar. Auch bei den drei anderen Fällen lautete das Ergebnis aber trotzdem häufig ADHS. “

http://www.bild.de/ratgeber/gesund-fit/medizin/medizin-ticker-adhs-zu-haeufig-diagnostiziert-23418312.bild.html

Fazit: Psychotherapeuten und Psychiater urteilen eher nach prototypischen Symptomen wie motorischer Unruhe, mangelnder Konzentration oder Impulsivität, statt sich eng an die gültigen Diagnosekriterien zu halten.

Bei Jungen werden demnach deutlich mehr Fehldiagnosen gestellt als bei Mädchen.

Und: Ärzte diagnostizieren ADHS öfter als Ärztinnen. Zwischen 1989 und 2001 stieg die Zahl der Fälle um fast 400 Prozent, die Ausgabe von Medikamenten für Zappelkinder verneun-fachte sich von 1993 bis 2003.
Wir wissen, das es die Leute (Psychiater, Psychologen etc.), die hier unbedingt wollen, dass nun jedes Kind unbedingt Ritalin verpasst bekommt, sehr stört, dass ihre Machenschaften langsam auffliegen.

Die Pharma-Knechte (angeblich Ärzte), die hier immer weiter die Umsätze für diese Drogen (wird auf BTM-Rezept verschrieben) ankurbeln wollen, frage ich nun: Schämt ihr Euch nicht die Gesund-heit von gesunden Kindern fortgesetzt zu schädigen, – nur wegen des Geldes?

Die Techniker Krankenkasse warnte vor dem leichtfertigen Umgang mit Ritalin. Nicht jedes Kind benötigt Medikamente zur Verbesserung seiner Konzentration und Leistungsfähigkeit. Wichtig sei-en Gespräche mit Eltern, Lehrern, Erziehern oder anderen Betreuungspersonen, um den Ursachen für mögliche psychische Schieflagen auf die Spur zu kommen.

Oft kann auch Schlafmangel, zu wenig Bewegung oder ein anderer Grund für die Leistungsschwä-chen und Zappeleien in Betracht kommen.

# 244 Diese dumme „Forschung“- 2. April 2012 – 15:49

… Ärzte diagnostizieren nach Aktenlage, gell? So ein Kappes.

# 224 Sachlich – 17. März 2012 – 00:42

Der Skandal an dieser medial angereicherten Null-Pädagogik ist, dass Eltern heute suggeriert bek-ommen und folglich erwarten, convenience-Kinder seien die Regel. Dass jedes Kind einen Rei-fungsprozess durchläuft und und schon in der Babyphase Verhaltensmuster sich einschleifen kön-nen, von denen viele Mütter nichts mehr ahnen und gesagt bekommen haben, weil die Mehrgenera-tionen-Familie entweder ausgestorben oder räumlich auseinandergerissen ist, davon wollen viele nichts wissen.

Ein Leben ohne existenzielle Krisen ist jedoch nicht zu haben, die Krise gehört zur Normalität dazu. Hier jedoch davon zu sprechen, dass schon 1 bis dreijährige Kinder „Depressionen“ haben, geht an dem Problem vorbei bzw. beschwört andere herauf, nämlich den Ruf nach der Pille zum Ruhigstel-len.

# 199 Ich bin der Meinung – 10. März 2012 – 15:21

Vielleicht gibt es ADHS, als krankhafte Störung, – aber die Pharmaindustrie ist schon gewieft. So-mit ist auch deren Erfindergeist nicht außer Betracht gelassen werden.Der ständige Anstieg der Ver-ordnungen/Verschreibungen kann nur zwei Ursachen haben:

1) Auf einmal sind alle Kinder epidemisch erkrankt und benötigen dieses Medikament. Vielleicht findet die Pharmaindustrie ja einen Virus dazu….

2) Die Pharmaindustrie möchte Umsätze generieren und daher wird die Diagnose auch auf normale Erziehungsschwierigkeiten ausgedehnt.

a) Da sich die Eltern heutzutage nicht mehr mit den Kindern befassen und diese vor dem TV par-ken,

b) sowie die Lehrer nicht daran interessiert sind, die Schüler zu eigenständigen Menschen zu erzie-hen, sondern nur in der vorgegebenen Zeit den Lernstoff einzutrichtern, um funktionierende Ar-beitssklaven zu erzeugen.
# 139 Verbieten!!! – 5. März 2012 – 11:10

Das ist pures GIFT! Und so was gibt man Kindern!!! Hier einige Auszüge aus dem Beipack-zettel:

– schwerwiegende Blutungen wie z.B. Hirnblutungen, besonders bei Patienten mit nicht eingestell-tem Bluthochdruck und/oder gleichzeitiger Behandlung mit blutgerinnungshemmenden Arzneimit-teln, die lebensbedrohlich sein können.

– Magen-Darmblutungen, die zu einer Eisenmangelanämie führen können. Bei Auftreten von schwarzem Stuhl oder blutigem Erbrechen, welche Zeichen einer schweren Magenblutung sein können, müssen Sie sofort den Arzt benachrichtigen. Magen-Darmgeschwüre, die sehr selten zu einem Durchbruch führen können.

– Überempfindlichkeitsreaktionen der Atemwege, des Magen-Darm-Bereichs und des Herz-
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Die Massendroge Ritalin
wenn nur noch die Jagd nach dem Geld existiert

von Igelin @ 2012-07-15 – 19:21:00

Wenn in unserem Volk alles Fühlen und Denken ausgeschaltet ist und nur noch die Jagd nach dem Geld existiert
Wenn nur noch das Geld-Haben die Werte von Gut und Böse, von Richtig und Falsch, von Recht und Unrecht bestimmen . . .

wenn das Gefühl von sorgen und beschützen, von verstehen und verzeihen, von heilen und verteidigen restlos von den Familien und jedem einzelnen Menschen genommen wird und an einen unpersönlichen fictiven Staat übergeben wird . . .

wenn die sozialen Beziehungen an studierte Fremde delegiert werden . . .

wenn das Gespräch zwischen den Menschen auf kommerzielle Medien beschränkt wird, wie Fernsehen und Zeitung und die Menschen nur noch zuschauen und vom realen Leben wegschauen . . .

wenn die Menschen nicht mehr miteinander sprechen und ihre Gefühle verleugnen – bzw. ihre Gefühle und Phasen des Lebens als krankhaft und gestört ansehen und lieber ihr Denken mit Chemikalien ausschalten anstatt nach Antworten zu fragen und nachzudenken . . .

wenn die Menschen aus Angst vor lebendigen Fühlen und selbstständigen Denken und Handeln – nur noch im automatischen System funktionieren . . .

wenn die Menschen keine Wünsche mehr haben, weil ihre materiellen Bedürfnisse befriedigt sind . . .

wenn die Menschen keine Fragen mehr haben und keine Fragen mehr stellen an sich, die Welt und an das Leben . . .

Wenn die Menschen ihr Schicksal kritiklos und naiv in die Hände von Fremden legen, die lediglich von Plakaten mit einem falschen Lächeln um ihr Einkommen buhlen . . .

Dann ist das Volk, die Familien und der einzelne Mensch nicht mehr lebensfähig.
dann ist das Volk im Stadium der Auflösung, des Sterbens.
dann sind wir im Stadium von Sodom und Gomora,
Es funktioniert noch in seinen toten Strukturen – aber es lebt nicht mehr.

Die Wahrheit ist nie obenauf, ist nie bequem, ist nie leicht zu haben.

Aber Wer mit einer glänzenden Oberfläche zufrieden ist – ist ein armer Mensch, bemitleidenswert, schwach und nicht vertrauenswürdig.

Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

Wir treffen täglich Entscheidungen, wir sollten es uns nicht zu bequem machen –

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Neuerlicher Todesfall im Polizeigewahrsam

von Igelin @ 2012-07-11 – 21:44:30

junge Welt 12.7.
Unterlassene Hilfeleistung: Dortmunder Polizeichef weist Rassismusvorwürfe
zurück
Markus Bernhardt

Erneut ist ein Flüchtling im Polizeigewahrsam gestorben. Bereits am vergangenen Samstag morgen brach der 45jährige Gambier Ousman Sey
unmittelbar nach seiner Festnahme in Dortmund tot zusammen. Sey soll von den Beamten mitgenommen worden sein, weil er angeblich in seiner Wohnung randaliert haben soll. Zuvor hatte der Vater zweier Kinder zweimal einen
Krankenwagen bestellt, da er sich massiv unwohl fühlte.

Die Rettungsassistenten, die Herzrasen feststellten, weigerten sich jedoch, den 45jährigen in ein Krankenhaus zu bringen. Da sein Zustand sich verschlechterte, rief der Gambier erneut den Notruf und zerschlug offenbar in Panik eine Scheibe. Zeitgleich mit dem erneuten Eintreffen des Rettungsdienstes, rückte die Polizei an. Anwohner hatten die Beamten wegen der Lautstärke verständigt. Im Gegensatz zu einer Nachbarin, einer
ausgebildeten Krankenschwester, sahen die Sanitäter noch immer keine Notwendigkeit, Sey in ein Krankenhaus zu bringen. Dies, obwohl er Angaben seines Bruders zufolge zu diesem Zeitpunkt bereits stark krampfte.

Offenbar geriet der Mann wegen der Anwesenheit der Polizei und aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes derart in Panik, daß er sich gegen seine Festnahme wehrte. Die Beamten überwältigten ihn schließlich und führten ihn in Handschellen ab. Direkt nachdem Sey auf der Wache eintraf, brach er zusammen. »Ein sofort angeforderter Notarzt und Rettungswagen
verbrachten den Mann unter laufender Reanimation in ein Dortmunder Krankenhaus, wo er kurz nach der Aufnahme verstarb«, konstatierte die Dortmunder Polizei in einer Pressemeldung von Sonnabend.

Mittlerweile ermittelt die Dortmunder Staatsanwaltschaft. Die Angehörigen Seys vermuten, daß ihm die Hilfe wegen seiner Hautfarbe verweigert wurde.
Sie kündigten an, Kontakt zu Menschenrechtsorganisationen aufzunehmen, mit
der Bitte den Fall aufzuklären. Zudem wollen sie unter anderem wegen »unterlassener Hilfeleistung« juristisch gegen Polizei und Rettungsdienst vorgehen. Der neuerliche Todesfall in Polizeigewahrsam erinnert indes an
den Fall Oury Jallohs, der 2005 in einer Dessauer Polizeizelle verbrannte und dessen Todesumstände noch heute die Gerichte beschäftigen. Erinnert sei zudem an eine 32jährigen Dortmunder Türken, der infolge eines
Pfeffersprayeinsatzes der Polizei im Juni 2010 verstarb. Trotz massiven Protesten der türkischen Community hatte die Polizei stets eine Mitschuld am Tod des jungen Mann abgestritten. Ein in Gang gesetztes Verfahren
verlief im Sande.
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Folgen des Hackerangriffs

von Igelin @ 2012-07-10 – 13:04:12

Ich war damals mit Yahoo kontaktiert, sie wollten recherchieren weil sie annahmen, dass ihre eigenen Mitarbeiter dahinter stecken, schrieben sie mir . Habe das aber nicht gemacht, bin dann nach web. de gewechselt. Ich sage, dir wenn du dort bleibst passiert das immer wieder.
Übrigens , meine Hacker haben meinen Freunden die selbe Mail geschickt wie du eingegeben hast. Sogar meine Ärzte bekamen sie.

Antwort: ich habe auch überlegt, den Accpunt zu löschen – aber dann würde yahoo nichts unternehmen und ihre Fehlerquelle weder suchen noch finden.
Im übrigen wurde ich davon informiert, dass im mdr Fernsehen gestern abend eine entsprechende Mitteilung veröffentlicht wurde – es trifft also sehr viele Account.

Darüberhinaus erhielt auch der Jobcenter diese Mail – die Mitarbeiterin hat sie gewissenhaft in meiner Kaderakte abgeheftet. Damit ist die Gefahr entstanden, dass ich Sanktionen bekommen, weil ich a) mich unerlaubt vom Wohnort mehr als 2 Tage entfernt habe und
b) weil ich Einkommen erzielt habe, dass ich nicht abgerechnet hätte.
Also habe ich klugerweise gleich heute Morgen den Jobcenter angerufen, habe eine schriftliche Mitteilung verfasst und mich sicherheitshalber selbst der Mitarbeiterin vorgestellt. „ich bin hier – nicht in London !“

Hoffentlich kriegt der Hacker selbst genauso viel Ärger ab, wie er verursacht hat.
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Gebrauchsanweisung; wie werde ich ein Hacker

von Igelin @ 2012-07-10 – 09:18:23

chaos Computer Club Cologne e.V.

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Was ist ein Hacker?
Cracker
Die Einstellung
Grundlegende Hacker Fähigkeiten
Status in der Hackergemeinschaft
Die Hacker/Nerd Verbindung
Zusätzliche Faktoren bezüglich des Stils
Weitere Quellen
Häufig gestellte Fragen
F: Wirst du mir beibringen, wie man hackt?
F: Welche Programmiersprache soll ich als erste lernen?
F: Wie kann ich anfangen? Wo bekomme ich eine

Deutsche Übersetzung des Textes von Eric S. Raymond „How to become a Hacker“ mit einem notwendigen Nachwort des CCC Cologne.
Weitere Infos am Ende.

Dieser Text ist aus dem letzten Jahrzehnt und, in mancher Hinsicht, ziemlich veraltet. Tips für Programmiersprachen und ähnliches sind möglichst mit einer Prise Skepsis zu beachten.

Was ist ein Hacker?
Das Jargon-File enthält eine Vielzahl von Definitionen des Begriffes „Hacker“, welche hauptsächlich etwas mit technischem Können, einer Freude an der Lösung von Problemen und dem Übertreten von Grenzen zu tun haben. Wenn du aber wissen möchtest, wie man ein Hacker wird , dann sind nur zwei Sachen wirklich wichtig.

Zum einen gibt es eine Gemeinschaft, bestehend aus Programmierern und Netzwerk-„Magiern“, deren Wurzeln zurück bis in die Zeit der ersten Minicomputer und den frühesten ARPA-Netz-Versuchen reichen. Die Mitglieder dieser Kultur schufen den Begriff „Hacker“. Hacker bauten das Internet, Hacker machten das UNIX Betriebssystem zu dem, was es heute ist, Hacker betreiben das Usenet, Hacker brachten das World Wide Web zum Laufen, Hacker schufen noch viel mehr. Wenn du ein Teil dieser Kultur bist, wenn du zu ihrem Sein und ihrer Entwicklung beigetragen hast, wenn andere Mitglieder wissen wer du bist und dich einen Hacker nennen, erst dann bist du auch wirklich ein Hacker.

Die Hacker-Weltanschauung ist auf der anderen Seite nicht auf die Softwarehacker-Gemeinschaft beschränkt. Es gibt Strömungen, welche die Haltung der Hacker auf andere Dinge, wie Elektronik oder Musik – eigentlich auf die höchste Stufe des Könnens jeder Kunst oder Wissenschaft – übertragen. Software-Hacker erkennen diese verwandten Seelen an und nennen sie gelegentlich ebenfalls „Hacker“. Es gibt sogar Stimmen, die sagen, die Einstellung der Software-Hacker sei absolut unabhängig von dem jeweiligen Medium, mit dem sich der Hacker beschäftigt. In dem Rest dieses Textes wollen wir uns jedoch auf die Eigenschaften und Einstellungen der Softwarehacker und ihre Traditionen konzentrieren, welche den Begriff Hacker ins Leben rief.

Cracker

Es gibt noch eine andere Gruppe, die sich lautstark als Hacker bezeichnet, diesen Namen aber in keinster Weise verdient. Es sind Menschen (meist pubertierende männliche Wesen), welche einen Spaß daran haben, in Computer einzubrechen und das Telefonnetz zu zerstören. Echte Hacker nennen diese Leute „Cracker“ und wollen mit ihnen nichts zu tun haben. Wirkliche Hacker halten Cracker für ein faules, unverantwortliches und nicht besonders schlaues Pack, denn genauso wenig wie man durch das Knacken von Sicherheitscodes ein Hacker wird, wird man durch das Kurzschließen eines Autos zu einem KFZ-Mechaniker. Unglücklicherweise sind viele Journalisten und Schreiber darauf verfallen, das Wort Hacker als Beschreibung für Cracker zu verwenden; dies verärgert echte Hacker ungemein …

Der grundlegende Unterschied ist: Hacker bauen Dinge auf, Cracker zerstören sie.

Wenn du ein Hacker werden willst, lies weiter. Wenn du aber ein Cracker werden willst, geh, lies die Newsgroup alt.2600 und bereite dich darauf vor fünf bis zehn Jahre im Knast zu verbringen, nachdem du herausgefunden hast, daß du doch gar nicht so schlau bist, wie du gedacht hast. Und dies ist alles, was ich über Cracker zu sagen habe!

Die Einstellung

Hacker lösen Probleme und bauen Dinge auf, sie glauben an Freiheit und freiwillige, gegenseitige Hilfe. Um als Hacker akzeptiert zu werden, mußt du dich verhalten als hättest du diese Einstellung. Um dich aber so zu verhalten, als hättest du diese Einstellung, mußt du wirklich an sie glauben.

Wenn du nun aber glaubst, die Hacker-Einstellung sei der Schlüssel zu deiner Akzeptanz durch die Gemeinschaft, liegst du falsch. Ein Mensch zu werden, der diese Eigenschaften glaubt und verinnerlicht hat, ist wichtig für dich selbst , sie helfen dir, leichter zu lernen und halten dich motiviert. Genau wie in allen Künsten ist es am effektivsten das Denken der Meister zu imitieren – nicht nur von der Wissensseite, sondern auch von der emotionalen.

Die Welt ist voll von faszinierenden Problemen, die alle nur darauf warten, gelöst zu werden.
Ein Hacker zu sein, bedeutet jede Menge Spaß, aber es ist eine Art von Spaß, die viel Anstrengung erfordert. Sich anzustrengen, setzt Motivation voraus. Erfolgreiche Athleten bekommen ihre Motivation aus einer Art körperlichen Hochgefühls, wenn sie ihre Körper trainieren oder wenn sie sich bis über ihre Leistungsgrenzen hinaus verausgaben. So ähnlich geht es dem Hacker, er muß eine grundlegende Erregung verspüren, wann immer er ein Problem lösen, seine Fähigkeiten erweitern oder seinen Geist trainieren konnte.

Wenn du keine Person bist, die schon von Natur aus so fühlt, mußt du eben eine werden, wenn du ein Hacker werden willst, denn sonst wirst du schnell bemerken, daß deine Hacker-Energie von Ablenkungen wie Sex, Geld oder sozialer Anerkennung verbraucht wird.

(Du mußt außerdem eine Art von Glauben in deine eigene Lernfähigkeit entwickeln – einen Glauben, der dich dazu bringt, daß auch, wenn du keinen blassen Schimmer haben solltest, wie du das gesamte Problem lösen kannst, wenn du nur ein kleines Stück löst und davon lernst, du genug gelernt haben wirst um das nächste Stückchen zu lösen – und so weiter, bis du es irgendwann geschafft hast.)

Niemand sollte jemals gezwungen sein, ein Problem zweimal zu lösen.
Kreative Köpfe sind wertvoll und selten. Sie sollten nicht darauf verschwendet werden, das Rad noch einmal zu erfinden, wenn doch so viele wunderbare neue Probleme darauf warten gelöst zu werden.

Um wie ein Hacker zu handeln, mußt du glauben, daß die Zeit, die einem Hacker zum Denken zur Verfügung steht, kostbar ist – so kostbar, daß es beinahe eine moralische Pflicht ist deine Informationen zu teilen, Probleme zu lösen und die Lösung weiterzugeben, damit andere Hacker sich neuen Problemen zuwenden können, anstatt andauernd bereits gelösten wieder aufrollen zu müssen.

(Das bedeutet nicht, daß du alle Errungenschaften deiner Kreativität weggeben mußt, obwohl denjenigen, die dies tun, der höchste Respekt entgegengebracht wird. Es ist mit den Hackerwerten vereinbar, genug zu verkaufen, um sich mit Computern, Essen und einem Dach über dem Kopf zu versorgen. Es ist vertretbar Hacker-Fähigkeiten einzusetzen, um eine Familie zu versorgen oder sogar um reich zu werden, solange du nie vergißt, daß du ein Hacker bist, während du all dies tust.)

Langeweile und Schufterei sind bösartig.
Hacker (generell alle kreativen Leute) sollten niemals gelangweilt sein oder dazu genötigt sein stumpfsinnige, sich ständig wiederholende Arbeit zu tun, weil dies natürlich bedeutet, daß sie nicht das tun, was nur sie tun können – nämlich neue Probleme lösen. Diese Verschwendung schadet allen. Also sind Langeweile und Plackerei nicht nur einfach unangenehm, sondern mehr oder weniger bösartig.

Um sich wie ein Hacker zu benehmen, mußt du dies stark genug glauben, um die langweiligen Arbeiten so weit wie möglich wegautomatisieren zu wollen, und das nicht nur für dich selbst, sondern auch für alle anderen Menschen (besonders andere Hacker).

(Es gibt eine Ausnahme von dieser Regel. Hacker tun manchmal Sachen, welche auf den ersten Blick langweilig und stumpfsinnig erscheinen, aber in Wirklichkeit dazu dienen zu üben, den Kopf frei zu kriegen, eine Fähigkeit zu erwerben oder eine bestimmte Erfahrung zu erlangen, welche andersartig nicht erreicht werden kann. Aber dies ist absolut freiwillig – niemand, der bei klarem Verstand ist, sollte jemals zu Langeweile gezwungen werden.)

Freiheit ist gut.
Hacker sind von Natur aus antiautoritär veranlagt. Jeder, der dir Befehle geben kann, kann dich auch davon abhalten das Problem zu lösen, das dich gerade fasziniert – und wird – dies ist einfach die Art, nach der autoritäre Gehirne arbeiten – ein paar furchtbar blödsinnige Gründe finden, damit er dies auch tun kann. Autoritäre Einstellungen müssen bekämpft werden, wo immer sie gefunden werden, damit sie nicht dich und andere Hacker ersticken.

(Dies ist nicht das selbe, wie alle Autoritäten zu bekämpfen. Kinder müssen angeleitet werden und Kriminelle aufgehalten werden. Ein Hacker wird darüber hinaus manchen Arten von Autorität zustimmen und sie akzeptieren, wenn er dadurch etwas bekommt, was für ihn wertvoller ist, als die Zeit, die er mit dem Befolgen der Befehle verbringt. Aber dies ist ein begrenzter, beabsichtigter Handel; aber die Art der persönlichen Unterwerfung, die Autoritäten verlangen, kann man nicht mehr als ein Angebot betrachten.)

Autorität gedeiht auf dem Boden der Zensur und Geheimhaltung, sie mißtraut freiwilliger Zusammenarbeit und freiheitlicher Aufteilung der Informationen – die einzige „Zusammenarbeit“, die sie gerne sehen ist diese, die unter ihrer Kontrolle steht. Wenn du also wie ein Hacker handeln willst, mußt du eine instinktive Feindschaft gegenüber Zensur, Geheimhaltung und dem Einsatz von Gewalt oder Betrug entwickeln, und du mußt bereit sein, nach diesem Glauben zu handeln.

Einstellung ist kein Ersatz für Können und Wissen.
Um ein Hacker zu sein mußt du diese Einstellung, wenigstens größtenteils, teilen. Aber eine Einstellung nur zu übernehmen macht dich genausowenig zu einem Hacker, wie sie dich zu einem Rock Star oder hervorragenden Athleten machen wird. Um ein Hacker zu werden, benötigst du Intelligenz, Übung, Hingabe, und du wirst viel harte Arbeit vor dir haben.

Deshalb mußt du lernen, fremden Einstellung zu mißtrauen und Kompetenz jedweder Art zu respektieren. Hacker werden es nicht zulassen, daß Angeber ihre Zeit verschwenden, aber sie verehren Können – besonders Kompetenz im Hacken, aber Kompetenz generell ist auch gut. Kompetenz in gefragten Fähigkeiten, die nur wenige beherrschen ist besonders gut, und Kompetenz in gefragten Fähigkeiten, die geistige Klarheit, Geschicklichkeit und Konzentration erfordern, ist das absolut Beste.

Wenn du Können und Wissen schätzt, wirst du Freude daran haben, sie in dir selbst zu entwickeln – die harte Arbeit und die Hingabe werden von solch einer Intensität sein, daß sie eher einem Spiel ähneln als Schufterei. Dies ist absolut überlebenswichtig, wenn du ein Hacker werden willst.

Grundlegende Hacker Fähigkeiten

Hackereinstellung ist wichtig, aber Hacker-Fähigkeiten sind es noch viel mehr. Einstellung ist kein Ersatz für Können, und es gibt einen Sammlung von Fähigkeiten, welche du unbedingt haben mußt, bevor irgendein Hacker davon träumen wird, dich einen Hacker zu nennen.

Diese Werkzeugkiste des Hackers verändert sich nur langsam. Der Wandel findet in dem Maße statt, indem der technische Fortschritt neue Fähigkeiten erfordert und alte überflüssig macht. Zum Beispiel, ist Maschinensprachprogrammierung früher eine Bedingung gewesen, während HTML bis vor kurzem keine Rolle spielte. Aber Ende 1996 kann man mit ziemlicher Klarheit die folgenden Punkte hinzuzählen:

Lerne programmieren.
Dies ist natürlich die wichtigste Hackerfähigkeit. 1997 ist die Sprache, die du auf jeden Fall lernen mußt, C (obwohl es nicht diejenige sein sollte, die du als erstes lernst). Aber du bist einfach kein Hacker, oder eben hauptsächlich nur ein Programmierer, wenn du nur eine Sprache kennst – du mußt lernen, Probleme des Programmierens in einer allgemeinen Form zu betrachten, unabhängig von der jeweiligen Umsetzung in die verschiedenen Sprachen. Um ein echter Hacker zu werden, mußt du an den Punkt gelangen, wo du eine neue Sprache innerhalb von Tagen lernen kannst, weil du den Inhalt des Handbuchs direkt zu dem in Beziehung setzen kannst, was du bereits weißt. Dies bedeutet, du solltest viele verschiedene Ansätze, sprich Programmiersprachen, dir zu eigen machen.

Neben C, solltest du mindestens LISP und Perl lernen (Java pocht hart auf das Recht hier genannt zu werden). Neben ihrer Bedeutung als die wichtigsten Hackersprachen stellen diese Programmiersprachen sehr differenzierte Annäherungen an die Programmierung da. Es wird dich auf viele, wertvolle Arten bereichern.

Ich kann keine genaue und komplette Beschreibung angeben, wie man lernt zu programmieren – dazu ist diese Fähigkeit zu komplex. Aber ich kann dir sagen, daß du mit Büchern und Kursen nicht sehr weit kommen wirst (viele, vielleicht die meisten Hacker haben sich alles selbst beigebracht). Was du tun mußt, ist (a) Programm-Code lesen und (b) Programm-Code schreiben.

Programmieren lernen ist, wie in einer natürlichen Sprache gut schreiben zu lernen. Der beste Weg ist Code zu lesen, der von Meistern der Programmierung geschrieben wurde, und dann etwas selber zu schreiben, wieder jede Menge zu lesen und ein bißchen zu schreiben, wieder lesen und diesmal mehr zu schreiben… und dies alles so lange zu wiederholen, bis du beginnst Stärken und Effizienz in deinen Arbeiten zu entwickeln.

Guten Programmcode zu finden, der sich zum Lesen eignet, war früher ziemlich schwer, weil es einfach so wenig große Programme als Quelltext für Grünschnäbel zum Lesen und Herumbasteln gab. Dies hat sich dramatisch geändert; kostenlose Software, kostenlose Programmierwerkzeuge und kostenlose Betriebssysteme (alles als Quelltext verfügbar und alles von Hackern geschrieben) ist jetzt weitgehend verfügbar. Was uns nahtlos zu unserem nächsten Thema bringt…

Hol dir eins der kostenlosen UNIXe und lerne wie man es benutzt und betreibt.
Ich nehme an, du hast einen PC oder kannst auf einen zugreifen (diese Kids von heute haben es so einfach :-)). Der einzige wichtige Schritt, den jeder Newbie in Richtung des Erwerbes von Hackerfähigkeiten tätigen kann, ist es sich eine Kopie von Linux oder von einem der kostenlosen B S D- UNIXe zu besorgen, diese auf einem PC zu installieren und sie zu starten.

Klar, es gibt noch andere Betriebssysteme in der Welt außer UNIX. Aber sie werden in binärer Form ausgeliefert – du kannst also den Code weder lesen noch verändern. Unter DOS, Windows oder MacOS hacken zu lernen ist, wie wenn du mit einer Zwangsjacke Ballett tanzen lernen sollst.

Außerdem ist UNIX das Betriebssystems des Internet. Während du das Internet benutzen kannst ohne UNIX zu kennen, kann du kein Internet-Hacker sein ohne UNIX zu verstehen. Dies ist der Grund warum die Hacker-Gemeinde heutzutage stark UNIX-zentriert ist. (Dies war nicht immer so, und manche Hacker aus den alten Zeiten sind ganz und gar nicht glücklich damit, aber das Zusammenspiel zwischen UNIX und dem Internet scheint so stark geworden zu sein, daß sogar Microsofts Muskelspiele sie nicht zu trennen vermag.)

Um mehr über UNIX zu lernen lies The Loginataka.

Wenn du Linux haben möchtest, lies Linux Links.

Lerne das Web zu benutzen und HTML-Code zu schreiben.
Die meisten Dinge, die die Hacker-Kultur geschaffen hat, arbeiten außerhalb der Sichtweite des Normalsterblichen, hinter den Mauern von Fabriken, Universitäten, Büros ohne Auswirkung auf das Leben der Nichthacker. Das Web ist die eine, große Ausnahme, das große, glänzende Hackerspielzeug, dessen weltverändernde Eigenschaften sogar Politiker zugeben. Allein wegen dieses Grundes (und wegen vielen anderen noch dazu) mußt du lernen, wie man mit dem Web umgeht.

Das heißt jetzt nicht, daß du nur einen Browser bedienen können mußt ( das kann jeder), sondern, daß du HTML, die Präsentationssprache des Webs, schreiben lernst. Wenn du keine Ahnung hast wie man programmiert, wird dir das Schreiben von HTML ein paar geistige Verhaltensweisen beibringen, die dir beim Lernen einer Programmiersprache helfen werden. So baue dir also deine eigene Homepage.

Aber einfach nur eine Homepage zu haben, ist nicht einmal annähernd genug, um dich zu einem Hacker zu machen. Es gibt Tausende Homepages im Web. Die meisten sind sinnloser, gehaltloser Dreck – zugegeben, sehr schicker Dreck, aber doch nichts anderes als Dreck (mehr über dieses Thema gibt’s auf der The HTML Hell Page).

Um betrachtenswert zu sein muß deine Seite Inhalt haben – sie muß interessant und/oder nützlich für andere Hacker sein, was uns auch schon wieder zum nächsten Thema bringt…

Status in der Hackergemeinschaft

Wie in den meisten Kulturen ohne Geldwirtschaft, basiert die Hackergemeinde auf Ruf und Ansehen der Mitglieder. Du versuchst interessante Probleme zu lösen, aber wie interessant und wie gut deine Lösungen wirklich sind, entscheiden nur diejenigen, die dir ebenbürtig oder überlegen sind.

Folglich wirst Du, wenn du den Hacker-Weg wählst, lernen müssen dich hauptsächlich auf Grunde der Achtung und der Haltung der anderen Hacker gegenüber deinen Fertigkeiten einzuschätzen (deshalb bist du auch kein Hacker, solange andere Hacker dich nicht so nennen). Diese Tatsache wird durch das Bild des Hacker als Einzelgängers und dem Hacker-Tabu, daß das Ego oder Wertschätzung von anderen Menschen überhaupt in irgendeiner Weise einen Einfluß auf die Motivation eines Einzelnen haben könnten (mittlerweile abflauend, aber immer noch existent), getrübt.

Im Fachjargon ist die Hacker-Gemeinde das, was die Antropologen eine Geschenk-Kultur nennen. Status und Anerkennung können in ihr weder durch Beherrschung von anderen Menschen, noch durch Schönheit, Besitz usw. erreicht werden, sondern nur, indem man Dinge freiwillig weggibt. Genaugenommen, indem du deine Zeit, Kreativität und Ergebnisse deiner Fähigkeiten mit anderen Menschen teilst.

Hier eine Liste der 5 Dinge, die du tun kannst, um dir den Respekt der Hacker zu verdienen:

Schreibe Software, die jeder kostenlos benutzen kann.
Der erste (zentralste und traditionellste) Punkt besteht darin, Programme zu schreiben, welche andere Hacker als nützlich und/oder unterhaltsam ansehen und diese der gesamten Hacker-Kultur zur Verfügung zu stellen.

Die höchst verehrten Halbgötter der Hackergemeinde sind diejenigen, die große und leistungsfähige Programme geschrieben haben, welche ein weitverbreitetes Bedürfnis decken, und sie danach zur kostenlosen Nutzung freigestellt haben.

Hilf dabei, kostenlose Software zu testen und Fehler zu finden
Man kann auch helfen, indem man Fehler in kostenloser Software sucht. In dieser unvollkommenen Welt verbringen wir zwangsläufig die meiste Zeit in der Fehlersuche. Das ist der Grund, warum jeder Autor von kostenloser Software, der noch bei Sinnen ist, dir bestätigen wird, daß ein guter Beta-Tester (der weiß, wie man Symptome präzise beschreibt, Fehlerquellen lokalisiert, Fehler einer frühen Version toleriert und bereit ist, ein paar Test-Durchläufe zu machen) mehr wert ist als sein Gewicht in Gold aufgewogen. Sogar ein einzelner Beta-Tester ist manchmal genug um einen erschöpfenden, langatmigen Alptraum in eine lehrreiche Fehlersuche zu verwandeln, die kaum noch ein Ärgernis darstellt.

Wenn du ein Newbie bist, versuche, ein in der Entwicklung steckendes Programm zu finden, welches dich interessiert, und versuche ein guter Beta-Tester zu sein. Es ist ein natürlicher Prozeß vom Testen eines Programmes zum Durcharbeiten eines Programms zum Verändern eines Programmes. Du wirst eine Menge daraus lernen und jede Menge gutes Karma bei den Leuten erzeugen, denen du geholfen hast und die dir auch helfen werden.

Veröffentliche nützliche Informationen
Eine andere gute Sache ist es, interessante und nützliche Informationen zu sammeln und diese in Form von Web-Seiten oder FAQs (Frequent Asked Questions – Häufig gestellte Frage) verfügbar zu machen.

Diejenigen Hacker, die große, technische FAQs warten und erweitern sind fast so hoch angesehen wie Freeware-Autoren.

Hilf mit, die Infrastruktur am Leben zu halten
Die Hackerkultur (und die technische Weiterentwicklung des Internets insbesondere) lebt von der Arbeit von Freiwilligen. Es gibt einen Haufen unrühmlicher Arbeit, die getan werden muß, damit alles weiter gehen kann: Betreuen von Mailinglisten, Moderieren von Newsgroups, Warten von großen Software-Archiven, Entwickeln von RFCs und anderen technischen Standards, sind nur die bekanntesten Beispiele.

Leuten, die diese Art von Arbeit gut machen, wird viel Respekt entgegengebracht, weil jeder weiß, daß diese Arbeiten Zeit in großen Massen verschlingen und wohl kaum so viel Spaß machen, wie mit Programmcode zu spielen. Diese Arbeit zu tun erfordert sehr viel Hingabe.

Hilf der Hackerkultur
Schließlich und endlich, kannst du helfen, indem du das Hackertum propagierst (indem du z.B. genaue Anleitungen schreibst, wie man ein Hacker werden kann :-)). Dies ist etwas, zu dem du erst in der Lage sein wirst, wenn du schon eine Weile dabei und bekannt für eine der ersten vier Dinge geworden bist.

Die Hackerkultur kennt keine Anführer, aber es gibt Helden der Kultur, Geschichtsschreiber und Sprecher. Wenn du lange genug im Schützengraben lagst, mag es sein, daß du in eine dieser Positionen hinein wächst. Achtung: Hacker mißtrauen zu viel offensichtlichem Selbstbewußtsein bei ihren Oberen, weshalb es gefährlich ist offenkundig nach diesem Ruhm zu streben. Anstatt dafür zu kämpfen, solltest du dich lieber so anstellen, daß sie dir ganz von selbst in den Schoß fällt, und dann sei bescheiden und dankbar für deinen Status.

Die Hacker/Nerd Verbindung

Aller landläufigen Meinungen zum Trotz mußt du kein Nerd sein, um ein Hacker werden zu können. Natürlich kann es ziemlich nützlich sein, und viele Hacker sind in der Tat Nerds. Ein sozialer Grenzfall zu sein, kann dir helfen, dich auf die wichtigen Dingen wie Hacken und Denken zu konzentrieren.

Aus diesem Grund haben viele Hacker die Bezeichnung ‚Nerds‘ für sich selbst angenommen oder benutzen sogar den noch härteren Begriff ‚Geek‘ wie eine Art Auszeichnung – es bedeutet für sie oft die Unabhängigkeitserklärung vom sozialen Normalbild der Alltagsgesellschaft. Schau dir die Wikipedia Gee Geek Seite an, um mehr zu erfahren.

Wenn du es schaffst, dich genug aufs Hacken zu konzentrieren, darin gut zu sein und auch noch ein normales Leben zu führen, ist das natürlich super. Dies ist heute viel einfacher als es war, als ich ein Newbie war; die Alltagskultur ist heute viel freundlicher zu Technik-Nerds als sie es damals war. Es gibt sogar eine steigende Anzahl von Menschen, die bemerken, daß Hacker oft eine sehr gute Partie als Freund/Freundin/Ehefrau/Ehemann abgeben. Mehr Informationen gibt’s hier: Girl’s Guide to Geek Guys. [Kopie der Originalseite, da der Link nicht mehr existiert. cefalon, 03.01.2003]

Wenn du hacken möchtest, weil du kein Leben oder keinen Sinn im Leben hast, ist das auch in Ordnung – du wirst wenigstens nie das Problem haben, daß du dich nicht mehr konzentrieren kannst. Vielleicht wirst du später deinen Zugang zum Leben, vielleicht sogar durchs Hacken, finden.

Zusätzliche Faktoren bezüglich des Stils

Nochmal, um ein Hacker zu sein, mußt du die Hacker Gedankenwelt betreten. Es gibt ein paar Sachen, die du tun kannst, wenn du keinen Zugang zu einem Computer hast. Sie sind kein Ersatz für das Hacken (es gibt nichts, was wirklich ein Ersatz wäre) aber viele Hacker tun sie und haben das Gefühl, daß diese Dinge eine Art besitzen, die sie dem Hacken verwandt macht.

Lies Science-Fiction Bücher und besuche Science-Fiction Kongresse (ein guter Weg Hacker und zukünftige Hacker zu treffen).
Studiere die Zen Lehre und/oder lerne eine Kampfsportart (Die geistige Disziplin scheint in wichtigen Punkten übereinzustimmen).
Entwickle ein analytisches Ohr für Musik. Lerne einzigartige Arten von Musik einzuschätzen. Lerne ein musikalisches Instrument zu beherrschen oder wie man singt.
Entwickle Verständnis für Wortspiele.
Lerne, in deiner Muttersprache sehr gut zu schreiben. (Eine überraschende Zahl von Hackern, inklusive die Besten, die ich kenne, sind fähige Schreiber.)
Je mehr Dinge du von diesen bereits tust, desto wahrscheinlicher ist es, daß du von Natur aus ein Hacker bist, oder zumindest dafür veranlagt bist. Warum es gerade diese Dinge sind, ist bis heute nicht genau geklärt, aber sie scheinen mit einer Kombination aus Denkprozessen der rechten und linken Gehirnhälfte zu tun zu haben, welches wichtig zu sein scheint ( Hacker sind gezwungen sowohl logisch zu begründen, als auch in der Lage zu sein, aus der unmittelbaren Logik der momentanen Betrachtung des Problems auszuscheren).

Schließlich noch ein paar Dinge, welche du nicht tun solltest:

Benutze keine dummen, grandiosen Benutzer- oder Bildschirmnamen.
Laß dich nicht in FlameWars im Usenet (generell nirgendwo) verwickeln.
Nenne dich nicht „Cyberpunk“, und verschwende keine Zeit mit irgend jemanden, der sich so nennt.
Schreibe keine e-Mails oder News-Beiträge, die voll von Rechtschreibfehlern oder schlechter Grammatik sind.
Das Einzige was dir zuteil werden wird, wenn du dich so verhältst, ist Spott. Hacker vergessen nicht so schnell – es könnte Jahre dauern, bis du es wieder ausgeglichen hast.

Weitere Quellen

Übersetzungen dieses Textes sind auf meiner FAQ-Page verfügbar.

Die Loginataka bietet einige Stichpunkte über das richtige Erlernen und die Einstellung eines Unix-Hackers.

Ich habe außerdem A brief History of Hackerdom geschrieben.

Peter Seebach wartet ein exzellentes Hacker FAQ für Manager, die endlich mal wissen wollten, wie sie mit Hacker umgehen sollten.

Ich habe einen Aufsatz geschrieben, Die Kathedrale und der Basar , welcher die wichtigsten Punkte der Lebensweise der Linux-Kultur erklärt. Er ist auf meiner Essay-Seite zu finden.

Häufig gestellte Fragen

F: Wirst du mir beibringen, wie man hackt?

A: Seit der ersten Veröffentlichung dieser Seite bekomme ich jede Woche mehrere Anfragen von Leuten, die mich bitten, ihnen „alles übers Hacken beizubringen“. Unglücklicherweise, habe ich weder genug Zeit, noch Energie um dies zu tun, meine eigenen Hacker-Projekte verbrauchen 100% meiner Zeit und wollen noch viel mehr.

Selbst wenn ich Zeit und Muße hätte: Hacken ist eine Einstellung und eine Fertigkeit, die du dir einfach selbst beibringen mußt. Du wirst herausfinden, daß echte Hacker bereit sind dir zu helfen, du darfst nur nicht erwarten, daß sie dich beachten, wenn du darum bettelst, all ihr Wissen zu bekommen.

Lerne zuerst ein wenig. Zeig das du es wirklich versuchst, zeig, daß du wirklich fähig bist, selbständig zu lernen. Dann besuche die Hacker, die dir entsprechen und frage sie.

A: Eins ist sicher, nicht im IRC – das ist was für Flamer und Cracker. Der beste Weg ist es, eine UNIX oder Linux Benutzer Gruppe in deiner Nähe zu finden und zu ihren Treffen zu gehen (es gibt ein Verzeichnis auf der Linux Users‘ Group Page).

F: Welche Programmiersprache soll ich als erste lernen?

A: HTML, wenn du es immer noch nicht weißt. Es gibt Unmengen schlechter HTML-Bücher da draußen und besorgniserregend wenig gute. Ich empfehle: HTML: The Definitive Guide.

Wenn du bereit bist, mit echter Programmierung zu beginnen, würde ich Perl oder Python empfehlen. C ist sehr wichtig, ist aber auch sehr viel schwerer.

F: Wie kann ich anfangen? Wo bekomme ich eine kostenlose UNIX-Version her?

Irgendwo auf dieser Seite habe ich einen Links installiert, wie man an Linux rankommt. Um ein Hacker zu sein, brauchst du Motivation, Initiative, sowie die Eigenschaft eigenständig zu lernen. Beginne JETZT …

Ende

Dieser Text wurde von von Eric Raymond verfaßt und ursprünglich von Christopher Özbek ins Deutsche übersetzt. Der c4 hat die Übersetzung überarbeitet und mit dem Jargonfile verlinkt.

Eric, und damit auch dieser Text, ist nach CCC Auffassung ein Vertreter der konservativen Hacker-Fraktion. Das ist nicht schlimm, allerdings teilen wir einige seiner Ansichten ganz und gar nicht.
Beispielsweise erzählt Eric erst davon, daß Hacken nicht unbedingt mit Computern zu tun hat, dann schreibt er, daß man zwingend programmieren können muß. Auch scheint es in Erics Welt eine klare Trennlinie zwischen gut und böse, zwischen richtig und falsch zu geben. Wir glauben das nicht. Im Beziehungsgeflecht zwischen Hacken, Phreaken und Cracken, zwischen Industrie, Politik, Journallie und Geheimdiensten, gibt es viel zu viele Grauzonen. In diesem Zusammenhang legt Eric unserer Meinung nach auch viel zu wenig Wert auf den politischen Aspekt des Hackens. Technik ist immer auch ein Herrschaftsinstrument, hinter die heilige Technik zu schauen ist deshalb immer auch ein Akt der Rebellion.

Trotzdem hat Eric einen Text mit viel Wahrheit verfaßt. Mehr zum Thema findest Du vielleicht in der Wie werde ich ein Hacker – HOWTO/chaos
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Gebrauchsanweisung für Hacker
mit Virus infiziert ?

von Igelin @ 2012-07-10 – 09:02:42

Ich habe Deine Angabe geprüft. Es stimmt : Wenn man direkt antwortet, würde an diesen Buchstabendreher geantwortet. Ich hatte Dir aber dann an Deine wirkliche Adresse gemailt. Kam das auch nicht an ?

nein

Und dann fiel mir was auf : Normalerweise kann ich bei inbox.com die Mails bei Bedarf auch als „raw“ ansehen. Erst da sieht man dann die Details, also die Zieladresse. Ich habe einen automatischen Remail-Text eingegeben, den jeder bekommt, der mir dahin zu schreiben versucht.

Dahin kam dann mit dem Betreff „Re: Unerreichbarkeit Guten Tag“ diese Nachricht :
„diese Mail kommt nicht von mir – bitte auf keinen Fall die angehangene Datei öffnen – wahrscheinlich ein Virus enthalten“

Und das Merkwürdige : Bei @inbox.com kann ich jetzt KEINE Datei mehr im RAW-Modus öffnen, sondern bekomme den Text „Access denied. Session has expired.“, also auf deutsch „Zugriff verweigert. Sitzung ist abgelaufen.“ Ich will jetzt nichts herbeireden, aber es kann sein, daß jede E-Mail-Adresse, mit der man auf die Fakes an die umgeleitete Adresse antwortet, und sei es auch nur durch solch automatischen Remail-Text wie ich ihn benutzt habe, auch irgendwie infiziert wird.
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gefährliche Antibabypille

von Igelin @ 2012-07-10 – 08:48:13

Antibabypillen
14./15. April 2012, Kölner Stadt-Anzeiger
Bayer zahlt wegen der Pille viel Geld

YASMIN: Angeblich erhalten Klägerinnen außergerichtlich im Schnitt 220 000 Dollar

Leverkusen. Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will in den USA Klagen zu seinen Antibabypillen Yasmin und Yaz weiter außergerichtlich beilegen, sagte eine Bayer-Sprecherin. Bis Ende Februar war in 170 Fällen ein Vergleich ohne Schuldanerkenntnis erzielt worden, hatte Bayer-Chef Marijn Dekkers bei der Bilanzvorlage gesagt. Zu Medienberichten über inzwischen erfolgte Zahlungen von durchschnittlich 220.000 Dollar in insgesamt 500 Fällen wollte Bayer keine Stellung beziehen. Insgesamt sind in den USA über 11.000 Klagen anhängig.
Die Klägerinnen werfen Bayer vor, nicht angemessen über Risiken der Medikamente wie die Entstehung von Blutgerinnseln aufgeklärt zu haben. Dies habe bei Anwenderinnen zu Gesundheitsschäden bis hin zu Todesfällen geführt. Erst am Mittwoch hatte Bayer angekündigt, in den USA die Warnhinweise in den Beipackzetteln zu verschärfen.

Die Verhütungsmittel sind wichtige Umsatz- und Gewinnbringer. 2011 setzte Bayer damit 1,1 Milliarden Euro um.

Die „Coordination gegen Bayer-Gefahren“ teilte mit, inzwischen hätten auch deutsche Betroffene Klage eingereicht. Die Coordination verlangt ein umgehendes Verbot der Produktgruppe. Ein Einlenken von Bayer sei erst zu erwarten, wenn die Entschädigungen die Gewinne durch den Verkauf überstiegen. Dies sei „zynisch“, urteilt die Coordination.
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Nina Hagen

von Igelin @ 2012-07-10 – 08:46:24

Süddeutsche Zeitung, 20. April 2012
Die Rockmusikerin Nina Hagen, Förderin der Coordination gegen BAYER-Gefahren, gratulierte uns kürzlich: „Viele herzliche Glück- und Segenswünsche an alle Freunde und Mitstreiter der Coordination gegen BAYER-Gefahren zum 30-jährigen Hauptversammlungs-Jubiläum! Ich bewundere und unterstütze Euch von ganzem Herzen, frei nach dem Motto: The People United Will Never Be Defeated.“ Die Glückwünsche wurden heute in der Süddeutsche Zeitung nachgedruckt.

Weiter schreibt die SZ: „Die CBG hat tausend Mitglieder und Förderer; auf der nächsten Hauptversammlung am 27. April sollen tödliche Pharma-Studien in Indien, Antibiotika in der Massentierhaltung, Risiken bei Antibabypillen und Bienensterben angeprangert werden.“

alle Infos zur Hauptversammlung
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Rheinische Post

von Igelin @ 2012-07-10 – 08:45:15

Rheinische Post
Rheinische Post, 25. April 2012

Kritiker: Tote durch Bayer-Tests

Die Vorwürfe klingen hart, die die Verfasser der Gegenanträge zur Bayer-Hauptversammlung am kommenden Freitag erheben. Auf 15 Seiten ist aufgelistet, was vor allem die Vereinigung Coordination gegen Bayer-Gefahren dem Konzern und seinen Managern, aber auch dem Aufsichtsgremium um Manfred Schneider vorwirft.

Der muss sich in seiner letzten Aktionärsversammlung als Aufsichtsratschef die Kritik gefallen lassen, dass Bayer immer mehr gefährliche Medikamenten-Tests in Schwellenländer verlege. „Dort locken ein großes Reservoir an Probanden, niedrige Preise, schnelle Verfahren und geringe behördliche Aufsicht. Allein in Indien kam es bei Menschenversuchen von Bayer zu mindestens 138 Todesfällen“, kritisiert Axel Köhler-Schnurra vom Vorstand der Coordination gegen Bayer-Gefahren. Unter anderem lasse Bayer in Indien sein Krebsmittel Nexavar, das Thrombose-Präparat Xarelto und das Potenzmittel Levitra testen. Das indische Gesundheitsministerium verzeichnte innerhalb der vergangenen vier Jahre 138 Todesfälle bei Versuchsteilnehmern, vier davon bei Xarelto-Tests. „Bayer hat den Hinterbliebenen Entschädigungen von gerade mal 5250 Dollar gezahlt – in Europa drohen in solchen Fällen Millionenklagen“, schreibt Köhler-Schnurra. Allein deshalb sei der Vorstand von den Aktionären nicht zu entlasten. Vielmehr solle Bayer relevante Daten zu klinischen Studien in Indien offenlegen.

Unlautere Vermarktungsmethode
Seit Jahren auf der Liste der Gegenanträge: die Kritik an den Pestiziden Gaucho und Poncho. Sie sollen laut Coordination für Bienensterben mitverantwortlich sein. Dennoch stelle Bayer aus „Profitgründen“ den Verkauf der Wirkstoffe nicht ein.
An Xarelto kritisiert die Coordination „unlautere“ Vermarktungsmethoden: „Zu befürchten ist, dass ein risikoreiches und überteuertes Präparat ohne therapeutischen Zusatznutzen in den Markt gedrückt wird.“ Überhaupt würden hohe Medikamentenpreise nicht vorrangig durch Entwicklungskosten, sondern durch „exorbitantes Marketing“ verursacht.
Die Tierschutzorganisation Peta moniert, Bayer veröffentliche nicht, welche Maßnahmen getroffen würden, um die Einhaltung der „konzerneigenen Grundsätze zu Tierschutz und Tierversuchen“, zu gewährleisten.
Ein Antrag wird Aufsichtsratschef Schneider und Kollegen wohl aufhorchen lassen: „Jedes Mitglied des Aufsichtsrates erhält eine Vergütung in Höhe von monatlich 2000 Euro. Mit dieser festen Vergütung werden die Arbeit und die Auslagen der Aufsichtsratsmitglieder angemessen und hinreichend abgegolten“, fordert ein Aktionär. VON LUDMILLA HAUSER
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Frankfurter Rundschau

von Igelin @ 2012-07-10 – 08:43:43

Frankfurter Rundschau
Frankfurter Rundschau, 27. April 2012

Kritische Bayer-Aktionäre

Die Störenfriede

Seit 30 Jahren prangern die Kritischen Aktionäre von Bayer Missstände an. Sie werfen dem Unternehmen vor, sich nicht genügend um Menschen und um die Umwelt zu kümmern.

Der Angriff sitzt: „Bayer verlegt immer mehr gefährliche Medikamenten-Tests in arme Länder.“ So lautet der härteste Vorwurf, den Axel Köhler-Schnura am heutigen Freitag auf der Hauptversammlung gegen den Boss des Leverkusener Pharmakonzerns, Marijn Dekkers, erheben will. Seit 30 Jahren prangern Diplom-Kaufmann Köhler-Schnura und seine multinationalen Mitstreiter der Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) die wechselnden Vorstände auf den alljährlichen Aktionärstreffen an, sich nicht genügend um Menschen und um die Umwelt zu kümmern. Und das alles nur wegen des Profits.

Aktionäre gehören im Allgemeinen nicht zu den schärfsten Kapitalismuskritikern. Köhler-Schnura ist da anders. Dividenden und Kursgewinne lassen ihn kalt. Die Wurzeln der „Coordination“ liegen dort, wo auch der Bayer-Konzern, der heute weltweit mehr als 100.000 Menschen beschäftigt, ursprünglich herstammt, in Wuppertal. In den 70er-Jahren kam es im dortigen Werk des Chemieriesen zu zwei folgenschweren Unfällen; ein Jahr später drohte in einer Fabrik in Dormagen die Katastrophe – hochgiftiges Gusathion wurde freigesetzt.

Die Keimzelle
Die Folge: Es gründeten sich Bürgerinitiativen, wie das damals hieß, aus denen 1978 dann die Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) erwachsen ist. Diese Nichtregierungsorganisation wurde später sogar zur Keimzelle einer neuen linken Bewegung, der Kritischen Aktionäre.
Vor 30 Jahren überraschten dann CBG-Mitglieder erstmals auf einer Hauptversammlung. „Der Vorstand hatte damals vollkommen die Contenance verloren“, freut sich Köhler-Schnura heute noch immer schelmisch. Mittlerweile fährt den Managern auf dem Podium kein Schreck mehr in die Glieder, wenn der Block der Kritischen Aktionäre seine Stammplätze Auge in Auge links vor dem Konzern-Vorstand einnimmt.

„1982 hatten wir Vorstandsboss Professor Grünewald aus dem Konzept gebracht, weil damals überhaupt das erste Mal die Profite von Bayer hinterfragt wurden.“ Das sei auch heute noch regelmäßig ein Thema, sagt Köhler-Schnura. Dabei ging es damals um die gleichen Kritikpunkte wie heute auch: Pestizide, Pharmaversuche an Menschen, Umweltprobleme, Kampfstoffe in der Ostsee. „Es sind die immer gleichen Probleme, nur mit immer neuen Etiketten.“ Beispielsweise PCB. Die krebsauslösende Chlorverbindung fand sich in der Muttermilch und bei Eisbären in der Arktis. Weltweit war PCB bereits in den 70er-Jahren geächtet worden, die meisten Chemiekonzerne stellten die Produktion ein. Nur Bayer habe bis Ende der 80er-Jahre weiter produziert, beklagt der Vater dreier Töchter. „Bayer nutzte die Chance, um Extraprofite zu ziehen.“ Die Nachkommen müssten nun das Entsorgungsproblem lösen, Schulen und landwirtschaftliche Flächen müssten saniert, PCB entsorgt werden. Sollte dies nicht Verursacher Bayer zahlen, fragen die CBG-Aktionäre.

Die Bayer-Coordination blieb nicht lange allein. 1986 wurde mit ihrer Hilfe der „Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre“ in Köln gegründet. Mittlerweile treten die Grundsatzkritiker auf den Hauptversammlungen von zwei Dutzend deutscher Aktiengesellschaften auf, unter anderem bei Daimler, dem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und bei Siemens. Und der moderne Finanzkapitalismus macht die Proteste spürbarer als früher: Prozesse in angelsächsisch geprägten Ländern „belasten schnell den Cash-Flow“, und politische Diskussionen über die Sicherheit von Antibabypillen oder Pharmaversuche an Tieren verhageln die Wert-Perspektive, kosten also viel Geld, belasten die Bilanz, und ärgern alle Aktionäre, warnt Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Die Gegenanträge der Coordination kannte der Analyst nicht; die Kontakte zwischen den verschiedenen Aktionärssphären sind spärlich.

Vernetzt in 40 Ländern
Wenn die Bayer AG irgendwo auf der Welt investiert, die Coordination ist schon da. Die CBG-Zentrale hält Kontakt mit Akteuren in 40 Ländern „auf allen Kontinenten“, so CBG-Pressesprecher Philipp Mimkes. Das zeitigt Wirkung: Als sich in einem 300-Seelen-Nest in Australien Widerstand gegen ein neues Pestizidwerk erhob, griffen die Menschen auf Amtshilfe der CBG zurück. Es kam zur landesweiten Volksabstimmung. Bayer verlor. Und nach der Beinahe-Katastrophe durch Bophal-Giftgas 2008 in West Virginia, USA, ließen sich Behörden und Kongress von der Coordination beraten.

Freunde macht man sich mit solchen Aktionen in der Leverkusener Konzernspitze kaum. Die Bayer AG selber beschwert sich über das „Ungleichgewicht“ gegenüber der Coordination gegen Bayer-Gefahren, deren Anträge immerhin 15 Seiten umfassen. Es bedürfe nur „weniger Worte“, um harte Angriffe zu formulieren, erklärt ein Konzernsprecher auf Anfrage, aber die Widerlegung von Behauptungen benötige „lange Ausführungen“.
Dafür bietet die heutige Hauptversammlung in der Messehalle 7 in Köln-Deutz eine günstige Gelegenheit.

Klagen in den USA

Hauptversammlung: Weltweit ist das Aktionärstreffen bei Bayer wohl das einzige, das von Kritischen Aktionären dominiert wird. Auf der letzten kamen 30 der 35 Redebeiträge aus dem Umfeld der Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG). Die Chemie-Manager werden sich in der Kölner Messehalle wieder harte Kritik anhören müssen. So soll Bayer verstärkt gefährliche Medikamenten-Versuche in Schwellenländer verlegen.

Versuche: Allein in Indien „kam es bei Menschenversuchen von Bayer zu mindestens 138 Todesfällen“, kritisiert die CBG. Als Quelle beruft sich die Organisation auf das indische Gesundheitsministerium. Unter anderem lasse Bayer in Indien seine Krebsarznei Nexavar, den umstrittenen Gerinnungshemmer Xarelto und das Potenzmittel Levitra testen.
Bayer hat den Hinterbliebenen nach Angaben der CBG Entschädigungen von lediglich 5250 Dollar gezahlt. In Europa drohen in solchen Fällen Millionenklagen.

Pestizide: Auf Kritik stoßen auch die Pestizide „Gaucho“ und „Poncho“, die für das Bienensterben in aller Welt mitverantwortlich gemacht werden. Im Mittelpunkt werden auch die Klagen von tausenden US-Bürgerinnen wegen Nebenwirkungen der Antibabypille Yaz und der erwartete Schadensersatz für amerikanische Landwirte wegen einer fehlerhaften Reissorte stehen.

Bayer: Der Konzern wehrt sich gegen die Vorwürfe. Die Forschung und Entwicklung stimme selbstverständlich mit den weltweit gültigen ethischen Standards zur Prüfung von Medikamenten an Menschen überei
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Artikel aus Junge Welt

von Igelin @ 2012-07-10 – 08:40:50

junge Welt
09. Mai 2012 / junge Welt
»Die Einbrecher hinterließen keine Spuren«

Mysteriöse Attacken auf das Büro von Bayer-Kritikern: Steckt der Chemiekonzern dahinter? Ein Gespräch mit Axel Köhler-Schnura

Interview: Gitta Düperthal

Axel Köhler-Schnura ist Gründungsmitglied der Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG), der Stiftung ethecon, des Dachverbands Kritischer Aktionärinnen und Aktionäre, sowie Genossenschafter der jungen Welt und der taz

In Ihre Büro- und Wohnräume wurde in den vergangenen Monaten mehrfach eingebrochen, es gab Hacker-Attacken auf Ihren Computer. Gibt es Hinweise, daß dies im Zusammenhang mit Aktivitäten der »Coordination gegen Bayer-Gefahren« stehen könnte, etwa Ihrer Kritik bei der Hauptaktionärsversammlung des Konzerns?
Die Attacken, die seit Jahresbeginn anhalten, sind mysteriös. Eingebrochen wurde in das Haus, in dem ich mit meiner Familie wohne, in dem ich mein Büro habe und in dem sich auch die Stiftung ethecon befindet. Es wurden Datenträger und Geräte entwendet, die mit meiner politischen Arbeit zu tun haben: unter anderem mein Notebook, das Handy und eine Kamera. Spuren haben die Einbrecher zwar nicht hinterlassen – aber sie haben immer nur ein oder zwei Gegenstände mitgenommen, die sie aber auch schon vorher hätte stehlen können. So, als wollte man die Warnung hinterlassen: Wir waren da!
Daß wir die Schließlanlage mehrfach ausgewechselt haben, hat nichts geholfen. Weder wir selber, noch die Kriminalpolizei können uns einen Reim darauf machen – letztere geht von Profis aus. Deshalb gibt es Vermutungen, daß all das mit den Konzernen zu tun haben könnte, mit denen ich mich angelegt habe.

Was schadet der Bayer AG aktuell am meisten? Ihre Kritik an tödlichen Menschenversuchen in Indien und der Arbeitsplatzvernichtung in Europa? Oder Ihr Vorwurf, daß Bayer gefährliche Medikamente in Umlauf bringt oder durch Gifte das weltweite Sterben von Bienen verursacht?
Bayer ist der einzige Konzern weltweit, der seit mehr als 30 Jahren keine geordnete Aktionärshauptversammlung mehr durchführen konnte – die Mehrheit der Redner wird nämlich von uns gestellt. Die Presse titelte nach der Hauptversammlung am 27. April »Zwischen Jubel und Tribunal«. Dem Aktienkurs tut das natürlich nicht gut.
Unsere Kritik wird bei den Wertungen der Rating-Agenturen berücksichtigt und spielt auch bei Depotentscheidungen von Regierungen eine Rolle. Bayer wollte z. B. ein Werk für 350 Millionen Dollar in Taiwan bauen – auch das hat nicht geklappt.

Deshalb käme Bayer als Auftraggeber in Frage?
Man könnte fragen: Warum sollte ein Konzern, mit dem ich mich schon seit über 30 Jahren streite, ausgerechnet jetzt so agieren? Möglicherweise hängt es damit zusammen, daß Bayer mit Marijn Dekkers einen neuen Vorstandsvorsitzenden hat . Wer es auch war: Entweder geht es darum, uns auszuspionieren – dann hören die Einbrüche irgendwann auf. Oder wir sollen eingeschüchtert werden, dann geht es weiter!

Gibt es weitere Verdächtige?
Geheimdienste z.B., weil wir uns weltweit mit Konzernen anlegen; mit BP in Großbritannien etwa oder dem taiwanesischen Chemie-Konzern Formosa Plastics Group. Es könnte auch Tepco aus Japan dahinter stecken. Die Stiftung ethecon bereitet sich zur Zeit auf die Übergabe des Internationalen »Black Planet Award« vor. Diesen Schmähpreis werden wir in Tokio an die für die Fukushima-Katastrophe Verantwortlichen des Konzerns übergeben.

Es gibt aber keine konkreten Anhaltspunkte?
Die Kripo ist ratlos. Sicherheitstechnik ist für diese Einbrecher offenbar kein Problem. Sie haben einen Schaden in Höhe von 10000 bis 14000 Euro verursacht – Versicherungsschutz gibt es nicht, weil diese Angriffe als Schleicheinbrüche gewertet werden.

Ist das eine neue Entwicklung, die Sie nur persönlich betrifft?
Nein, solche Aktivitäten von Konzernen nehmen zu. Sie dehnen ihre Macht ständig weiter aus und beteiligen sich an verdeckten Operationen gegen demokratische Bewegungen. In der Schweiz läuft aktuell ein Prozeß gegen Nestlé wegen Infiltration einer ATTAC-Gruppe. Bekannt ist auch der Fall »Manfred Schlieckenrieder«, der im Auftrag von Shell, BP, des BND und des Verfassungsschutzes geheimdienstlich gegen Mitglieder demokratischer Organisationen vorging.

Wie reagieren Sie auf die Übergriffe?
Wir machen weiter wie gehabt, brauchen aber den Schutz der Öffentlichkeit und Rückenstärkung durch Mitglieder und Spenden.
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Artikel aus Junge Welt
Zuhälter der Pharmalobby ?

von Igelin @ 2012-07-10 – 08:36:46

Einbruch-Serie
die tageszeitung, 9. Mai 2012

Einbruchssserie bei Konzernkritiker

Aktionär unter Attacke

Hackerangriffe, drei Einbrüche in sein Büro und seine Wohnung: Der prominenteste Konzernkritiker Deutschlands, Axel Köhler-Schnura, lebt gefährlich. von Hermannus Pfeiffer

Dreimal wurde zuletzt in sein Büro in Düsseldorf und bei ihm privat eingebrochen, auch Hacker haben es auf ihn abgesehen. Aber die aktuelle Einbruchserie ist nicht die erste Attacke, die Konzernkritiker Axel Köhler-Schnura (63) überstehen musste.

Seine Kritik an dem Chemiekonzern Bayer rief in der Vergangenheit schon mehrfach Werkschutz und Verfassungsschutz auf den Plan. Auch ausdauernde Kommunismus-Schelte oder die Gründung eines gelben Aktionärsverbandes konnten Köhler-Schnura nicht stoppen.

Der Diplom-Kaufmann gilt als Vater einer ganzen Bewegung: Aktionäre gehören im Allgemeinen nicht zu den schärfsten Kapitalismuskritikern. Köhler-Schnura jedoch lassen Dividenden und Kursgewinne kalt, dagegen interessiert ihn sehr, ob ein Konzern nun Gifte in die Nordsee kippt oder gegen den Widerstand der Anwohner Pestizid-Werke errichtet. Und er nutzt die Infrastruktur, die einem Anteilseigner offensteht – Zugang zu Hauptversammlungen, Rederecht –, um publik zu machen, was verschwiegen werden soll.

Die Wurzeln seiner „Coordination gegen Bayer-Gefahren“ (CBG) liegen dort, wo auch die Bayer AG, die heute weltweit mehr als 100.000 Menschen beschäftigt, herstammt: in Wuppertal. In den siebziger Jahren kam es im Bayer-Werk Dormagen zu zwei folgenschweren Unfällen. Köhler-Schnura und seine Mitstreiter gründeten Bürgerinitiativen. 1978 erwuchs daraus die „Coordination“. Die Nichtregierungsorganisation wurde zur Keimzelle einer neuen linken Bewegung, der Kritischen Aktionäre.

Bald überraschten CBG-Mitglieder erstmals eine Hauptversammlung. „Der Vorstand hat damals vollkommen die Contenance verloren“, freut sich der Ex-Journalist noch immer. „Aus dem Konzept gebracht haben wir 1982 Vorstandsboss Professor Grünewald, weil überhaupt mal die Profite von Bayer hinterfragt wurden.“ Das sei auch heute noch „das Thema“, so der Vater dreier Töchter. Dabei ging es um die gleichen Inhalte wie heute: Pharma-Menschenversuche, Umweltprobleme, Kampfstoffe in der Ostsee.

Köhler-Schnuras Bayer-Coordination blieb nicht lange allein: 1986 wurde mit ihrer Hilfe der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre in Köln gegründet. Mittlerweile treten die Grundsatzkritiker auf den Hauptversammlungen von zwei Dutzend Aktiengesellschaften auf. Nicht jedem Einbrecher gefällt das.
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Zuhälter der Pharmalobby ?
ein Mitarbeiter von yahoo – ein Hacker ?

von Igelin @ 2012-07-10 – 08:32:23

Guten Morgen
Also ich bin bei Yahoo raus gegangen wegen der ständigen Hackerei. Schon 4 mal hatte ich dort einen Hacker.
Kenne auch noch andere denen es ähnlich geht.
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Hacker bei yahoo ?
Fragen über Fragen

von Igelin @ 2012-07-09 – 23:38:32

Wozu will der Betrüger, aus London die Mail-adressen aus meiner Sammlung ? – braucht er doch nur im Telefonbuch oder Branchenbuch nachsehen – da schreiben viele Betriebe ihre Mail-adresse auf. Und auf Wunsch der christlichen Regierung kann er sogar die Einwohnermeldeämter abfragen.
wo nicht mal die Mütter die Adressen ihrer unterhaltsschuldigen Väter erfahren können.

Und was hat er davon, alle Kontakte zu löschen oder meine Mails ?

Ist der Betrüger vom Geheimdienst und missgönnt mir Informationen ?

Oder ist er von der Stasi oder ein Zuhälter der Psychiater ?

Oder will der Betrüger meine Probleme lösen mit der Psychiatrie und Gerichten und mir meinen Sohn wieder geben ?

Was treibt einen Menschen – in dem Intimbereich eines anderen herumzustöbern ?

Ob er bei dem Betteltripp erfolgreich ist ?
Ist er etwa obdachlos und kann seinen Urlaub in London nicht bezahlen ?

Ich war noch nie in London und werde ganz sicher auch nie dorthin fliegen – kann ich doch kein einziges Wort englisch richtig aussprechen. Ich müsste verhungern weil ich nicht mal weiß, wie Pommes auf englisch heißt.

Ein Urlaub in Schottland würde mir ehr gefallen – weil ich viele romantische Besteller gelesen habe über schottische Clans und Feten untereinander und über Kämpfe mit Breitschwertern und so.

Aber die Druiden auf der Insel Avalon interessieren mich. Ich habe mich lange für die Romane der Autorin Marion Zimmer-Bratley begeistert.

Stattdessen sitze ich hier in Thüringen zwischen hohen Bergen und pflege das Grab meines Sohnes.
Weil ich selbst arm bin wie eine Kirchenmaus – möchte ein geldgeiler Betrüger meine Kontaktadressen benutzen – um sich selbst zu bereichern. Ein bischen verstehe ich das ja – gibt es doch fast keine ordentliche Arbeitsstellen im Lande deutsch. Und auch der Jobcenter hält alles für eine vermittelbare Arbeitsstelle, so sie nur ausgeschrieben ist. Scheiß egal, was da für Arbeiten verlangt werden.

Trotzdem glaube ich nicht, dass der Betrüger unbedingt ein Engländer sein muss – nur weil er erzählt, das er in London hängen geblieben ist.
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Fragen
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von Igelin @ 2012-07-09 – 22:00:43

damit der Betrüger, der meinen Acound bei yahoo gekackt hat – keine Mail bekommt.

Man kann hier noch lesen – aber bitte auch keine Nachricht schreiben, die der Betrüger nicht lesen soll.
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Strafanzeige gegen Hackerangriff auf meinen acourd bei yahoo.

von Igelin @ 2012-07-09 – 19:55:19

Mailformular
Vielen Dank für Ihre Nachricht!

Sie schrieben:
Name: Zierd, Rosel
Straße: Sorghofstraße 10
PLZ, Ort: 36433 Bad Salzungen
Email: roselzierd@yahoo.de
Text: gegen 14.46 wurde mein Acound RoselZierd@yahoo.de durch fremde aufgebrochen, sämtliche Mails gelöscht und ebenso die Kontaktadressen. Alle gespeicherten Kontaktadressen erhielten eine Mail: Guten Tag Details anzeigen lch hoffe du hast dies schnell erhalten,ich bin nach London, UK verreist und habe meine Tasche verloren samt Reispass und Kreditkarte. Die Botschaft ist bereit, mich ohne meinen Pass fliegen zu lassen.Ich muss nur noch für mein Ticket und die Hotelrechnungen zahlen.Leider habe ich kein Geld dabei,meine Kreditkarte könnte helfen aberdie ist auch in der Tasche.Ich habe schon Kontakt mit meiner Bank aufgenommen , aber sie brauchen mehr Zeit, um mir eine neue zu schicken. Ich wollte dich fragen ob du mir ein bisschen Geld so schnell wie möglich leihen kannst. Ich gebe es dir zurück sobald ich da bin. Ich muss unbedingt den nächsten Flug bekommen.Ich kann die die Details schicken wie du mir das Geld zukommen lassen kannst. Du kannst mich per e-mail erreichen oder an der Rezeption des hotels, die Telefonnummern sind +447024029894 oder +447024030611. Ich warte auf deine Antwort… Rosel Zierd. die Antworten oder neue Mails werden umgeleitet auf eine geänderte Adresse: RoselZeird@yahoo.de Es kann möglich sein, dass die angegebenen Telefon-Nummern obwohl nicht vorhanden sehr hohe Telefon-Gebühren kosten. yahoo Betreiber und O2 wurden von mir informiert und um Abhilfe gebeten. Eine Info aus dem Internet besagt, dass in Österreich eine analoge Betrugssache lief und der Verursacher eine Adresse aus Schottland angab wohin das erbettelte Geld gesandt werden sollte. Ansonsten sind die betrügerischen Vorkommnisse analog. Bitte geben Sie die Telefon-Nummern als Sachwort bei google ein. So gut ich konnte, habe ich alle Bekannten über meinen blog im Internet gewarnt. Ich bitte um Kenntnisnahme und entsprechende Bearbeitung
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Strafanzeige gegen Hacker
das Selbstmordprogramm

von Igelin @ 2012-07-09 – 18:26:33

Donnerstag, 23. September 2010

Das Selbstmordprogramm

Unser aller Zukunft zeichnet sich immer düsterer ab. Egal welche Richtung man betrachtet, es scheint, als würden wir Menschen mit aller Gewalt versuchen uns selbst hinzurichten. Gibt es in den Eliten, wo die grossen, uns alle und das System betreffende Entscheidungen getroffen werden, niemanden, der unsere Suizidgefahr erkennt? Oder wird eben darum weitergemacht, ohne Rücksicht auf Verluste?

In den 70ern fiel mir ein Buch in die Hände, das ich, nachdem ich es gelesen hatte, jedem meiner Bekannten aufdrängte, es müsse von uns allen gelesen werden. Der Titel war „Das Selbstmordprogramm“, den Autor habe ich schon lange vergessen. In diesem Buch wurde vor über 30 Jahren auf die für uns Menschen immer akuter werdende Gefahr, die wir uns allerdings selbst schufen und weiterhin schaffen, unseren Lebensraum, und damit unsere Lebensgrundlage ersatzlos zu vernichten, gewarnt. In den über 30 Jahren hat der Mensch nicht dazu gelernt … im Gegenteil! Zugegeben, die Smogstädte der 70er Jahre gibt es nicht mehr, dafür sind haufenweise neue Gefahren aufgetaucht.

Wir wissen um diese Gefahren, zumindest all jene, die selbständig denken können und nicht die Augen vor der Realität verschliessen. trotzdem schaffen wir es nicht, aus diesem Teufelskreislauf herauszukommen.

Nun entwickelt sich diese Geschichte immer schneller, immer dynamischer und die Aussichten werden immer schwärzer. Wir stehen mitten in einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, an der Staaten bis hin zu unser Gesellschaft zerbrechen können. Diese Wahrscheinlichkeit ist sehr, sehr hoch, dass es auch tatsächlich dazu kommen wird, bald dazu kommen wird. Die Kriegsgefahr und damit auch die Ausweitung auf einen weltweiten thermonuklearen Krieg steigt. Die Umweltverschmutzung nimmt Ausmasse an, die man apokalyptisch nennen kann, ich erinnere an die Verschmutzungsexzesse durch Erdöl (Golf von Mexiko, China, Nigeria, …). Zusätzlich versucht man mit neuester Technik das Klima zu verändern und vermutlich auch als Waffe zu verwenden (HAARP, Chemtrails, etc.).

Dabei sollte uns durch die Globalisierung und die Raumfahrt sehr eindrücklich vor Augen geführt werden, wie klein, sensibel und zerbrechlich unser Lebensraum Erde (Terra Gaia) eigentlich wirklich ist. Und, wir haben nur die eine Erde, alles andere ist „Hirntschecherei“, irreale Fiktion. Wir können mit der Grundlage des heutigen Standes der Technik keinen Ersatzplaneten schaffen oder erreichen!!!Das ist schlicht unmöglich! Trotzdem zerstören wir die Erde weiterhin in atemberaubendem Tempo. Und offensichtlich ohne jeglichen Skrupel!

Wenn die Menschheit nicht schnellstens einsieht, dass sie unter allen Rassen, Religionen, Nationen und nur mit Frieden eine Chance zu Überleben hat … und mit einer Lebensweise, die unseren Lebensraum und den Menschen erhält und nicht zerstört!

Wir haben eine tolle Ausrede, das ist die Wirtschaft. Für die Wirtschaft, das heisst, für Profit, wird alles getan, alles menschenmögliche. Sogar gelogen, betrogen, vernichtet, zerstört, denunziert, vergiftet, … Selbst die Grünen, einst hoffnungsvolle Weltretter und Aufdecker, haben sich zu machtgeilen Politikern entwickelt, die möglichst regieren wollen, egal was es kostet. Dadurch haben sie ihre eigentliche Berufung pervertiert und sind heute postkommunistische Materialisten geworden, von denen eine ebenso grosse Gefahr ausgeht, wie von allen anderen Politparteien.

Die Wirtschaft und die Wirtschaftlichkeit wurde zu einem unumstösslichen Sakrileg, dem alles andere untergeordnet wurde. Mein lieber Freund, auch Krieg ist in erster Linie Wirtschaft! Vergiss die Argumente dass irgendwelche Samariter ein Volk von einem bösen Diktator befreien wollen. Es sind ausschliesslich imperialistische Aspekte im Sinne von mehr Profit und mehr Macht ausschlaggebend und das seit Urzeiten.

Offiziell und laut Medien werden derzeit weltweit Lösungen für eine Beendigung der Krise gesucht. Alle, wirklich alle bisherigen Massnahmen, Lösungsversuche und Anstrenungen sind gescheitert – wie auch nicht anders zu erwarten war! Denn eine Lösung gibt es nur in einem weltweiten Umdenken und einer Abkehr vom bisherigen System. Und dies müsste weltweit, unter Einbeziehung aller Staaten und Weltanschauungen passieren. Am besten vorgestern, denn möglicherweise ist es ohnehin schon zu spät! Nur gemeinsam mit einem völlig neuem System, das nicht auf monetärer Basis funktionieren darf, bietet einen Ausweg aus dem Dilemma. Aber noch ist ein nicht monetäres System so weit weg, wie ein Ersatzplanet für die Menschheit. Und glaube mir, niemand, der Vermögen besitzt, würde dies aufgeben! Niemand! Nicht einmal dann, wenn er weiss, dass deswegen das Ende der Menschheit bevor steht. Wie in einem bizarr-apokalyptischen Film würden diese Reichen und Vermögenden noch einmal eine grosse Party feiern … und tanzend untergehen, wie seinerzeit auf der Titanic!

Es gibt keine Rettungsboote! Denn wir können die vergiftete, zerstörte, leer gefischte, verstrahlte, verseuchte, ausgebeutete Erde nicht verlassen! Wir müssen hier bleiben und uns den Gegebenheiten anpassen … nicht versuchen, die Gegebenheiten an uns anzupassen.

Wir haben nicht mehr viel Zeit, metapherhaft gesehen, ist es schon nach zwölf! Solange der Wirtschaft, dem Geld und der Macht soviel Bedeutung zugestanden wird, wird sich nichts, gar nichts ändern!

Wir stehen am Scheideweg und wir sind, das behaupten wir zumindest von uns selbst, denkende, intelligente Wesen (das unterscheidet uns vom Tier … hahahaha!). Also müssten wir alles daransetzen, um das Ruder herumzureissen. Doch die Reichen, die wirklich Reichen, sind zu mächtig, das Volk zu bequem und eigentlich wollen wir nur das tolle Wohlstandsleben, die grosse Party, vor der Krise zurück! Das spielt es aber nicht!

Oft werde ich gefragt, was der Einzelne tun kann. Und da gibt es wahrlich vieles. Nur zur Anregung, was wäre, wenn bei den Landtagswahlen in Wien und in der Steiermark keiner zur Wahl ginge? Die Politiker, die im grunde unsere henker, unsere Scharfrichter sind, sind die einzigen, die sich selbst ihre Stimme geben. Ja, richtig, es ist ein Traum, denn noch geben wir diesen unsere Stimmen, wählen sie, die sie allesamt nicht verdienen …

Was der Einzelne tatsächlich tun kann, werde ich morgen bringen … bis dahin geniesse ich den letzten warmen, schönen Herbsttag für die nächste Zeit …
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das Selbstmordprogramm

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Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat in einer zweiten Anwerbeaktion zwischen 2003 und 2005 versucht, V-Leute aus der rechtsextremen Szene in Thüringen zu gewinne

von Igelin @ 2012-07-06 – 19:22:27

Zweite Werbeaktion des Verfassungsschutzes

Berlin. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat in einer zweiten
Anwerbeaktion zwischen 2003 und 2005 versucht, V-Leute aus der
rechtsextremen Szene in Thüringen zu gewinnen. Dies erfuhr dapd aus Kreisen
des Untersuchungsausschusses zum Rechtsterrorismus am Freitag in Berlin.
Bei der Operation »Saphira« wurden demnach mehr als 40 Personen als
potentielle V-Leute bewertet und 25 daraufhin angesprochen. Wie viele
V-Leute tatsächlich angeworben wurden, ist noch unbekannt.

Beteiligt an der Aktion waren das Bundesamt für Verfassungsschutz sowie das
Thüringer Landesamt. Das Bundesamt wollte weder bestätigen noch
dementieren, daß es eine entsprechende Opera­tion gegeben hat.

(dapd/jW)
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rechtsextreme Verfassungsschützer?
wie die christliche Regierung so ihre deutschen Spione

von Igelin @ 2012-07-06 – 18:55:41

Terrorjournalismus
Geheimdienst bangt um Ansehen
Von Sebastians Carlens

Der Geheimdienstchef muß öffentlich aussagen, Abgeordnete besuchen den
Verfassungsschutz, Ausschußobleute stöbern in Klarnamendateien: So nah wie
dieser Tage ist man deutschen Inlandsspionen noch nie gekommen – und wird
man vermutlich auch für lange Zeit nicht mehr. Mit dem Auftritt des
einstigen Agentenführers Andreas Temme im ARD-Magazin »Panorama« am
Donnerstag hat die Transparenzoffensive der Geheimen ihren bisherigen
Höhepunkt erreicht: Der hessische Verfassungsschützer, als »kleiner Adolf« bekanntgeworden und nach dem neunten mutmaßlichen NSU-Mord im Jahr 2006 erster Verdächtiger, konnte seine Sicht der Dinge beim Kirschen pflücken im heimischen Garten darlegen. Eine Homestory im Abendprogramm.

Der Exspion als unschuldiges Opfer? Seine erwiesenen Lügen bei der
polizeilichen Untersuchung des Mordes, bei dem er zugegen gewesen sein soll – in »Panorama« keine Erwähnung wert. Eine obskure Firma auf seinen Namen, von der Die Zeit berichtet; ein nicht gemeldetes Handy; illegale
Munitionsvorräte in der Privatwohnung – für »Panorama« irrelevant. Und
schließlich die beunruhigenden Aussagen des damals gegen Temme ermittelnden Polizeidirektors Gerald Hoffmann – bei »Panorama« ebenfalls unwichtig. Das Magazin erzählt die Geschichte eines Mannes, der nur mit einer erotischen Chatbekanntschaft flirten wollte und nun mit dem Stigma des falschen Verdachts zu kämpfen hat.

Man kann die Sache auch völlig anders sehen. Die Autoren Stefan Aust und
Dirk Laabs trugen in der Zeit Ungereimtheiten zu Temmes Rolle beim Attentat in Kassel zusammen und stellen die Frage, ob nicht er selbst der Täter gewesen sein könnte. Beweise dafür liefern sie nicht, aber Indizien. Diese wiegen immerhin schwer genug, um auch Ermittler Hoffmann nach wie vor an der Rolle seines – 2007 freigesprochenen – einstigen Hauptverdächtigen zweifeln zu lassen. Wenn die Zeit-Autoren Recht haben, wenn nicht Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Mörder Halit Yozgats sind, sondern Andreas Temme, dann müßte die Geschichte des NSU ganz neu geschrieben werden: Wie gelangte dann die Tatwaffe aus Kassel in die Zwickauer Brandruine? Warum feiert das NSU-Bekennervideo eine Tat, die ein anderer begangen hat? Doch neben dieser ganz großen Verschwörung läßt der Verdacht der Zeit auch eine andere Variante zu: Temme und der NSU könnten zusammengearbeitet haben.
Eine »Strategie der Spannung«, umgesetzt von Verfassungsschutz und
Neonazis? Vielleicht aber ist Andreas Temme tatsächlich unschuldig, vielleicht handelt es sich wirklich nur um einen dummen Zufall – genauer: um hunderte Zufälle. Verschwörungstheorien zumindest haben dieser Tage mitunter eine kurze Konjunktur. Allzuoft entpuppten sich Annahmen über Naziterroristen im Untergrund, staatliche Finanzierung von Faschisten und bizarre Praktiken in den Ämtern als schrecklich realistisch.
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Regierung und ihre Spione

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nach jedem Tief kommt auch wieder ein hoch

von Igelin @ 2012-07-05 – 06:21:57

Gestern habe ich Fließen gelegt – das hat mich sehr befriedigt.
Seit 7 Jahren konnte ich wieder kreativ arbeiten.
Diese 7 Jahre stand ich vor der Arbeit und habe den Anfang nicht gefunden – das allein hat mir deutlich gemacht, wie tief ich betroffen und verletzt war und bin.
Aber das Leben ist Rhythmus und nach jedem Tief kommt auch wieder ein hoch.

So ganz ohne PsychoExperten und ohne PsychoDrogen.

Informationen schaden nur dem, der keine hat.
Ich hoffe und wünsche meinen Lesern, dass sie erkennen gesund bleiben ihr Leben lang.
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auf und ab
ESM Verträge Das größte Verbrechen an der europäischen Bevölkerung

von Igelin @ 2012-07-05 – 06:11:27

Weil es sooo wichtig ist, was da gerade geschieht, habe ich mir die Mühe gemacht, 4 Artikel, die das wesentliche wiedergeben zu bearbeiten. Es geht immerhin um die Aufgabe der Nationalstaaten gegenüber ein paar nicht gewählten Hansels.

Hier erst einmal die wichtigsten Passagen der Verträge in Kürze

1. Die Regierungsspitzen der Euroländer gründen die erste europäische, supranationale, ESM-(Mega)-Bank. Diese ist von Lizenzierung befreit (Art. 1, Art. 32, Abs. 9).

2. Die ESM-Bank erhält Blankovollmacht, unbeschränkt Geschäfte jeder Art mit jedermann abschließen (Art. 3).

3. Zur Ermöglichung des Plans „ESM-Bank“ werden den schwachen Euro-Ländern, da diese im Eurosystem an Zahl überwiegen, Stimmrechtsvorteile eingeräumt (Art. 4).

4. Die 17 an der ESM-Gründung beteiligten Finanzminister bilden den rechtlich unantastbaren Gouverneursrat der ESM-Bank (für die BRD: Dr. W. Schäuble). Dieser hat totale Kontrolle und letzte Entscheidungsmacht in allen finanziellen, sachlichen und vor allem personellen Dingen der ESM-Bank. Jeder Rat hat einen Stellvertreter (Art. 5).

5. Die Gouverneure setzen sich ihr Gehalt und das ihrer Direktoren geheim in unbekannter Millionenhöhe selbst fest (Art. 5 Abs. 7 (n), Art 34).

6. Das Aktien-Haftungs-Kapital der ESM-Bank beträgt (zunächst) € 700 Milliarden, aufgeteilt in (a) € 80 Milliarden einzuzahlende Aktien und (b) € 620 Milliarden abrufbare Aktien. (Art. 8 Abs. 1). Die Gouverneure können das Haftungs-Kapital durch Ausgabe neuer Aktien bis in Billionenhöhe (c) beliebig erhöhen (Art. 8 Abs. 2, Art. 10 Abs. 1).

7. Im Verlustfall und aus sonstigen Gründen muss nicht eingezahltes ESM-Haftungskapital binnen 7 Tagen eingezahlt werden. Kann ein Mitglied nicht zahlen, wird der dann offene Betrag auf die übrigen Aktionäre umgelegt (Art. 9, Art. 10, Art. 25 Abs. 1 c, 2).

8. Wird das Aktienkapital nicht erhöht (Ziff. 6), haften die Deutschen, je nachdem wie viele ESM-Aktionäre zahlungsunfähig werden , für (Minimum) 27 % – x % (Maximum 100 %) aus € 700 Mrd. Wird das Aktien-Haftungs-Kapital durch Wagemut oder gar Dummheit der Gouverneure erhöht (Art. 8, Art 10), kann sich daraus erhöhte Haftung über € 700 Mrd. hinaus ergeben (Art. 9, Art. 10, Art. 25 Abs. 1 c, 2).

9. Die ESM-Bank kann: (A) Euro-Ländern Überziehungskreditlinien einräumen, Art 14, (B ) Banken finanzieren, Art. 15; (C) Euroländern Kredite geben, Art. 16; (D) von Euro-Ländern direkt Staatsanleihen ankaufen, Art. 17; (E) von Euro-Ländern indirekt Staatsanleihen ankaufen, Art. 18; (F) diese Liste ändern, also auch erweitern, Art. 19; (G) Zinspolitik betreiben , Art. 20; (H) Eurobonds herausgeben, Art. 21. – Summa summarum kann die ESM-Bank Finanzgeschäfte jeder Art und Höhe betreiben. (Art. 14 – 21).

10. Die ESM-Bank-Geldoperationen (A), (C), (D), (E) sind umschuldende Staatsfinanzierung schwacher Euroländer zu Lasten der Bürger der starken Euroländer, insbesondere Deutschlands. Die Bankenhilfe (B ) fließt an die Gläubiger der notleidenden Banken. Die Finanzierungen umfassen immer Neuschulden und Altschulden (seit zumindest 1999).

11. Art. 21: Die ESM-Bank kann unbegrenzt (Refinanzierungs-)Kredit/Geld aufnehmen um damit die Schulden schwacher Euro-Länder/Banken zu finanzieren. Diese neuen ESM-Schulden werden durch das Aktienkapital der ESM-Bank (mindestens € 700 Mrd.) gedeckt, für dessen Einzahlung die Länder/Bürger haften. Wegen des Dominoeffektes haften im Ernstfall die deutschen Bürger in voller Höhe von € 700 Mrd. (ggf. erhöht gem. Art.10!) für alle vom ESM aufgenommenen und in Europa verteilten Gelder/ Kredite. Art. 21 führt also Eurobonds ein, ohne dies auszusprechen. Gleichzeitig wird damit auf alleiniges Risiko der Bürger ein Schneeballsystem der Kreditfinanzierung aufgebaut.

12. Die ESM-Kredite (Art. 14, 15, 16) haben bei Konkurs eines Eurolandes (etwa Griechenlands) Nachrang gegenüber IWF-Krediten. Daraus folgt – wie jeder nachrangige Gläubiger weiß – ein massiv erhöhtes Verlust/Haftungs-Risiko (Präambel, Abs. 13, Abs. 14).

13. Die indirekten Aktionäre der ESM-Bank, die zahlenden und haftenden Bürger der Euro-Länder (insbes. die deutschen), haben keine Möglichkeit die Geschäfte der ESM-Bank durch Bestellung unabhängiger externer Prüfer auf ordnungsgemäße, sachliche und rechnerische Richtigkeit zu prüfen. Solche Prüfungen sind ausgeschlossen (Art. 26 – 30).

14. Die ESM-Bank und ihr Vermögen etc. pp. genießen absolute Immunität und können nie und nirgendwo vor Gericht belangt werden. Gerichtliche oder gesetzgeberische Maßnahmen gelten für sie in Zukunft nicht mehr. Die ESM-Bank ihrerseits hat Klagerecht gegen jedermann. (Art. 32)

15. Die ESM-Bank ist von Kontrollen und Lizenzen jeder Art befreit (Art. 32 Abs. 9).

16. Die Gouverneure (incl. Dr. Schäuble) und alle sonstigen Mitarbeiter der ESM-Bank haben jetzt und für alle Zukunft Schweigerecht und Schweigepflicht und sichern so die Geheimhaltung (a) ggf. der Operationen der ESM-Bank, (b) ihre eigenen Aktivitäten innerhalb der ESM-Bank und insbesondere (c) die Bestimmungen von Art. 32, 34 – 36 ab.

17. In ihrem ureigenen Interesse genießen alle Gouverneure (incl. Dr. Schäuble), Direktoren etc. pp der ESM-Bank samt Schriftwerk Immunität von jeglicher Gerichtsbarkeit hinsichtlich ihrer geschäftlichen (nicht amtlichen!) Tätigkeit für die ESM-Bank, gleich ob sie hunderte Milliarden Euro verschleudern, vernichten oder veruntreuen (Art. 35).

18. Die Gehälter der Gouverneure (s.o. Ziff. 5), der Direktoren und sonstigen Mitarbeiter der ESM-Bank sind von allen (auch indirekten) Steuern und Abgaben vollständig befreit. Die Gehälter – unter dem Rang der Gouverneure – unterliegen einer vom Gouverneursrat festgelegten internen Steuer an die ESM-Bank, Art. 36 Abs. 5.

19. Das Volumen der (konsolidierten) Darlehensvergabe von ESM und EFSF ist unbegrenzt und nur in der Übergangsphase auf 500 Milliarden EUR beschränkt (Art. 39, Art 10).

20. Da der jeweilige nationale Regierungschef seinen Finanzminister auf unbestimmte Zeit bestimmt und dieser die jederzeit widerrufbare Position des Gouverneurs besetzt, wird es zu extremen Machtkämpfen um den Posten der Finanzminister und chaotischen Zuständen in der ESM-Bank bei jedem Wechsel des Finanzministers und der Regierung kommen.

21. Mit Ratifizierung des ESM-Vertrages besiegeln die deutschen Bundestagsabgeordneten das Ende ihrer eigenen demokratischen, nationalen Rechte (Art. 47 Abs. 1).

ESM – Die Waffe der Banker
„Die Waffen und Konflikte sind egal. Es geht nur um die Schulden. Man beherrscht die Staaten und Regierungen, ohne einen Schuss abzugeben. Wer die Schulden kontrolliert, kontrolliert einfach alles. Das ist das Geschäft der Banken“ antwortete der Bankchef auf die Frage des Ermittlers (Clive Owen), wieso die Bank Waffenkäufe in Millionenhöhe finanziere, gleichwohl diese keine Konflikte lösen – eher aber verstärken. („The International“ – ein Film über die Bankmafia).
Freitag der 13. Juni 2012 … pardon, es war natürlich der 29. Juni 2012. Trotzdem – das Datum bitte merken! Genau die Szenen, die im Film „The International“ beschrieben werden, ereigneten sich beim Treffen der EU-Troika (oder doch EU-Quartil, oder EU 27, oder eh nur der EURO-17?): Die Bevölkerung wurde über die Staats-Schulden an die Gläubiger „ausgeliefert“!
Die „Übergabe“ der (zukünftigen) Steuereinnahmen der Euroländer an die Banken (via ESM) fand in einer bis ins kleinste Detail vorbereiteten Nacht-und-Nebel-Aktion statt, bei der die „eiserne Lady“, Thatcher … ähm Merkel ein bisserl vorgeführt wurde. Ohne die, zuvor geplante, Zwischenschaltung der Staaten, werden diese neuen Milliarden/Billionen Euro für die Banken nicht in die Schulden (für den Stabilitätsmechanismus) eingerechnet, gleichwohl die Haftung bei den Staaten bleibt. Anders gesagt: man lügt sich – wie bei den „getürkten Ziffern“ der Griechen – in den eigenen Sack! Aber in Sachen „Creative Book-Keeping“ war Brüssel noch nie schüchtern.
Die Banken werden zum x-ten Male gerettet – NUR haben sie dieses Mal DIREKTEN Zugriff auf die Steuergelder aller Länder, die den ESM (Europäischen Stabilitätsmechanismus) unterschreiben werden! Die Propagandamaschinerie – von den per Gesetz zur „Objektivität“ verpflichteten TV-Anstalten bis hin zu den X Zwischengesellschaften im Besitz der Banken stehenden „Qualitätszeitungen“ – machen einen hervorragenden Job: Chapeau! Mit den Begriffen „Rettungspaket“ „Stabilitätsbonds“ usw., die einer Feinstaublawine gleich überall und rund um die Uhr der Bevölkerung eingemeißelt werden, soll ein Hauch von Durchblick vermittelt werden. Und DAS seit fast fünf Jahren und fast 20 (!) EU-Gipfeln – egal mit welchen „Hampelmännern und Strippenfrauen“.
Obwohl unter den Schlüsselwörtern „GELD AUS DEM NICHTS“ bei Google ca. 108 Millionen (!) Zugriffe zu verzeichnen sind, als auch das Thema nicht nur hier bei sondern auch in den professionell und verständlich abgehandelt wurde, agieren die gewählten Mandatare nach wie vor, als hätten sie noch nie davon gehört.
Fazit: MINUS (Schulden) + MINUS (Schulden) = nicht gleich „Rettung“!
Riskieren wir einen Blick hinter die Kulissen
Während die ersten beiden Grafiken die entscheidenden Fragen stellen … die die Politik nicht zu antworten bereit ist, erklären die anderen beiden Abbildungen, die „politische Ignoranz und Untätigkeit“ und den wahren Grund dieser Billionen Euro-Pakete: den IRR-realen Umschuldungsbedarf der Finanzinstitute.
Mal ehrlich: Wenn Sie der Boss der Deutschen Bank wären (mal abgesehen vom Millionen-Bonus den Sie dafür einsacken), würden Sie auch nichts unversucht lassen, dass Sie bei den aushaftenden Schulden keine Verluste erleiden, nicht wahr? Und wie hoch die kommenden „Rettungsschirme“, „Stabilitätspölsterchen“ – besser aber „Sklaven- und Enteignungsprogramme“! – sein werden, lässt uns die Abbildung der Fälligkeit der Anleihen nur erahnen, da darin die NEU-Verschuldung NICHT enthalten ist – you understand?

Also – ich hoffe es ist mir gelungen Ihnen auf die Schnelle klar zu machen, unter welch immensem Druck unsere Volksvertreter stehen. Ich meine jene, die wirklich wissen, was los ist … und nicht jene, die es sich längst „gerichtet“ haben und von der Außenwelt abgekoppelt dahin vegetieren. Die Letzteren (Ausnahmen bestätigen die Regel) überfrachten uns via TV-Anstalt mit ihren Maschinengewehrsalven an herbeigezauberten und eingeimpften Begriffen, wie „Fiskalunion, Bankenunion, Solidarität – und JA, auch Frieden“ (?). Sie dummbeuteln die Menschen nieder.
Angesichts dieser Götterdämmerung über die wahren Hintergründe – es geht ja NUR darum, das Vermögen und damit die Zinszahlungen der Reichen und des Geldadels so lang wie möglich zu „stabilisieren“ (deswegen ist dies auch der Lieblingsbegriff der EU-Nomenklatura) – ist die Einschätzung von Madame Lagarde, der Euro hält noch drei Monate, ziemlich realistisch. Ungeachtet dieser risikobehafteten Prognose wird uns allen wohl nichts anderes übrig bleiben, als uns das inkohärente Gestammel der Brüsseler Bürokraten und deren nationaler Trabanten anzuhören.
„It is difficult to get a man to understand something – when his job depends on NOT understandig it“! (Upton Sinclair)
Ich möchte hier ein öffentliches Geständnis ablegen: Ich bewundere die Banker – sehr! Mir würde es unheimlich schwer fallen, von Montag bis Donnerstag vor den sich „prostituierenden“ Journalisten der Marke Mainstream, das Hohelied der freien Märkte in allen Tonlagen zu trällern – um sich danach am Freitag beim Staat einzuschleimen und das Geld zum Überleben abzuholen! Wie sagen Sie: Das sei nichts Neues? Stimmt! Neu ist, (für mich) nur, mit welcher Chuzpe sie, wie beim Lotto, ihre nicht gewonnen Jackpots abholen – oder abholen lassen. Andererseits ist es ein simples Geschäft, weil sich – ähnlich dem „Straßenstrich“ – so viele Boten aus der Politik anbieten, die einfach nur gierig sind. Und dies meine ich nicht nur … körperlich. Ja, ich weiß, dies ist eine wirklich bösartige Unterstellung und ich nehme sie auch sofort in meiner „Ungustl-Vermutung“, pardon es heißt korrekt Unschuldsvermutung, zurück. Tut mir leid.
Exkurs: !
Der Britische Bankenverband (BBA) prüft, ob es beim Referenzzinssatz Libor (London Interbank Offered Rate), dem wichtigsten Zinssatz im internationalen Interbankengeschäft, zu Manipulationen gekommen ist. Die Behörde veröffentlicht diesen Zinssatz, der von vielen Finanzinstituten als Basiszins für Wertpapiere im Volumen von 350.000 Mrd. (!) Dollar betrachtet wird. Auch die Kreditkonditionen von z.B. Hypothekendarlehen von Normalbürgern wie sie und ich, die auch per Kreditkarten einkaufen oder schnell einen Kredit für ein Auto aufnehmen, sind davon betroffen. Erst vor ein paar Tagen wurde das renommierte britische Kreditinstitut Barclays vom US-Justizministerium zu einer Strafe von 451 Mio. Dollar wegen Manipulation von 2005-09 verurteilt!
451 Mio. US-Dollar Strafe für Zinsmanipulation? Ein Klacks!
Rechnen wir kurz Daumen mal Pi:
– bei einem durchschnittlichen Kreditobligo(ausleihungen) von (2005-2009)
– und einem „Zinsgewinn“ von 1 % = 10 Mrd. Pfund/Jahr = 50 Mrd. für fünf Jahre macht die Strafe durch BETRUG gerade mal 1 % ( ! ) aus.
Ich bitte sie,.bei solchen „Peanuts“ (die Boni sind ja längst verkonsumiert) kann die öffentliche Entrüstung darüber wirklich nur von geizigen Neidern geschürt worden sein. Ich kann daher die Absage der “Bankerparty“ durch den Bankverbandsvorsitzenden mit den Worten “Wir bedauern die kurzfristige Absage, aber unsere Branche muss stark und intensiv über ihr kollektives Verhalten nachdenken“, nicht nachvollziehen – und sie? Bleibt die Frage offen, ob Justitia auch gegen die insgesamt 18 Banken (darunter so klingende Namen wie z.B. Citigroup, Royal Bank of Scotland, UBS und natürlich die Deutsche Bank) mit solch drakonischen Strafen vorgehen wird?
Wie bitte? Sie wissen nicht, was dies mit dem ESM zu tun hat?
Ganz einfach: wenn all diese Banken, die über Jahre alle Konsumenten über ihre gefälschten Zinsangaben betrogen haben, nun auch noch (wer von den „gekauften“ EU-Bürokraten weiß denn schon wie viel „toxische Papiere“ in den Bilanzen dieser Profitmaschinen schlummern?) über die Steuern aller EU-Bürger re-kapitalisiert werden sollen, dann bin ich für eine „Revolution“: Eher früher als später.
Frau Merkel und die „Wirtschaft“: Manche lernen es NIE!
Ja – ich weiß ich bin kritisch, was Frau Merkel betrifft – und dies mein ich persönlich und gar nicht oberflächlich! Nach dem Ringen um Lösungen bis zum Morgengrauen schwang sie sich am Freitag zur Regierungserklärung auf (wohl um die blökenden Schafe zusammen zu trommeln). Nein – ich will Sie nicht mit den Worthülsen, deren Verfallsdatum im Januar 2009 liegen, langweilen, sehr wohl aber will ich eine kleine Passage herausgreifen, nämlich Ihre Ausführungen zu Portugal:
„Vieles ist schon auf den Weg gebracht worden, erste Erfolge sind in einer Reihe (?) von Mitgliedstaaten zu verzeichnen. Dies gilt insbesondere für die Programmländer Irland und Portugal, die eindrucksvoll bestätigen, wie der Ansatz aus Konsolidierung und Strukturreformen flankiert durch solidarische europäische Unterstützung gelingen kann.“
So weit – so gut. Dumm nur, dass diese Sätze so richtig im Satzbau wie SINNFREI sind. Von einer Konsolidierung, geschweige denn Erholung, kann keine Rede sein, wie die beiden Abbildungen aufzeigen:
Wo die Kanzlerin „erste Erfolge“ ausmacht, ist nicht nur mir ein Rätsel. Die Produktion (ohne Bau) liegt auf dem Niveau wie vor 20 (!) Jahren – und die Investitionen sinken derart rasch, dass jedem Blinden auffällt, dass hier kompromisslos gegengesteuert werden muss!
Kasperliade am Rande: Juncker gerät in Rage. bezeichnete die das bizarre Benehmen des obersten Chefs der Euro-Finanzminister, Juncker. Es reicht zwar nicht mehr als zum „Aufreger des Tages“ – aber immerhin! Der Ministerpräsident der Steueroase (Luxemburg und Österreich verteidigen mit Vehemenz ihr Bankgeheimnis (wieso wohl?) und lehnen auch, so wie von den EU-Gremien mehrmals eingefordert, den automatischen Informationsaustausch der Steuerinformation über Streuerbetrüger und -hinterzieher mit anderen Staaten ab) wollte seinen „Spezi“, Herrn Yves Mersch, zum Direktoriumsmitglied der EZB ernennen. Die anderen 16 Mitglieder legten sich quer – was wiederum das Mimoserl Juncker dazu veranlasste, sich zu weigern, weiterhin den Vorsitzenden de EU-Finanzminister zu „spielen“. Und jeder, der jetzt an das Postengeschacher auf Bezirksebene denkt (gibst du mir einen „Wurstsemmeldirektor“ – bekommst du von mir eine „Frühstücks-Direktrice“) , wird in seiner Meinung bestätigt, dass es auf EU-Ebene NIX besser ist. Wieso auch: Politiker bleibt Politiker.
Aus: http://theintelligence.de/index.php/politik/eu-europaeische-union/4626-das-amuse-geule-ist-serviert-auf-gehts-in-die-eudssr-teil-1-.html

Was unsere Volksvertreter so anrichten
„Volksvertreter vertreten das Volk genau so wenig, wie Zitronenfalter Zitronen falten“. Übertrieben? Ja, mag sein, aber angesichts eines derart überzeugenden Abstimmungserfolges von jeweils mehr als der 2/3-Mehrheit am letzten Freitag – für beide Pakte, Verträge oder doch „Vereinbarungen des Verrats am deutschen Steuerzahler“ (die Abstimmung in Österreich ist diese Woche), sehe ich dies anders.
Sind wirklich nur einige Wenige so kritisch wie ich – oder wie die Leser hier bei The Intelligence? Nein, ich kann und will es auch nicht wahrhaben. Nach dem Debakel der Fußballmannschaft (mal ehrlich: Die Italiener waren die Besseren) schlitterte Frau Thatcher, ähm … Merkel, in das nächste Desaster und musste (fast) all ihre bornierte Sturheit abgeben. JA – der Lack ist ab!
Die eiserne Ritterrüstung hat starke Dellen erhalten. Kein Wunder bei dem massiven Zangenangriff von gleich drei südeuropäischen Regierungsvertretern, die die Frau aus dem Osten ziemlich unterschätzt haben dürfte. Nun – „Savoir Vivre“ lässt sich durchaus mit klaren Standpunkten vereinbaren, wie spätestens jetzt auch die Kanzlerinnenberater wissen dürften. Am Altar des billigen Kompromisses, der in der Gestalt des Schauspielers Monti (NEIN, der mit dem makellosen Körper heißt „Balotelli“ und ist italienischer Fußballer. JA, er schoss die beiden Tore!) glänzend gespielt wurde, ist die deutsche Kanzlerin nach allen Regeln der Macht vorgeführt worden Diese, kaum zuhause angekommen, münzte das Verhandlungsergebnis (ja – erraten!) in einen Erfolg um. Wie bei jeder Niederlage.
Brav und devot applaudierten ihre Parteitrabanten als auch etliche aus den Reihen der SPD.
Nein, dies wundert mich längst nicht mehr, zumal die einst so hoffnungsvolle und auf soziale Gerechtigkeit fokussierte Sozialdemokratie spätestens seit Schröder/Blair/Vranitzky zu einer politischen Vorfeldorganisation des Neo-Liberalismus verkommen ist. Es soll sogar schon parteiintern diskutiert werden, den Namen SPD (weil keinerlei Alleinstellungsmerkmal zu erkennen ist) in N-L-P umzutaufen. So ein „On-dit“ (Gerücht).
Und die Grünen? Geh bitte … sie werden doch nicht allen Ernstes geglaubt haben, dass die Grünen auch nur den Funken eines demokratischen Bollwerkes gegen den verfilzten CDU/CSU/FDP/SPD Klüngel bilden würden. Sowohl die Grünen in Deutschland als auch die österreichische „Light-Version“, erklärten, dass sie schon IMMER für den ESM gewesen seien. So what?
Der ESM ist ein krasser stellte die Univ. Professorin Dr. Pichler der Wirtschaftsuniversität Wien trocken fest und ihre Fakten sprechen eine eindeutige Sprache:
– die Länder werden verpflichtet weitere Haftungen zu übernehmen (wobei der IMF vorrangiger Gläubiger ist) ohne deren Höhe zu genau zu kennen oder gar Einfluss auf die Verwendung der Milliarden-Kredite zu haben (?)
– der ESM ist quasi eine „Bad Bank“, die die uneinbringlichen Kredite sammelt und dem Steuerzahler (zu Beginn 700 Mrd.) umhängt. Dieser agiert wie eine Bank wobei der „Gouverneursrat“ anhand intransparenter Vergabekriterien über die Mittel entscheidet,
– das Rechtskonstrukt unterliegt keiner effektiven Kontrolle, darf nicht angeklagt werden, aber jedermann verklagen. Weiteren Aufforderungen zu Kapitalnachschüssen ist fristgerecht, unwiderruflich und uneingeschränkt Folge zu leisten (!).
– Fallen andere Staaten (wie z.B. Griechenland, Spanien oder Italien aus) müssen die restlichen deren Verpflichtungen übernehmen, d.h. es kann durchaus sein, dass die zu zahlenden Beträge die Haftungen übersteigen.
– „Pikant ist der Verlust aller Stimmrechte, wenn ein Land seinen Zahlungsverpflichtungen nicht unverzüglich nachkommt: Normalerweise hat der Gläubiger mit der Drohung, Zahlungen einzustellen, ein starkes Pfand. Hier drehen die Schuldner den Spieß um und berauben den Gläubiger sämtlicher Kontrollrechte, sobald er seine Verpflichtung weiterer Zahlungen nicht erfüllt“ – so Frau Pichler.
Ich stimme Frau Pichler in ihrer Schlussfolgerung völlig zu: Einen solchen Vertrag darf man nicht unterzeichnen – die Risiken sind unberechenbar, die Kosten zu hoch, ein nachträglicher Ausstieg unmöglich. Die Vorteile kommen einseitig den Geldempfängern zugute. Es handelt sich um einen krassen Knebelvertrag.
Nach der „erfolgreichen Abstimmung“ mit 2/3 Mehrheit kommt nicht nur Wut in mir auf, sondern auch der dringende Tatverdacht, dass die Abgeordneten a.) zu feige b) zu doof oder c.) sowohl a als auch b mit einer Mixtur aus „devoter Wurschtigkeit“ sich ihrem Schicksal (= dem Absitzen der hohen Pensionsanspruchsberechtigung) alles unterordnen – und das Handerl hoben! Allein die Tatsache, dass es keine Ausstiegsmöglichkeit als auch keine Obergrenze der Haftungen gibt – kein vernunftbegabter Mensch würde z.B. so einen Autoleasing-Vertrag unterzeichnen! – offenbart die völlige Ausblendung des Hausverstandes der Mandatare. Und DAS … sollen die Vertreter der Bevölkerung sein?
„Wurde der Euro mit diesen Verträgen gerettet?“, fragte n-tv in einer Blitzumfrage seine Zuseher letzten Freitag. Das Ergebnis zeigt auf, was JEDER – egal ob Deutscher, Spanier oder Österreicher – weiß:
– 92 % antworten mit nein
– und nur 8 % sagten ja (Hinweis: die Ergebnisse sind nicht repräsentativ)
Mit Verlaub, diese Abgeordneten hat die EU-Bevölkerung nicht verdient, NEIN!
Freibrief für Banken & Hedgefonds ()
Als besonderes, neues Element zu diesem „Knebelungsvertrag“ (solche verstoßen gegen die guten Sitten – und werden allein aus diesem Grunde von jedem Gericht rasch aufgehoben) wurde am Freitag noch hineinreklamiert, dass die Mrd. auch direkt (d.h. nicht über den Umweg eines Staates) zur „Re-Kapitalisierung“ der Banken, d.h. zur Absicherung aller Verluste auf Kosten der EU-Steuerzahler (!), verwendet werden können.
Damit wird die „Versklavung „aller EU-Bürger unter das Joch der Geldsäcke festgeschrieben!
Die Reaktion der Börsen ließ nicht lange auf sich warten. Und, sieh an, die Werte der Banken schnellten um einige Prozentpunkte in die Höhe – bei einem Freibrief, dass sämtliche, zukünftigen Verluste die Bevölkerung trägt, kein Wunder.
„Die finanzielle Stabilität Deutschlands ist gefährdet“, und der Fiskalpakt sei ein Placebo, unkte Hans Werner Sinn in der . Nun – dass die Banken der City of London und Paris gerettet wurden, ist keine brüllende Neuigkeit. Dies gilt auch für die Tatsache, dass die Spekulanten aus aller Welt sich in letzter Minute aus ihrem „Strudel befreien“ konnten. Da sich nun die Finanzmärkte (who the Hell are they?) ob des ESM-Blankoschecks, an den Steuern von 500 Mio. Europäern schamlos bedienen dürfen, beruhigten sie sich – die Kurse schossen kurz in die Höhe.
Die finanzielle Stabilität Deutschlands sei gefährdet (meinte Sinn u.a.). Der Grund liegt darin, dass im ESM von den 700 Mrd. auch jene Anteile der Staaten enthalten sind – für deren Umschuldung dieser zuvor gegründet wurde. Fallen diese aus (was sehr wahrscheinlich ist) kommen die anderen Länder zum Handkuss: insbesondere Deutschland!
Auch zum „Fiskalpakt“ teile ich teilweise die Auffassung des Herrn Sinn (dieser sei nur ein Placebo und nur Deutschland nehme diesen ernst) zumal bis dato noch ALLE Verträge der EU (Verfassungsbruch der Bailout Klausel, Stabilitätskriterien usw.) gebrochen wurden. In diesem konkreten Fall jedoch – wäre dies eine VORAUSSETZUNG (!) um ein ökonomisches Desaster zu verhindern. Für Details zum Fiskalpakt verweise ich auf den sehr guten .
Man brauche keine Schuldengrenzen, zumal man jederzeit einfach den weniger Kredite (so wie im Fall Griechenland z.B.) geben könne. Stimmt. Leider erwähnte Sinn in diesem Zusammenhang nicht (ob er nicht, oder NIE, daran denkt bleibt sein Geheimnis), dass man auch ALLE SPEKULATIONEN, von Lebensmittel bis hin zum Öl, schlicht untersagen kann. ALLE Finanzminister bräuchten nur mit dem Entzug der Banklizenz (der Lizenz zum Gelddrucken) drohen – und sämtliche Banken (darauf gehe ich jede Wette ein!) würden zu zahmen Lämmern mutieren.
Portugal und Griechenland müssten die Wahrungszone verlassen – weil ihre Preise um 30 % zu „hoch seien“. Es bedürfe einer inneren Abwertung (= Lohnkürzung). Ähnlich sieht er die Entwicklung auch bei Zypern und Malta: kurz – die Eurozone müsse „gesundschrumpfen“. Dem kann man so ungefähr zustimmen, da ein Austritt für Griechenland und Portugal sicher besser wäre, als diese untragbaren Maßnahmen weiter zu führen und sich dem Joch der EZB und dem Diktat der EU-Schreibtischtäter zu unterwerfen. Leider denkt Herr Sinn trotzdem zu kurz – weil er eine „Aufwertung Deutschlands“, d.h. substantielle und hohe LOHNERHÖHUNGEN (eben als Gegensatz zur Lohnsenkung der südeuropäischen Länder) nicht mal andenkt. Zumindest nicht öffentlich!
Nochmals zum ESM: Verfassungsklagen im Anrollen
Es ist für mich eine Wohltat zu lesen, dass sich unmittelbar nach der Abstimmung eine breite Abwehrfront von „echten Demokraten“ bildete. Das (für mich) wichtigste Zeichen setzte die ehemalige Justizministerin, Herta Däubler-Gmelin. Es ist wahrlich eine pikante Situation, dass sich eine Justizministerin sofort dafür einsetzte, gegen dieses Gesetz vorzugehen, :
„Der Fiskalpakt und der neue Rettungsschirm ESM werden in völkerrechtliche Verträge gegossen, die nicht kündbar sind. Beide Verträge verändern die Haushaltsbefugnisse des Deutschen Bundestags gravierend.
Unser Recht, einen Bundestag zu wählen, der auch etwas zu sagen hat, wird massiv beeinträchtigt.“ Und weiter: „Sollte der Fiskalpakt nun völkerrechtlich verbindlich werden, könne der deutsche Gesetzgeber die deutsche Schuldenbremse z.B. nicht mehr ändern. Er muss stattdessen übernehmen, was im Fiskalvertrag steht. Und genau das beeinträchtigt die Rechte des Bundestages. Der Bundestag hätte in einem Zentralbereich keine eigene Entscheidungsbefugnis mehr. Er könnte nur noch als Bittsteller gegenüber anderen Regierungen auftreten“.
Nun – diese Gründe sind massiv und sehr einleuchtend, wie auch andere politische Gruppierungen, z.B. die „Freien Wähler“, festhielten. Die LINKE als auch die „Piraten“ haben sich genau so klar und unmissverständlich dagegen ausgesprochen, wie die ehem. Justizministerin. Die Gruppe um Prof. Schachtschneider, die schon öfters gegen das Monstrum des EURO auftrat, wird auch ihre verfassungsrechtlichen Bedenken einbringen.
GUT SO!
Und in Österreich? „Grüne besiegeln Österreichs Milliarden-Haftungen für ESM“, war der Titel des Artikels im . Den Grünen wurde (nach meinem Dafürhalten völlig zu Recht) ihre mehr als banale Erklärung, wieso sie sich für ein solch fundamentales Gesetz quasi im „Hau-Ruck-Verfahren“ ohne fixe Zusagen breitschlagen ließ, von zahlreichen Kommentatoren (innerhalb weniger Stunden war die 2000er-Marke (!) überschritten) ordentlich „eingeheizt“! Es artete – bei manchen Kommentaren – zu einer regelrechten, demokratiepolitischen „Hinrichtung“ der Grünen aus.
KEIN MENSCH kommt jemals auf die glorreiche Idee, einen Vertrag zu unterzeichnen, der ihn stark in die Pflicht nimmt – und von dem es keinerlei Möglichkeit einer KÜNDIGUNG gibt. Dass die Vertragsklauseln einem KNEBELUNGSVERTRAG entsprechen, hat Frau Pichler von der WU-Wien klar dargelegt ()
Der Weg in die EUdSSR!
Vor fast einem Jahr , dass der Bankrott des EURO in den Wirtschaftsfaschismus (das Mittel der Machtausübung besteht längst nicht mehr in der Waffengewalt und Bedrohung mittels eines großen Heeres), d.h. die totale KONTROLLE DES GELDES (Geldschöpfung) durch einige Oligarchen, führt. Leider und sehr zu meinem Bedauern dürfte sich dies mit der Unterzeichnung des ESM + Fiskalpakt bestätigen! Ich hoffe, dass die Verfassungsklagen erfolgreich sein werden und dem absoluten und machtgeilen Treiben dieser menschenunwürdigen Politik bald ein Ende gesetzt wird. Das Wahljahr 2013 wird ein Wegweiser für viele Staaten in Europa sein, ob es zu einem mehr an Demokratie kommen wird – oder ob die Machtbesessenheit nicht gewählter Bürokraten ein Europa schaffen wird, das an die ehemaligen EUdSSR nicht nur erinnert.
P.S.
Wenn die Regierung die Rechte des Volkes verletzt, dann ist das Recht zum Aufstand das heiligste aller Rechte und die unerlässlichste aller Pflichten des Volkes und eines jeden Teils des Volkes“. (Verfassung der 1. Republik Frankreichs von 1789, Artikel 33-35).
Aus: http://theintelligence.de/index.php/politik/eu-europaeische-union/4629-das-amuse-geule-ist-serviert-auf-gehts-in-die-eudssr-teil-2.html

Warnung an MdBs (II): Der ESM-Bank-Vertrag vom Steuerzahlerbund in klarem Deutsch kommentiert
von Peter Boehringer 17.02.12 00:25:42
Wir präsentieren heute ausnahmsweise ein Fremddokument. Das Thema ESM-Bank ist derart wichtig, dass wir diese ganz neue, kürzestmögliche und enorm aufschlussreiche Aufbereitung des im Original nun seit einigen Tagen endlich offiziell zugänglichen ESM-Vertragstexts hier im Blog zeitgleich mit den Verfassern vorstellen. Ich halte diese ESM-Studie des europäischen Steuerzahlerbunds für eine der am besten lesbaren, die es derzeit im Netz gibt!
Die Autoren der ESM-Studie sind einschlägig kompetente und zum Glück politisch inkorrekt (= wahr!) kommentierende staats- und finanzrechtlich bewanderte Juristen des Bundes der Steuerzahler (BdSt-BY) sowie der Taxpayers Association of Europe (TAE). Genau dort wurde nun logischerweise erkannt, dass der Bundestag drauf und dran ist, einem faktischen Putschgesetz zuzustimmen, das mit der Ratifikation aller ESM-Länderparlamente praktisch unwiderruflich die finanzielle Hoheit Deutschlands an eine sich selbst verwaltende, supranationale, ohne Widerspruchsmöglichkeit fast grenzenlos durch die Nationalstaaten budgetierte, nicht kontrollierbare Bank mit vollständig immunisiertem Personal (!) abgeben wird! Ein ökonomischer, demokratischer, ordnungspolitischer und staatsrechtlicher Albtraum! Wir reden von nichts Geringerem als der Herrschaft einer künftig autark von Kontrollen und geradezu souverän handlungsfähigen, hoheitlich befugten ESM-Banker-Clique, gar noch finanziert auf Kosten der Bürger und Steuerzahler vor allem in Deutschland.
Lesen Sie auch als juristischer Laie wenigstens die unten verlinkte und im Volltext dokumentierte Kurzversion des ESM-Kommentars. Weitergehend interessierten Lesern sei der 22-seitige Langkommentar empfohlen, der immer noch um ein Vielfaches lesbarer ist als das für Laien praktisch unlesbare 62-seitige Original.
Unbedingt lesen müssen zumindest diese Kurzfassung auch alle MdBs im Hinblick auf die im Frühjahr anstehenden ESM-Abstimmungen. Vor der Ratifikation des ersten Griechenland-Bailout-Pakets und des EFSF I hatte ich im Mai 2010 schon einmal einen Artikel „Warnung an alle MdBs“ geschrieben. Alle damals rechtzeitig veröffentlichten Befürchtungen sind inzwischen eingetreten oder gar übertroffen worden! Es wird wieder so kommen – aber diesmal sind die Folgen endgültig irreversibel. Wenn Sie der ESM-Bank zustimmen! Mögliche spätere Abstimmungen auch noch über Eurobonds werden kaum noch der Rede wert sein. Der ESM-Vertrag führt die grenzenlose Gemeinschaftshaftung schon lange vor den Eurobonds ein!
M.E. wird mit diesem Kurzkommentar des Steuerzahlerbundes auch für Nichtjuristen nun wirklich klar, dass es sich beim ESM-Vorhaben wahrhaftig um einen vorsätzlich und planvoll eingefädelten Putsch einer kleinen EUlitären Gruppe handelt, die sich hier wahrhaft selbst ermächtigt. Diese von den Bloggern seit Sommer 2011 gewählte Wortwahl wird hier bestätigt – man werfe uns also bitte keine Abnutzung solch großer Begriffe durch inflationären Gebrauch vor! Was wahr ist, muss gesagt werden und ich fordere erneut auch die Massenmedien und die noch basisverbundenen Funktionäre aller Parteien auf, endlich und noch rechtzeitig vor den ab März im Bundestag anstehenden Beratungen in angemessener Weise kritisch den Mund aufzumachen! Dito ggf. danach das Verfassungsgericht per sofortiger (!) einstweiliger Verfügung.
Hier noch die Einzel-Links zu den Dokumenten des Steuerzahlerbundes und der Taxpayers Association of Europe. Lesen Sie wenigstens das erste!
1. „ESM: Rechtliche und wirtschaftliche Analyse: Kurzfassung“ (4 pdf-Seiten)
2. „Kommentierte Gliederung des ESM-Vertragstextes“ (2 pdf-Seiten)
3. „ESM: Rechtliche und wirtschaftliche Analyse: Langfassung“ (22 pdf-Seiten) [Bitte die Hinweise zur Farbgebung auf S. 3 des Dokuments beachten]
4. „Zugehörige englischsprachige Dokumente“
=> Minimale Unschärfen behalten sich die Autoren des BdSt und der TAE vor. Und selbstredend kann man über einzelne Kommentare und Schlussfolgerungen in diesen Dokumenten streiten. Dennoch wird sich eigentlich jeder unvoreingenommene Leser dem Gesamt-Tenor dieses ESM-Kommentars anschließen müssen: Dieses Machwerk ist ein totalitärer Anschlag auf das Verfassungsrecht, auf die Demokratie, auf das Primat der nationalen Parlamente im Staatenbund EUropa, auf die Nationalstaaten selbst, auf den deutschen Steuerbürger, auf die noch nicht geborenen deutschen Steuerbürger, auf die Marktwirtschaft und auf jede ökonomische Vernunft!
Nachfolgend noch als Leserservice die Linkhistorie aller ESM-Vertragsentwürfe seit Sommer 2011 – die neueste und nun endlich stabile Version vom 2. Februar 2012 liegt erst seit dem 7. Februar 2012 offizell den MdBs und inzwischen auch der Öffentlichkeit vor. Es ist übrigens ein Skandal für sich, dass man sich als interessierter Bürger die verschiedenen Versionen dieser Gesetzentwürfe des wohl folgenschwersten Finanzgesetzes der Nachkriegszeit noch zehn Tage vor der regierungsseitigen Unterzeichnung (2. Februar 2012) mühsam und alternativlos (…) auf vier verschiedenen privaten Netzseiten zusammensuchen musste! Auch der großen Mehrheit der MdBs ging es nicht anders – so sie denn diese Entwicklung der letzten acht Monate überhaupt interessiert hat! Hier sollte absichtsvoll jede kritische und informierte Debatte über den Entwurf unterbunden werden!
ESM-Vertrag (dt. Version vom 2. Feb. 2012) im pdf-Format
http://www.european-council.europa.eu/media/582866/02-tesm2.de12.pdf
ESM-Vertrag (engl. Version vom 2. Feb. 2012) im pdf-Format
http://www.european-council.europa.eu/media/582311/05-tesm2.en12.pdf
ESM-Vertrag (dt. Version vom 23. Jan. 2012) im HTML-Format
http://www.flegel-g.de/2012-01-26-ESM-Vertragsentwurf.html#art36
ESM-Vertrag (dt. Version vom 23. Jan 2012) im pdf-Format
http://eurodemostuttgart.files.wordpress.com/2012/01/120123-esm-vertragstext.pdf
ESM-Vertrag (dt. Version von Juni 2011) im pdf-Format
http://www.peter-bleser.de/upload/PDF-Listen/E-Mail-Info_Eurostabilisierung/Entwurf_Vertrag_ESM.pdf
ESM-Vertag (engl. Version vom Juni 2011 im pdf-Format)
http://www.derneuekaemmerer.de/ESM2.pdf
Bezeichnende Anekdote am Rande: Schon im Sommer 2011 regten sich vor allem einige Blogger und Redner [zB Carlos Gebauer, hier (ca. Minute 4); Beatrix v. Storch hier (Minute 1); ich selbst, hier (ca. Minute 6)] über diese provokative und die nationalen Parlamente völlig entmachtende Bestimmung in Artikel 9 des ESM-Vertrags auf:
„Die ESM-Mitglieder sagen hiermit unwiderruflich und bedingungslos zu, bei Anforderung jeglichem … Kapitalabruf binnen sieben Tagen nach Erhalt dieser Anforderung nachzukommen.“
=> In der Version von Februar 2012 klingt die Übersetzung nun anders – man hat das so provokative „bedingungslos“ durch „uneingeschränkt“ ersetzt, was übrigens juristisch keinerlei Unterschied macht:
„Die ESM-Mitglieder verpflichten sich unwiderruflich und uneingeschränkt, Kapital, … innerhalb von sieben Tagen ab Erhalt der Aufforderung einzuzahlen.“
=> Dieser Satz hat sich allerdings dabei im maßgeblichen englischen Originaltext überhaupt nicht verändert! Das „bedingungslos“ / „unconditionally“ steht weiterhin und ggü. 2011 völlig unverändert drin. Ebenso wie der ganze Satz:
„ESM Members hereby irrevocably and unconditionally undertake to pay on demand any capital call made on them by the Managing Director pursuant to this paragraph, such demand to be paid within seven days of receipt.“
=> Man hat also auf den im Internet tobenden Sturm der Entrüstung reagiert. Und doch die Frechheit besessen, keinerlei Veränderungen in der Sache vorzunehmen, sondern stattdessen „Übersetzungskosmetik“ zu betreiben…
Ein MdB meinte vor einigen Tagen im kleinen Kreis: „Der ESM ist durch, die Mehrheiten stehen“. Wir müssen in den kommenden Wochen bis zuletzt versuchen, diese -dank SPD und Grünen und weiten Teilen der Union und FDP- bislang leider realistische Einschätzung zu widerlegen! Oberster Gouverneur von Europa wird ab Mitte 2012 übrigens aller Voraussicht nach Dr. Schäuble sein… Lesen Sie den nun hiermit öffentlichen, einfach verdaulichen Kommentar des Steuerzahlerbunds zum ESM-Putschvertrag durch. Und schreiben Sie Ihre MdBs und vor allem alle Ihnen bekannten Medienvertreter an. Wer als Journalist noch einen Funken Ehre hat, muss dieses Machwerk jetzt aktiv bekämpfen. Es gibt keine Ausreden. Sie alle haben einmal auf der Journalistenschule etwas vom Wahrheitsethos dieses Berufs gelernt. Jetzt ist die Zeit, sich wieder daran zu erinnern.
*****
Hier noch die vierseitige ESM-Kurz-Analyse von BdSt und TAE vom 16.02.2012 als leicht kopierbarer Text (ohne Fußnoten, dazu siehe pdf oben). Hervorhebungen PB:
E S M: Rechtliche und wirtschaftliche Analyse
Zusammenfassung und kritische Würdigung

1. Die Regierungsspitzen der Euroländer gründen die erste europäische, supranationale, ESM-(Mega)-Bank. Diese ist von Lizenzierung befreit (Art. 1, Art. 32, Abs. 9).

2. Die ESM-Bank erhält Blankovollmacht, unbeschränkt Geschäfte jeder Art mit jedermann abschließen (Art. 3).

3. Zur Ermöglichung des Plans „ESM-Bank“ werden den schwachen Euro-Ländern, da diese im Eurosystem an Zahl überwiegen, Stimmrechtsvorteile eingeräumt (Art. 4).

4. Die 17 an der ESM-Gründung beteiligten Finanzminister bilden den rechtlich unantastbaren Gouverneursrat der ESM-Bank (für die BRD: Dr. W. Schäuble). Dieser hat totale Kontrolle und letzte Entscheidungsmacht in allen finanziellen, sachlichen und vor allem personellen Dingen der ESM-Bank. Jeder Rat hat einen Stellvertreter (Art. 5).

5. Die Gouverneure setzen sich ihr Gehalt und das ihrer Direktoren geheim in unbekannter Millionenhöhe selbst fest (Art. 5 Abs. 7 (n), Art 34).

6. Das Aktien-Haftungs-Kapital der ESM-Bank beträgt (zunächst) € 700 Milliarden, aufgeteilt in (a) € 80 Milliarden einzuzahlende Aktien und (b) € 620 Milliarden abrufbare Aktien. (Art. 8 Abs. 1). Die Gouverneure können das Haftungs-Kapital durch Ausgabe neuer Aktien bis in Billionenhöhe (c) beliebig erhöhen (Art. 8 Abs. 2, Art. 10 Abs. 1).

7. Im Verlustfall und aus sonstigen Gründen muss nicht eingezahltes ESM-Haftungskapital binnen 7 Tagen eingezahlt werden. Kann ein Mitglied nicht zahlen, wird der dann offene Betrag auf die übrigen Aktionäre umgelegt (Art. 9, Art. 10, Art. 25 Abs. 1 c, 2).

8. Wird das Aktienkapital nicht erhöht (Ziff. 6), haften die Deutschen, je nachdem wie viele ESM-Aktionäre zahlungsunfähig werden , für (Minimum) 27 % – x % (Maximum 100 %) aus € 700 Mrd. Wird das Aktien-Haftungs-Kapital durch Wagemut oder gar Dummheit der Gouverneure erhöht (Art. 8, Art 10), kann sich daraus erhöhte Haftung über € 700 Mrd. hinaus ergeben (Art. 9, Art. 10, Art. 25 Abs. 1 c, 2).

9. Die ESM-Bank kann: (A) Euro-Ländern Überziehungskreditlinien einräumen, Art 14, (B ) Banken finanzieren, Art. 15; (C) Euroländern Kredite geben, Art. 16; (D) von Euro-Ländern direkt Staatsanleihen ankaufen, Art. 17; (E) von Euro-Ländern indirekt Staatsanleihen ankaufen, Art. 18; (F) diese Liste ändern, also auch erweitern, Art. 19; (G) Zinspolitik betreiben , Art. 20; (H) Eurobonds herausgeben, Art. 21. – Summa summarum kann die ESM-Bank Finanzgeschäfte jeder Art und Höhe betreiben. (Art. 14 – 21).

10. Die ESM-Bank-Geldoperationen (A), (C), (D), (E) sind umschuldende Staatsfinanzierung schwacher Euroländer zu Lasten der Bürger der starken Euroländer, insbesondere Deutschlands. Die Bankenhilfe (B ) fließt an die Gläubiger der notleidenden Banken. Die Finanzierungen umfassen immer Neuschulden und Altschulden (seit zumindest 1999).

11. Art. 21: Die ESM-Bank kann unbegrenzt (Refinanzierungs-)Kredit/Geld aufnehmen um damit die Schulden schwacher Euro-Länder/Banken zu finanzieren. Diese neuen ESM-Schulden werden durch das Aktienkapital der ESM-Bank (mindestens € 700 Mrd.) gedeckt, für dessen Einzahlung die Länder/Bürger haften. Wegen des Dominoeffektes haften im Ernstfall die deutschen Bürger in voller Höhe von € 700 Mrd. (ggf. erhöht gem. Art.10!) für alle vom ESM aufgenommenen und in Europa verteilten Gelder/ Kredite. Art. 21 führt also Eurobonds ein, ohne dies auszusprechen. Gleichzeitig wird damit auf alleiniges Risiko der Bürger ein Schneeballsystem der Kreditfinanzierung aufgebaut.

12. Die ESM-Kredite (Art. 14, 15, 16) haben bei Konkurs eines Eurolandes (etwa Griechenlands) Nachrang gegenüber IWF-Krediten. Daraus folgt – wie jeder nachrangige Gläubiger weiß – ein massiv erhöhtes Verlust/Haftungs-Risiko (Präambel, Abs. 13, Abs. 14).

13. Die indirekten Aktionäre der ESM-Bank, die zahlenden und haftenden Bürger der Euro-Länder (insbes. die deutschen), haben keine Möglichkeit die Geschäfte der ESM-Bank durch Bestellung unabhängiger externer Prüfer auf ordnungsgemäße, sachliche und rechnerische Richtigkeit zu prüfen. Solche Prüfungen sind ausgeschlossen (Art. 26 – 30).

14. Die ESM-Bank und ihr Vermögen etc. pp. genießen absolute Immunität und können nie und nirgendwo vor Gericht belangt werden. Gerichtliche oder gesetzgeberische Maßnahmen gelten für sie in Zukunft nicht mehr. Die ESM-Bank ihrerseits hat Klagerecht gegen jedermann. (Art. 32)

15. Die ESM-Bank ist von Kontrollen und Lizenzen jeder Art befreit (Art. 32 Abs. 9).

16. Die Gouverneure (incl. Dr. Schäuble) und alle sonstigen Mitarbeiter der ESM-Bank haben jetzt und für alle Zukunft Schweigerecht und Schweigepflicht und sichern so die Geheimhaltung (a) ggf. der Operationen der ESM-Bank, (b) ihre eigenen Aktivitäten innerhalb der ESM-Bank und insbesondere (c) die Bestimmungen von Art. 32, 34 – 36 ab.

17. In ihrem ureigenen Interesse genießen alle Gouverneure (incl. Dr. Schäuble), Direktoren etc. pp der ESM-Bank samt Schriftwerk Immunität von jeglicher Gerichtsbarkeit hinsichtlich ihrer geschäftlichen (nicht amtlichen!) Tätigkeit für die ESM-Bank, gleich ob sie hunderte Milliarden Euro verschleudern, vernichten oder veruntreuen (Art. 35).

18. Die Gehälter der Gouverneure (s.o. Ziff. 5), der Direktoren und sonstigen Mitarbeiter der ESM-Bank sind von allen (auch indirekten) Steuern und Abgaben vollständig befreit. Die Gehälter – unter dem Rang der Gouverneure – unterliegen einer vom Gouverneursrat festgelegten internen Steuer an die ESM-Bank, Art. 36 Abs. 5.

19. Das Volumen der (konsolidierten) Darlehensvergabe von ESM und EFSF ist unbegrenzt und nur in der Übergangsphase auf 500 Milliarden EUR beschränkt (Art. 39, Art 10).

20. Da der jeweilige nationale Regierungschef seinen Finanzminister auf unbestimmte Zeit bestimmt und dieser die jederzeit widerrufbare Position des Gouverneurs besetzt, wird es zu extremen Machtkämpfen um den Posten der Finanzminister und chaotischen Zuständen in der ESM-Bank bei jedem Wechsel des Finanzministers und der Regierung kommen.

21. Mit Ratifizierung des ESM-Vertrages besiegeln die deutschen Bundestagsabgeordneten das Ende ihrer eigenen demokratischen, nationalen Rechte (Art. 47 Abs. 1).

Schlussfolgerungen:

Ab 1999 haben Regierungen der Euro-Länder die Eurozone durch unprofessionelle, leichtsinnige und teils geradezu törichte Finanzpolitik, durch fortgesetzte Verstöße gegen den Vertrag von Maastricht und den Stabilitätspakt, bis zum Zerreißpunkt geschädigt und Kreditorgien in Billionenhöhe ausgelöst. Dadurch wurde ab 2007 eine weltweite Spekulation gegen den Euro ausgelöst. Als Gegenreaktion haben die Verursacher der Krise ab 2007 hilflose und untaugliche „Rettungsmaßnahmen“ eingeleitet, um das entstandene Chaos einzudämmen. Ultimative Rettung sollen nun der Fiskalpakt und die Schlagkraft der ESM-Mega-Bank bringen. Beabsichtigt ist, die in den vergangenen 13 Jahren (wegen desaströser Euro-Finanzpolitik) aufgelaufenen Schulden der schwachen Euro-Länder über die ESM-Bank zu sozialisieren und (u.a.) auf die deutschen Steuerzahler bzw. Bürger umzuschulden. Die dafür notwendigen Kredite sollen über das Privatvermögen aller europäischen Bürger rückabgesichert und garantiert werden. Dies heißt nichts anderes, als dass bestehende Schulden in Billionenhöhe abgelöst und durch neue ESM-Bank-Kredite ersetzt werden sollen. Für diese werden zukünftig vor allen deutsche Bürger und Steuerzahler unbegrenzt haften. Hinter einem grandios orchestrierten Durcheinander von Aktionen, Manipulationen, Gipfeln, Gesetzen, Erklärungen etc. werden die massiven Finanzprobleme in- und ausländischer Banken über den ESM klammheimlich auf den Schultern der Bürger abgeladen. Nebenbei soll mit diesem „genialen“ Plan auch die weltweite Spekulation gegen den Euro beendet werden.

Der ESM-Plan ist aus vielen Gründen gänzlich naiv und kann die Euro-Zone in ein finanzielles Chaos stürzen, dessen Folgen für die deutschen Bürger von verheerenden Ausmaßen sein können.

(a) Nicht die Spekulation ist die Ursache der europäischen Finanzkrise.
(b) Ursache ist vielmehr die offensichtliche Unfähigkeit der (u.a.) Euro-Finanzminister zu kontrollieren, ordentlich und sparsam zu haushalten und Regeln einzuhalten.
(c) Eine Besserung dieses Verhaltens und dieser Schwächen ist derzeit nicht in Sicht.
(d) Den als Gouverneuren der ESM-Bank vorgesehenen Finanzministern fehlen i.d.R. die fachlichen Qualifikationen zur Ausübung größerer Bankgeschäfte. Insbesondere sind sie nicht qualifiziert für die Führung einer europäischen Großbank.
(e) Der den ESM-Vertrag begleitende Fiskalpakt weist im Kern die gleichen Mängel und Unbestimmtheiten auf, die schon den Vertrag von Maastricht und den Stabilitätspakt zerstört haben. Ein Placebo Effekt wird sich nicht einstellen.
(f) Die ESM-Bank wäre der Auftakt, zusätzlich auch noch die zahlungsfähigen Euroländer (DNFiÖ) in den Abgrund zu reißen.

Mit dem ESM-Vertrag wird unkontrollierbare, politische und finanzielle Macht auf eine kleine Gruppe von Personen (die Euro-Finanzminister und ihre Umgebung) übertragen. Als Verursacher der bisherigen Probleme scheiden diese per se für deren Eindämmung aus. Es besteht die Gefahr, dass Fehlverhalten und Fehlentscheidungen der Vergangenheit vertuscht werden.

Es dürften auch ganz banale Gründe hinter dem ESM-Projekt stecken: Die Privilegien und der zu erwartende Quantensprung im Einkommen der Gouverneure/Direktoren der ESM-Bank hat möglicherweise ein unstillbares Verlangen nach diesen ESM-Posten ausgelöst.

Die Dinge liegen doch sichtbar vor aller Augen: Die außerhalb jeglicher Legitimität stehenden ESM-Privilegien sind der Köder, mit dem zuerst die Finanzminister und ihre Entourage in die ESM-Falle gelockt wurden. Dorthin sollen ihnen nun, nach vielen fadenscheinigen Argumenten und apokalyptischen Drohungen auch die Abgeordneten der Länder, damit die Länder selbst und ihre Bürger folgen. Mit der Ratifizierung schließt sich dann die Falle. Danach werden die Eurobonds von Spekulanten aufgekauft und in kürzester Zeit haben die Gläubiger der ESM-Bank in Europa das Sagen. Europas Bürger – vor allen die Deutschen – dürfen dann zwar endlos zahlen, Rechte werden sie aber nicht haben, da diese laut Vertrag ohnehin ausgeschlossen sind.

Der ESM-Vertrag ist eine Verhöhnung und Verspottung des gesunden Menschenverstandes und der europäischen Rechtstradition schlechthin. Mit dem ESM-Vertrag putscht eine kleine Gruppe von Regierenden gegen ihr eigenes Volk.

Die aus der Implementierung der ESM-Bank unter Führung der bekannten Gouverneure drohenden Schäden könnten jeden Zusammenbruch des Euro-Systems als lächerliche Nebensächlichkeit erscheinen lassen. Schließlich hat Europa vor dem Euro existiert und wird nicht mit ihm untergehen, sondern friedlich fortbestehen. Die jetzigen Zustände hingegen bringen Unfrieden in das europäische Haus – Unfrieden politischen Ursprungs!
Aus: http://www.goldseitenblog.com/peter_boehringer/index.php/2012/02/17/warnung-an-mdbs-ii-der-esm-bank-vertrag

Ermächtigungsgesetz
Veröffentlicht am 26. Juni 2012 von Karl Weiss
Wie damals Hitler
Obwohl bereits eine Anfrage des Bundesverfassungsgericht (BVerfG) vorliegt, haben sich in den entscheidenden Parteitagen und Beratungen in allen vier Parteien der Superreichen die Befürworter des ESM-Rettungsschirms und des Fiskalpaktes in der Euro-Zone durchgesetzt, wie zu erwarten war. Nicht dass die vier Superreichen-Parteien superreich wären, sie sind lediglich die Statthalter der Superreichen in den politischen Gremien. Sowohl die Union als auch die SPD als auch die Grünen und die FDP haben ihre Zustimmung zu ESM und Fiskalpakt erklärt und damit zur Aufhebung der Demokratie in Deutschland. Sie müssen dies zu spüren bekommen. Wir lassen uns die Reste von Demokratie, die es noch gibt, nicht so einfach nehmen!

Warum ist ESM und der Fiskalpakt die Aufhebung der Demokratie? Weil sie die Gelder der deutschen Steuereinnahmen einem nicht gewählten, undemokratischen Gremium von Euro-Direktoren praktisch vollständig zur Verfügung stellen. Wenn aber der deutsche Souverän, das deutsche Volk, keine Möglichkeit mehr hat, über das Gross der Steuereinnahmen entsprechend den demokratischen Gepflogenheiten zu bestimmen, so ist die Demokratie in Deutschland aufgehoben, denn im Kern stellt die Verfügung über das Geld den Kerninhalt der Souveränität dar. Mit ESM und Fiskalpakt ist die Souveränität Deutschlands beeendet.
Wenn es in Deutschland genau jene vier Parteien sind, die im Bundestag und in allen Landtagen die entscheidenden Mehrheiten stellen, so ist auch die Frage der demokratischen Legitimierung dieser Entscheidung wesentlich. Interessant: In nicht einer der veröffentlichten Zustimmungen zu ESM und Fiskalpakt wird auch nur die Frage erwähnt, ob diese Parteien das Recht zu solchen Entscheidungen hatten, nachdem sie vor den letzten Wahlen nicht im mindesten angekündigt hatten, in Deutschland die Souveränität aufzuheben. Sie haben also schlicht und einfach das Wählervolk getäuscht und vorgespielt, sie seien weiterhin in den „demokratischen Konsens“ eingebunden, während sie längst planten, den wesentlichen Teil der Demokratie in Deutschland aufzuheben.
Das bedeutet für jeden von uns, die wir dies nun feststellen: Wir können nicht einfach weitermachen wie bisher, nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Wenn die einzige wesentliche demokratische Grundlage, die es in der Bundesrepublik noch gab, von allen wesentlichen Parteien, die in Regierungsverantwortungen stehen, aufgekündigt werden, müssen wir auch unsere Haltung diesen Parteien gegenüber überdenken. Man kann nicht einfach so tun, als seien Union, SPD, Grüne und FDP noch Teile des „politischen demokratischen Konsenses“ in Deutschland.
Wir müssen vielmehr für uns selbst und für alle, mit denen wir darüber reden, feststellen, sie sind nicht mehr im „demokratischen Konsens“, sondern sind Landesverräter – ohne Anführungszeichen – oder anders ausgedrückt, sie haben jegliche Berechtigung verloren, auch nur noch eine Stimme in Deutschland zu bekommen.
Es geht hier nicht mehr um bestimmte Meinungen, um Dinge, bei denen die Menschen eben verschiedener Meinung sind, es geht hier um die mindesten Voraussetzungen, noch einen Staat zu haben, der bestimmte demokratische Prinzipien anerkennt.
Mit anderen Worten: ESM und Fiskalpakt, einmal eingeführt, würden die Diktatur, die Tyrannei in Deutschland einführen, genauso wie die Ernennung Hitlers zum Reichspräsidenten und das darauf folgende „Ermächtigungsgesetz“ die letzten Reste der Demokratie im damaligen Deutschland vernichteten.
ESM und Fiskalpakt sind die aktuelle Form des „Ermächtigungsgesetzes“!
Aus: http://www.karl-weiss-journalismus.de/?p=1609
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ESM Verträge

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Antibiotika im Geflügelfleisch

von Igelin @ 2012-07-03 – 22:27:01

Weiter Antibiotika im Geflügelfleisch

Düsseldorf. In der Geflügelmast gibt es weiter Probleme mit Antibiotika. Laut einer am Dienstag in Düsseldorf vorgestellten Studie der NRW-Landesregierung kommt Mastgeflügel teilweise sogar ohne tierärztliche Versorgung mit antibiotisch wirksamen Substanzen in Kontakt. Der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen) fürchtet in der Folge zunehmende Antibiotikaresistenzen.
Anhaltspunkte für eine Gefährdung der Verbraucher gebe es bislang nicht.

(dapd/jW)
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Antibiotika im Geflügelfleisch
Kinder brauchen Urlaub ?

von Igelin @ 2012-07-03 – 22:25:12

»Arme Kinder brauchen heute Hilfe«
Diakonie sammelt Geld für sozial benachteiligte Familien, damit der Nachwuchs in den Urlaub kann
Susan Bonath

Sommer, Sonne, Ferienspaß? Michaela Müller (Name von der Redaktion geändert) bereiten die gut sechs Wochen Sommerferien, die in Sachsen-Anhalt am 21. Juli beginnen, Kopfzerbrechen. Tochter und Sohn der Alleinerziehenden sind elf und 13 Jahre alt; vermutlich werden sie die meiste Zeit ohne sie zu Hause verbringen müssen. Urlaub von ihren beiden Minijobs hat die Aufstockerin für diese Zeit nur eine Woche bekommen. Die
Kinder einfach ins Spaßbad schicken? Finanziell ist das maximal ein- oder zweimal drin, sagt sie. So wie Michaela Müller geht es vielen Familien, weiß man bei der Diakonie Mitteldeutschland. Laut dem sächsischen Vorstandsvorsitzenden, Christian Schönfeld, lebt in Sachsen und Thüringen jedes vierte Kind unterhalb der Armutsgrenze, in Sachsen-Anhalt sogar fast jedes dritte. Spitzenreiter ist demnach die Stadt Halle mit rund 38 Prozent
Kinderarmut. Mit ihrer Spendenaktion »Kindern Urlaub schenken« will die Organisation Mädchen und Jungen aus sozial schwachen Familien eine unbeschwerte Auszeit ermöglichen.

Im Spendenaufruf der Diakonie heißt es: »Sich verfestigende Kinderarmut ist traurige Normalität geworden. Am meisten betroffen sind Familien mit mehr als zwei Kindern, mit erwerbslosen Elternteilen und Alleinerziehende.« Oft
werde Armut zu einer dauerhaften Notlage, aus der auch elterliche
Erwerbsarbeit nicht mehr heraushelfe. Daraus erwüchsen ständiger
materieller Mangel, soziale Isolation, fehlende Bildungschancen, mangelnde Anerkennung sowie häufige Ohnmachtserfahrungen. Für die Kinder seien das »keine ermutigenden Signale«, die vor allem zeigten, daß staatliches Handeln versagt habe.

Die Aktion läuft bereits seit 2006. »Damals wollten wir das Thema
Kinderarmut in Deutschland vor allem an die Öffentlichkeit bringen, da es noch weitgehend verschwiegen wurde«, erinnerte sich Projektleiter Andreas Hesse im Gespräch mit junge Welt am Dienstag. Mittlerweile werde die Förderung für präventive Jugendarbeit immer weiter zusammengestrichen. Von seinen Pflichten befreien wolle man den Staat nicht, stellte Hesse klar.
»Aber die Kinder sind heute klein, haben heute die Probleme und brauchen sofort Hilfe. Jedes Kind, das in einem reichen Land wie Deutschland arm ist, ist eins zuviel«, resümierte er. All ein in Mitteldeutschland könnten sich etwa 250000 Kinder »ganz normale Dinge« wie Urlaub oder Ausflüge nicht mehr leisten.

Die Nachfrage an dem Projekt steige ständig, sagte Hesse. Er schätzt: »In den letzten fünf Jahren konnten wir insgesamt etwa 8000 bis 10000 Kindern und Jugendlichen aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt pädagogische Ferienfreizeiten, Zeltlager oder Tagesausflüge anbieten.«

In diesem Jahr werden etwa 3000 Kinder, so viele wie nie zuvor, von mittlerweile 160 Projekten profitieren. Eltern könnten sich an jede örtliche Beratungsstelle der Diakonie wenden, so Hesse. »Oft geht dann aus diesen Gesprächen hervor, welche pädagogischen Maßnahmen für das Kind oder den Jugendlichen die richtigen sind.« Allerdings seien die Mittel begrenzt, so Hesse: Und er fügt hinzu: Wir bitten die Eltern, je nach Art des Projektes und der finanziellen Situation einen kleinen Eigenanteil beizutragen.

Igelin: Das ist wohl nicht das Wichtigste – ich bin jetzt 62 Jahre alt und war noch nie im Urlaub und lebe auch noch.
Auch als Alleinerziehende Mutter habe ich Tagesausflüge mit meinen Kindern unternommen. Wir haben den Rucksack gepackt und sind zum Bahnhof gelaufen – und je nachdem wohin der erste Zug fuhr, in die Richtung sind wir dann los und haben auch immer etwas gefunden – vor allem geht es doch um das Gemeinsame Unternehmen und nicht um Geld ausgeben.
Ich würde auch nie an die Diakonie spenden, da man da nie weiß ob das auch bei den Kindern ankommt und nicht für Verwaltungskosten der Diakonie draufgeht oder für Profit der Kirche.
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Kinder brauchen Urlaub ?
218 Euro für Rettung

von Igelin @ 2012-07-03 – 22:14:15

Rettungseinsatz kostet 281 Euro

Berlin. Wer sich in Berlin in einem Notfalleinsatz ins Krankenhaus bringen läßt, muß 281,43 Euro zahlen. Entsprechende Rechnungen würden seit Sonntag verschickt, teilte ein Sprecher der Feuerwehr mit. Die Erstattung der Kosten müßten die Versicherten bei der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse
beantragen.

Die Kassen hatten zum 30. Juni einen Vertrag mit der Feuerwehr gekündigt, über den Rettungsdiensteinsätze direkt miteinander verrechnet wurden.
Berlins Innenstaatssekretär Bernd Krömer (CDU) erwartet in dem Streit nun ein neues Angebot von den Krankenkassen.

(dapd/jW)
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218 Euro für Rettung
zu hohe Mieten

von Igelin @ 2012-07-03 – 22:12:46

JW 4.7.
Vertreibung nach Sanierung
100000 Mieter konnten 2011 nach Modernisierung Wohnung nicht mehr zahlen

Immer mehr Mieter können sich ihre Wohnungen nicht mehr leisten, weil teure energetische Modernisierungen auf die Miete umgelegt werden. 2011 waren rund 100 000 Menschen, vor allem Geringverdiener und ältere Menschen mit geringer Rente, betroffen. Das berichtet das ARD-Politikmagazin »Report
Mainz« in einer Pressemitteilung am Dienstag. In dem Bericht, der am Abend ausgestrahlt werden sollte, beruft sich der Sender auf bisher unveröffentlichte Berechnungen und Schätzungen des Deutschen Mieterbunds (DMB). Lukas Siebenkotten, Direktor des DMB, erklärt demnach im Interview mit »Report Mainz«: »Wir haben errechnet, daß 100 000 Mieterinnen und Mieter von den Härten der Mieterhöhung aufgrund energetischer Gebäudesanierung
betroffen sind und im Ergebnis in den meisten Fällen ihre angestammten Wohnungen verlassen müssen, weil sie es nicht mehr bezahlen können, also vertrieben werden«.

Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) erklärte auf Anfrage des Magazins, daß seinem Ministerium zu den sozialen Folgen von energetischen Modernisierungen keine gesicherten Zahlen vorlägen. Aber sicherlich käme es »zu Umzügen von einkommensschwachen Haushalten«, die er auch sehr ernst nehme. Er sehe deswegen aber keinen Handlungsbedarf. Das Mietrecht sei »sozial ausgewogen«.

Nach den Berechnungen und Schätzungen des Deutschen Mieterbunds drohte 2011 hingegen auch vielen Hartz-IV-Empfängern ein Zwangsumzug wegen der Umlage der Kosten von energetischen Modernisierungen auf die Mieter. 2011 waren demnach schätzungsweise rund 40 000 Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften
betroffen, bei denen die Miete nach einer solchen Maßnahme über der Bedarfsobergrenze lag. Wegen der gestiegenen Mieten reichte auch das Wohngeld 2011 bei rund 30 0000 Haushalten, oft bei Rentnern und Pensionären, nicht mehr aus. Hier lag die tatsächliche Miete über der beim Wohngeld berücksichtigten Miete.

Der Präsident des Deutschen Städtetages und Münchner Oberbürgermeister, Christian Ude (SPD), nannte die Zahlen erschreckend. »Die dramatischen Mietsprünge heißen im Ergebnis: Das Haus ist jetzt wunderbar ökologisch auf der Höhe der Zeit und energetisch saniert, nur der Bewohner kann es sich nicht mehr leisten, dort zu wohnen. Dieses Ergebnis darf aber nicht
rauskommen.«

(jW)
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zu hohe Mieten
»Die Lage von Wissenschaftlern ist skandalös«

von Igelin @ 2012-07-03 – 21:59:41

»Die Lage von Wissenschaftlern ist skandalös«
Von 300000 ist fast jeder dritte prekär beschäftigt. Immer mehr
Patchwork-Existenzen. Ein Gespräch mit Matthias Neis
Interviews: Gitta Düperthal

Matthias Neis ist ver.di-Gewerkschaftssekretär, Fachbereich Bildung, Wissenschaft und Forschung

Promovierte und habilitierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an deutschen Universitäten arbeiten oft für einen Appel und ein Ei, von Honorarvertrag zu Honorarvertrag. Viele haben keine Krankenversicherung, auch mit der Altersversorgung sieht es miserabel aus. Welche Dimension hat das Problem?

Von etwa 300000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an den
Hochschulen sind ungefähr 100000 weit unterhalb eines Mindestlohns nebenberuflich beschäftigt. Lohndumping ist üblich, teilweise arbeiten sie für drei oder vier Euro in der Stunde. Ein Lehrauftrag über ein halbjähriges Semester wird oft mit 500 bis 800 Euro bezahlt, das sind etwa 100 bis 120 Euro monatlich.

30 Stunden werden mit je etwa 15 bis 30 Euro vergütet – Vor- und
Nachbereitung, Prüfungsbegleitung, Korrekturen der Arbeiten sowie
Beratungsgespräche mit Studenten werden nicht berechnet, müssen aber geleistet werden. Krankenversicherung und Rentenbeiträge sind nicht geregelt, sie müssen von diesem Betrag bestritten werden. Hauptberuflich Beschäftigte sind häufig nur befristet tätig: nur einige Monate, nicht Jahre! Hinzu kommt: Wer in der Warteschleife für eine Professur hängt, muß trotzdem ständig Lehre anbieten, sei es über Lehraufträge oder sogar umsonst, um überhaupt im Spiel zu bleiben. Das ist skandalös.

Wie können sie überhaupt ihre Existenz sichern?

Das ist schwer zu beantworten. Die Lebensbedingungen der nebenberuflich beschäftigten Lehrbeauftragten und Privatdozenten sind kaum erforscht. Es gibt sogenannte Patchwork-Existenzen. Sie basteln sich so viele prekäre Beschäftigungsverhältnisse zusammen, daß es gerade reicht, um über die Runden zu kommen. Diese hochqualifizierten Leute können sich teilweise nicht einmal mit 40 oder 45 Jahren überlegen, eine Familie zu gründen. Es
gibt den Spruch: Man muß es sich leisten können, als Wissenschaftler zu arbeiten. Viele können es nur, weil sie einen Partner haben, der sie unterstützt. Obgleich sie mitten im Wissenschaftsleben stehen, stecken sie somit privat in Abhängigkeiten.

Wie lange ist die Situation dieser Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon derart prekär?

Bereits der Soziologe Max Weber hatte in seinem 1918 gehaltenen Vortrag Wissenschaft als Beruf gesagt: »Wissenschaftliche Karriere ist ein wilder Hazard und meinte: eine Art Glücksspiel! In den 70er Jahren hatte sich die Lage etwas entspannt. Damals wurden Stellen für den wissenschaftlichen Mittelbau geschaffen. Seit ungefähr 15 bis 20 Jahren wird das massiv zurückgedreht. Nahezu jede unbefristete Stelle, die frei wird, wird in eine
befristete verwandelt.
Wer ist verantwortlich für diese katastrophale Beschäftigungspolitik?

Die Landesregierungen sowie die Parlamente der Länder stehen für vieles in der Verantwortung. Für das Wissenschaftszeitvertragsgesetz sind allerdings die Bundesregierung und der Bundestag zuständig. Darin sind sehr
umfangreiche Befristungsmöglichkeiten geregelt. Zudem muß die darin enthaltene Tarifsperre aufgehoben werden, die festlegt, daß die Tarifparteien kaum Verbesserungen regeln können. Dieses Gesetz geht in weiten Teilen noch auf das Hochschulrahmengesetz unter Rot-Grün zurück, aber die Große Koalition hat es 2007 neugefaßt. Auch die Hochschulen haben Spielraum und können einiges ändern, obwohl sie meist das Gegenteil behaupten. Sie könnten jedoch zumindest Verträge über beispielsweise zwei
Jahre, statt jeweils vier mal sechs Monate ausstellen.

Es gibt Kritik an ver.di, sich nicht genügend gegen die fortschreitende Verarmung der Wissenschaftler engagiert zu haben – was sagen Sie dazu?

Es stimmt, daß diese Gruppe der Wissenschaftler uns lange Zeit fremd war – und umgekehrt auch. Seit einigen Jahren hat sich dies aber mit dem Projekt Fairspektive geändert. Wir wollen und können aber keine Stellvertreterpolitik für die Beschäftigten machen, sondern nur mit ihnen zusammen aktiv werden. Mit ver.di-Initiativen beispielsweise in Braunschweig und Halle sind wir da schon auf einem guten Weg. Zudem hat ver.di online-Befragungen an Hochschulen durchgeführt, um deren Leitungen mit den prekären Verhältnissen der jeweiligen Wissenschaftler und ihren
Forderungen zu konfrontieren.
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verarmte Wissenschaftler
es geht ja nur um Mord . . .

von Igelin @ 2012-07-03 – 21:43:18

Junge Welt 4.7.
Bouffier keilt zurück
Sebastian Carlens

Um markige Worte ist Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) selten verlegen. Nachdem in der vergangenen Woche bekannt wurde, daß ein Ukas des damaligen Landesinnenministers die polizeiliche Befragung eines mordverdächtigen Verfassungsschutzmitarbeiters im Jahr 2006 verhindert
hatte, geht der Politiker in die Offensive. Eine »Unverschämtheit« sei die »Unterstellung« des NSU-Ausschußvorsitzenden, ließ Bouffier seinen Regierungssprecher Michael Bußer mitteilen. Sebastian Edathy (SPD) hatte
dem ehemaligen Innenminister in einem Interview mit dem ARD-»Morgenmagazin« am Dienstag »Verhinderung von Strafverfolgung im Amt« vorgeworfen.
Bouffiers Stellvertreter Jörg-Uwe Hahn (FDP) äußerte, er habe noch nie erlebt, daß ein Ausschußvorsitzender »in einer solchen Dreistigkeit eine solche Bewertung vorgenommen hat, bevor Zeugen befragt wurden«. Der Bundestag solle »sich gut überlegen«, ob ein Gremium unter Edathys Leitung noch objektiv sei.

Dem Schlagabtausch zwischen Edathy und Bouffier war eine Zeugenbefragung vor dem Ausschuß in der vergangenen Woche vorausgegangen, bei der der Leitende Kasseler Kriminaldirektor Gerald Hoffmann ausgesagt hatte, vom hessischen Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) bei der Aufklärung eines Mordfalles behindert worden zu sein. Die »erste und einzige heiße Spur« nach dem Mord an dem Kasseler Internetcafébetreiber Halit Yozgat, der später der Zwickauer Terrorzelle zugeordnet werden konnte, habe zu dem während der Tat anwesenden Mitarbeiter des LfV, Andreas Temme, geführt.
Seine Befragung sei vom Landesamt abgelehnt worden, schließlich ginge es »nur um Mord«. Bouffier stellte sich damals als oberster Dienstherr mit Verweis auf die »Sicherheit des Landes Hessen« hinter diese Entscheidung.
Auch eine Befragung der V-Männer aus der neofaschistischen Szene, die Temme betreut und kurz vor sowie nach der Tat angerufen hatte, wurde unterbunden.
Dieses Vorgehen Bouffiers bezeichnete Edathy als »drastisches Beispiel« politischer Versäumnisse.

Bouffiers aggressive Vorwärtsverteidigung fällt mit dem größten deutschen Geheimdienstskandal seit Jahrzehnten zusammen. Erst am Montag hatte der Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Heinz Fromm, sein Ausscheiden aus dem Amt zum Monatsende angekündigt. Er zog damit die Konsequenzen aus der Vernichtung von Akten, die möglicherweise Hinweise zu Anwerbeversuchen der Terrorzellenmitglieder Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe durch deutsche Geheimdienste enthalten haben könnten. Der für die Schredderaktion verantwortliche Referatsleiter des BfV solle am morgigen Donnerstag vor dem Untersuchungsausschuß befragt werden, kündigte Edathy an. Auch Heinz Fromm ist für Donnerstag als Zeuge vor das Gremium geladen.

Sein Rückzug bleibt möglicherweise nicht die letzte personelle Konsequenz aus dem Debakel um Fahndungspannen, Behördenvertuschungen und Falschaussagen vor dem Bundestagsausschuß. CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach sagte, der Rücktritt des Behördenchefs erledige das Thema keineswegs: »Bei persönlichen Konsequenzen für den Präsidenten wird es wohl nicht bleiben können«, sagte er dem Kölner Stadt-Anzeiger
(Dienstagausgabe). Ausschußmitglied Patrick Kurth (FDP) sagte demselben Blatt: »Wir sind nahe an dem Zeitpunkt, zu dem geprüft werden muß, inwiefern die Parlamentarier auch juristisch gegen falsche Aussagen und Vertuschung vorgehen können.« Volker Bouffier könnte dafür ein erster geeigneter Kandidat sein.

Reaktionen: »Ungeheuerlicher Vorgang«

Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat den Rücktritt des
Verfassungsschutzpräsidenten Heinz Fromm wegen der bekanntgewordenen Aktenvernichtung im Zusammenhang mit Ermittlungen über die Neonaziterrorgruppe NSU begrüßt. »Es ist höchste Zeit, politische Konsequenzen zu ziehen«, erklärte der Bundesvorsitzende Kenan Kolat am Montag in Berlin. Den deutschen Behörden warf Kolat vor, »den Rassismus in Deutschland« jahrelang »kleingeredet« zu haben. »Jetzt sitzen wir alle auf den Scherben dieser Politik.« In der Berliner Zeitung vom Dienstag wurde er
deutlicher: Die Vernichtung von Akten im Bundesamt für Verfassungsschutz sei »ein ungeheuerlicher Vorgang«. »Das macht mich stutzig, ob es nicht eine Verquickung des Verfassungsschutzes mit den Terroristen gab.« Nachdem
die NSU-Zelle aufgeflogen sei, habe er noch sehr viele Fragezeichen hinter diesen Verdacht gemacht. »Heute kann ich maximal noch ein Fragezeichen machen. Ich habe heute überhaupt kein Vertrauen mehr in die Sicherheitsorgane – in den Verfassungsschutz schon gar nicht.«

Die Obfrau der Linken im NSU-Untersuchungsausschuß, Petra Pau, verlangte gestern, daß auch die Frage nach der politischen Verantwortung gestellt werde. So müsse etwa geklärt werden, warum der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) unmittelbar nach dem Nagelbombenanschlag in Köln im Juni 2004 erklärt habe, daß ein fremdenfeindlicher Hintergrund ausgeschlossen werden könne und wie diese Erklärung die Ermittlungen beeinflußt habe. Pau nannte es einen Skandal, daß der Militärische Abschirmdienst (MAD) seine Akten zur »Operation Rennsteig« nicht herausgeben will. Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) müsse dies bei Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) erwirken.

Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, bilanzierte: »Der Verfassungsschutz hat nicht nur Fehler gemacht, er ist der Fehler.«
Die nun bekanntgewordene Vernichtung von Akten zum V-Leute-Einsatz in der Neonaziszene sei nur das i-Tüpfelchen in einer Kette von Skandalen. Sie verlangte die Auflösung der »demokratisch nicht zu kontrollierenden« Verfassungsschutzämter (siehe auch ihren Kommentar in jW vom 3. Juli).
(dapd/AFP/jW)
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Mehr Produktion – niedrigere Löhne/weniger Kaufkraft – da gehen wieder einige kapitalistische Firmen Pleite / Die Folge – höhere Arbeitslosigkeit

von Igelin @ 2012-07-02 – 05:13:45

Bei den Löhnen in Deutschland geht die Schere immer weiter auseinander. In den vergangenen Jahren hätten sich in Deutschland Niedrig- und Hochlohnbranchen herausgebildet, erklärte das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Mittwoch. So seien in den exportierenden Bereichen, die sich hauptsächlich im Produzierenden Gewerbe befänden, die Löhne stärker gestiegen als in vielen Dienstleistungsbereichen.
Die Reallöhne je Arbeitnehmer sanken oder stagnierten laut IWH aber insgesamt im vergangenen Jahrzehnt. Dadurch seien sowohl die verfügbaren Einkommen als auch der private Konsum schwächer gestiegen als das Bruttoinlandsprodukt (BIP).
Zudem nahm auch die Bedeutung der Tariflöhne für die sogenannten Effektivlöhne ab, also die tatsächlich ausgezahlten Bruttolöhne. So waren den Angaben zufolge im Jahr 2011 nur noch 31 Prozent aller Betriebe in Deutschland an einen Tarifvertrag gebunden, während es im Jahr 2008 noch 35 Prozent waren.
Auch die Einführung von Arbeitszeitkonten, die Beschäftigung von Leiharbeitern, außertarifliche Zusatzvergütungen, Prämien für die Stammbelegschaft und andere zusätzliche Lohnbestandteile könnten zu einer verstärkten Spreizung der Effektivlöhne je Stunde führen, erklärte das IWH. Die Ausweitung der Teilzeitarbeit schlage sich im Jahresverdienst nieder und führe auch zu wachsenden Verdienstunterschieden
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sanktionierte Erpressung

von Igelin @ 2012-07-01 – 21:43:06

Kompletter Entzug

Zu jW vom 29. Juni: »Gericht: Lebensmittelgutscheine reichen«

Ich bin selbst als »Kunde« bei dieser »Einrichtung« und gebe daher meinen richtigen Namen nicht an. Wie mir eine Mitarbeiterin dieser staatlichen Behörde auf Nachfrage mitteilte, bedeutet »100 Prozent Entzug der Leistungen« nicht nur das Angewiesensein auf Lebensmittelscheine, sondern auch den kompletten Entzug aller anderen Leistungen, die »Hartz IV« sonst beinhaltet. Das heißt konkret, daß auch die Beträge für die Nebenkosten nicht mehr gezahlt werden (z. B. Miete, Heizkosten, Hausratversicherung).

Es droht also die Obdachlosigkeit, da der Vermieter folglich keine Miete mehr erhalten kann. Wie die »Sachbearbeiterin« meinte, könne man sich ja mit dem Vermieter auf eine »Stundung der Miete« einigen. »Wenn das nicht klappe, hätte man eben keine Wohnung mehr.«

Sie hielt solch eine Vorgehensweise für »angemessen«. »Irgendwie müsse man die Leute ja schließlich kriegen«, fand sie. Soweit die Vertreterin unseres Sozial-und Rechtsstaates. Übrigens werden die Beträge für die Krankenversicherung natürlich ebenfalls nicht mehr entrichtet. Das macht also insgesamt die Lebensmittelgutscheine noch zum kleinsten Problem. Diese Informationen sollten zusätzlich zu diesem Artikel nicht fehlen.Captain
Nemo, per E-Mail
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in dieses Bildungs-Aus passt Ritalin – damit es überhaupt funktioniert

von Igelin @ 2012-07-01 – 21:40:13

Zu jW vom 27. Juni: »Exzellenz statt Qualität«

Der Titel »Exzellenz statt Qualität« ist genau richtig gewählt. In den 70ern konnte man sich kaum vorstellen, daß unser Bildungssystem noch schlechter sein könnte, aber wie man sieht, es geht durchaus. Schon damals kritisierte die OECD das Bildungssystem der BRD, vor allem wegen der mangelnden »Chancengleichheit«.

Die Sünden aus der dann folgenden Kohl-Ära, als CDU und FDP sich keinen Deut um wissenschaftlich fundierte Studien scherten und unbedingt unser dreigliedriges Schulsystem mit früher Trennung der »Spreu vom Weizen« beibehalten, nicht mehr Lehrer für kleinere Klassen einsetzen wollten, schlagen noch heute mit mangelnden Fachkräften zu Buche. Aber das Einsparen
von Lehrerpersonal soll sich noch zuspitzen durch noch mehr Wettbewerb, der, wie man weiß, Gift für eine dem Lernen förderliche Atmosphäre ist.

Lehrer, die aus überfüllten Hochschulen hervorgehen und sich in
»Elite-Seminaren« durchboxen mußten, stoßen auf immer größere Klassen, in denen man Dompteurqualitäten haben muß, um den so eingeschüchterten oder in Reaktion auf den Drill aufmüpfigen Schülern Wissen zu vermitteln. Wo bliebt die Humboldtsche »Freiheit der Lehre«?

Aber selbst für die GEW scheint es tabu zu sein, die »Systemfrage« zu stellen, wenn jetzt mit »mehr desselben« reagiert wird und die volle Härte der Gesetze des Marktes in unserem Bildungssystem ihren endgültigen Einzug halten sollen. Der Zwang, besser sein zu müssen, als die anderen, verringert die Entwicklungsmöglichkeiten unserer Kinder, die didaktischen
Fähigkeiten ihrer Lehrer und wird die Freiheit der nächsten Generation noch mehr einschränken als die der jetzigen.Josie Michel-Brüning, per E-Mail
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Bildungs-Aus
Auch bei den Pharmakonzernen geht es nicht um Heilung der Patienten, sondern um Profit

von Igelin @ 2012-07-01 – 21:23:19

Auf diesem Gebiet ist der Markt im Wachsen dank der perfekten Marketingstrategie. . .

US-Pharmakonzern vor Expansion

New York. Der US-Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb expandiert auf dem Gebiet der Diabetesbehandlung und kauft das Biotechnologieunternehmen Amylin Pharmaceuticals für rund 5,3 Milliarden Dollar.

Zugleich gab Bristol-Myers am Freitag nach Börsenschluß bekannt, gemeinsam mit dem Konkurrenten AstraZeneca werde man Produkte von Amylin entwickeln.
Für die Kooperation zahlt AstraZeneca 3,4 Milliarden Dollar. Die
Aufsichtsgremien der drei beteiligten Firmen haben den Vereinbarungen bereits zugestimmt.

(Reuters/jW)
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profitable Pharmaproduktion
egal wo auf der Welt – der Kapitalismus funktioniert überall gleich

von Igelin @ 2012-07-01 – 21:20:05

Ziel : höchsten Profit.
Nun ist die Industrie in die Niedriglohnländer ausgewandert um mehr Profit zu machen und immerhin klappt das zur Zeit auch trotz der weiten Wege zum Markt.
Aber mehr Profit – erfordert mehr Produktion – größere Märkte – niedrigere Produktionskosten –
Die Wertschaffenden Arbeitskräfte arbeiten aber nicht für die Bedarfsdeckung mit Waren, sondern für Lohn – und der wird automatisch geringer, wenn die Preise steigen.

Soziale Spannungen
Chinesischen Beschäftigten steigen die Löhne nicht schnell genug.
Wanderarbeiter begehren gegen Diskriminierung auf
Wolfgang Pomrehn

Chinas boomende Küstenprovinz Guangdong, eines der Zentren des chinesischen
Wirtschaftswunders, erlebt derzeit eine neue Runde von Lohnkämpfen. Die
Inflation, die zeitweise bis zu 6,5 Prozent erreichte, zuletzt aber auf
drei Prozent zurückgefallen ist, hat einen nicht geringen Teil der
Lohnzuwächse der letzten Jahre aufgefressen. Besonders die Bezieher der
niedrigsten Einkommen haben es nach Informationen des in Hongkong
erscheinenden China Labour Bulletin schwer, von ihrem mageren Verdienst zu
leben.

In China gibt es auf der Ebene der Provinzen und größeren Städte
Mindestlöhne. Hongkongs Nachbarstadt Shenzhen, seit Beginn der 1980er Jahre
Experimentierfeld der kapitalistischen Modernisierung Chinas, hatte
kürzlich den Mindestlohn auf 1500 Yuan im Monat angehoben. Das entspricht
am Devisenmarkt mageren 186 Euro, allerdings dürfte die Kaufkraft dieses
Betrages zwei bis dreimal so groß wie in Deutschland sein. Shenzhen gehört
zur Provinz Guangdong, deren Regierung eigentlich nachziehen und die
Lohnuntergrenze ebenfalls auf 1500 Yuan anheben wollte. Doch nach Angaben
des Labour Bulletin hat der Druck der Unternehmerlobby in der ehemaligen
britischen Kolonie dazu geführt, daß die Behörden den Schritt noch nicht
vollzogen haben.

Das könnte sich nun rächen. Nach Angaben des britischen Nachrichtensenders
BBC kam es vergangene Woche in der unweit Hongkongs gelegenen Stadt Shaxi
zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Wanderarbeitern und der Polizei.
Die mehrtägigen Straßenschlachten entzündeten sich allerdings nicht direkt
an der Forderung nach höheren Löhnen sondern an einem Fall von
Polizeibrutalität. Beamte sollen den Sohn einer Wanderarbeiterfamilie nach
einer Auseinandersetzung mit einem Einheimischen festgenommen und
zusammengeschlagen haben.

Shaxi,ebenfalls in Guangdong und in der Nachbarschaft Hongkongs gelegen,
wird von der Textilindustrie beherrscht. Rund 40000 Menschen sind dort in
hunderten Unternehmen beschäftigt und stellen meist Billigware für den
Markt in Afrika und dem Mittleren Osten her. Für China ist das allerdings
ein Auslaufmodell. Aufgrund der allgemeinen Lohnzuwächse haben solche
Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten, noch ausreichend Leute zu finden,
die bereit sind, für Niedrigstlöhne zu arbeiten. Schon seit einigen Jahren
wandern die Betriebe daher in Nachbarländer wie Vietnam oder Bangladesh ab,
wo das Lohnniveau niedriger ist.

Für die Wanderarbeiter hat die industrielle Umstrukturierung den negativen
Effekt, daß sie gezwungen sein könnten weiterzuziehen – obwohl es in China
trotz einiger Reformen der letzten Jahre noch immer keine
Personenfreizügigkeit gibt. Jeder Bürger wird seinem Geburtsort zugewiesen
und darf sich andernorts nur nach ausdrücklicher Erlaubnis dauerhaft
niederlassen. Eine solche Genehmigung ist so teuer, daß sie sich ein
einfacher Wanderarbeiter für sich und seine Familie nicht leisten kann.
Entsprechend sind seine Ansprüche auf Arbeitslosengeld und andere
Sozialleistungen sehr begrenzt, da diese meist nur Einheimischen zustehen.
Bis vor kurzem hatten seine Kinder noch nicht einmal das Recht auf den
Besuch einer öffentlichen Schule. Diese Ungleichbehandlung erklärt auch die
starken Spannungen zwischen Einheimischen und Zugezogenen, wie sie letzte
Woche in Shaxi exemplarisch zu Tage traten.

Unterdessen machen sich derzeit die Folgen der Eurokrise in einer
Stagnation der chinesischen Exporte und einem damit verbundenen Rückgang
des Wirtschaftswachstums bemerkbar. Die chinesische Führung geht jedoch
davon aus, daß die Wirtschaft des Landes in der zweiten Jahreshälfte wieder
an Fahrt aufnimmt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Im ersten
Quartal war das Wachstum auf 8,1 Prozent abgesackt. Die Regierung hatte
daraufhin die Kreditzinsen und die Eigenkapitalanforderungen für die Banken
abgesenkt. Letzteres bewirkt, daß diese mehr Geld verleihen dürfen. Der
Rückgang bei Investitionen und Exporten – letzteres eine Folge der Krise
beiderseits des Nordatlantiks – hatte zur Konjunkturabschwächung geführt.

Übers Jahr hoffen chinesische Experten immer noch 7,5 Prozent
Wirtschaftswachstum und damit das offizielle Ziel zu erreichen. Ein
Wachstum von sieben Prozent gilt in der Volksrepublik als Minimum, um einen
Anstieg der Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Zudem könnte eine zu starke
Abkühlung schnell dazu führen, daß die öffentlichen Schulden aus dem Ruder
laufen. Während der Finanzkrise 2008/2009, deren Auswirkungen auch China
deutlich zu spüren bekam, haben lokale und regionale Behörden gewaltige
Verbindlichkeiten angehäuft, um die Wirtschaft in Gang zu halten. Die
Folge: Ein Schuldenberg von 10,7 Billionen Yuan (rund 1,33 Billionen Euro).
Das kann nur so lange gut gehen, wie die Investitionen, die mit diesem Geld
getätigt wurden, weiter direkt oder indirekt Einkommen generieren.
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Kapitaldienst international
Söldner für den Kapitaldienst

von Igelin @ 2012-07-01 – 20:57:09

Junge ‚Welt 2.7.
Global einsatzbereit?
Claudia Wangerin

Nach Meinung von Verteidigungsminister Thomas de Maizière gibt es
grundsätzlich keine Regionen, in denen deutsche Soldaten nichts zu suchen haben. Dies bekannte der CDU-Politiker am Wochenende gegenüber dem Radiosender MDR Info. Die Frage nach den nationalen Interessen eines Militäreinsatzes sei legitim, sagte de Maizière »Aber die Wahrnehmung internationaler Verantwortung ist etwas, was mit unseren wohlverstandenen Interessen als wichtiges Land in der Welt zu tun hat, nicht mit unmittelbar eigensüchtigen nationalen Interessen.« Die unfreiwillige Relativierung
folgte auf dem Fuß: »Ein wesentlicher Teil unseres Wohlstands beruht auf dem Umgang mit der Welt«, so der Minister. Er sei Bundespräsident Joachim Gauck sehr dankbar, daß dieser eine stärkere gesellschaftliche Debatte über die Ausweitung der Militäreinsätze angestoßen habe. Gemeint war Gaucks
Lobrede auf die »Mut-Bürger in Uniform« vom 12. Juni und seine
Aufforderung, für Deutschland auch sein Leben zu geben.

De Maizière hatte seine Anwesenheit beim öffentlichen Beförderungsappell für 573 Bundeswehrsoldaten am Freitag nachmittag in München wegen anderer Verpflichtungen absagen müssen, ebenso Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Anstelle de Maiziéres erhob dessen Staatssekretär Stéphane
Beemelmans die Offiziersanwärter in den Rang von Leutnants. Vorher mußten sie auf dem Weg vom ökumenischen Gottesdienst in der Theatinerkirche zur
eigentlichen Zeremonie im Hofgarten an rund 200 Kriegsgegnern vorbei, die sich unter dem Motto »Kein Werben fürs Sterben« auf dem Odeonsplatz versammelt hatten. »Denkt nicht nur an die Beförderung, denkt auch an die Rückbeförderung – im Zinksarg«, mahnte ein Kundgebungsredner. Vor den Feldherrenhalle hatten die Aktivisten ein Transparent mit dem Tucholsky-Zitat »Jubel über militärische Schauspiele ist eine Reklame für den nächsten Krieg« aufgespannt.

Daß die Nachwuchsoffiziere nicht wie geplant am berüchtigten Kriegerdenkmal mit dem Schriftzug »Sie werden auferstehen« zur Beförderung angetreten waren, sondern in einigen Metern Entfernung, verbuchten die Friedensfreunde als Teilerfolg. Grünen-Stadtrat Siegfried Benker hatte die Bundeswehruniversität München in einem offenen Brief aufgefordert, die Zeremonie nicht im Zentrum der Stadt, sondern auf ihrem eigenen Gelände in
Neubiberg durchzuführen. Auf dem Odeonsplatz erinnerte Benker an das Bundeswehrgelöbnis im Sommer 2009 auf dem Münchner Marienplatz und an das von Deutschen verantwortete Massaker im afghanischen Kundus im darauf folgenden Herbst. Danach seien öffentliche Militärspektakel in München zunächst »nicht mehr angesagt« gewesen. Linke-Stadträtin Brigitte Wolf sprach sich gegen die Militariserung des öffentlichen Raums sowie
Produktion und Export von Rüstungsgütern aus. Ver.di-Sekretärin Hedwig Krimmer begründete die Teilnahme von Gewerkschaftern an der Protestaktion mit den schwersten Beeinträchtigungen, die die arbeitende Bevölkerung im letzten Jahrhundert erlebt habe – den beiden Weltkriegen. Krimmer war zuvor in der Maske von Bundeskanzlerin Angela Merkel erschienen – an der Seite eines Doubles von Bundespräsident Gauck. Neben einem als Pfarrer verkleideten Aktivisten war der Münchner Aktionskünstler Wolfram Kastner im Tarnanzug aufmarschiert. Die zu befördernden echten Soldaten – davon rund
80 Soldatinnen – trugen ihre Ausgehuniformen. Der Hofgarten war mit Absperrgittern gesichert, Polizisten kontrollierten die Taschen von Passanten. Während des Appells hielten nicht alle Nachwuchsoffiziere der prallen Sommersonne stand – mehrere erlitten Schwächeanfälle. »Besser sie fallen hier um als in Afghanistan«, kommentierte ein Kriegsgegner.
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Söldner für Kapitaldienst
Ziel der kapitalistischen Produktion ist Profit – nichts anderes

von Igelin @ 2012-07-01 – 20:47:00

Waren-Produktion ist dabei nur Mittel zum Zweck.

Um mehr Profit zu machen – müssen die Waren teurer werden oder die Produktionskosten niedriger.

Nun steht im letzten Heft Welt der Wunder ein interessanter Artikel darüber, dass bewusst und gezielt die Haltbarkeit der Produkte begrenzt werden – dass Neues niemals mit dem vorhandenen zusammenpasst und dass Verschleißteile schnell verschleißen.

Also müssen die Kunden neue kaufen, die nicht besser sind – nur anders und mehr Geld kosten.

Auf diese Weise bringt es zwar laufend Profit – da der Markt offen gehalten wird – aber Rohstoffe werden immer wieder und mehr gebraucht.
Krieg, Raub, Ausbeutung – so kommen Kapitalisten billig an Rohstoffe und Humankapital.
Die neueste Version ist, dass Arbeitsverträge wie Materielkauf gebucht werden – aber mit diesen Werksverträgen zum niedrigsten Lohn – haben die Wertschaffenden keine Möglichkeiten mehr mit Streiks höhere Löhne zu erkämpfen – und immer steht ein rießiges Heer Arbeitsstellen-Suchende bereit um als Streikbrecher oder mit noch weniger Lohn zu arbeiten.
Und wie der Jobcenter nötigt – sind die Arbeitsstellenlosen auch verpflichtet, Arbeitsstellen für niedrigste Löhne anzunehmen.

Es ist aber nicht so, dass sie keine ‚Werte schaffen würden – dass sie ihren Lohn für Lebenshaltung und Familie nicht erwirtschaften würden –
die wertschaffende Arbeit ist für den Kapitaldienst –
für den Profit des Unternehmeres.

Das Kapital braucht aber keine gebildeten Wertschaffenden – das Kapital braucht wenige fachlich gut ausgebildete Elite und eine Masse Handlanger. Aber beide dumm genug, dass sie ihren Lohn nicht ausrechnen können.
Der Unterschied in der Belohnung ist gezielt gemacht – damit Neid und Konkurrenz herrscht – denn Solidarität ist nicht gewünscht.
Deshalb – ist es ein Grund für eine fristlose Entlassung, wenn die Lohnbescheinigung den anderen wertschaffenden vorgelegt wird.
Jeder für sich und immer schön gegeneinander schafft dem Ausbeuter die höchsten Profite.

Wer da die Illusion hegt – Arbeitslosengeld wäre ein Rechtsanspruch . . . oder Sozialhilfe würde gezahlt, weil die Poltiker sozial empfindene Menschen wären – der wird eines besseren belehrt.
Vermieter sind ebenfalls Kapitalisten, die Lebensmittelmärkte profitieren, die Ärzte, und und und.

In der Nazi-Zeit wurden die Menschen in KZ zusammengepfercht und gezwungen für eine Pritsche und Wasser und Brot zu arbeiten.
Da sind wir bald wieder – nach dem Willen unserer Angela und Co.

Die in der Psychiatrie gefangenen müssen schon für 60 Cent Werte schaffen – oder die Wertschaffung wird als Arbeitstherapie bezeichnet und dann kostet sie nichts.

Harzt IV mit seinen Maßnahmen ist ein Übungsfeld für Ausbeuter.
Und die Ökumene der christliche Kirche als Ausbeuter vorneweg.

Steht wenig Humankapital zur Verfügung steigen die Löhne.
Durch die hohe Arbeitsproduktivität /Fließband -Arbeit werden nur noch wenig Humankapital benötigt – nur zur Maschinenbedienung.

Nun könnte ja ein sozial denkender Mensch auf die Idee kommen, wenn weniger Arbeitskräfte zur Produktion von Bedarfsartikeln gebraucht würden – könnte doch bei gleichem Lohn die Arbeitszeit verkürzt werden. Die SPD schlug nach der Wende eine Wochenarbeitszeit von 32 Stunden vor – dann gäbe es so gut wie keine Arbeitsstellenlosen im Lande deutsch – das war schnell im Papierkorb gelandet. Davon hörte man nichts mehr . . .
Ganz im Gegenteil – vor allem die Gering-Verdiener müssen mehr Stunden schruppen – und zusätzlich Mietzuschuss beantragen.

Damit auch kein Cent zu viel bei den Wertschaffenden verbleibt und DIE womöglich üppig leben könnten – wird streng kontrolliert.
Datenschutz gibt es zwischen den Ämtern nicht – auch wenn sie von den Antragstellern Belege immer wieder und nochmal fordern.

Wer nicht mithalten kann – wird entsorgt. Das erfolgt ganz subtil. Mobbing an der Arbeitsstelle – dann Diagnose und PsychoDrogen und schon war’s das.

Psychiatrie hat nichts mit Medizin und schon gar nichts mit Heilung zu tun – Psychiatrie ist Politik !
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Psychiatrie ist Politik
Ärzte sind keine Amtspersonen – und daher sind sie nicht Ausführende des Staates oder der Krankenkassen

von Igelin @ 2012-07-01 – 14:07:16

Als solches kann auch ein Gericht nicht zwingend festlegen, dass Menschen medizinisch zwangsbehandelt werden müssen.
Auch aus dieser rechtlichen Sicht ist Zwangsbehandlung in Psychiatrien und Forensik gesetzwidrig und strafbar.
Maßregelvollzug ist Staatsaufgabe und darf nicht an private Hände weiter gegeben werden – Damit ist auch der Maßregelvollzug Mühlhausen im Eigentum der Kirche gesetzwidrig.
Und da Ärzte keine Amtspersonen sind, dürfen sie auch keinerlei medikamentöse Misshandlung weder im Auftrag des Staates noch der Krankenkassen vornehmen. Somit ist der Maßregelvollzug an sich Blasphemie.

Der BGH-Beschluss ist gut, denn die tatsächlichen Verhältnisse werden klargestellt. Wenn Vertragsärzte (Kassenzulassung) keine Amtsträger sind, es sich bei dem Arzt-Patient-Verhältnis um ein privatrechtliches Vertragsverhältnis handelt, dann verdeutlicht dies das Selbstbestimmungsrecht der Betroffenen.

Die BGH-Richter halten sich an die Gesetze und haben aufgezeigt, dass die (tatsächlich-korruptive) Praxis in der Arztpraxis nur mit wirksamen Gesetzen zu begegnen ist. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, dem das Problem bekannt ist.


Ein niedergelassener, für die vertragsärztliche Versorgung zugelassener Arzt handelt bei der Wahrnehmung der ihm in diesem Rahmen übertragenen Aufgaben (§ 73 Abs. 2 SGB V; hier: Verordnung von Arzneimitteln) weder als Amtsträger im Sinne des § 11 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c StGB noch als Beauftragter der gesetzlichen Krankenkassen im Sinne des § 299 StGB.“ (Leitsatz des BGH-Beschlusses GSSt 2/11 vom 29. März 2012)

Aus der Begründung: „Für die Zuordnung der Tätigkeit von Privaten zum Bereich öffentlicher Verwaltung kommt es darauf an, dass der Ausführende dem Bürger nicht auf der Ebene vertraglicher Gleichordnung mit der grundsätzlichen Möglichkeit individueller Aushandlung des Verhältnisses entgegentritt, sondern quasi als ausführendes Organ hoheitlicher Gewalt. Es fehlt Rechtbeziehungen im Rahmen öffentlicher Verwaltung daher typischerweise ein bestimmendes Element individuell begründeten Vertrauens, der Gleichordnung und der Gestaltungsfreiheit.“ (Rn 17, BGH GSSt 2/11 vom 29. März 2012). Und weiter: „Der Bundesgerichtshof hat in Zivilsachen mehrfach hervorgehoben, dass – von wenigen Ausnahmen abgesehen – die ärztliche Heilbehandlung ihrem Grundgedanken nach mit der Ausübung eines öffentlichen Amts unvereinbar sei. Zwischen dem Vertragsarzt und dem Patienten kommt ein zivilrechtliches Behandlungsverhältnis zustande.“ (Rn 22, BGH GSSt 2/11 vom 29. März 2012). „Es kommt hinzu, dass die gesetzliche Krankenkasse keinerlei und der Vertragsarzt nur in geringem Maße Einfluss auf das Zustandekommen des einzelnen Behandlungsverhältnisses nehmen kann, auf dessen Grundlage sich die ärztliche Verordnung eines Arzneimittels zu Lasten der Krankenkasse vollzieht. Vielmehr liegt diese Entscheidung beim Patienten, der gemäß § 76 SGB V sei-nen Vertragsarzt frei wählen kann. Den gewählten Arzt hat die Krankenkasse zu akzeptieren. Dieser wird vom Versicherten als „sein“ Arzt wahrgenommen, den er beauftragt hat und dem er sein Vertrauen schenkt. Auch aus objektiver Sicht wird der Vertragsarzt – wie bereits dargelegt – bei wertender Betrachtung in erster Linie in dessen Interesse tätig.“ (Rn 33, BGH GSSt 2/11 vom 29. März 2012).

In der Beschlussbegründung heißt es ferner: „Die Rechtsmacht des Vertragsarztes zur Konkretisierung des Anspruchs des gesetzlich Versicherten ist ferner dahin eingeschränkt, dass er (lediglich) die medizinischen Voraussetzungen des Eintritts des Versicherungsfalles der Krankheit mit Wirkung für den Versicherten und die Krankenkasse verbindlich feststellt. Grundlage dafür ist die aus dem jeweiligen Behandlungsverhältnis erwachsene medizinische Diagnose und die daraufhin von ihm festgesetzte, im Einzelfall erforderliche Behandlung (vgl. nur BSG, Urteil vom 16. Dezember 1993 – 4 RK 5/92, BSGE 73, 271, 282; dazu Geis, GesR 2006, 345, 350; zusammenfassend: Klötzer, NStZ 2008, 12, 15; ähnlich SSW-StGB/ Rosenau, § 299 Rn. 11). (Rn 37, BGH GSSt 2/11 vom 29. März 2012).

„Allerdings steht die Behandlung des Versicherten durch den Vertragsarzt einschließlich der Verordnung von Arzneimitteln (auch) unter dem Gebot der Wirtschaftlichkeit (§§ 70 Abs. 1 Satz 2, 72 Abs. 2 SGB V), dem ein hoher Stellenwert zuzumessen ist (BSG, Urteil vom 28. April 2004 – B 6 KA 24/03 R, MedR 2004, 577, 578 mwN). Gemäß § 12 Abs. 1 SGB V dürfen die Leistungen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten, gemäß § 12 Abs. 1 Satz 2 SGB V dürfen die Leistungserbringer keine nicht notwendigen oder unwirtschaftlichen Leistungen erbringen.“ (Rn 42, BGH GSSt 2/11 vom 29. März 2012). „Dass der Vertragsarzt bei der Verordnung von Medikamenten auch auf die wirtschaftlichen Belange der Krankenkassen Bedacht zu nehmen hat, ändert aber nichts daran, dass die ärztliche Behandlung, in die sich die Verordnung von Arzneimitteln einfügt, in erster Linie im Interesse des Patienten und in seinem Auftrag erfolgt. Bei der erforderlichen wertenden Gesamtbetrachtung steht diese Bindung an den Patienten im Vordergrund. Von daher kann die Verpflichtung auf das Wirtschaftlichkeitsgebot nicht bewirken, dass der Arzt aus dem Auftragsverhältnis zu dem Patienten gleichsam herausgebrochen und zum Beauftragten der Krankenkasse wird. Mithin stehen dem dieselben Gründe entgegen, die auch dagegen sprechen, den Vertragsarzt als Amtsträger der Krankenkasse im Sinne des § 11 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. c StGB zu qualifizieren.“ (Rn 43, BGH GSSt 2/11 vom 29. März 2012).

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&sid=5e65305eaa0f1759b9881cbcbd27fc82&nr=60679&pos=0&anz=1

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Archiv Igelin 2010-2012 von Kabale und Psychiatrie – Komplett mit 2.230 Beiträgen zur Volksaufklärung in den Jahren von August 2010 bis Juli 2012 – Weitere 500 Beiträge zur Volksaufklärung wurden ohne Vorankündigung auf meinem Blog bei „igel.blog.de“ gelöscht, also zensiert, wie in den „geheimen Protokollen der mächtigen Eliten“ vorgeschrieben ist. – Bitte kopieren und im Schneeballsystem weiterleiten, damit unsere Kinder nicht mehr in Psychiatrien weggesperrt oder gar getötet werden, wie mein lieber Sohn Holger. – Gepackt (gezippt) mit Winrar:

http://kabale.se/archiv-igelin-2010-2012.rar

Ergänzung vom 26.01.2013: Archiv Igelin Mai 2012 bis Januar 2013 von Kabale und Psychiatrie – Bitte kopieren und im Schneeballsystem weiterleiten, damit unsere Kinder nicht mehr in Psychiatrien weggesperrt oder gar getötet werden, wie mein lieber Sohn Holger. – Gepackt (gezippt) mit Winrar:

http://kabale.se/archiv-igelin-mai-2012-januar-2013.rar

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Siehe auch unter:

http://meinungsverbrechen.de/?tag=holger-z

http://psychiatrie.se

http://kabale.se

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